Добавил:
kiopkiopkiop18@yandex.ru t.me/Prokururor I Вовсе не секретарь, но почту проверяю Опубликованный материал нарушает ваши авторские права? Сообщите нам.
Вуз: Предмет: Файл:
Ординатура / Хирургия / Библиотека им академика М.И. Перельмана / Книга_5556_Библиотеки_им_академика_М_И_Перельмана.pdf
Скачиваний:
0
Добавлен:
12.10.2026
Размер:
4 Мб
Скачать
☆
Operationsberichte
Plastische Chirurgie
Marios Papadakis
Pavlos Lytsikas-Sarlis
Operationsberichte Plastische Chirurgie
Marios Papadakis · Pavlos Lytsikas-Sarlis
Operationsberichte Plastische
Chirurgie
Marios Papadakis
Berlin, Deutschland
Pavlos Lytsikas-Sarlis
Ostfildern, Deutschland
ISBN 978-3-662-71870-4 ISBN 978-3-662-71871-1 (eBook)
https://doi.org/10.1007/978-3-662-71871-1
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte
bibliografische Daten sind im Internet über https://portal.dnb.de abrufbar.
© Der/die Herausgeber bzw. der/die Autor(en), exklusiv lizenziert an Springer-Verlag GmbH, DE, ein Teil von
Springer Nature 2025
Das Werk einschließlich aller seiner Teile ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung, die nicht ausdrücklich
vom Urheberrechtsgesetz zugelassen ist, bedarf der vorherigen Zustimmung des Verlags. Das gilt insbesondere für
Vervielfältigungen, Bearbeitungen, Übersetzungen, Mikroverfilmungen und die Einspeicherung und Verarbeitung in
elektronischen Systemen.
Die Wiedergabe von allgemein beschreibenden Bezeichnungen, Marken, Unternehmensnamen etc. in diesem
Werk bedeutet nicht, dass diese frei durch jede Person benutzt werden dürfen. Die Berechtigung zur Benutzung
unterliegt, auch ohne gesonderten Hinweis hierzu, den Regeln des Markenrechts. Die Rechte des/der jeweiligen
Zeicheninhaber*in sind zu beachten.
Der Verlag, die Autor*innen und die Herausgeber*innen gehen davon aus, dass die Angaben und Informationen
in diesem Werk zum Zeitpunkt der Veröffentlichung vollständig und korrekt sind. Weder der Verlag noch die
Autor*innen oder die Herausgeber*innen übernehmen, ausdrücklich oder implizit, Gewähr für den Inhalt des
Werkes, etwaige Fehler oder Äußerungen. Der Verlag bleibt im Hinblick auf geografische Zuordnungen und
Gebietsbezeichnungen in veröffentlichten Karten und Institutionsadressen neutral.
Springer ist ein Imprint der eingetragenen Gesellschaft Springer-Verlag GmbH, DE und ist ein Teil von Springer Na-
ture.
Die Anschrift der Gesellschaft ist: Heidelberger Platz 3, 14197 Berlin, Germany
Wenn Sie dieses Produkt entsorgen, geben Sie das Papier bitte zum Recycling.
V
Die plastische Chirurgie hat sich in den vergangenen Jahrzehnten zu einem hoch spezialisier-
ten Fachbereich entwickelt, der funktionelle Wiederherstellung und ästhetische Optimierung
auf anspruchsvolle Weise miteinander verbindet. In diesem Zusammenhang spielt die präzise
und standardisierte Dokumentation chirurgischer Eingriffe eine zentrale Rolle.
Der Operationsbericht ist dabei nicht nur ein juristisch relevantes Dokument, sondern vor
allem eine wichtige Grundlage für kontinuierliche Qualitätssicherung und wissenschaftlichen
Fortschritt in unserem Fachgebiet. Gleichzeitig zeigen aktuelle Analysen, dass OP-Berichte
häufig uneinheitlich und inhaltlich unvollständig verfasst werden – und das unabhängig von
der klinischen Erfahrung des Verfassers. Diese Defizite können die Nachvollziehbarkeit
operativer Entscheidungen und die Vergleichbarkeit medizinischer Verfahren deutlich ein-
schränken.
Dieses Buch stellt daher standardisierte evidenzbasierte OP-Berichte für das gesamte
Spektrum der plastischen, rekonstruktiven, ästhetischen und Handchirurgie vor. Alle Kapi-
tel wurden unter Berücksichtigung robuster wissenschaftlicher Kriterien verfasst, mit dem
Ziel, eine möglichst klare, belastbare und praxisnahe Darstellung zu bieten. Der Fokus liegt
dabei auf wissenschaftlich hochwertigen Quellen: Multizentrische, randomisierte kontrol-
lierte Studien, systematische Übersichtsarbeiten und Metaanalysen bilden die Grundlage der
dargestellten Empfehlungen.
