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Idee (f.) des Werkes

ist die Einheit aller Seiten seines Inhalts, der Thematik, der Problematik und der geistig-emotionalen Wertung der gestalteten Wirklichkeit.

Idylle (f)

ein literarisches Genrebild, das einfache, friedliche, naturhaftre Verhältnisse schildert. Als Beispiel können Eduard Mörikes „Alter Turmhahn“ und „Idylle vom Bodensee“ angeführt werden.

Impressionismus (m)

Der Begriff kommt aus der französischen Freilichtmalerei des 19. Jahrhunderts. Um 1890 –1910 wurde diese Stilrichtung in die Dichtkunst übertragen. Man strebte nach der getreuen Wiedergabe subjektiv-sinnlicher Eindrücke, Stimmungen, Augenblicksbewegungen. Nuancen, Halbtöne, Schattierungen erreichte man durch Vollendung und Verfeinerung der sprachlichen Möglichkeiten: Lautmalerei, Synästhesie, fein unterscheidende Beiwörter, Parataxe (Beiordnung) als Nebeneinander der Einzelkomponenten, Verunklärung, erlebte Rede.

Inhalt und Form eines Kunstwerkes

Unter den Kunsttheoretikern gibt es keine einheitliche Auffassung von der Einheit und Wechselwirkung von Inhalt und Form. Trotzdem sind die meisten der Ansicht, dass Inhalt und Form wechselseitig bedingende Begriffe sind. In Werken der geistigen Kultur, besonders in der Kunst ist die Form eine Funktion des in ihr ausgedrückten Inhalts. Je vollkommener ein Werk ist, desto weniger sind die Elemente der Form austauschbar. Über die Einheit von Inhalt und Form schrieb seinerzeit Hegel viel und sehr überzeugend. Nach ihm sind Inhalt und Form literarischer Werke eine Einheit von Gegensätzen. Doch in dieser Einheit hat der Inhalt das Primat, er durchdringt die ihn realisierende Form und beseelt sie.

Innerer Monolog (m.)

ist die Wiedergabe der in Wirklichkeit nicht ausgesprochenen Gedanken der Figur in der direkten Ich-Form.

Intertextualität (f)

ist ein Begriff der postmodernen Textologie. Er (der Begriff) artikuliert das Zusammenwirken des Textes mit dem semiotischen Kulturbereich. Der Begriff wurde von J. Kristewa 1967 eingeführt. R. Barth meinte zu der Intertextualität, dass „ die Grundlage des Textes sein Herausgehen in andere Texte, andere Zeichen ist“. Im Schreib- und Leseprozess ist der Text „ eine Realisierung von vielen anderen unendlichen, verlorenen Texten, Coden“.

Postmodernes Denken ist „Zitatendenken“, und postmoderne Texte sind „Zitatenliteratur“. Der Text stellt ein Mosaik aus Zitaten mit einem systematischen Effekt dar. Der Text entsteht aus „anonymen, flüchtigen und schon gelesenen Zitaten – aus Zitaten ohne Anführungszeichen“ (R. Barth) (прямое и скрытое цитирование).

Intrige (f)

Mit dem Begriff bezeichnet man Ränke, Machenschaften, Verwicklungen und Vertauschungen als absichtliche oder zufällige Komplikationen in einem literarischen (meist dramatischen) Werk.

Inversion (f)

ist ein rhythmisch-stilistisches Mittel und bedeutet die Umstellung der regelmäßigen Wortfolge. Durch die Setzung des Wortes an eine ungewohnte Stelle wird stets etwas hervorgehoben.

Ironie (f.)

Bei der Ironie erfolgt eine Identifikation von Erscheinungen nicht aufgrund ihrer unmittelbaren Beziehung oder Ähnlichkeit, sondern aufgrund ihres Kontrastes. Das Wort wurde bereits zur Bezeichnung einer spöttischen Einstellung zum Leben verwendet. Aber ironische Lebenseinstellung lässt sich nicht nur mit Hilfe von Kontrastwörtern formulieren, sondern nur durch die Intonation der Rede. Deshalb darf der ironische Inhalt einer Äußerung nicht mit der sprachlichen Form der Ironie verwechselt werden.

Jambus (m.)

ist ein zweisilbiges Versmetrum. Zuerst kommt im Versfuß eine unbetonte und dann eine betonte Silbe.

Jargon (m.)

ist ein sprachliches Mittel der sozialen Charakteristik: Berufs-, Standes- und Verbrecherlexik.

Jugendstil (m)

war eine Richtung in der bildenden Kunst (Innenarchitektur) und Literatur um 1900 (einfache Formen, Naturmotive).

Junges Deutschland

war eine literarische Bewegung in Deutschland in den Jahren 1830 – 50. Diese Richtung zeichnete sich durch die Ablehnung des absolutistischen Staates, der orthodoxen Kirche, moralischer und gesetzlicher Konventionen aus. Ihre künstlerische Methode wird in einigen deutschen Literaturgeschichten als politischer Realismus bezeichnet. Sie war einer der drei Flügel der oppositionellen Literatur des Vormärz.

Kadenz (f.) (auch das Versende - dt., russisch – клаузула)

nennt man die metrische Form des Versausgangs (männlich -betont oder weiblich - unbetont).

Katharsis (f.)

ist eine ästhetische antike Kategorie. Sie bedeutet geistige Reinigung durch das Mitfühlen und Miterleben einer Tragödie.

Kehrreim (m.)

oder Refrain in strophischer Dichtung. Mit dem Wort bezeichnet man regelmäßig wiederholte Laute, Worte, Wortgruppen oder Sätze. (Sieh: Refrain)

Kitsch (m.)

ist eine leichtverkäufliche, dem breiten Geschmack angepasste (geschmacklose) Kunst.

Klangmalerei (f.), Lautmalerei

nennt man die Wiedergabe von Gehörseindrücken durch sprachliche Bildungen (Wort und Satz). Zum Beispiel : „Da pispert’s und knistert’s und flistert’s und schwirrt“ (Goethe)

Klassizismus (m.)

eine auf den Prinzipien des Rationalismus beruhende Kunst- und Literaturrichtung des 17. und zum Teil des 18. Jahrhunderts, die dem Barock und später dem Rokoko gegenüberstand. Bedeutendste Vertreter dieser Richtung waren Malherbe und Boileau als Theoretiker und Corneille, Racine und Moliere als Dramatiker. Frankreich war im 17. Jahrhundert die Wiege des Klassizismus. In Deutschland bekannte sich zum Klassizismus Gottsched.

Klimax (f.) (russisch – градация)

nennt man die emotionell steigende Aufzählung.

Klingender Reim (m.)

nennt man die weibliche Kadenz.

Knittelvers (m.)

ist der vier Betonungen enthaltende Vers des 16. Jahrhunderts mit unregelmüßigen Versfüßen.

