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Wirtschaftsdeutsch. Учебное пособие

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und Raffinerieen in den Ländern der sogenannten Dritten Welt durften nicht zuletzt eine Weiterführung der kolonialen und postkolonialen internationalen Arbeitsteilung sein. Die Bodenschätze in diesen Ländern können meist mit geringerem Aufwand abgebaut werden als die Vorräte im eigenen Land. Die Vorkommen sind technisch besser zugänglich, oft ist der Tagebau möglich. Nicht zuletzt sind die Umweltauflagen weit weniger restriktiv. Die bereits bestehenden Anlagen in den Entwicklungsländern werden weiter genutzt und ggf. modernisiert, statt daß in aufwendige Erschließungskosten neuer Bergwerke in Industrieländern investiert wird. Zudem werden die Lagerstätten im Norden als strategische Reserve gehalten und als politisches Druckmittel eingesetzt.

Aber die Tendenz zur Erschöpfung verschiedener Rohstoffe in den Entwicklungsländern soll zugenommen haben. Gerade das ließ viele Wärmeund Wasserkraftwerke durch Kernkraftwerke ersetzen und bringt zur Umstellung auf Solarenergie und Windkraft.

Der Gebrauch der letzten läßt außerdem Unfallund Gesundheitsrisiken minimisieren, weil sie umweltfreundlich sind. Eine verzögerte kostspielige Einbeziehung der umweltschonenden Maßnahmen in die Rohstoffgewinnung und den

Energieträgergebrauch läßt oft die Produktionskosten die erzielbaren Erlöse übersteigen, was die Ausbeutung nicht mehr rentabel macht. Oft kann der zugefügte Umweltschaden nicht wieder gutgemacht werden.

Weltweite Ressourcenschonung statt Raubbau und effiziente Nutzung sind langfristig gleichermaßen eine ökonomische und ökologische Notwendigkeit.

1.6.3Beantworten Sie die Fragen zum Text

1.Welche Bedeutung haben die Rohstoffe für die Wirtschaft?

2.Welche Arten von Rohstoffen werden nach ihrer Verwendung unterschieden?

3.In welchen Ländern werden die meisten Bodenschätze gewonnen, aufbereitet und verarbeitet?

4.Welche Abkommen sind abzuschließen, um die Entwicklung der Rohstoff gewinnenden Länder zu beschleunigen?

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5.Welche Maßnahmen sind zu treffen, um die Preise für Rohstoffe zu stützen?

6.Wie weit lassen sich die Preise für Rohstoffe regeln?

7.An welchen Börsen werden die Rohstoffpreise festgesetzt?

8.Wie ist der Bodenschätzereichtum auf der Welt verteilt?

1.6.4Geben Sie den Inhalt des Textes wieder

1.6.5Finden Sie russische Äquivalente zu den deutschen Wortverbindungen

mit unentbehrlichen Rohstoffen versorgen

die Rohstoffe in verschiedene Arten unterteilen

Rohstoffe gewinnen, aufbereiten, verarbeiten

auf die Rohstoffgewinnung angewiesen sein

die Entwicklung beschleunigen

gerechte Preise festsetzen

keine Früchte tragen

durch gezielte Anund Verkäufe die Preise beeinflussen

auf Dauer die Preise regeln

die Nachfrage nach Industrierohstoffen

einen Preisverfall nach sich ziehen

eine Lagerstätte erschließen

Bodenschätze abbauen

mit einem geringeren Aufwand ausbeuten, im Tagebau gewinnen

restriktive Umweltauflagen einführen

aufwendige Erschließungskosten investieren

die Erschöpfung verschiedener Rohstoffe

umweltschonende Maßnahmen ergreifen

die Produktionskosten ubersteigen die erzielbaren Erlöse

einen Schaden zufügen/ anrichten, wiedergutmachen

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statt Raubbau Ressourcen schonen

