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Musik, Theater, Kino lesen, übersetzen und diskutieren Музыка, театр, кино читаем, переводим и обсуждаем. Учебно-методическое пособие

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06.09.2026
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haben das hier uns in den letzten 20 Jahren aufgebaut und sind auf jeden Fall Nummer eins in Deutschland und auch in Europa.«
Vor dem Studium kommt die Aufnahmeprüfung
Gerlinde Otto hat zurzeit nur ausländische Klavierschüler, weil sie bei der Aufnahmeprüfung einfach besser waren. Das Level sei allgemein in den letzten Jahren rasant angestiegen, sagt sie — auch wegen der Asi­aten, die technisch ein sehr hohes Niveau mitbrächten. Immer wieder wird in den Medien und an den Hochschulen diskutiert, ob die Prüfungen allgemein nicht anders gestaltet werden sollten: So soll es noch Raum für eine musikalische Entwicklung geben, die es sich lohnt abzuwarten, bevor man ein schnelles Urteil fällt.
Tilmann Claus ist Prorektor an der Hochschule für Musik und Tanz in Köln. Auch dort kennt man das Problem und sucht nach Lösungen. »Hier in Deutschland gibt es Wettbewerbe wie ‚Jugend musiziert‘ mit hohen Anforderungen«, sagt er. »Von den Preisträgern kommen aber nur wenige an die Musikhochschulen.« Er vermutet, dass sich einige wegen der starken Konkurrenz erst gar nicht trauen.
Im Orchester spielen ist nicht leicht
Das Studium selbst ist aber auch für internationale Studierende aus anderen Kulturkreisen nicht einfach. Das wird besonders beim Orchester­spiel deutlich. »Für mich war es schwer, Deutsch im Orchester zu sprechen und die Anweisungen zu verstehen, aber mit der Zeit ging es besser«, sagt die Harfi stin Kasumi Itokawa.
Diese Schwierigkeit kennt auch Nicolás Pasquet aus seinem Hoch­schulorchester. Viele müssten lernen, beim Musizieren auch auf die an­deren zu hören. »In Deutschland gibt es die musikalische Früherziehung. Da hat man schon in Schulorchestern gespielt«, sagt Pasquet. »Bei jeman­dem aus Panama ist da nicht im Traum dran zu denken.« Der Hochschul­professor kommt selbst aus Uruguay und wollte in Deutschland Geige studieren. »Ich hatte niemals in einem Orchester gespielt und plötzlich saß ich im Hochschulorchester und zitterte.«
Tilmann Claus unterrichtet Tonsatz und Musiktheorie an der Musik­hochschule Köln und weiß, woran es oft hapert: »Abendländische klassische Musik hat viel mit Sprache, Atem und Formgebung zu tun.« Da müsse man sich erst einmal hineindenken, wenn man nicht aus der abendländischen
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Kultur komme. »Man muss wissen, was ein Menuett ist und man muss Mozarts Musik kennen.«
Auslandsbeziehungen sind wichtig
Um voneinander zu lernen, gibt es zahlreiche Austauschprogramme an den Hochschulen. Jens Ewen ist in Weimar unter anderem Direktor für Internationale Beziehungen. Gerade plant die Hochschule zum Beispiel zwei komplimentäre Dirigentenausbildungen in den USA mit der Jacobs School of Music an der Indiana University in Bloomington. »Dirigieren in Weimar hat ein hohes Niveau mit vielen umliegenden Profi orchestern, mit denen man arbeiten kann«, sagt Ewen. Das gäbe es in Bloomington nicht. »Dort haben sie dafür sehr gut ausgebildete Hochschulorchester, so dass der Unterricht immer mit dem Orchester stattfi nden kann, während in Weimar vieles in der Theorie gelernt wird.«
Um die Orchesterlandschaft im Umland von Weimar beneidet Prorek­tor Tilman Claus aus Köln seine Weimarer Kollegen. Die Hochschule für Musik und Tanz in Köln, mit 1500 Studierenden die größte in Deutschland, ist unter anderem spezialisiert auf Alte Musik, Komposition und Jazz. Außerdem kooperiert sie mit dem internationalen Opernstudio Köln. Acht talentierte Nachwuchssänger oder —sängerinnen erhalten für ein bis zwei Jahre intensiven Unterricht an der Musikhochschule — inklusive der Möglichkeit, auf der großen Opernbühne aufzutreten.