Kolportageroman (m.)

literarische Krämerware erzählenden Charakters; billiger, minderwertiger, unrealistischer Roman mit groben äußeren Effekten und Sensationen.

Komik (f.)

ist die Weise des Welterlebens, die der Tragik entgegengesetzt ist. Man beobachtet eine zum Lachen reizende harmlose Ungereimtheit. Sie beruht auf dem lächerlichen Missverständnis von erstrebtem, erhabenem Schein und wirklichem niedrigem Sein von Personen, Gegenständen, Worten, Ereignissen und Situationen.

Komödie (f.)

ist ein Synonym zum „Lustspiel“. Komödie ist ein dramatisches Genre.

Komposition (f.)

ist der Strukturaspekt, der Aufbau, die sinnvolle Anordnung der Teile eines Kunstwerks.

Konflikt (m.)

Den Konflikt bezeichnet man auch als „Kollision“ (Hegel). Konflikt bedeutet Zusammenstoß größerer gesellschaftlicher Kräfte, der die Figuren zu bestimmten Handlungen oder Entscheidungen bewegt.

Kontrast (m.)

ist ein Prinzip der Psychologisierung der Figuren (Die Psychologisierung ist ein kompositorisches Verfahren.): Freude – Trauer, Hoffnung – Verzweiflung usw.

Kriminalroman (m.)

ein Roman, in dessen Mittelpunkt ein Verbrechen steht.

Kritik (f.)

Unter literarischer Kritik versteht man die Beurteilung von Dichtungen im Gegensatz zur referierenden Literaturwissenschaft und Regel setzenden früheren Poetik. Kritik spielt die Rolle des Vermittlers zwischen Literatur und Publikum.

Kulmination (f.) der Handlung (f.)

ist ein Moment der äußersten Spannung und der höchsten Verschärfung der Widersprüche im Leben der Helden eines literarischen Werkes. Sie geht in der Regel der Lösung der Handlung , und ihr selbst gehen in der Sujetstruktur deren Verwicklung und Entwicklung voraus.. Das Sujet kann auch andere Bestandteile aufweisen: Exposition, Vorgeschichte, Nachgeschichte, Prolog und Epilog.

Kurzgeschichte (f.)

ist ein kleines episches Genre. Sie entstand aus „short story“ (amerik.). In Europa versteht man darunter eine Sonderform. Sie ist eine kurze epische Zwischenform von Novelle, Skizze und Anekdote. Ihre Komposition ist zielstrebig, hart und bewusst und richtet sich auf die unausweichliche Lösung hin (vom Schluss her geschrieben), die auf Erschütterung abzielt oder einen Lebensbruch bringt. In der Kurzgeschichte beobachtet man die Zusammendrängung des Geschehens, eine realistische Tatsachenwiedergabe oder ein impressionistisches Stimmungsbild.

Kurzvers, -zeile

ist ein Vers von durchschnittlich acht Silben mit vier (und weniger) Hebungen.

Langvers, -zeile (mehr als vier Hebungen)

ist meist ein Vers, der aus zwei unselbständigen Kurzversen besteht. Langvers ist eine syntaktische und inhaltliche Einheit der germanischen Stabreimdichtung. Die Strophenform zeichnet sich durch den Endreim (Nibelungenstrophe) aus.

L‘art pour l‘art (die „reine“ Kunst, die Kunst um der Kunst willen), das ist die Bezeichnung für eine zweckfreie Kunst (als Selbstzweck).

Legende (f.)

ist ein episches Genre. Darin geht es um das Leben der Heiligen. Sie ist eine kurze, unverbürgte, absichtsvoll zubereitete Wundererzählung.

Lehrdichtung, -gedicht

ist eine künstlerische Form lehrhaften Charakters.

Leich (m.)

ist die älteste Form des deutschen geistlichen Volksliedes.

Leitmotiv (n.)

ist eine Abart der Wiederholung: Ein Ausdruck bzw. ein Satz wiederholt sich mehrmals in einem mehr oder weniger umfangreichen Kontext.

Lesedrama (n.)

Drama, das sich mehr zum Lesen als zum Aufführen auf der Bühne eignet.

Lied (n.)

ist ein lyrisches Genre, die verbreitetste Sonderform der Lyrik. Die Form zeichnet sich durch einfache strophische Gliederung mit Reimbindung aus. Seine Musikalität ermuntert zum Singen. Daher wurden viele Liedtexte von Komponisten vertont. Thematisch waren die Lieder verschieden: Volkslieder; Liebes-, Tanz-, Wander-, Trinklieder; Arbeiter-, Kampf-, Revolutions-, Streiklieder u.a. In der Epik z.B. ist es als Heldenlied bekannt.

Litanei

ist ein kirchlicher Bittgesang.

Literatur

wird als Buchstabenschrift übersetzt.

1. Fachausdruck für die auf einem bestimmten Forschungsgebiet erschienen wissenschaftlichen Veröffentlichungen;

2. die Gesamtheit der schriftstellerischen Produktion einer bestimmten Epoche, einer bestimmten Nation oder der Welt (Weltliteratur);

3. die „schöne“ Literatur als Arbeitsbereich der Literaturwissenschaft.

Literatursoziologie

ist Literaturwissenschaft, die sich mit Wechselbeziehungen zwischen Dichtung und Gesellschaft im weitesten Sinne (Mäzenatentum, Geschmack, Publikum, Gesellschaftsdichtung, politische Dichtung) befasst.

Literaturwissenschaft

ist eine gesamte systematische Wissenschaft von der Literatur, ihren möglichen Betrachtungsarten und Methoden zur Erschließung der Sprachkunstwerke.

Litotes (f.)

ist eine rhetorische Figur: verstärkte Hervorhebung eines Begriffs durch Verneinung des Gegenteils (z.B. nicht übel).

Litotes ist eine Abart der Periphrase.

Lyrik (f.)

ist eine der drei Hauptgattungen der Literatur (Lyrik, Epik, Dramatik). Lyrik kann beschreibend, erzählend und selbstdarstellend sein. Die beschreibende Lyrik gestaltet Dinge, die den Menschen umgeben, Züge der Außenwelt und das innere Antlitz des Menschen sowie Bilder der Natur. Ein erzählendes Gedicht gleicht einer kurzen Erzählung über bestimmte Tatsachen und Ereignisse, die nicht detailliert dargestellt, sondern lediglich umrissen werden. In vielen Gedichten bilden die Äußerung von Gefühlen und Gedanken sowie das Beschreiben und Erzählen eine unlösliche Einheit.

Madrigal (n)

Ursprünglich war es ein Schäfergedicht, Hirtenlied. Im 14. Jahrhundert war es ein italienisches Kunstlied ohne feste strophische Form. Seit dem 16. Jahrhundert war es ein mehrstimmiges, durchkomponiertes Lied in drei Terzetten und zwei Verspaaren, mit oder ohne Musikbegleitung. Dann wurde es satirisch-epigrammatische, philosophische Betrachtung mit witzigem Schlussvers.