Bodenschätze effizient nutzen

эффективно использовать полезные ископаемые

беречь, а не хищнически истреблять ресурсы

нанести, устранить ущерб

производственные расходы превышают возможную выручку

принимать меры по защите окружающей среды

истощение различных видов сырья

осуществлять инвестиции на покрытие расходов по дорогостоящим вскрышным работам

вводить ограничительные обязательные меры по защите окружающей среды

добывать открытым способом

эксплуатировать с небольшими затратами

производить выемку полезных ископаемых

осваивать месторождение

повлечь за собой падение цен

спрос на промышленное сырье

регулировать цены длительный период

влиять на цены путем целевых закупок и продаж

не приносить плодов

устанавливать справедливые цены

ускорять развитие

зависеть от добычи сырья

добывать, обогащать, перерабатывать сырье

подразделять сырье на различные виды

снабжать необходимым сырьем

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2 Тексты для внеаудиторного чтения

2.1 Grundelemente der Betriebswirtschaft

2.1.1 Die Bedeutung des Betriebes

Der Betrieb bedeutet für die Erwerbstätigen:

- Existenzgrundlage. In aller Regel verdienen sie dort das Einkommen für den Lebensunterhalt, soweit sie nicht über andere zusätzliche Einkommen wie

Miete, Zinsen aus Vermögen, Anlagen und Spargeldern oder gar Erbschaft,

Lottogewinn usw. verfügen.

- Berufsfeld und Arbeitsbereich. Der Betrieb ist der Ort, an dem die

Erwerbstätigen entsprechend den betrieblichen Anforderungen und ihren beruflichen Qualifikationen gefordert werden und ihre Fähigkeiten entfalten können. Im Rahmen des betrieblichen Sozialgefüges erfüllen sie bestimmte vorgegebene Aufgaben, die je nach ihrer Stellung innerhalb des Betriebes von der rein ausführenden Arbeit bis zur Leitungsfunktion reichen.

- Soziales Beziehungsfeld. Die Erwerbstätigen verbringen dort einen großen Teil ihres Lebens. Zwischen Freizeit und Arbeitszeit besteht eine Wechselwirkung, da sich Arbeitsanforderungen und Arbeitsbelastung unmittelbar auf die Freizeit auswirken, die der Beschäftigte für seine Familie, die Wahrnehmung persönlicher Interessen und die Wiederherstellung seiner Arbeitskraft nutzt. Innerhalb des Betriebes stehen sie in einem sozialen Beziehungsfeld, das durch die Sozialstruktur des Betriebes und die persönlichen Einstellungen von Vorgesetzten und Kollegen gekennzeichnet ist. Die innerbetriebliche Stellung und das mit dem Beruf verbundene soziale Ansehen in der Gesellschaft stehen in engem Zusammenhang. Der Umgang mit den Mitarbeitern, ihre Einstellung zur Arbeit, ihre Identifikation mit dem Unternehmen treten in der betrieblichen Arbeitsgestaltung immer stärker in den Vordergrund. Dazu kommen das Selbstverständnis des Unternehmens, seine Funktion und Stellung in der Gesellschaft und seine Philosophie in einer sich wandelnden Welt.

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2.1.2 Der Betrieb als System

Der Betrieb dient in erster Linie der Erstellung von Gütern und Dienstleistungen. Dabei orientiert er sich am Prinzip der Wirtschaftlichkeit. Dies setzt die optimale Kombination der Produktionsfaktoren im Rahmen des organisierten Arbeitsprozesses voraus. Menschliche Arbeitsleistung gehört neben Kapital, Rohstoffen und Betriebsmitteln zu den Grundvoraussetzungen der betrieblichen Leistungserstellung (Produktion). Der Betrieb ist ein System, in dem

ökonomische Prinzipien und organisatorische Faktoren sowie menschliche Belange und soziale Interessen zusammenwirken bzw. aufeinander abgestimmt werden müssen.

Jedes Unternehmen ist eingebunden in gesamtgesellschaftliche und volkswirtschaftliche Zusammenhänge. Betriebe und Unternehmen sind als

ökonomisch technische, organisatorische und soziale Systeme zu verstehen. Das heißt, die betriebliche Leistungserstellung hängt von der Fähigkeit, Leistungsbereitschaft, Qualifikation und dem Zusammenwirken der Menschen einerseits, der erforderlichen Kapitalausstattung, den technischen Mitteln und Verfahren sowie der Organisation des Produktionsprozesses andererseits ab.

Maßnahmen zur Humanisierung der Arbeit sind auch unter Kostengesichtspunkten zu sehen. Die Grenzen der Gestaltung menschengerechter Arbeit liegen darin, dass der Betrieb auf Dauer kostengünstig produzieren muss. Nicht alles, was die „Humanisierung der Arbeit" fördert, ist daher wirtschaftlich tragbar.

