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Die_Kultur_des_XVII_Jhts.doc
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Die deutsche Kultur im XVII Jahrhundert.

I. Epochensetzungen

Das 17. Jahrhundert wird vom 1. Januar 1601 - 31. Dezember 1700 der Frühen Neuzeit zugerechnet. In Europa wurden ca. 22 Kriege geführt und die religiösen und dynastischen Spannungen erreichten im Dreißigjährigen Krieg ihren Höhepunkt. Der „Westfälische Friede“ hatte eine Glaubensspaltung zur Folge und die mittelalterliche Feudalordnung löste sich weiter auf. Die Nationalstaaten wurden souverän und die deutsche Kleinstaaterei nahm ihren Anfang. Die Renaissance wurde durch die Philosophie der Aufklärung fortgesetzt. Erfindungen und Entdeckungen durch Galilei, Newton, Descartes und Leibniz konnten Veränderungen bewirken und Soziale Gegensätze verschärften sich.

Im deutschen Sprachraum etablierte sich in der Kunst und Literaturgeschichte im 20. Jahrhundert eine Perspektive auf das Barock als Stilideal des 17. Jahrhunderts. Das Wort Barock hatte im 17. Jahrhundert keine Bedeutung. Das europäische Kommunikationsnetz und der intensive Kulturaustausch gestattete europaweit das Gefühl, im selben Jahrhundert zu leben. Ein charakteristisches Stilkennzeichen des Barocks ist die Tendenz, Grenzen zwischen einzelnen Kunstgattungen zu verwischen. Der Barockstil löst die auf Einheit und Ruhe hinzielende, klar gliedernde Kunst der Renaissance ab, indem er zwar deren Formelemente übernimmt, sie aber durch Häufigkeit und Übersteigerung solcher Formen und ein Streben nach Reichtum und Bewegtheit im Ausdruck zu übertreffen sucht..

Man strebte Kunstfertigkeit, Eleganz, Neuheit an – das siebzehnte Jahrhundert brachte im selben Streben keine Literatur- Kunst- oder Musikgeschichte auf. Es gab aus europäischer Sicht nur eine einzige Moderne, die sich bis 1650 in Orientierung an der Antike vom Mittelalter abgrenzte.

Man wahrt europäische Perspektiven in rückblickenden historischen Darstellungen in Anbetracht dieser Umstände präziser, wenn man Stilideale und Moden unter den Begrifflichkeiten der Zeit erfasst und ansonsten vom 17. Jahrhundert spricht. In der internationalen Forschung setzte sich als größerer Rahmen hierfür der Begriff der frühen Neuzeit durch, die vom Mittelalter bis in die französische Revolution reicht und damit den größeren Zeitraum 1500–1800 abdeckt, über den nun beliebig differenziert gesprochen werden kann – deutsch mit einem Interesse am Barock, von dem sich die Aufklärung abgrenzen kann oder internationaler mit Erörterungen von Entwicklungen, die sich in der Zeit bereits benennen ließen.

II. Wissenschaften

Auch wenn man das 17. und 18. Jahrhundert heute als die beiden Jahrhunderte sieht, in denen die Naturwissenschaften aufkamen – sie blieben bis in die zweite Hälfte des 18. Jahrhunderts hinein von geringem öffentlichen Interesse. Europas Universitäten bieten im 17. Jahrhundert das Studium in den vier Fakultäten Theologie, Jurisprudenz, Medizin und Philosophie. Letzteres Feld bleibt dem Grundstudium mit Angeboten von der Geschichte bis zur Poesie und zur Rhetorik vorbehalten.

Die Naturwissenschaften bleiben im 17. Jahrhundert Materie von elitären Gruppierungen, finanziert von einzelnen Fürsten, die Observatorien einrichten, sowie von reichen Privatleuten, die die Experimente „curieux“ finden. Eine gezieltere Forschung wird von der Royal Society betrieben, von der maßgebliche Impulse ausgehen, Wissen mit praktischer Nutzung zu verbinden. Sie gibt Anregungen, Reiseberichte zu sammeln, sie interessiert sich für Verbesserungen der Navigation und der Kartographie. Ihre Forschung bleibt jedoch einem elitären Gelehrtennetz vorbehalten. Die Universitäten Englands und Europa lassen vergleichbare Forschungen kaum zu.

Gleichwohl gewinnen die Universitäten im 17. Jahrhundert an Bedeutung. Auf dem Kontinent werden sie, nach 1648, Orte an denen Karrieren vergeben werden. Nachwuchs aus bürgerlichen Familien studiert in den modischen Universitäten Jenas, Halles und Leipzigs Ende des Jahrhunderts mit der Aussicht, von hier aus Positionen in Stadt und Staat oder Pfarreien zu erlangen.

Der Lehrbetrieb wurde in Deutschland bis auf Ausnahmen weiterhin auf Latein gehalten. Dennoch bereitet sich mit dem Aufstieg der Universitäten als Karrieregaranten die Entwicklung des späten 18. und frühen 19. Jahrhunderts vor, in der die Wissenschaften zu zentralen staatlichen und öffentlichen Institutionen werden. Das wird deutlich, sobald man auf das Pressewesen sieht, das die universitäre Buchproduktion umgibt: es schafft eine Öffentlichkeit, die im Lauf des 18. Jahrhunderts einen rasanten Aufstieg nimmt.

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