Madrigalon (n.)

Madrigal mit mehr als 15 Zeilen.

Magischer Realismus

ist eine Form des Modernismus, die konkrete Erscheinungen, Bilder und Figuren der Wirklichkeit als Chiffren (Beschwörungen) eines geheimen Sinnes, als Symbole des Elementaren auffasst. Er (M. R.) lässt den realistisch hergestellten Befund ins Innere zu einer seltsamen metaphysischen Transparenz umschlagen.

Märchen (n.)

ist ein kleines bzw. mittleres episches Genre. Man unterscheidet Volksmärchen und Kunstmärchen. Das Volksmärchen ist ein anonymes Erzählkunstwerk der Volksdichtung. Mit Hilfe der Phantasie wird darin dem Lauf der Dinge eine wunderbare Wendung gegeben, die dem Gerechtigkeitsempfinden des Volkes entspricht. Es ist immer von optimistischer Zuversicht erfüllt. Das Kunstmärchen ist im Vergleich zum Volksmärchen das Werk eines namentlich bekannten Autors, der aus dem reichen Born der Folklore schöpft und im Geiste des Volkes dichtet.

Die bekanntesten Verfasser von Kunstmärchen sind Wilhelm Hauff und Hans-Christian Andersen.

Metapher (f.)

ist eine rhetorische Figur, ein bildlicher Ausdruck für einen Gegenstand (oft zur Verlebendigung oder Veranschaulichung

von abstrakten Begriffen). Metapher ist eine Übertragung aufgrund äußerer oder innerer Ähnlichkeit.

Metonymie (f.)

bedeutet wörtlich „Umbenennung“. Es gibt verschiedene Abarten der Metonymie: des Ortes( die ganze Stadt lachte über ihn), der Zeit (das Jahrhundert fordert von uns), der Mittel ,Werkzeuge und Organe (er hat ein feines Ohr, ein sicheres Auge), der Zugehörigkeit (er kennt den ganzen Goethe auswendig), des Stoffes ( ich habe früher von Gold gegessen). Die Metonymie als pars pro toto wird Synekdoche genannt ( mein Fuß tritt nicht mehr über deine Schwelle; der Deutsche würde diesen russischen Witz nicht verstehen; wir haben viele Romanschriftsteller, aber keinen Tolstoi)

Metrik (f.)

Griechisch: Lehre vom „Maß“ der Silben im Vers. Heute bedeutet der Begriff die Verslehre, die Lehre von der Bindung der dichterischen Rede. Zu ihr gehören:

1. die Gliederung der Verszeilen: Hebungen und Senkungen, Versfüße oder Takte;

2. die Gliederung mehrerer Verszeilen: Reim, Strophe und Gedichtformen.

Metrum (n.)

ist das Versmaß

Minnesang (m.)

ist ritterlich-höfische Lyrik des Hochmittelalters. Die Minne ist nicht gleichzusetzen mit Liebe. Sie unterscheidet sich vom Liebeserlebnis im Volkslied.

Walter von der Vogelweide war der größte Minnesänger Deutschlands.

Mirakel (n.)

ist die Bezeichnung für das geistliche Drama des Mittelalters und der Folgezeit.

Modernismus, Postmodernismus (m)

Der Ernst des Modernismus wird durch die Renaissance des antiken Mottos „den Sachen umgekehrte Namen zu geben“ von dem Postmodernismus abgelöst. Der Postmodernismus akzeptiert das Vergangene: „Wenn man es nicht zerstören kann, weil wir dann zum Schweigen gezwungen werden, so muss man das Vergangene noch einmal betrachten – ironisch und ohne jede Naivität“ (U. Eco).

Monolog (m.)

im Drama das Gespräch des Helden mit sich selbst; meist Darlegung des eigenen Standpunktes in entscheidenden Situationen; im neueren Drama meist vermieden.

Montage (f.)

ist ein Begriff aus der Filmkunst. Darunter versteht man ein kompositorisches Verfahren der Anreihung von Szenen (ohne die sichtbare Verbundenheit).

Der Begriff wurde auch auf Literatur übertragen. Die Montagekomposition gestattet dem Schriftsteller, tiefe, unmittelbar nichtsichtbare Verbindungen zwischen den Lebenserscheinungen, Ereignissen und Fakten herzustellen.

Motiv (n.)

bedeutet in der Psychologie „Beweggrund“. In der Dichtkunst versteht man darunter erstens einen Beweggrund des Dichters für das Aufgreifen eines bestimmten Stoffes, zweitens eine strukturelle Einheit als typische, konfliktgeladene Situation, die sich in verschiedenen Epochen unter unterschiedlichen Umständen wiederholt. Es gibt sehr viele Definitionen dieses Begriffs, die sich widersprechen können. Manche Literaturästhetiker verstehen unter Motiv die kleinste sinneinheit im Text.

Motivierung (f.)

die glaubwürdige , überzeugende, logisch-kausale Verknüpfung der einzelnen Handlungsstränge einer dramatischen oder epischen Dichtung zu einem Geschehnisganzen; die Begründung des Handlungsablaufs aus inneren Antrieben und äußeren Geschehnissen.

Motto (n.)

ist einer Schrift vorangestellter Sinnspruch, der Stimmung und Inhalt des Folgenden andeutet.

Mythos, Mythus (m.), Mythe (f.)

ist eine Erzählung von Göttern, Dämonen und Helden, Ereignissen der Ur- und Vorzeit als symbolische Verdichtung der allgemeinen Urerlebnisse zu religiöser Weltdeutung in der Frühzeit aller Völker. Heute versteht man darunter auch noch die Weltsicht des Autors (in seinem Werk schafft er einen Mythos von der Welt), seine Konzeption des Lebens, der Realität.

Nachahmung (f.)

hat auch andere Bezeichnungen: Mimesis, Imitatio, Pasticcio (ital. Pasticci, franz. Pastiche). Sie wird zu betrügerischen, spielerischen Zwecken (in der Manier eines anderen Künstlers) gebraucht.

Namen, sprechende

deuten Charaktere und Typen an.

Naturalismus (m.)

war eine Literaturströmung um 1880 – 1900. Man baute geistesgeschichtliche Weltanschauung auf den naturwissenschaftlichen Erkenntnissen auf. Die Wurzeln des Naturalismus sind im Positivismus von A. Comte und H. Taine.

Der in die Natur eingefügte Mensch ist als Produkt der Faktoren Erbe (Rasse), Milieu und geschichtliche Situation naturwissenschaftlich zu verstehen. Die Dichtung muss demnach das naturwissenschaftliche Mittel des Experiments übernehmen (E. Zola, 1880).