Jedes Kapitel folgt einer einheitlichen Struktur mit klarer Indikationsstellung, relevan-
ten Inhalten der Patientenaufklärung, detaillierte operative Vorgehensweisen sowie evidenz-
basierten Konzepten zur Nachbehandlung. Mit dieser systematischen Darstellung möchten
wir sowohl erfahrenen Fachärztinnen und Fachärzten als auch Kolleginnen und Kollegen in
der Weiterbildung eine fundierte Hilfe zur Optimierung und Vereinheitlichung der OP-Doku-
mentation bieten. Die umfassenden Literaturverzeichnisse ermöglichen darüber hinaus eine
gezielte wissenschaftliche Vertiefung.
Dass chirurgische Forschung besonderen methodischen Herausforderungen unterliegt, ist
uns bewusst. Randomisierte Studien lassen sich in der Chirurgie oft schwerer umsetzen, da
neben der Technik auch operative Erfahrung und individuelle Faktoren eine große Rolle spie-
len. Dennoch sehen wir die standardisierte und nachvollziehbare Dokumentation als wichtige
Voraussetzung, um auch in unserem Fach Evidenz zu schaffen und weiterzuentwickeln.
Unser Ziel mit diesem Buch ist es, einerseits einen konkreten, im Alltag nutzbaren Leit-
faden zu bieten, und andererseits einen fachlichen Impuls zu setzen – für die Diskussion über
sinnvolle und notwendige Standards in der chirurgischen Dokumentation. Angesichts des
gegenwärtigen Fehlens einer einheitlichen, verbindlichen Definition der obligatorischen In-
halte eines OP-Berichts könnte dieses Werk als Grundlage für die Entwicklung solcher Leit-
linien durch die relevanten chirurgischen Fachgesellschaften dienen.

Vorwort

VI
Vorwort
Evidenzbasierte Medizin lebt vom kontinuierlichen, kritischen Austausch. In diesem
Sinne sehen wir Ihre Rückmeldungen, Anregungen und konstruktive Kritik mit großem Inte-
resse entgegen.
In kollegialer Verbundenheit,
Univ. Prof. Marios Papadakis (MD, PhD, MBA) Dr. Pavlos Lytsikas-Sarlis (MD, PhD)
VII
Interessenkonflikt Die Autoren haben keine für den Inhalt dieses Manuskripts relevanten
Interessenkonflikte.
IX

Einleitung – Der Operationsbericht (allgemein)

Empfohlene Gliederung für einen Operationsbericht
• Rechtfertigende OP-Indikation (detailliert)
• OP-Diagnose (kurz)
• Therapie/OP-Leistung (kurz)
• Operationsschritte/Operationsvorgehen (detailliert)
• Weiteres Prozedere/postoperative Anordnungen/Nachbehandlung (detailliert)
Faustregeln
• Regel Nr. 1: Nicht dokumentiert, nicht passiert! (im Zweifel, immer dokumentieren)
• Regel Nr. 2: Vergiss niemals Regel Nr. 1
Welche Angaben sind zu dokumentieren?