In Deutschland bleiben oder zurück in die Heimat
Ye Eun Choi gehört zu diesen talentierten Sängerinnen und würde gerne in Deutschland bleiben. »In Deutschland werden Solisten an einem Opernhaus fest engagiert.« In Korea dagegen würden Agenturen die Sän­ger nur für bestimmte Aufführungen vermitteln. Ihre Familie ist stolz, dass sie in Deutschland Karriere macht, besonders weil sie bei der aktuellen Produktion der Oper Carmen auf der großen Bühne in Köln dabei ist.
Kasumi Itokawa will nach ihrem Master einige Zeit in einem deutschen Orchester spielen. »Dann werde ich zurückgehen nach Japan oder in andere asiatische Länder.« Doch der Markt ist hart umkämpft. Ohne Konzertexamen ist es in Deutschland wie in asiatischen Ländern gleicher­maßen schwer, eine Anstellung zu fi nden. Kasumi Itokawa hat in Weimar allerdings schon Erfahrungen mit den Profi orchestern gemacht und hofft deshalb, doch eine Stelle zu fi nden. Freunde hätten es schließlich schon geschafft. Warum also nicht auch sie?
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Text 2 Studium oder Ausbildung?
Kaum ist das Abitur in Reichweite, hörst Du von allen Seiten die gleiche
Frage: Und dann?
Mit der Allgemeinen Hochschulreife in der Tasche hast Du die Qual der Wahl. Beginnst Du ein Studium und vertiefst Dein theoretisches Wis­sen oder wagst Du durch eine Ausbildung den direkten Berufseinstieg? Wobei eine Ausbildung ein anschließendes Studium nicht ausschließt. Egal, ob Du Dich für eine Ausbildung oder ein Studium entscheidest, eines muss Dir von vornherein klar sein: Beides hat seine Vor- und Nach­teile. Daher solltest Du den Weg wählen, der am besten zu Dir, Deinen Interessen und Deinen Begabungen passt. Im Folgenden fi ndest Du einen Fragenkatalog, der Dir bei Deiner Entscheidung helfen kann.
Entscheidungshilfen für Ausbildung oder Studium:
 Auf welchem Weg kannst Du Deinen Traumberuf erreichen? Manche
Berufe setzen ein Studium zwingend voraus, andere eine Ausbildung.
 Kennst Du jemanden, der eine Ausbildung oder ein Studium macht?
Welche Erfahrungen hat er damit gemacht?
 Entsprechen Deine Noten den Anforderungen des Studiums oder
der Ausbildung? Hast Du eine Chance, den Studien- oder Ausbil­dungsplatz zu bekommen, den Du anstrebst?
 Wie würdest Du die Ausbildung oder das Studium nanzieren?
 Müsstest Du für eine Ausbildung oder ein Studium umziehen? Wenn
ja — wohin? Kannst Du Dir vorstellen, dort zu leben?
 Wie schätzt Du Deine Chancen auf dem Arbeitsmarkt nach dem
Abschluss von Ausbildung oder Studium ein?
 Möchtest Du eher praktisch arbeiten oder Dich erst einmal theore-
tisch mit dem Thema auseinandersetzen?
 Welche Bewerbungsfristen musst Du bei Ausbildung oder Studium
einhalten?
 Hast Du die Möglichkeit genutzt, im Rahmen einer Ausbildungs-
messe direkt mit Hochschulen und potenziellen Arbeitgebern per­sönlich in Kontakt zu treten und Dich vor Ort zu informieren?
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Quelle: Bachelor Studium https://www.bachelor-studium.net/ausbildung-oder-studium
(дата обращения: 16.01.2020).
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Ausbildung oder Studium? — Vorteile und Nachteile
Vorteile eines Studiums Vorteile einer Ausbildung
Ein Studium eröffnet Dir die
Möglichkeit einer wissenschaftlichen Karriere.
Das Risiko der Arbeitslosigkeit ist bei
Akademikern geringer.
Höhere Hierarchiestufen in
Unternehmen stehen nur Absolventen mit Hochschulabschluss offen.
Ein Hochschulabschluss signalisiert
den Willen zum lebenslangen Lernen — ein Konzept, das immer wichtiger wird.
Das Einstiegsgehalt ist höher, auch
größere Gehaltssteigerungen sind nach einem Studium wahrscheinlicher.