Neue Sachlichkeit

löste den Expressionismus und Surrealismus ab. Sie war vor allem Reaktion auf den Gefühlsüberschwang des Expressionismus. Sie charakterisiert sich durch nüchterne, oberflächlich realistische Schreibweise.

Neuklassik (f.)

war eine literarische Gegenströmung zum Naturalismus und Impressionismus sowie der Dekadenzdichtung um 1900.

Neuromantik (f.)

war eine Gegenströmung zum Naturalismus 1890 – 1920.

New Criticism

war eine von J.E. Spingarn 1910 geprägte und von B.Croce ausgehende ästhetisch wertende Form der literarischen Kritik um 1930. Man untersuchte in erster Linie Form- und Stilfragen, Rhythmus und Bild. Man verzichtete auf persönliche, geschichtliche und gesellschaftliche Zusammenhänge des Dargestellten.

Nihilismus (m.)

ist ein philosophischer Begriff für die absolute Verneinung aller Werte und Ordnungen sowie der Möglichkeiten wahrer Erkenntnis.

Novelle (f.)

ist ein mittelgroßes episches Genre von strengem, geschlossenem, oft dramatischem Aufbau und straffer Handlungsführung. Nach der Definition von J.W. Goethe ist sie eine Erzählung über ungewöhnliche, außerordentliche

Ereignisse. Diese Form ist gespannt, sie liebt einen Erzählrahmen (Geschichte in der Geschichte), hat wenige handelnde Personen. Sie entstand in Italien in der Renaissancezeit.

Ode (f.)

ist eine antike lyrische Form (Genre). Ode bedeutet einen Lobgesang und hat Ähnlichkeit mit der Hymne. Der Klassizismus befleißigte sich gern dieser Form.

Oktave (f.)

besteht aus sechs über Kreuz gereimten Versen und -- wie eine Sestine—aus einem abschließenden paarweise gereimten Zweizeiler (abababcc) besteht. Ihrer metrischen Vorgabe nach ist es eine fünfhebige jambische Strophe. Sie entstand in der Lyrik der italienischen Renaissance. Eine weitere Entwicklung dieser Strophenform ist die sogenannte Onegin-Strophe

Oxymoron (n.)

ist eine besondere Variante der Antithese. Sie ist eine Verbindung von Wörtern, die sich bedeutungsmäßig gegenüberstehen ( lebendige Leiche, heißer Schnee)

Parabel (f.)

gehört zu kleinen epischen Genres und ist eine lehrhafte Gleichniserzählung, die eine allgemeine sittliche Wahrheit an einem Beispiel veranschaulicht und zu analogen Vergleichen greift.

Parodie (f.)

komisch-satirische, übertreibende Nachahmung eines literarischen Werkes oder des Stils eines Dichters in gleicher Form, aber mit anderem, meist unpassendem Inhalt.

Parallelismus (m.), grammatischer

ist eine Abart der Wiederholung. Darunter versteht man die Wiederkehr derselben Wortreihenfolge, übereinstimmende, symmetrische Konstruktion bei ungefähr gleicher Wortanzahl in zwei oder mehreren aufeinander folgenden Sätzen, Satzgliedern oder Versen: „Heiß ist die Liebe, kalt ist der Schnee“.

Parataxe (f.)

ist die Beiordnung, d.h. Nebeneinanderstellung gleichberechtigter Hauptsätze.

Pastorale (f.)

ist ein Schäferspiel, eine ländliche Szene.

Pathos (n.)

ist der Gemütszustand, die Stimmung einer leidenschaftlichen Erregtheit und Ergriffenheit. Man unterscheidet in der Ästhetik und Literaturtheorie verschiedene Varianten von Pathos: tragisches, heroisches, dramatisches, sentimentales, romantisches, satirisches, ironisches, humoristisches u.a.

Pentameter (m.)

Fünffüßiger daktylischer Vers (Versmaß). Der Pentameter wurde gewöhnlich zusammen mit dem Hexameter verwendet und bildete mit ihm das Distichon. Der Pentameter ist seinem Wesen nach auch ein Hexameter, der in der Zäsur aber zweimal verkürzt wird und einen männlichen Versschluss hat. „Römische Elegien“ Goethes enthalten beides: sowohl den Hexameter als auch den Pentameter.

Peripetie (f.)

ist eine unerwartete plötzliche Wendung im Schicksal des epischen oder dramatischen Helden. Sie ist ein Umschwung, welcher die Wendung zum Guten oder Schlimmen andeutet.

Periphrase (f.)

ist die Umschreibung eines Begriffs, Gegenstands, einer Eigenschaft oder Handlung durch mehrere Wörter. Man unterscheidet metaphorische und metonymische Periphrase. Abarten der Periphrase sind: Euphemismus, Hyperbel, Litotes, Ironie. Die Periphrase ist eine beliebte rhetorische Figur (ein Tropus).

Persischer Vierzeiler (m.)

wird in der Lyrik auch Rubai genannt.

Personifikation (f.)

ist eine Abart der Metapher. Darunter versteht man Vermenschlichung (Verlebendigung) lebloser Dinge(Gegenstände), der Pflanzen und Tiere.

Perspektive (f.)

ist die Sicht des Erzählers. Bei der „Ich–Form“ richtet sich der Blick von Innen nach Außen, bei der „Er–Form“ schaut der Erzähler von Außen in das Innere der Figuren hinein. Dabei bezeichnet man die Distanz zwischen dem Erzähler und dem Objekt der Darstellung als Point –de -vue (Engl. Point of view).

Poem (n.)

Das Poem kann episch und lyrisch sein. Das lyrische Poem ist eine große Form reflektorischer Lyrik. Manche Literaturwissenschaftler identifizieren das Poem mit dem Begriff des Gedichts.

Poesie ( f.)

Neben der Einteilung der Literatur in Gattungen gibt es noch die Unterscheidung von Poesie und Prosa. Die manchmal anzutreffende Gleichsetzung der Poesie mit der Lyrik und der Epik mit der Prosa ist nicht exakt. Zu jeder literarischen Gattung gehören Werke der Poesie, die in Versen geschrieben sind, und Werke der Prosa, die in ungebundener Sprache abgefasst sind.. Das Epos war in den älteren Literaturen meist in Versen geschrieben. Puschkins „Onegin“ ist ein Versroman. Auch in der Dramatik kommen Poesie und Prosa nebeneinander vor. Selbst die Lyrik, die meistens in Versen bis vor kurzem geschrieben war, weist manchmal Prosaformen auf.

Poetik (f.)

Lehre von der Poesie, ursprünglich Anleitung für Dichter; heute veralteter Begriff für die Theorie der Dichtkunst. Ältere Bezeichnung der speziellen Ästhetik, und zwar der Literaturästhetik.

Poetische Fiktion (f.)

ist eine aus der dichterischen Phantasie, dem Denken in Bildern, geborene Schöpfung, die die Welt in neuen Gebilden widerspiegelt.