Maßnahmen einer „Humanisierung der Arbeit", soweit sie Kosten verursachen, konkurrieren auch mit dem Anspruch auf höhere Löhne und Gehälter.

Die Realisierung menschengerechter Arbeitsgestaltung ist ein betriebswirtschaftliches Erfordernis. Der Betrieb hat ein ureigenes Interesse, dass die Mitarbeiter ihrer Arbeit nicht gleichgültig oder gar ablehnend gegenüberstehen, sondern menschliche Zufriedenheit erfahren und sich aus eigenem Antrieb heraus für die Unternehmensziele einsetzen. Steigende Lohnund Gehaltskosten erfordern, die Arbeitsbedingungen so zu gestalten, dass der vielseitige und höchstwertige

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„Produktionsfaktor" Mensch die Palette seiner Fähigkeiten möglichst voll entfalten kann.

2.1.3 Die Begriffe Unternehmung und Betrieb

Die Begriffe Unternehmung und Betrieb werden vielfach nicht klar abgegrenzt und unterschiedlich verwendet. Im allgemeinen gilt Unternehmung als der übergeordnete Begriff; man bezeichnet damit die juristisch-organisatorische Form und die finanzielle Seite. Unter Betrieb versteht man den Ort der Produktion, z. B. ein lokales Postamt, eine Lebensmittelfiliale, eine Werksvertretung, eine Werkstätte. Im folgenden wird der Begriff Betrieb im Sinne einer planvoll organisierten Wirtschaftseinheit gebraucht, in der eine Kombination der Produktionsfaktoren mit dem Ziel erfolgt, Sachgüter und/oder Dienstleistungen zu produzieren (Leistungserstellung), die erstellten Produkte abzusetzen (Leistungsverwertung) und einen möglichst hohen Gewinn zu erwirtschaften.

Firma ist die Bezeichnung, unter der ein Kaufmann seinen Betrieb führt. Als Geschäft bezeichnet man einen Handelsbetrieb (Fachgeschäft). Unter Fabrik, einem Begriff, der aus der Frühzeit der Industrialisierung stammt, versteht man das

Gebäude, die Halle, in der die Produktion stattfindet (Produktionsstätte, Werk).

2.1.4 Unternehmenspolitische Ziele

Die unternehmenspolitischen Ziele sind Ausdruck des wirtschaftlichen Handelns eines Unternehmens. Sie hängen ab vom Grundauftrag des Unternehmens, ob es einen gemeinnützigen, öffentlichen oder staatlichen Auftrag zu erfüllen hat, wie beispielsweise Krankenhäuser, oder einen erwerbswirtschaftlichen Charakter hat und auf Gewinnerzielung ausgerichtet ist.

Zum unternehmenspolitischen Zielkatalog gehören:

1.Streben nach Gewinn

2.Streben nach Rentabilität

3.Streben nach Sozialgerechtigkeit

4.Erhaltung der Liquidität (Zahlungsfähigkeit)

5.Erhaltung oder Ausweitung des Marktanteils.

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Die unternehmenspolitischen Ziele hängen ab vom Grundauftrag, der Art und Weise der Leistungserstellung und vom Zeitaspekt. So kann beispielsweise ein Unternehmen kurzfristig auf Gewinn verzichten, um Marktanteile zu erobern; langfristig aber muss es Gewinn erzielen, wenn es existieren will.

2.1.5 Wirtschaftlichkeit

Die Erstellung von Gütern und Dienstleistungen als Aufgabe der Betriebe erfolgt nach dem Prinzip der Wirtschaftlichkeit. Dies meint das „haushälterische" Nutzen, die vernünftige Verwendung und den planvollen Einsatz der vorhandenen

Mittel, um das bestmögliche Ergebnis zu erzielen.