Durch Praktika kannst Du in viele
Bereiche reinschnuppern.
Nachteile eines Studiums Nachteile einer Ausbildung
Du bist fi nanziell meist abhängig und
hast kein regelmäßiges Einkommen.
Der Praxisbezug ist häu g geringer.
Während der Ausbildung verdienst
Du schon Geld. Die Finanzierung ist einfacher.
Der Berufseinstieg klappt häufi g
schneller als bei Akademikern.
Eine Ausbildung ist praktisch
orientiert und näher am echten Leben.
Nach einer Ausbildung besteht
anschließend immer noch die Möglichkeit, ein Studium aufzunehmen.
Deine Tätigkeiten sowie Aufgaben
sind defi nierter und eindeutiger.
Deine fi nanzielle Unabhängigkeit, vor
allem von den Eltern, ist größer als bei einem Studium.
Die Karriereaussichten bei einer
Ausbildung sind in der Regel begrenzt.
Die Bereiche Deiner Ausbildung und
der anschließenden Tätigkeit sind begrenzt.
Die Vorteile eines Studiums und einer Ausbildung verbindet ein duales Studium. Allerdings setzt dieses in der Regel sehr gute Noten voraus und entsprechende Stellen sind hart umkämpft.
Die Entscheidung
Die klassische Pro-und-Kontra-Liste sowie Rätschläge von Eltern und Freunden können bei der Entscheidung sehr hilfreich sein. Du solltest Dich bei dieser wichtigen Angelegenheit jedoch nicht zu sehr von anderen beeinfl ussen lassen. Deine Familie hat bestimmt gut gemeinte Tipps und Deine Freunde haben vielleicht interessante Berufswege eingeschlagen. Dennoch ist es das Sinnvollste, Deinen persönlichen Neigungen und In-
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teressen zu folgen. Außenstehende, wie der Berater der Arbeitsagentur oder die Studienberatung einer Hochschule, geben Dir hilfreiche Tipps und einen objektiven Blick auf Deine Wunschausbildung. Ein Praktikum in einem Beruf zu absolvieren, für den Du Dich interessierst, kann eben­so weiterhelfen. Mitarbeiter und Vorgesetzte wissen durch ihre Erfahrung meist gut, wie der Berufseinstieg am besten gelingt.
5. MUSIKTHEATER
A. Musiktheater (auch: Mu­sikalisches Theater) ist eine der vier klassischen Sparten des Theaters — die anderen sind Sprechtheater (Schauspiel), Fi­gurentheater und Tanztheater (Ballett). Es entspringt dem Genre der Oper. Auch Misch­formen sind möglich. Zum Mu-
Foto: Landestheater Linz
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Sprache) mit — in der Regel sogenannter klassischer — Musik verbinden.
B. Zum Musiktheater zählt man im deutschen Sprachraum neben ei­nigen Sonderformen die Oper, die Operette, das kabarettistisch gefärbte Singspiel und das Musical. Alle vier Gattungen, die in der Reihenfolge dieser Aufzählung entstanden, sind gut zwei Jahrtausende jünger als das in der Antike entstandene Sprechtheater, auf dessen Grundlage (stoffl iche und darstellerische) sie sich entwickelt haben.
C. Aus Mischformen, bei denen das Schauspiel bzw. die Musik ledig­lich zur Illustration des anderen dienen, entwickelten sich ab der Renais­sance Gattungen, die auf eine stimmige Integration von Logos und Mimus setzten. Ob dabei noch die Musik den Text diktieren solle, oder im Ge­genteil die Musik der Dichtung gehorchen müsse, war lange Zeit ein Streitpunkt, an dem sich die Lager spalteten. Im 20. Jahrhundert experi­mentierte man auch mit Formen, die Schauspiel und Musik eher unver­bunden, assoziativ nebeneinander stellten.
D. Ursprünglich gehörten zu Aufführungen des Musiktheaters Schau­spieler, Sänger (teilweise in Personalunion) und Orchester. In neuerer Zeit
siktheater gehören alle Formen, die die dramatische Handlung (ausgedrückt in Bewegung und
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Quelle: Landestheater Linz: Lala auf der Couch — Bollywood! http://www.langenacht-
derbuehnen.at/?p=1809 (дата обращения: 15.01.2020).