Porträt (n.)

Die Porträts haben Ähnlichkeit mit den Charakteristiken der Handlung der Figuren. In den älteren Literaturen sind idealisierende oder groteske Beschreibungen des menschlichen Äußeren charakteristisch. In den realistischen Literaturen erfolgte eine Vertiefung des Portäts durch Psychologisierung. Dadurch wurde die Kompliziertheit und Mehrschichtigkeit des Antlitzes der Figuren erreicht.

Posse (f.)

Anspruchslose, derbe Komödie, in der die Komik meist durch Übertreibung erreicht wird. Ein volkstümliches Lustspiel derb-komischer Art, in dem die Handlungen und Charaktere typisierend vereinfacht und vielfach-grotesk überzeichnet werden. Beispiel: Wiener Zauberposse.

Präambel (f.)

bedeutet eigentlich Einleitung oder die Vorgeschichte.

Prägnanz (f.)

ist eine gehaltvolle Kürze, eine treffsichere Gedrängtheit des Ausdrucks.

Problematik (f.)

ist die ideelle Interpretation der in den Werken dargestellten sozialen Charaktere durch den Schriftsteller. Die Problematik kann nationalgeschichtlich sein. So war sie vor allem im mündlichen Volksschaffen. Später wurde sie didaktisch. Die Schriftsteller konzentrierten sich vornehmlich auf politische oder soziale Fragen in der Gesellschaft. Sie nahmen Stellung dazu. Sie stimmten zu oder lehnten ab. Als später Romane und Novellen in der Literatur aufkamen, wurde die Problematik romanhaft. Im Mittelpunkt dieser Werke stand Leben und Schicksal einzelner Persönlichkeiten und die Entwicklung ihrer Charaktere.

Prolog (m.)

ist eine Vorgeschichte. Prolog ist ein nicht obligatorischer Bestandteil des Sujets.

Prosa (f.)

ist in der Literatur eine nicht durch Rhythmus oder Reim gebundene, im Akzent freie Redeweise. Sie ist ein Gegensatz zur metrisch gebundenen Rede des Verses.

Und trotzdem kann sie lyrisch sein.

Prosarhythmus (m.)

ist die Durchgliederung der Kunstprosa durch eine besondere Anordnung der akzentuierenden Silben an den Tonstellen, besonders am Satzschluss.

Psychologisierung (f.)

ist ein äußerst wichtiges Verfahren zur künstlerisch-literarischen Darstellung des Menschen. Sie bedeutet individualisierte Wiedergabe der Gemütsbewegungen der Figuren in ihrer Wechselwirkung und Dynamik.

Pyrrhichius (m.)

Wenn in dem trochäischen Vers Versfüße aufkommen, in denen beide Silben unbetont bleiben, so kann man sie als „erleichterte“ Takte bezeichnen. Die alten Griechen nannten solche Versfüße Pyrrhichien. So werden sie auch heute meist genannt.

Quartett (n.), (russisch – катрен)

nennt man eine 4-zeilige Strophe (Vierzeiler) in dem lyrischen Gedicht.

Rahmenerzählung (f.)

ist ein Erzählrahmen, der entweder um eine größere Zahl von Novellen oder Erzählungen oder eine Einzelnovelle oder - Erzählung gespannt wird und mit der Binnenerzählung ein Ganzes bildet.

Realismus (m.)

eine künstlerische Methode zur Aneignung der Wirklichkeit, die eine lebenswahre, wahrheitsgetreue Darstellung der Wirklichkeit ermöglicht. Der Begriff des Realismus kann andererseits eine Tendenz in der Literatur, eine Richtung oder sogar eine Strömung bedeuten. Die Diskussionen über den Realismus sind bis heute nicht abgeschlossen. Die Literaturgeschichte kennt verschiedene Wortverbindungen mit diesem Begriff: Renaissancerealismus, aufklärerischer Realismus, klassischer Realismus, kritischer Realismus, politischer Realismus, bürgerlicher Realismus, poetischer Realismus, sozialistischer Realismus. Manche dieser Wortverbindungen erscheinen uns als fraglich.

Refrain (m.)

ist eine Abart der Wiederholung, Kehrreim. Die Lyrik hat den Refrain von den Kehrreimen der Chorwerke des mündlichen Volksschaffens übernommen.

Reicher Reim (m.)

entsteht durch Gleichklang der letzten drei (oder mehr) Silben des Reimwortes: “Freude dem Sterblichen, den die verderblichen,

schleichenden, erblichen

Mängel umwandeln.“ (Goethe)

Reigen (m.)

ist ein Tanzlied.

Reim (m.)

Ursprünglich Zahl; dann Zeile, Verszeile; heute = Endreim, d. h. die klangliche Übereinstimmung zweier oder mehrerer Lautgruppen im Silbenauslaut, und zwar vom letzten Vokal gerechnet. Die Reime lassen sich nach verschiedenen Gesichtspunkten ordnen:

  1. Exaktheitsgrad der Reimbildung : reine R. (Welt—Geld), unreine R. (hieß—süß), rührende R. (zierlich—lieblich);

  2. Art und Zahl der reimenden Silben und Laute: einsilbige, stumpfe oder männliche Reime: Lauf—auf.

zweisilbige, klingende oder weibliche Reime: Lieder—wieder;

dreisilbige oder gleitende Reime; schreitende—gleitende;

identische Reime (Wiederholung desselben Wortes): Freude—Freude.

Doppelreime (Reime zweier Schlusswörter): Ich breche dich—Ich steche dich!

3. Stellung des Reims im Versganzen:

Anfangsreim (gleich klingender Beginn zweier Verszeilen);

Endreim (Reim im Wortauslaut);

Binnenreim (Reim im Versinneren);

Schlagreim (Sonderform des Binnenreims, der Reim zweier unmittelbar aufeinanderfolgender Wörter, zum Beispiel: „als ob es tausend Stäbe gäbe“;

Kettenreim (Reim zwischen Verszeilenende und Mitte der nächsten Zeile.

4. Anordnung der Reime:

Haufenreim (durchgehender Reim). Reimstellung aa aa

Gepaarter Reim, Paarreim: Reimstellung aa bb

Gekreuzter Reim (Kreuzreim): Reimstellung ab ab

Umschließender, verschlungener, umarmender Reim: ab ba

Verschränkter Reim: Reimstellung abc abc

Schweifreim: Reimstellung aab ccb (ddb(

Reimhäufung (f.)

ist die mehr als zweimalige Wiederholung des gleichen Reims durch Gleichklang vieler aufeinander folgender Versausgänge.

Reine Reime

zeigen die genaueste Übereinstimmung in Vokalen und Konsonanten.

Renaissance (f.)