Das Wirtschaftlichkeitsprinzip (ökonomisches Prinzip) gilt für alle

Unternehmungen, gleichgültig welchen Grundauftrag sie erfüllen, welche Ziele sie verfolgen, welche Motive ihren Entscheidungen zugrunde liegen und welche Rechtsform sie haben. Der Grundauftrag von Unternehmungen kann wirtschaftlicher Art sein, d. h. in der Produktion wirtschaftlicher Güter (Konsum-,

Investitionsgüter) und in Dienstleistungen bestehen, oder er kann gesellschaftlicher

Art, d.h. auf die Erfüllung von Gemeinschaftsaufgaben ausgerichtet sein

(Gesundheitsfürsorge, Kultur, Bildung, innere und äußere Sicherheit durch öffentliche Verwaltungsbetriebe). Unternehmungen können öffentliche oder private Betriebe, Erwerbsbetriebe mit maximalem Gewinnstreben, Betriebe mit dem Grundsatz der Kostendeckung und reine Zuschussbetriebe aus Mitteln

öffentlicher Haushalte sein. Sie können in der Marktwirtschaft Gewinnerwirtschaftung betreiben oder in der Planwirtschaft das Ziel der Planerfüllung ansteuern. Betriebe, die nicht wirtschaftlich handeln, verschwenden private oder

öffentliche Mittel.

Der als Prinzip der Wirtschaftlichkeit bezeichnete Handlungsgrundsatz besagt, 4 mit einem gegebenen Aufwand an Produktionsfaktoren einen größtmöglichen Güterertrag zu erzielen (Maximalprinzip); 4 einen bestimmten

Güterertrag mit dem geringstmöglichen Einsatz an Produktionsfaktoren zu erwirtschaften (Minimalprinzip).

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Wertmäßig, d. h. in Geldwert ausgedrückt, bedeutet dies, 4 mit einem bestimmten Geldeinsatz einen größtmöglichen Erlös oder 4 einen bestimmten Erlös mit dem Einsatz geringstmöglicher Geldmittel zu erzielen.

2.2 Arbeitsmarkt

Aus einem Zustand mit einem Arbeitslosenheer von fast 1,6 Millionen im Jahre 1950 wurde in der Zeit des wirtschaftlichen Wiederaufbaus der

Bundesrepublik Deutschland bald ein Mangel an Arbeitskräften. Trotz der Millionen von Flüchtlingen und Vertriebenen war schon 1956 in der Bundesrepublik die Vollbeschäftigung annähernd erreicht. In den 60er Jahren verharrte die Arbeitslosenquote - mit Ausnahme der Jahre 1967 und 1968 - im

Durchschnitt bei unter einem Prozent. Während die Zahl der Arbeitslosen in der

Bundesrepublik Deutschland 1973 im Jahresdurchschnitt noch unter 300000 blieb, stieg sie im Jahre 1974 von Monat zu Monat an und überschritt im April 1975 die

Millionengrenze bei einer Gesamtzahl von über 21 Millionen abhängig Beschäftigten, unter denen seinerzeit über zwei Millionen Ausländer waren.

Nach einer vorübergehenden Besserung der Beschäftigungssituation Ende der 70er Jahre erfolgte ein weiterer Anstieg der Arbeitslosenziffer auf mehr als zwei Millionen, wobei neben wirtschaftlichen Ursachen der Eintritt geburtenstarker Jahrgänge in das Erwerbsleben zu berücksichtigen ist.

Die erneute starke Zunahme der Arbeitslosigkeit seit Anfang der 90er Jahre auf zunächst über drei Millionen Personen war insbesondere auf die vereinigungsbedingte Anpassung der Wirtschaft der ehemaligen DDR an westdeutsche marktwirtschaftliche Verhältnisse zurückzuführen. Die durch die Vereinigung ausgeloste Strukturkrise führte zur Stillegung des industriellen Kerns der ostdeutschen Wirtschaft. Das offene Ausmaß der dadurch hervorgerufenen hohen Arbeitslosigkeit konnte durch arbeitsmarktpolitische Maßnahmen, wie z. B. Vorruhestandsund Altersübergangsgeld, verringert werden. Die ungünstige Lage auf dem Arbeitsmarkt bei noch immer etwas über vier Millionen Arbeitslosen (Ende 1999) wird vor allem der andauernden Investitionsschwäche geschuldet.

