Добавил:
Опубликованный материал нарушает ваши авторские права? Сообщите нам.
Вуз: Предмет: Файл:

Seetouristik

.pdf
Скачиваний:
0
Добавлен:
06.09.2026
Размер:
1 Мб
Скачать
42
Unser Kapitän befahl mir: «Nehmen Sie drei Matrosen und den
Bootsmann und rudern Sie hinüber».
***
Bald standen wir an Deck des fremden Schiffes unser Boots-
mann,zwei Matrosen und ich.Ein Matrose blieb im Boot zurück.Niemand kam uns entgegen.Wir gingen hinunter und öffneten die Tür zur
Offizierskajute.Alles war in bester Ordnung.Dann begannen wir das ganze Schiff zu durchsuchen.Es war menschenleer.
«Bleiben Sie hier auf dem Schiff», sagte ich zum Bootsmann. «Ich
kehre mit einem Matrosen auf unser Schiff zurück und berichte alles dem Kapitän.In zwanzig Minuten bin ich mit einigen Matrosen wieder da».
Wir wollten schon ins Boot steigen,da bleiben wir aber wie angewur-
zelt stehen.Der Matrose, den wir im Boot zurückgelassen hatten,lag tot auf
der Bank.Sein Mund war weit offen, als ob er schreien woll­te.Wahrscheinlich hatte er etwas so Furchtbares gesehen,das er vor Schreck gestorben war.ььььььььььььььььььььььь,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,, Nachdem wir zu uns gekommen waren,stiegen wir nacheinander ins Boot. Niemand wollte auf der Brigantine bleiben.
***
Wir kehrten auf unser Schiff zurück und erzählten alles dem Kapi-
tän.Er befahl,unseren Dampfer so nahe wie möglich an die Brigantine her- anzubringen,und bald lagen beide Schiffe Bord an Bord.Der Kapitän und
ich bestiegen die Brigantine.
«Kommen Sie,wir wollen uns einmal das Schiffsbuch ansehen»,sagte
der Kapitän. «Vielleicht finden wir irgendeine Erklärung».
Das Schiffsbuch lag aufgeschlagen auf dem Tisch.Der letzte Satz war
nicht zu Ende geschrieben.
Wir begannen zu lesen.
«...Früh am Morgen sahen wir eine riesige Welle auf uns zukom­men.Wahrscheinlich hat es irgendwo in der Nähe ein Erdbeben auf dem Grunde des Ozeans gegeben». «...11 Uhr abends:Der Bootsmann meldet,dass ein Matrose verschwunden ist.Furchtbarer Sturm.Haushohe Wellen». «...Zwei Stunden später: Noch ein Matrose ist verschwunden.Wahrscheinlich in der Dunkelheit über Bord gefallen».
43
«...Am nächsten Tag: Während der zweiten Wache,am Vormittag,hörten wir einen Schrei, man meldet eben,dass der Koch verschwunden ist, die Mannschaft ist beunruhigt». «...Das Verschwinden der drei Matrosen bleibt ein Rätsel.Die Mannschaft droht,das Schiff zu verlassen.Bei so einem Wetter heisst das aber - in den Tod gehen.Lärm an Deck,Schreie.Ich fürchte,dass die Matrosen...» Weiter gab es nur Tintenflecke.
«Ich nehme das Schiffsbuch zu mir auf das Schiff",sagte der Kapi-
tän."Wenn unsere Leute diese Notizen zufällig sehen, laufen sie alle davon».
***
Ich blieb auf der Brigantine und ging auf die Kommandobrücke. Im­mer wieder dachte ich an die Notizen im Schiffsbuch,an das geheimnisvolle Verschwinden der Matrosen.Wie konnte man sich das alles erklären? Wäh-
rend ich so überlegte,blickte ich auf unseren Dampfer und erschrak so
sehr,dass mein Herz fast still stand.
Im Halbdunkel sah ich deutlich,wie sich ein grosser,formloser Schat-
ten über die Bordwand unseres Dampfers erhob und ebenso schnell wieder ver-
schwand.Gleichzeitig hörte ich einen Schrei.Eine Mi- nute später erschienen andere formlose Schat-
ten,riesige. Arme schwangen in der Luft. Jetzt wußte ich,was er war.Es waren die Fühler rie­sengrosser Kraken.Der letzte Sturm hatte sie wahrscheinlich aus den Tiefen des Ozeans ge­rissen,und die Wellen hatten sie an die Brigan­tine getrieben. Und jetzt über unserem Dampfer.