(bedeutet Wiedergeburt) bezeichnet eine Kultur-, Kunst- und Literaturepoche. In Deutschland begann sie am Ende des 15. Jahrhunderts, nach Erfindung des Buchdrucks durch Gutenberg 1450 und dauerte das ganze 16. Jahrhundert an.

Rhythmus (m.)

ist harmonische Gliederung einer lebendigen Bewegung in der Zeit zu sinnlich fassbaren, ähnlich wiederkehrenden Teilen. Manche Literaturwissenschaftler definieren ihn als einen flüssigen, vom Inhalt her bestimmten, lebendigen Bewegungsablauf von sinnlich wahrnehmbaren, gleichmäßigen oder verschieden gegliederten Zeitabschnitten, nicht aber als eine mechanisch-schematische Ordnung nach Takten.

Rokoko (n.)

ist eine hoforientierte Literaturrichtung innerhalb der Aufklärung (18. Jahrhundert um die 40-er Jahre).

Richtung (f.), literarische

Werke in ihrer Gesamtheit, die auf der Plattform eines ästhetischen Programms geschaffen wurden, sind Werke einer literarischen Richtung. Der französische Klassizismus des 18. Jahrhunderts, vertreten durch Boileau, Racine, Corneille und Moliere, war die erste literarische Richtung in der europäischen Literatur.

Ritterroman (m.)

war ein im Hochmittelalter sehr beliebtes ritterlich-höfisches Versepos, das die Menschen- und Lebensideale des Ritterstandes darstellte. Bekannteste deutsche Ritterromane waren „Der arme Heinrich“ von Hartmann von Aue, „Parzival“ von Wolfram von Eschenbach und „Tristan und Isolde“ von Gottfried von Strassburg.

Rollengedicht (n.)

ist eine lyrische Form, in der der Dichter die Empfindungen und Gedanken einer typischen Gestalt (Liebhaber, Wanderer, Soldat, Schäfer u.a.) als monologische Ich -Aussprache zum Ausdruck bringt, also seine eigenen oder nachempfundenen Gefühle einer bestimmten Figur in den Mund legt, die meist durch die Überschrift bezeichnet wird (z.B. Goethe „Schäfers Klagelied“).

Roman (m.)

ist eine epische Großform meistens in Prosa, welche die ganze Fülle und Mannigfaltigkeit der Erscheinungen und Vorkommnisse in der menschlichen Gesellschaft darstellt. Heute ist er das verbreitetste Genre der Literatur.

Romanische Strophenformen

Die wichtigsten romanischen Strophenformen sind: das Sonett, die Stanze (Oktave) und die Terzine.

Romantik (f.)

ist eine Epoche, Schaffensmethode sowie Kunst- und Literaturrichtung, die Ende des 18. Jahrhunderts begann und die ersten 30 Jahre des 19. Jahrhunderts erfasste.

Romanze (f.)

ist epische Kleinform in gebundener Rede. Ursprünglich eine Dichtung in der spanisch-romanischen Volkssprache im Gegensatz zum Lateinischen. Später spanische Abart der Volksballade. Seit dem 18. Jahrhundert gleichbedeutend mit Ballade. Die Romanze besteht aus vierzeiligen Strophen mit acht- oder später vierhebigem trochäischem Vers.

Rondeau (n)

eine aus dem zum Rundtanz gesungenen Lied entwickelte Gedichtform des Mittelalters aus meist 8 Zeilen mit 2 Reimen, bei dem die erste Zeile in der Mitte, die beiden ersten Zeilen am Schluss der Strophe wiederkehren. Später werden jeweils nur die Anfangsworte der ersten Zeile wiederholt.

Sage (f.)

eine mündlich überlieferte, vom Volk geschaffene und im Volk umlaufende Prosa -erzählung historischen oder mythologischen Inhalts. Die Sagen sind in ihrer Gesamtheit Zeugnisse einer vorwissenschaftlichen Natur- und Geschichtsauffassung.

Satire (f.)

ist ein vom satirischen Pathos durchdrungenes Werk. Satirisches Pathos ist scharfe, krasse, verhöhnende Ablehnung und Negation bestimmter Seiten des gesellschaftlichen Lebens.

Schäferdichtung – Hirtendichtung, Pastorale.

Schaffensmethode (f.)

Schaffensmethoden sind Prinzipien der künstlerischen Widerspiegelung des Lebens. In den 30-er, 40-er und gelegentlich später wurden sie künstlerische Methoden oder Schaffensmethoden genannt. Jetzt bevorzugt man den Begriff „Prinzipien“. Die Widerspiegelung des Lebens kann realistisch und nichtrealistisch sein.

Schelmenroman (m.), Picaro-Roman, pikaresker Roman

ist eine Romanart, in deren Mittelpunkt der Schelm, ein Ausgestoßener steht. Er ist zuerst in Spanien im 16. Jahrhundert aufgekommen und fand später Verbreitung in ganz Europa. Der Roman „Der abenteuerliche Simplizissimus Teutsch“ von Grimmelshausen hat vereinzelte Züge dieses Romans.

Schmutz- und Schundliteratur (f.)

ist eine Literatur, die durch unzüchtige Schilderungen oder detaillierte Darstellungen krimineller Handlungen die Sittlichkeit breiter Volkskreise und besonders der Jugend gefährdet. Zu dieser Literatur gehören vor allem Comic strips (komische Streifen) und kurzweilige Comics, in denen sadistische Grausamkeiten, Gewalttaten und unzüchtige Handlungen dargestellt werden.

Schwank (m.)

Kann dramatisch oder episch sein. Im Spätmittelalter war er eine kurze humoristische Verserzählung. Der dramatische Schwank ist ein Spiel von harmloser, seichter Fröhlichkeit und gehört meist zur Vulgär- und Schundliteratur. Der epische Schwank ist eine kurze Volkserzählung, in der die Schwächen und Absonderlichkeiten der Menschen geschildert werden.

Sechszeiler (m.)

Darin können sich verschiedene traditionelle Formen vereinigen. Mitunter werden in der Strophe der erste und zweite, vierte und fünfte, dritte und sechste Vers gereimt (aabccb)

Sentenz (f.)

Eine Sonderform des Spruchs in kurzer, eindringlicher Formulierung, die zum Nachsinnen anregt. Der Sentenz fehlt das Bildhafte des Sprichwortes, aber sie ist rhythmisch bewegt und metrisch geformt. Beispiele: „Irren ist menschlich“, „Stirb und werde!“, „Erkenne dich selbst!“, „Bedenke das Ende!“

Sentimentalismus (m.)

ist eine Literaturrichtung innerhalb der Aufklärung (Mitte des 18. Jahrhunderts).

Sestine (f.)

Diese Art des Sechszeilers ist weit verbreitet. Bei ihr wird ein Vierzeiler mit einem paarweise gereimten Zweizeiler gekoppelt (ababcc).

