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2.3 Vor allem bei Staat und Industrie wird großes Potenzial für Umwelt- und Klimaschutz gesehen

Die Bevölkerung sieht große Potenziale für Umweltschutzmaßnahmen bei allen hier abgefragten Akteuren. Auffällig ist aber der Unterschied, der zwischen Industrie, Staat und Verbrauchern gemacht wird. Während bei der Industrie (Energieversorgung, Automobilbranche) ein sehr großes Potenzial gesehen wird, gefolgt vom Staat (strengere Gesetzgebung, Subventionsabbau), wird die Möglichkeit eines Beitrages auf individueller Ebe­ne (Konsumverhalten, Einschränkung von Flugreisen und Autofahrten) deutlich geringer bemessen.

Das wird bei der Einschätzung der potenziellen Beiträge von Automobilindustrie und Autofahrern besonders deutlich: 84 % der Bevölkerung sieht bei der Automobilindustrie Möglichkeiten zu Umweltschutzmaßnahmen, aber nur 58 % bei den Autofahrern selbst. Einerseits illustriert dieses Antwortverhalten die ungebrochen hohe .

6 Einkommen: unter 1.000 €: 61 %, 1.000-1.999 €: 75 %, 2.000-2.999 €: 75 %, über 3.000 €: 80 %.

Wertschätzung des Autofahrens in unserer Gesellschaft, offenbart gleichzeitig aber auch die Bereitschaft, auf neue Technologien umzusatteln, wenn sie von der Automobilindustrie angeboten werden. Diese Ergebnisse werden sich in Kap. 5 zum Thema technische und kulturelle Innovationen weiter bestätigen.

Generell schätzen Personen mit niedrigerem Haushaltsnettoeinkommen die potenziellen Beiträge der Akteure geringer ein, wie die Abb. 7 veranschaulicht.

Auch die Milieuperspektive zeigt bei dieser Frage deutliche Unterschiede, wenn man nur die Antwort­kategorie „sehr großer Beitrag“ betrachtet: Die Macht der Konsumenten, durch ihre Kaufentscheidungen einen sehr großen Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz zu leisten (Bevölkerungsdurchschnitt: 19 %), wird vor allem im Sozialökologischen Milieu (29 %), aber auch von den Liberal-intellektuellen (26 %) hoch eingeschätzt.

Unterrepräsentiert sind hingegen das Prekäre Milieu (11 %) und die Performer (15 %). Die gleicher­maßen niedrigen Werte für diese beiden doch so verschiedenen Milieus sind interessant, lassen sie sich doch als Ergebnis sehr unterschiedlicher Motiv- und Erfahrungslagen deuten. Aus vertiefenden Forschungen des Sinus-Instituts ist bekannt: Während Mitglieder des Prekären Milieus generell von der Vorstellung geprägt sind, die „kleinen Leute“ könnten ohnehin nichts ändern (und deshalb auch der eigenen Kaufentscheidung wenig positive umweltpolitische Effekte zutrauen), sind die Performer zwar objektiv in einer deutlich besseren sozialen Lage, aber ihr sehr leistungs- und marktorientiertes Weltbild ist mit der Forderung nach einer „Moralisierung der Märkte“ (Stehr 2007), die heute inner­halb der ökologischen Diskussion immer häufiger vertreten wird und in Teilbereichen der Gesell­schaft (LoHaS7) auch schon befolgt wird, nicht leicht zu vereinbaren.

Ein weiterer Akteur im Feld des Umweltschutzes ist der Staat. Drei von vier Personen befürworten, dass stren­gere Gesetze zum Schutz der Umwelt verabschiedet werden. 26 % der Bevölkerung werten dies als einen „sehr großen Beitrag“ zum Umweltschutz.

Dabei sind Expeditive (33 %) sowie die Bürgerliche Mitte (31 %) überrepräsentiert und die Prekären (21 %) unterrepräsentiert.

Dem Abbau von Subventionen, die umweltschädliches Verhalten begünstigen, stimmt drei Viertel der Bevölke­rung zu.

Als sehr großer Beitrag gilt dies bei einem Bevölkerungsdurchschnitt von 31% besonders häufig bei den Expeditiven (44 %) und seltener bei den Hedonisten (25 %).