Auf meinen Schrei war die ganze Mannschaft gerannt.Ich hörte erschrockene Ausrufe, dann die Stimme des Kapitäns: «Bringt Fakkeln!» Es wurde hell an Deck des Dampfers,und ich konnte sehen,dass die
Kommandobrücke leer war der Oberoffizier war verschwunden!Wieder hörte man furchtbare Schreie- die Fühler hatten zwei Männer ergriffen und zogen sie zur Bordwand hin.
Bild 2 Mehrere Matrosen kamen ihren Kameraden zu Hilfe,sie hatten breite
Messer in den Händen.In der Tür des Maschinenraums erschien für einen
Augenblick das Gesicht unseres Mechanikers und verschwand sofort wieder.
44
«Feigling!» rief ich ihm nach.Mit einem Sprung war ich auf dem
Deck des Dampfers und eilte meinen Kameraden zu Hilfe.
Ich hörte einen Schrei und sah mich um.Ein riesiger Fuhier hatte un-
seren Bootsmann gepackt.Ich sprang zu ihm hin und schlug mit meinem
Messer den Fühler ab,aber im gleichen Augenblick schlang sich ein anderer Fühler um meinen Korper und druckte mir Brust und Arme zusammen.Der
Bootsmann befand sich in derselben Lage; wir waren beide hilflos und in
Todesgefahr.Die riesigen Fühler zogen uns immer näher zur Bordwand.Ich hielt uns schon für verloren.
In diesem Augenblick kam der Mechaniker mit seinem Gehilfen aus
dem Maschinenraum.Sie brachten einen langen Schlauch,und ich sah,wie
ein Strahl heissen Wassers den Kraken traf.Die Fühler zogen sich zu- rück,und ich war frei.Nun ergriff ich den zweiten Wasserschlauch.
Ströme von Dampf und heissemWasser hatten in einigen Minuten das
Deck von den Bestien betrieb.
Wir wachten die ganze Nacht mit den Wasserschlauchen in der
Hand,aber die Kraken kamen nicht wieder.
Die Brigantine brachten wir glücklich in den nächsten Hafen.
Beschreiben Sie das Bild 2.Annotieren Sie den Text.
Lesen Sie den Text mit Hilfe des Wörterbuches und erzählen Sie ihn nach. Gebrauchen Sie die Wörter und Ausdrücke, die zum Thema «Seereise» gehören.
Schiffsreise
Es war ein purer Zufall, dass wir nicht schon aus der Wohnung ge­gangen waren, als ein Anruf kam, derselbe vermutlich, den ich vor einer Stunde zwar gehört, aber nicht hatte abnehmen können, ein immerhin ent-
scheidender Anruf: Mein Schiffsplatz nach Europa könne nur gebucht wer- den, wenn ich sofort, spätestens bis zweiundzwanzig Uhr, mit meinem Pass vorbeikomme. Hätte mich jener Anruf nicht mehr erreicht, das heißt, meine Schiffsreise wäre nicht zu Stande gekommen, jedenfalls mit dem Schiff, das
Sabeth benutzte, und wir waaren einander nie auf der Welt begegnet, meine Tochter und ich ...
Eine Stunde später saß ich in einer Bar, meine Schiffskarte in der Tasche, vergnügt, nachdem ich unser Schiff gesehen hatte. Meine erste Schifffahrt! Ich trank ein Bier und aß einen Hamburger. Ich freute mich
45
aufs Leben wie ein Jüngling, wie schon lange nicht mehr. Leider musste ich zurück, ich musste packen.
9.30 Uhr musste ich an Bord sein. Ivy begleitete mich sogar aufs Schiff. Wir standen auf Deck. Ich dankte ihr, als es tutete und der Lautspre­cher immer wieder die Begleiter aufforderte, das Schiff zu war die letzte,
die über die Brücke an Land ging. Ich winkte. Ivy winkte auch.
Es war kurz nach der Ausfahrt, als ich das Mädchen mit dem blon-
den Rossschwanz zum ersten Mal erblickte, man musste sich im Speisesaal versammeln, um anzustehen wegen Tischkarten. Es war mir eigentlich un­wichtig, wer an meinem Tisch sitzt, immerhin hoffte ich auf Männertisch, gleichviel welcher Sprache. Aber von Wählen war keine Spur! Wir warte­ten, eine ganze Schlange von Passagieren vor mir: ein junges Mädchen, ihr Gesicht konnte ich nicht sehen, nur ihren blonden Rossschwanz. Als der
Steward einen Spaß machte, zuckte sie nur die Achsel; ob erster oder zwei- ter Service, war ihr gleichgültig. Sie kam in den ersten; ich in den zweiten.
