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2. Das Schaffen

Im Berliner avantgardistischen Verein „Durch“ begegnete Hauptmann ab 1885 verschiedenen Vertretern des Naturalismus, die ihn entscheidend prägten. Der Verein berief sich auf historische Vorbilder vom Sturm und Drang, an dem sich vor allem der Kreis um die Brüder Hart orientierte, bis zum Vormärz. Auf den Sitzungen wurde über ästhetische Fragen, über Idealismus, Realismus und die naturalistische Bewegung diskutiert. Gerhart Hauptmann hielt einen Vortrag über den damals weitgehend vergessenen Georg Büchner. Auch damit lässt sich sein naturalistischer Hang begründen.

In Zürich begann Hauptmanns naturalistisches Schaffen. Von hier aus schickte er das Manuskript zu seinem ersten naturalistischen Werk Bahnwärter Thiel nach München, wo es der Kritiker Michael Georg Conrad begutachten sollte. Mit seinem 1889 uraufgeführten Drama Vor Sonnenaufgang sorgte er für einen der größten Skandale der deutschen Theatergeschichte. Das bürgerliche Publikum war schockiert, weil in Hauptmanns Stück Sexualität und Alkoholismus freimütig dargestellt wurden. Es entsprach jedoch auch den Ansprüchen an ein sozialkritisches Drama jener Zeit. Laut Franz-Josef Payrhuber sei Hauptmanns Vor Sonnenaufgang zwar ein epochemachendes Werk, aber sei nicht das repräsentative Beispiel für das naturalistische Drama.

1912 wurde er „vor allem als Anerkennung für sein fruchtbares und vielseitiges Wirken im Bereich der dramatischen Dichtung“ mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet.

3. Die wichtigsten Werke

1. Liebesfrühling. Ein lyrisches Gedicht

2. Vor Sonnenaufgang. Soziales Drama (5 Akte; Arbeitstitel: Der Säemann)

3. Das Friedensfest. Eine Familienkatastrophe (3 Akte; Arbeitstitel: Der Vater)

4. Einsame Menschen. Drama (5 Akte; Arbeitstitel: Martin und Martha. Das Wunderkind)

5. Die Weber. Schauspiel aus den vierziger Jahren (5 Akte)

6. Der Biberpelz. Eine Diebskomödie (4 Akte)

7. Hanneles Himmelfahrt. Traumdichtung (2 Akte, am Ende jeweils in Verse mündend)

8. Florian Geyer. Die Tragödie des Bauernkrieges (Vorspiel und 5 Akte)

9. Die versunkene Glocke. Ein deutsches Märchendrama (Versdrama in 5 Akten; Arbeitstitel: Rothändel)

10. Fuhrmann Henschel. Schauspiel (5 Akte)

11. Michael Kramer. Drama (4 Akte)

12. Der rote Hahn. Tragikomödie (4 Akte; Fortsetzung des Biberpelz)

13. Rose Bernd. Schauspiel (5 Akte; Arbeitstitel: Rose Immoos; Anna Golisch)

14. Vor Sonnenuntergang. Schauspiel (5 Akte; Arbeitstitel: Geheimrat Bernhard Ackermann)

Vor Sonneaufgang

Vor Sonnenaufgang ist ein 1889 von Gerhart Hauptmann verfasstes Sozial-Drama. Es wurde im August 1889 von dem Berliner Verleger Paul Ackermann (1861–1894) auf Empfehlung von Theodor Fontane herausgebracht. 1892 nahm der Verleger Samuel Fischer das Drama in sein Verlagsprogramm auf.

Die durch die Freie Bühne am Lessing-Theater veranstaltete Uraufführung am 20. Oktober 1889 bedeutete den Durchbruch des Naturalismus im deutschen Theater und die feste Etablierung eines bis dahin fast unbekannten Autors als Dramatiker. Hauptmann hatte für das Stück den Titel Der Säemann vorgesehen; der definitive Titel beruht auf einem Vorschlag von Arno Holz. Zentrale Bedeutung für die Konzeption des Dramas, das unverkennbar in der Nachfolge von Ibsens analytischem Drama Gespenster steht, hat die naturalistische Determinationslehre: Der Mensch ist nicht selbstbestimmt und frei in seinen Entscheidungen und Möglichkeiten, sondern entscheidend geprägt und begrenzt durch die Faktoren Vererbung, Milieu und Erziehung.

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