Short Story (f.)

nennt man die englisch-amerikanische Kurzgeschichte. Das ist eine epische Kleinform.

Silva (f.)

ist ein Gelegenheitsgedicht.

Skizze (f.)

ist eine beschreibende und berichtende Erzählung gewöhnlich mit didaktischer Problematik. Sie enthält vornehmlich Situationsschilderungen, Dialoge und Abschweifungen. Das Sujet spielt darin geringe Rolle.

Sonett (n.)

ist eine lyrische Form. Es ist ein Gedicht aus 14 Zeilen. Zuerst kommen zwei Vierzeilenstrophen. Dann folgen zwei Dreizeilenstrophen. Die erste Strophe enthält die These, die zweite – eine Antithese. In den letzten zwei Strophen findet man die Synthese. Sonett ist eine romanische Form. Sie entstand in Italien in der Renaissance. Die englische Variante des Sonetts besteht aus drei Quartetten und einem Distichon. Das Sonett gehört zu normativen Genres: Metrum, Reim, Strophe sind vorgeschrieben.

Spieldrama (n.)

Das Drama hat zwei Leben, es steht im Schnittpunkt von Literatur und Theater. Es wird zunächst durch die Lektüre rezipiert. Es dient als dramatische Grundlage der Aufführung im Theater. Und so verwandelt sich das Drama in ein Spieldrama. Es gibt aber Theaterstücke, die nie Spieldramen wurden, sondern Lesedramen blieben. Als Beispiel kann das philosophische Drama „Nathan der Weise“ von Gotthold Ephraim Lessing dienen.

Spondeus (m.)

Versfuß aus zwei langen Silben bei den alten Griechen. In der heutigen, jedenfalls deutschen Versmetrik geht es um zwei betonte Silben in den trochäischen oder jambischen Versen.

Stabreim (m.) (im altgermanischen Vers)

bezeichnet man heute als Alliteration ( Gleichklang von Konsonanten im Vers oder Satz im Anlaut der Wörter).

Stanze (f.)

bezeichnet man noch als Oktave. Das ist eine Achtzeilenstrophe. In der deutschen Poesie ist jede Zeile der Oktave meist ein jambischer Fünftakter. Weibliche und männliche Versschlüsse wechseln einander ab. Oktaven bilden Zyklen.

Strophe (f.)

Ist in der lyrischen Dichtung die Zusammenfassung mehrerer Verse zu einer höheren Ordnungseinheit. Im mehrstrophigen Gedicht ist die erste Strophe meist das Baumuster für die übrigen. Die meisten Strophenformen stammen aus den romanischen Literaturen. Ältere deutsche Strophen sind die Nibelungenstrophe, die Hildebrandstrophe und die dreiteilige Strophe der Minnesänger.

Im syllabo-tonischen Verssystem ist die Vereinigung zwei- und dreisilbiger Versmaße in einem Vers möglich. Diese Möglichkeit realisierten die altgriechischen Lyriker Alkaios, Sappho und Archilochos im 6. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung. Derartige Gedichte nannte man Logaeder. Sie wurden halb gesprochen und halb gesungen. Die logaedrische Strophe dieser Dichter bekam ihren Namen später nach dem Autor. Und so spricht man von der „sapphischen“, „alkäischen“ oder sogar „horazischen „ Strophe.

In der russischen Literatur des 20. Jahrhunderts wurden solche gemischten Versmaße sehr häufig verwendet. Man nannte sie „Dolnik“ oder „Pausnik“.

Strophensprung (auch Zeilensprung)

ist eine Form des Enjambements, wobei der Satz nicht mit dem Strophenende abschließt, sondern in die nächste Strophe hinüber greift.

Substantivischer Stil (m.)

ist ein Nominalstil. Die Expressionisten bedienten sich dieses Stils mit seinem besonderen Rhythmus. Man soll aber nicht aus den Augen verlieren, dass sich die Expressionisten auch des Verbalstils gerne bedienten.

Sufismus (m.)

bedeutet Mystik.

Sujet (n.)

Die räumlich-zeitliche Dynamik der Darstellung wird mit dem Terminus „Sujet“ bezeichnet. In der Umgangssprache wird das Sujet oft mit dem Inhalt eines Werkes identifiziert. Diese Ansicht trifft aber nicht das Wesen des Sujets. Die Auffassung vom Sujet als dem Gang der Ereignisse hat in der russischen Literaturwissenschaft eine lange Tradition, die mit dem Buch von A.N. Wesselowski „Poetik des Sujets“ begonnen hatte. Es wurde häufig über die Begriffe „Sujet“ und „Fabel“ diskutiert.

Surrealismus (m.)

ist eine Richtung in der Literatur der Moderne des 20. Jahrhunderts (Überwirklichkeitskunst). Den Höhepunkt erreichte die Strömung um 1925. Literarische Hauptvertreter dieser Richtung waren A. Breton, L. Aragon u.a.

In deutschsprachiger Literatur fanden sich die Elemente des Surrealismus bei F. Kafka, A. Döblin, H. Hesse, H. Kasack u.a.

Symbol (n.)

einen tieferen Sinn andeutendes Zeichen, Sinnbild; bildhaftes, anschauliches, wirkungsvolles Zeichen für einen Begriff oder Vorgang, oft ohne erkennbaren Zusammenhang mit diesem. Zum Beispiel: die blaue Blume als Symbol der Romantik. In der Stilistik ist das Symbol eine Abart der Metapher.

Symbolismus (m.)

war eine französische Literaturströmung um 1890. In Deutschland kam er Mitte der neunziger Jahre des 19. Jahrhunderts auf. Man versuchte (im Gegensatz zum Naturalismus) die Dichtung aus jeder Verbindung mit Gesellschaft und Kultur der Zeit zu lösen.

Die Dichtkunst wies über das Gegenständlich-Gegebene hinaus auf die dahinter liegenden Ideen. Die Sprache strebte nach Musikalität. Inhaltlich stützte sich der Symbolismus auf magisch-mystischen Ästhetizismus (Oskar Wilde).

In Frankreich vertraten diese Kunst Baudelaire, Verlaine. In Deutschland vertraten den Symbolismus Dichter des George-Kreises, Rilke, Hofmannsthal, Dehmel u. a.

Synästhesie (f.)

ist eine Abart der Metapher. Sie bezeichnet die Verschmelzung verschiedenartiger (Geruchs-, Gesichts-, Gehörs- und Tast-) Empfindungen, indem die Reizung des einen Sinnesorgans nicht nur die ihm eigene Empfindung, sondern die Mitempfindung eines anderen Sinnesgebietes hervorruft.

Synekdoche (f.)

ist eine Abart der Metonymie (Pars pro toto).

Tektonik (f.)

bedeutet inneren und äußeren Aufbau des Kunstwerkes. Der äußere Aufbau hat noch den Namen Architektonik.