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Voraussagen über die künftige Arbeitsmarktentwicklung lassen befürchten, dass es in naher Zukunft nicht zu einem nachhaltigen Abbau der Massenarbeitslosigkeit kommt, da die zu erwartende schwache konjunkturelle Erholung viele Unternehmen zu einer abwartenden Haltung bezüglich der

Einstellung von Personal veranlassen wird. Selbst bei einem stärkeren konjunkturellen Aufschwung werden die Unternehmen kaum zusätzliche Arbeitskräfte einstellen, da sie über erhebliche Produktivitätsreserven verfügen und diese zunächst ausschöpfen.

Zur Kennzeichnung von Unterbeschäftigung muss auch die Zahl der Kurzarbeiter berücksichtigt werden, wobei nach den gesetzlichen Vorschriften des

Arbeitsförderungsgsetzes die Minderung der tatsächlich geleisteten Arbeitszeit bei Kurzarbeit zwischen zehn und 90 Prozent der normalen Arbeitszeit schwanken kann.

Ein weiteres Kennzeichen von Unterbeschäftigung ist das Auftreten einer „Stillen Reserve". Dazu zählen erwerbsfähige und erwerbswillige Personen, die sich bei Arbeitslosigkeit nicht beim Arbeitsamt registrieren lassen oder bei ungünstiger Arbeitsmarktlage die Arbeitssuche aufgeben, aber bei besserer

Arbeitsmarktlage bzw. unter besonderen Arbeitsbedingungen (z. B. Teilzeitarbeit) wieder eine Arbeit aufnehmen würden. Hinzugerechnet werden ebenfalls

Personen, die sich in (vorübergehenden) arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen (Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen, Fortbildung und Umschulung usw.) befinden.

Statistisch wird diese Reserve ermittelt als Differenz zwischen dem geschätzten

Erwerbspersonenpotential einerseits und der Summe aus Erwerbstätigen und registrierten Arbeitslosen andererseits.

Nach Angaben des Instituts für Arbeitsmarktund Berufsforschung (IAB) der Bundesanstalt für Arbeit belief sich die Höhe der „Stillen Reserve" 1997 auf etwa 1,9 Millionen Personen in Westdeutschland und rund 0,8 Millionen Personen in Ostdeutschland. 1998 trat in Ostdeutschland keine nennenswerte Veränderung auf, während die „Stille Reserve" im Westen mit ca. 1,8 Millionen Menschen leicht zurückging.

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2.2.1 Bestimmungsfaktoren der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung

Die bisherigen Ausführungen haben Daten zur wirtschaftlichen Entwicklung in der Bundesrepublik Deutschland vermittelt und Problembereiche aufgezeigt. Es stellt sich nun die Frage nach den Ursachen gesamtwirtschaftlicher und struktureller Probleme. Konkret gefragt: Wie kommt es zu Arbeitslosigkeit, Geldwertschwund und schwankenden Wachstumsraten? Welche Faktoren bestimmen den Strukturwandel?

Über die Bestimmungsfaktoren der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, insbesondere damit von Krisenerscheinungen wie Arbeitslosigkeit, Inflation und Konjunkturschwankungen, gibt es eine Vielzahl unterschiedlicher Theorien. Die

Schwierigkeit einer allgemeinen Erklärung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung liegt darin, dass jede Krisenerscheinung besondere historische Ursachen hat und gesamtwirtschaftliche und strukturelle Gründe miteinander verbunden sind. Deshalb können hier nur einige Gesichtspunkte zur Erklärung der gesamtwirtschaftlichen Zusammenhänge in einem vereinfachten Grundmuster dargestellt werden.

2.2.2 Arbeitslosigkeit durch Nachfragemangel

In einem marktwirtschaftlichen System hängen die Höhe des Preises und der Absatz von Gütern und Dienstleistungen (und damit die Höhe der Produktion und der Beschäftigung) vom Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage auf den einzelnen Märkten ab. Störungen dieses Zusammenspiels, die sich in einer Verringerung der Beschäftigung, d.h. in Arbeitslosigkeit, niederschlagen, können demzufolge auf der Nachfrageseite wie auf der Angebotsseite auftreten. Eine genauere Analyse der Bestimmungsfaktoren der Nachfrageseite wie der

Angebotsseite liefert Anhaltspunkte für die Erklärung der Ursachen von Arbeitslosigkeit. Anschaulich können diese Bestimmungsfaktoren anhand eines

Schemas demonstriert werden, das mit der Gegenüberstellung von Nachfrage-und Angebotsseite arbeitet.

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