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erfolgte die Musikeinspielung dann häufi g auch von Tonträgern, teilwei- se mit live erzeugten Klängen gemischt. Zu einem Musiktheater können alle Instrumente des klassischen Orchesters gehören und natürlich die menschliche Stimme. Im 20 und 21. Jahrhundert wurde das Instrumenta­rium des Musiktheaters um die Instrumente der Pop- und Jazzmusik (E-Gitarre, Keyboards, Synthesizer, E-Bass etc.) erweitert. In jüngster Zeit gibt es verstärkt mixedmedia Inszenierungen, in denen digitalisierte Musiken und live gespielte Musik gemischt werden.
E. Der Begriff des Musiktheaters selbst wurde erst im 20. Jahrhundert geprägt, als man sich kritisch mit der herkömmlichen Oper (bei der die Musik dominierte) und ihrer Aufführungspraxis befasste und sich an der Unzulänglichkeit des Begriffs »Oper« für die Vielfalt der inzwischen entstandenen Formen störte. Zunächst bezeichnete der neue Begriff ex­perimentelle Mischformen, im Laufe der Zeit wurde er aber immer mehr als Synonym für die mit modernen Mitteln inszenierte Oper gebraucht.
F. Für Formen des Musiktheaters, die sich von Oper, Operette und Mu­sical abgrenzen, hat der Komponist Mauricio Kagel den Begriff »Neues Musiktheater« geprägt. Das neue Musiktheater ist nicht auf den Gesang konzentriert, sondern geht vom Klang aus, der auf der Bühne in Aktion umgesetzt wird. Die Akteure agieren sowohl musikalisch aus als tänzerisch und darstellerisch17.
Aufgabe 13. Lesen Sie den Text. Ordnen Sie die Überschriften 1–7 den Texten A–F zu.
Verwenden Sie jeden Buchstaben nur einmal. Die Aufgabe enthält eine unnötige Überschrift.
1. Mischformen.
2. Vier klassische Sparten des Theaters.
3. Musik und Text.
4. Musiktheater (oder Musikalisches Theater).
5. Neues Musiktheater.
6. Der Begriff »Musiktheater«.
7. Aufführungen des Musiktheaters.
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Quelle: Musiktheater https://de.wikipedia.org/wiki/Musiktheater (дата обращения:
15.01.2020).
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Aufgabe 14. Lesen Sie den Text. Stellen Sie fest, welche der folgenden Aussagen
1–5 dem Inhalt des Textes entsprechen (a — richtig), nicht entspre­chen (b — falsch) oder im Text nicht erwähnt werden (c — steht nicht im Text).
1. Musiktheater besteht aus vier Gattungen. a) richtig b) falsch c) steht nicht im Text
2. Zum Musiktheater gehören alle Formen, die die dramatische Hand­lung mit Musik verbinden.
a) richtig b) falsch c) steht nicht im Text
3. Zunächst bezeichnete der neue Begriff »Musiktheater« experimen­telle Mischformen, später wurde er als Synonym für die mit mo­dernen Mitteln inszenierte Oper gebraucht.
a) richtig b) falsch c) steht nicht im Text
4. Die Musik soll den Text diktieren und nicht im Gegenteil.
a) richtig b) falsch c) steht nicht im Text
5. In neuerer Zeit erfolgte die Musikeinspielung häufi g auch mit Tonmeistern, teilweise mit live erzeugten Klängen gemischt.
a) richtig b) falsch c) steht nicht im Text
Aufgabe 15. Beantworten Sie die Fragen zum Text:
1. Welche klassischen Sparten des Theaters gibt es?
2. Sind die Mischformen von dem Theater möglich?
3. Welche Formen gehören zum Musiktheater?
4. In welcher Rheinfolge sind diese Formen entstanden?
5. Welche Musikinstrumente können zu einem Musiktheater gehören?
Wortschatz:
Aufzählung (f =, -en) — перечисление, список, доплата; Begriff (m -(e)s, -e) — понятие, представление, термин; beitragen (beitrug, beigetragen) — вносить свой вклад, способствовать,
содействовать;
entspringen (in D) (entsprang, entsprungen) — вытекать, брать начало;
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Gattung (f =, -en) — род, родовое название; gehorchen (gehorchte, gehorcht) — повиноваться, слушаться; gleichberechtigt — равноправный; maßgeblich — важный, решающий, значительный; prägen (prägte, geprägt) — чеканить, накладывать отпечаток; Sparte (f =, -n) — раздел, область; umgesetzt — превращенный; ursprünglich — первоначально.