Ich brachte meinen Koffer in die Kabine hinunter, wo ich zum ersten Mal
meinen Mitschläfer sah, einen jungen und starken Mann. Er hatte, als ich in die Kabine trat, auf dem oberen Bett gesessen, gemäß Ticket. Ich ließ ihm
das untere Bett. Es war uns beiden wohler, glaube ich, als er auf dem unte­rem saß, um seine Siebensachen auszupacken.
Später wieder auf Deck. Es gab nichts zu sehen, Wasser ringsum, ich stand und genoss es  statt dass ich mich um einen Decksessel kümmer- te. Ich wusste das alles noch nicht.
Wie man fünf Tage auf einem solchen Schiff verbringt, konnte ich
mir nicht vorstellen, ich ging hin und her, Hände in den Hosentaschen. Ich wunderte mich, woher die andern Passagiere ihre Sessel hatten. Jeder Sessel mit Namen versehen. Als ich den Steward fragte, gab es keine Decksessel
mehr. Sabeth (das Mädchen hieß Sabeth) spielte Pingpong. Sie spielte mit einem jungen Herrn. Ich stand bei dem großen Fenster des Promenaden- decks und sah zu. Das Mädchen sah mich gar nicht. Ich ging weiter auf
Deck wurde es kalt, sogar nass und der Steward klappte die Sessel zusam­men. Man hörte die Wellen viel lauter als zuvor.
Es gongte zum Ersten Service. Der erste Nachmittag war überstanden.
Was ändert es, dass ich meine Ahnungslosigkeit beweise. Ich war nicht verliebt in das Mädchen mit dem blonden Rossschwanz. Ich konnte
nicht ahnen, dass sie meine eigene Tochter ist, ich wusste ja nicht einmal,
dass ich Vater bin. Es war ein unwahrscheinlicher Zufall, dass wir über- haupt ins Gespräch kamen, meine Tochter und ich. Schon am Abend spiel-
46
ten wir Pingpong. Aber es fehlte mir die Übung. Und es langweilte sie alles,
was ich sagte.
Vor dem Schlafengehen machte ich jedes Mal, um Luft zu schnap-
pen, eine Runde um sämtliche Decks. Allein. Traf ich sie im Dunkeln zufällig Arm in Arm mit ihrem Pingpong-Freund, so tat sie, als hätte sie
mich nicht gesehen.
Am anderen Morgen, als ich allein an der Reling stand, trat sie zu mir und fragte, wo denn mein Nachbar sei. Sie meinte, ich fühle mich ein­sam, und wollte nett sein, gab's nicht auf, bis sie mich zum Plaudern brachte über Navigation, Radar, Elektrizität, Entropie, wovon sie noch nie gehört hat. Sie war alles andere als dumm. Sie gefiel mir, aber ich flirtete in keiner Weise.
Ein wenig, glaube ich, möchte sie mich doch; jedenfalls nickte sie,
wenn sie mich auf Deck sah. Sie lag in ihrem Decksessel und nahm sofort das Buch, aber winkte «Hallo, Mister Faber!»
Ich ließ sie oft in Ruhe. Eigentlich hatte ich arbeiten sollen, aber ich konnte nicht arbeiten. So eine Schiffsreise ist ein komischer Zustand. Fünf
Tage ohne Wagen! Ich wanderte halbe Tage lang. Ich bin in zehn Jahren nicht so viel gegangen wie auf diesem Schiff! Ich hatte Zeit wie noch nie
und kam nicht einmal dazu, die tägliche Bordzeitung zu lesen. Eines Mor- gens äußerte Sabeth den Wunsch, einmal den Maschinenraum zu besichti-
gen und zwar mit mir. Sie wunderte sich wieso ich keinen Decksessel habe, und bot mir sofort ihren Decksessel an. Seither saß ich öfter in ihrem Ses­sel. Einmal war Sabeth seekrank. Zum Glück war ich dabei.
Ich dachte in diesen Tagen wieder öfter an Hanna. Ich sagte mir, dass mich wahrscheinlich jedes Mädchen irgendwie an Hanna erinnern würde. Was heißt schon Ähnlichkeit? Hanna war schwarz, Sabeth blond
und ich fand es an den Haaren gezogen, die beiden zu vergleichen. Ich
rechnete mir aus, wie alt jetzt Hanna wäre, ob sie schon weiße Haare hätte.