Tendenz (f.) eines Werkes

Die ideelle Interpretation der dargestellten Charaktere durch den Schriftsteller und die aus ihr entspringende ideell-emotionale Wertung in ihrer Einheit sind aktive Seiten des Inhalts eines Werkes, die man zusammen als dessen ideell-emotionale Tendenz bezeichnet.

Terzett (n.)

ist die Bezeichnung für die beiden 3-zeiligen Schlussstrophen des Sonetts.

Terzine (f.)

ist die italienische Strophenform aus drei jambischen Elfsilbern.

Tetralogie (f.)

eine zusammenhängende Folge von vier dramatischen, epischen oder lyrischen Stücken, die in der Anlage selbständig sein können.

Thema (n.)

bezeichnet als Begriff eine höhere umfassende Ganzheit, dem sich ein Werk zuordnen lässt. Das einheitliche Thema ist Ausdruck eines alles umgreifenden Überblicks. Im Gegensatz zum Motiv, dem Schema einer konkreten Situation, ist das Thema abstrakt.

Thematik (f.)

ist die Gesamtheit der Themen eines Werkes oder des schriftstellerischen Schaffens.

Thriller (m.)

ist die englische Bezeichnung des Schauerromans.

Tragikomödie (f.)

ein Drama, in dem „tragische“ und „komische“ Züge miteinander verbunden sind. Zum Beispiel Gerhart Hauptmanns „Die Ratten“.

Tragisches

Das Tragische wie das Komische sind zwei Kategorien, die das Wesen der sozialen Widersprüche von verschiedenen Seiten aus widerspiegeln und in stärkstem Gegensatz zueinander stehen, zugleich aber auch in einem elastischen dialektischen Wechselverhältnis.

Tragödie (f.)

ein Drama, das von ernsten Auseinandersetzungen entgegengesetzter gesellschaftlicher Kräfte handelt und in dem der Held oder die Helden notwendigerweise untergehen, weil ihre wertvollen Ziele und Absichten im Widerspruch zu objektiven gesellschaftlichen und menschlichen Verhältnissen stehen und deshalb scheitern müssen.

Tribrachus (m.)

Bisweilen erweisen sich die dreisilbigen Versfüße als „erleichtert“ (unbetont, ohne jeglichen Akzent). Diese Art des Versfußes im Daktylus nennt man „Tribrachus“.

Trilogie (f.)

eine zusammenhängende Folge von drei dramatischen, epischen oder lyrischen Stücken, die in der Anlage selbständig sein können.

Triolett (n.)

ist ein Gedicht aus Versen mit vierhebigen Jamben mit dem Reimschema abaaabab. Anfangs war es ein scherzhaftes Gedicht im spielerischen Ton, es kann aber auch mit großer Eleganz ernstere Inhalte gestalten.

Trochäus (m.)

(auch Choreus) ist ein 2-silbiger Versfuss mit fallendem Rhythmus im Gegensatz zum Jambus, bestehend aus einer betonten und einer nachfolgenden unbetonten Silbe. Kennzeichnend für die trochäischen Verse sind meist ein schneller, eilender Gang, Lebhaftigkeit und Beweglichkeit.

Trope (f.), Tropus (m.)

bedeutet in der Stilistik und Rhetorik einen uneigentlichen, bildlichen Ausdruck, d.h. jede Form der Rede, die das Gemeinte nicht direkt durch das eigentliche Wort ausspricht, sondern im Streben nach Ausschmückung und Verlebendigung des Gesagten durch ein Anderes, einen „übertragenen“ Ausdruck wiedergibt.

Typisch

sind in einem literarischen Kunstwerk die Figur oder der Charakter, die zugleich sinnlich-konkrete und individuelle sowie repräsentative, stellvertretende Züge aufweisen, in denen sich das Einzelne, das Besondere und das Allgemeine eine Einheit bilden.

Umarmender oder umschließender Reim

nennt man eine Reimverbindung, bei der ein Reimpaar von einem anderen umschlossen wird: abba cddc usw.

Umschreibung (f.)– Periphrase.

Umstellung (f.), chronologische

der Ereignisse ist ein wichtiges Mittel der Sujetkomposition. Kompositorische Verfahren dieser Art bezeichnet man als Rückblende, Rückgriff, Rückschau oder als Vorblende, Vorgriff oder Vorschau. Es kommen auch andere Termini vor.

Vagantendichtung (f.)

heißt die weltliche lateinische Lyrik und Spruchdichtung der fahrenden Scholaren (Kleriker, Studenten) des 12./13. Jahrhunderts, die in ganz Europa verbreitet war. Kennzeichnend ist der volkstümliche Ton ohne Stilisierung. Wirklichkeits-, Naturnähe und auch Weltlust charakterisieren diese Dichtung.

Vaudeville (n.)

ist ein possenhaftes Singspiel, im 18. Jahrhundert in Frankreich aufgekommen. Es scheut keine Farcesituationen und mitunter keine Clownerien. Es ist ein nicht sehr umfangreiches Stück „leichten Inhalts“ mit Tanz und Gesang. Das wichtigste Mittel zur Darstellung der Charakterkomik ist im Vaudeville die Figurenrede, die nicht vor saftigen und kräftigen Ausdrücken zurückscheut.

Vergleich (m.)

ist ein Stilmittel zur Erhöhung der Anschaulichkeit. Vergleich ist das Nebeneinander der Werte in einfacher Grundvorstellung und sinnlicher Bildlichkeit, d.h. Bild und Gegenbild durch „wie“ verbunden.

Verismus (m.)

Strömung in Literatur, bildender Kunst, Malerei und Schauspiel, die die Wirklichkeit krass naturalistisch und unreflektiert darstellt.

Vers (m.)

ist eine durch das Metrum gegliederte, oft mit Reim versehene Einheit einer Dichtung in gebundener Rede, Zeile einer Strophe. Nach der Anzahl der Akzente (Betonungen, Hebungen) gliedert man die Verse in zwei-, drei-, vier-, fünfhebige Verse. Vom Verssystem her können die Verse metrisch oder reimlos sein, deklamatorisch-tonisch, liedhaft-tonisch, syllabisch, syllabo-tonisch.

Verschränkter Reim (m.)

nennt man die Reimstellung dreier voneinander durchkreuzter Reime: abc abc oder abc bac.

Versfuß (m.)

eine aus mindestens je einer Hebung und Senkung bestehende kleinste rhythmische Einheit eines Verses. Er ist im Grunde ein Wechsel von Hebung und Senkung, von betonten und unbetonten Silben. Man unterscheidet danach steigende, mit Senkung beginnende, und fallende, mit Hebung beginnende Versfüße. Steigende Versfüße sind: der Jambus und der Anapäst; fallende Versfüße: der Trochäus und der Daktylus. Den Versfuß kann man auch als Takt mit zwei- oder dreisilbiger Füllung bezeichnen.

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