Basisdaten:
• Demografische Angaben: Patientenname, Geschlecht, Geburtsdatum
• Aufnahmerelevante Angaben: Patientennummer, Fallnummer, behandelnde Abteilung,
ggf. Station
• OP-relevante Angaben: OP-Einheit (z. B. OP-Saal), OP-Team (Operateur, Assisten-
ten, Anästhesist, Anästhesiepflegekraft, instrumentierende OP-Pflegekraft, Springer OP-
Pflegekraft), Schnitt-Naht-Zeit
Behandlungsrelevante Angaben (mit dem Ziel der Rechtfertigung der OP-Indikation):
• Ausführliche Anamnese (Voroperationen, Voraufnahmen, Medikation, bildgebende Ver-
fahren, Labordiagnostik, Unfallhergang bei Verletzungen, Tumorboardbeschluss bei Tu-
moren (zur onkologischen Operabilitätsbeurteilung), Verlauf des Lokalbefunds, Prognose
• Anästhesiegespräch (Rechtfertigung der allgemeinen patientenzustandsbedingten
Operabilität)
• Chirurgische Aufklärung (ggf. über Therapiealternativen zur Rechtfertigung der techni-
schen Resektabilität/funktionellen Operabilität)
Präoperative Maßnahmen:
• Anzeichnung Resektionsmuster (an welcher Position, womit, was wurde angezeichnet)
• Anzeichnung relevanter anatomischer Leitstrukturen (z. B. Perforatoren bei Perforator-
lappen)
• Fotodokumentation
• Messungen und Anwendung von Simulationssystemen
X
Einleitung – Der Operationsbericht (allgemein)
Operationsschritte:
• Einleitung:
- Narkoseart (Allgemein-, Lokal-, Plexus-, Oberstanästhesie, Sonstige)
- Lagerung (idealerweise mit Dokumentation der Abpolsterung der Druckpunkte)
- Abwaschen/Abdecken des OP-Gebiets (nach Hausstandard/idealerweise mit Dokumen-
tation des Desinfektionsmittels, z. B. Povidon-Jod, Chlorhexidingluconat)
- Team-Timeout (nach Hausstandard/spezifischer Checkliste, z. B. WHO-Checkliste)
- Perioperative Antibiose
• Prozedur:
• Individuelle Merkmale des Lokalbefunds (Tumorlokalisierung, Defektgröße und -form,
freiliegende Strukturen, Verletzungsmuster, Fragmentstellung, anatomische Grenzen/
Nachbarstrukturen) zur Rechtfertigung der ausgewählten Methode zur Defektdeckung/
Rekonstruktion/Reposition
• Detaillierte Beschreibung des Rekonstruktions-/Repositionsprozesses sowie an-
schließender Entscheidungen auf erwartete/unerwartete Ereignisse. Bei Abweichungen
von Standardverfahren (z. B. auf eine alternative Lappenplastik bei intraoperativer
Gefäßinsuffizienz) ist eine gewissenhafte Begründung erforderlich.
• Intraoperative Lagerungswechsel (z. B. Aufsetzen der Patientin)
• Intraoperative Teamwechsel (bei längeren Eingriffen, z. B. Replantationen)
• Spezielle medizinische Geräte (z. B. Lupenbrille, Mikroskop, Bildwandler), ggf. mit
deren Einstellungen (z. B. mmHg bei VAC-Systemen)
• Osteosynthesematerial (Hersteller, Größe, Platzierung, Überprüfung der Korrektlage)
• Drainageanlagen (Drainagetyp, Insertionsstelle, Austrittsstelle, Fixierungsmaterial)
• Abstrichentnahmen/Spülungsmaßnahmen
• Abgabe von Präparaten/Proben zur Begutachtung (histologisch, zytologisch, mikrobio-
logisch)
• Dauer kritischer Phasen: Lappenischämiezeit, Blutsperrezeit
• Nähte: Nahttechnik (Einzelknopfnaht, Matratzennaht, fortlaufende Naht, Klammernaht)
und Fadenmaterial idealerweise unter Angabe des generischen Namens ohne Handels-
bezeichnung (z. B. Polyglactin statt Vicryl
TM
, Polydioxanon statt PDS
TM
, Polyamid 6
statt Ethilon
TM
, Poliglecapron 25 statt Monocryl
TM
usw.).
• Vollzähligkeit/Vollständigkeit des Instrumentariums bei risikobehafteten Operationen
mit potenziell unbeabsichtigt verbliebenen Fremdkörpern (z. B. bei großen Flächen/
Höhlen)
• Verlegung in den Aufwachraum
Postoperative Anordnungen/Nachbehandlung:
• Anordnungen für direkt postoperativ:
- Analgesieschema
- Häufigkeit der Verbandswechsel, Verbandsregime
- Notwendigkeit einer Antibiose
- Bestimmung der Lagerung (spezielle Lagerung, Dauer der Bettruhe, Mobilisierungs-
grad)
- Bestimmung der Kost (z. B. bei Lippen-/Gaumenspalten-OP, Facelift)
- Zeitpunkt der Schienenentfernung, der Drainageentfernung, der Entfernung der
Kompressionswäsche, des Fadenzugs, der nächsten Röntgenkontrollen
XIEinleitung – Der Operationsbericht (allgemein)
• Spätere Nachbehandlung:
- Zeitpunkt der Wiedervorstellung (bei ambulanten Fällen)
- Bestimmung des Zeitpunkts für die nächste OP (bei mehrzeitigen Verfahren)
Welche Informationen sind überflüssig?
• Informationen, die selbstverständlich sind/sein sollten (z. B. Überprüfung der Dichtigkeit
der Drainagen, Ausfüllen des Histologiescheins, Festknoten der Fäden, Verwendung eines
Röntgenschutzes, störungsfreie Intubation/Extubation)
• Informationen, die für die Behandlung nicht wichtig sind oder nicht zur Korrelation mit
der OP stehen.