Zwanzig Jahre sind eine Zeit. Wieso vermuten, dass irgendein Mädchen eine Tochter von Hanna ist. Einmal filmte ich sie. Als sie es entdeckte, streckte sie die Zunge heraus; ich filmte sie mit der gestreckten Zunge, bis sie zornig, ohne Spaß, mich fragte: «Mister Faber, Sie beobachten mich die ganze Zeit, ich mag das nicht! Was wollen Sie überhaupt von mir?» Ich war ihr nicht sympathisch. Ich fand sie schön.
Unsere Reise ging zu Ende. An diesem Abend standen wir allein auf Deck und ich fragte, ob sie mich denn heiraten würde. Sabeth errötete. Ob ich das ernst meine? Warum nicht? Mein Leben lag in ihrer Hand. Un­ser Schiff lag mindestens eine Stunde vor Anker. Als Sabeth mich fragte,
47
ob ich es wirklich im Ernst meine, küsste ich sie auf die Stirn, dann auf ihre
abfahren (u, a) vi (s)
отъезжать, отправляться, отплывать
abwärts вниз по реке (по течению) Anlegestelle, die-,-n причал ansagen vt объявлять, оповещать,
извещать (по радио)
Atmung, die- дыхание aufwärts вверх по реке (по тече-
нию) Dienstabteil, das -s, -e служебное купе Durchsage, die-,-n объявление по радио
durchsagen vt объявлять(по радио) Einreisevisum, das -s, -s (Visen) въездная виза
Elektrokarren, der -s,- электро- кар, багажная тележка Fahrkartenschalterraum, der –
(e)s, ~räume кассовый зал (для продажи билетов) Fahrplan, der -(e)s, ~pläne распи- сание поездов
Geländer, das, -s,- перила Gepäckablage, die -, -n багажная полка glasüberdacht со стеклянной
крышей heraussuchen vt отыскивать Hinfahrt, die -,-en поездка (в на- правлении к цели) umsteigen (stieg um, umgestie­gen) vi (s) делать пересадку Visum, das-s, Visa (Visen) виза
kalten und zitternden Augenlider, zu sagen gab es nichts, es war unmöglich.
Anderntags Ankunft in Le Havre. Es regnete und ich stand auf dem
Oberdeck, als das Mädchen mit dem blonden Rossschwanz über die Brücke ging, Gepäck in beiden Händen, weswegen sie nicht winken konnte. Sie sah mein Winken, glaube ich. Später beim Zoll, als ich meinen Koffer aufma- chen musste, sah ich sie noch einmal, sie nickte auch und lächelte, dann verschwand sie im Gedränge - Unser Kind! Aber das konnte ich damals
nicht wissen. Ich hatte sie gern. Nur so viel wusste ich.
(Nach M. Frisch)
Vokabeln zum Text «Schiffsreise»
Erzählen Sie über den kleinen Münchhausen nach.
48
DIE ERSTE REISE VON MÜNCHHAUSEN
Die erste Reise in meinem Leben war eine Schiffsreise. Schon als Kind war
es mein größter Wunsch, in alle Länder zu
reisen. Mein Vater hatte selbst viele Rei­sen gemacht. An langen und dunklen Winternachten hatte er uns oft von seinen
Abenteuern erzählt. So kann man verste- hen, daß ich große Lust zum Reisen be-
kam. Ich wollte die Welt sehen. Ich bat meinen Vater um Erlaubnis, mich reisen zu lassen. Doch vergebens! Ich bekam
nicht die Erlaubnis. Meine Mutter ließ
mich auch nicht.
Aber eines Tages besuchte uns der Bruder meiner Mutter. Er wollte mir helfen und mit meinen Eitern sprechen. Seine Worte hatten Erfolg. Zu meiner großen Freude gab der Vater die Erlaub­nis, mit dem Onkel nach Ceylon zu reisen. Wir fuhren mit dem Schiff von Ams­terdam ab.
Uberzetzen Sie den Text mit Hilfe eines Wörterbuches nach.
Ihr 1000. Schiff in vier Jahren Dienst
Kleines Jubiläum einer Agentur/ Malzumschlag, Linienschiffe und Kreuzfahrer.
Größere Massengutfrachter gehören zum Alltagsbild des Rostocker Überseehafens. Gestern machte der unter Liberia-Flagge und mit indischer
Besatzung fahrende 36 559-BRZ-Frachter RIALTO in Rostock fest. Der 225 m
lange und 70 000 tdw tragende Bulker lädt am Getreideterminal 50 000t Weizen für den Iran, erfahren wir von Volker Siegmund, Schiffsmaklerei AG.