TEXTE ZUM LESEN
Aufgabe: Lesen Sie die Texte und stellen Sie 10 Fragen.
Text 1 Opernpremiere in Hamburg— Mozart würde sich kugeln
»Cosi fan tutte«, Mozarts scheinheilige Hymne an die Liebe, drehte Trubelmacher Herbert Fritsch in seiner neuen Inszenierung durch die Kessel-Buntes-Trommel. Aber seine zupackende Regie offenbarte auch die bösen Untiefen der Werkes.
Die Akkorde des Orchester signalisieren schon in der Ouvertüre, wie bedrohlich es in Wolfgang Amadeus Mozartes Oper »Cosi fan tutte« (So machen’s alle) von Beginn an zur Liebeserforschungssache geht: Der international erfahrene französische Dirigent Sébastien Rouland, der am Premierenabend das Philharmonische Orchester an der Staatsoper Hamburg leitete, setzte sofort auf kompakte, aber fi ligrane Einheit.
Kein Krawall-Mozart aus dem Graben, solide Feinarbeit ohne Exal­tiertes, Rokoko vom Blatt. Und keine Konkurrenz zur Bühne, wo das richtige Remmidemmi stattfand, denn der Regiemeister des Abends heißt Herbert Fritsch.
Bekannt für bunte Überraschungen, schickte Herbert Fritsch (jüngst für seine Theaterarbeiten »Murmel, Murmel«, »Die spanische Fliege«
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Quelle: Spiegel HTTPS://WWW.SPIEGEL.DE/KULTUR/MUSIK/HERBERT-FRITSCH­AN-DER-HAMBURGER-STAATSOPER-EIN-MEISTER-DER-UEBERZEICHNUNG­A-1227230.HTML (дата обращения: 16.01.2020).
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und »Nora« ausgezeichnet) von Beginn an das grell bekleidete »Cosi«­Personal über die mit vielfarbigen, monströsen Kristallen bestückte Büh­ne und ließ sie munter — dann wieder ganz nach Librettovorschrift — an den Strippen des zynischen Marionettenspielers Don Alfonso zappeln.
Gemein, aber komisch
Der wiederum hatte sich vorgenommen, zusammen mit seiner Assi­stentin Despina, den beiden verliebten Männern der Gesellschaft, Gugliel­mo und Ferrando, die Brüchigkeit der Treue ihrer Geliebten Dorabella und Fiordiligi vorzuführen. Gemein, aber komisch. Und sicheres Komö­dienterrain für Fritsch, den Meister der Überzeichnung, der in diesem Vexierbild der Leidenschaften und Gefühle die tragische Komik des menschlichen Strebens in allen Farben schillern lässt. Mozart würde sich kugeln vor Lachen.
Die Guckkastenbühne mit Spiegelwänden hatte Fritsch gleich selber erdacht, aber der Witz des Ganzen lebte von der überragenden Lichtregie Carsten Sanders. Jede Arie, jedes Ensemble erfuhr durch sie eine indi­viduelle, beinahe physikalisch-intime buchstäbliche Erleuchtung, die noch den haarsträubendsten Verästelungen der Handlung eine zwingen­de In-sich-Logik verpassten. Auf der Metaebene: Man sieht und erlebt, was man erleben soll oder will. Das Arrangement der Umstände gebiert die Aktion.
Yeti und Petry mit List und Tücke
Und die ist bizarr genug. Don Alfonso schickt die liebenden Ferrando und Guglielmo scheinbar in den Krieg, um sie sogleich in lächerlich ka­rikierender Verkleidung als »bärtige Albaner« (Librettovorschrift) auftau­chen zu lassen, die sich umweglos an die Verführung der zurückgelasse­nen Damen machen. Beider Outfi t stylte Kostümkönnerin Victoria Behr in bester Comedy-Manier als schwarz-weiße Urmenschen. Der eine ein weißer Yeti, der andere eine Mixtur aus Conchita Wurst und Wolfgang Petry.
Doch genau diese Yeti- & Petry-Figuren bezaubern, durch List und Tücke geführt, die doch so überlegen scheinenden Damen. Muss man eben glauben. Ebenso wie das selige Vergeben der plötzlich zurückkeh­renden Ehrenmänner aus dem Scheinkrieg. Schnell wird geheiratet, sicher ist sicher.
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