49
Getreide wird heute vornehmlich exportiert. Die 2000 t Malz, die seit gestern im Stadthafen aus dem Silo der Getreide AG über Trans­portbänder in die Ladeluken
der 2460 BRZ großen OMSKIY 143 aus Rußland
rollen, stammen aus einer
Erfurter Mälzerei und sind für eine Brauerei im Raum
St. Petersburg bestimmt. 70
Tonnen je Stunde können über die alte, aber kontinuierlich arbeitende An­lage im Stadthafen umgeschlagen werden.
Diese Maklerei ist seit dem 1. Juni 1995 auf dem Rostocker Markt in Zusammenarbeit mit einem Partner aus Hamburg, der hier auch die Befrachtung macht, erklärt Hans-Herbert Greinert.
Im Fischereihafen löschen mit der OLSHANA und der OLSHERELLE zwei «Atlantik 333» ihren Rotbarschtang (drei weitere
Schiffe sind avisiert) und unterbrechen auf Anweisung des Eigentümers aus
Pionerskij ihren Fangeinsatz am Reykjanes-Rücken. Ein Umdisponieren auf Heilbutt sei denkbar, erklärte Rolf Rühlke vom Joint-venture Piro-Fisch, dem Charterer der Schifte.
Nun zu drei im Hafenbericht regelmäßig wiederkehrenden Schiffen. Am Sonntagabend machte die FINNMASTER am Liegeplatz 63 des Über- seehafens fest. Das 11 839 BRZ große Schiff aus dem Poseidon-
Finncarriers-Pool steht im Liniendienst zwischen Kotka (Finnland) und
Rostock. Es bringt zum Großteil Forstprodukte und lädt im Export Holz.
Als Linienmakler bedient das Frachtcontor junge auch die ebenfalls zur Finnlines-Gruppe gehörende 24 727 BRZ große TRANSLUBECA. Sie be­dient die Relation Rostock Lübeck Helsinki Rauma Gdynia Ros­tock. Die nächste Abfahrt ist für den 2. Juli avisiert. Als dritten Liniendienst nennt uns Dietmar Velke den Norwegen Dienst, der 14tägig mit MS
AKERSHUS Häfen Westnorwegens mit Rostock verbindet. Ein Schiff mit
Seitenpforten, das flexibel die Beladung von 700 t in zweieinhalb Stunden ermöglicht.
50
Lesen Sie den folgenden Text .
EIN MEER OHNE UFER
Es gibt ein solches Meer, und zwar im At­lantischen Ozean. Seine Ufer sind Meeresströmun­gen. Es ist das Sargassomeer. Schon im Mittelalter bekam es diesen Namen von portugiesischen Seeleu­ten. Sargasso bedeutet auf portugiesisch «flacher Weinstock». Dieser Teil des Ozeans ist reich be­deckt mit dunkelbraunen Wasserpflanzen, die sich mit Hilfe von Schwimmbläschen, die Weintrauben ähneln, an der Oberfläche halten. Die starke Was­serpflanzendecke behindert die Schiffahrt.
Das Wasser ist in diesem Meer ungewöhn- lich warm und blau, es gibt keine stetigen Strömungen und fast keine Be-
wegung. Hier kann man grosse Meeresschildkröten, viele Delphine und fliegende Fische sehen. Mit kleinen durchsichtigen Fäden sind an den Waserpflanzen winzige Schnecken befestigt. Über den Boden kriechen gelb­braune Kraken und Krabben, eilen Meeresspinnen, flimmern schnelle Makrelen und bewegen sich Krebse.
In diesem Meer leben winzige durchsichtige Fische wie aus Plexiglas. Vorher dachte man ,dass es eine besondere Art von Fischen sei. Aber die Gelehrten stellten fest,dass dieses Spie-
gelfischlein die Larve unseres Flusßaales ist.Einmal im Jahr kommen aus den fernen Flüssen
Europas und Amerikas die ausgewachsenen Aale, laichen in einer Tiefe von 400 m und sterben dann. Aus dem Laich entwickeln sich die Spiegelaale, und diese begeben sich ebenfalls auf die lange Reise. Unterwegs wachsen sie heran, verwandeln sich in richtige Aale, schwimmen durch
die Meere zu den Flussmündungen, aus denen ihre Eltern kamen und leben dort etliche Jahre.
Die Tiefe des Sargassommeeres beträgt 2000 bis 6000 m. Die Strömungen, die es umgehen, bewegen sich in Uhrzeigerrichtung-im südlichen Teil zum Westen und im westlichen Teil nach Norden zum Golfstrom. Im Norden fliesst die europäische nordatlantische Strömung und im Osten fliesst die kanadische Strömung nach Süden.
Können Sie den Namen des Meeres nennen? Wo befindet sich diese Meer?