Иностранный язык. Немецкий язык. Учебное пособие по направлению подготовки 54.03.01 «Дизайн»
.pdfPeter Vischer der Ältere (um 1460-1529)
Der berühmte Bildhauer war ein Sohn Nürnbergs. Fast sein ganzes Leben verbrachte er in der Heimatstadt, die er nur während zwei Reisen verließ: nach Heidelberg (1494) und nach Krakau (1506). Seit 1489 als selbständiger Meister tätig, leitete er die Gießhütte, die in ganz Deutschland berühmt wurde. Im Frühwerk P. Vischers nahmen die Grabplatten den bedeutendsten Platz ein. 149495 wurde sein Meisterwerk, das Grabmal des Erzbischofs Ernst von Sachsen im Magdeburger Dom geschaffen. Nicht minder berühmt ist das Sebaldusgrab in St. Sebald zu Nürnberg, an dem der Meister 1508 zu arbeiten begann. Das Gehäuse des Grabes, 4 m hoch, umschließ den silbernen Reliquienschrein des Heiligen. Das Gehäuse besteht aus 8 Bündelpfeilern, vor denen die zwölf Apostel stehen, und einem Baldachin mit drei Kuppeln.
Den Unterbau schmücken die Reliefs aus der Legende des Heiligen. Auf dem Baldachin sind biblische, allegorische und mythologische Gestalten dargestellt. Die Arbeit an diesem Grab, die 1512-14 unterbrochen war, konnte erst 1519 von den Söhnen des Meisters vollendet werden. Nach Entwurfszeichnungen A. Dürers schuf P. Vischer d.A. die Bronzestandbilder von Theoderich und Artus (1512-13). Diese Figuren schmücken das Maximiliangrab in der Innsbrucker Hofkirche.
Als weitere bedeutende Werke des Meisters gelten das Grabmal des Grafen Otto IV. von Henneberg (1480), «Der Astbrecher» (1490 Munchen, Bayerisches Nationalmuseum) sowie viele Grabplatten und Epitaphen in den Domen zu Bamberg, Breslau, Meißen und Posen.
Seit 1514 wirkte P. Vischer nur als technischer Leiter, während die Entwürfe von seinen Söhnen ausgeführt wurden, die ihre Meisterschaft mit Elementen des italienischen Renaissancestils bereicherten. Unter seinen vier Söhnen (Hermann, Peter, Hans und Paulus) gilt Peter Vischer der Jüngere (1487-1528) als der erste bedeutende deutsche Kleinplastiker. Für das Sebaldusgrab schuf er die Figuren von Propheten, Putten und Leuchterweibchen. Ihm gehören auch drei Reliefs mit Wundern des hl. Sebaldus.
Tilman Riemenschneider (1460-1531)
T. Riemenschneider wurde vermutlich in Heiligenstadt geboren. Den größten Teil seines Lebens verbrachte er in Würzburg, wo er sich 1483 niederließ und als «Malerknecht» in die Sankt-Lukas-Gilde aufgenommen wurde. Später heiratete er die Witwe eines Goldschmieds und erhielt damit das Bürgerrecht und die Erlaubnis, seine eigene Werkstatt zu gründen. 1504 wurde der Meister in den Rat der Stadt gewählt, 1520-21 bekleidete er den Posten des Bürgermeisters. Da T. Riemenschneider den Kampf der Bauern im Deutschen Bauernkrieg aktiv
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unterstützte, wurde er 1525 aus dem Rat ausgeschlossen, eingekerkert und gefoltert.
Der Bildhauer verlor seine Amter und Ehren. Er überstand die Folter, war aber nach der Freilassung seelisch gebrochen. Zwischen 1525 und seinem Tode 1531 ist kein einziges Werk bekannt.
Besonders produktiv wirkte T. Riemenschneider seit 1490, während er als Bildschnitzer viele Aufträge bekam. Die Schnitzkunst T. Riemenschneiders bezieht das Lichterund Schattenspiel in die Formgebung ein. Als einer der ersten verzichtete er auf die farbige Fassung der Figuren und bearbeitete den Stein so, dass dieser dem Holz angeglichen wurde. In seinen Gestalten strebte er nach idealer Schönheit. Seine Kunst gehört der Spätgotik an, aber seine Werke geben bestimmte Charaktertypen so realistisch wieder, dass der Betrachter meint, die Menschen von damals vor sich zu sehen. Fast drei Jahrhunderte lang blieb sein Werk fast völlig vergessen. Die Spätromantiker des XIX. Jh. haben es wiederentdeckt. Seitdem verbreitete sich der Ruhm dieses spätgotischen Meisters, dessen Frauengestalten und Apostelfiguren mit ausdrucksvollen Gesichtern und Händen von großen Errungenschaften der deutschen Bildschnitzer zeugen. Die bekanntesten Werke von T. Riemenschneider befinden sich in den Kirchen: «Männerstädter Altar» (1490-92, Lindenholz); «Adam und Eva» (1493, Stein, Wurzburg); «Steinfigur einer Maria mit Kind» (1493, Wurzburg); «Grabmal Rudolfs von Scherenberg» (1496-99, Marmor und Sandstein, Wurzburg, Dom); «Heiligblutaltar mit dem Abendmahl» (1501-05, Lindenholz, Rothenburg, Jakobskirche); «Greglinger Altar» (1505-10, Greglingen, Wallfahrtskirche, Lindenholz); «Hochgrab für Kaiser Heinrich II. und Kunigunde» (1499-1513, Sandstein, Bamberg, Dom); «Grabmal des Lorenz von Bibra» (1519, Wurzburg, Dom); «Beweinung Christi» (1520-25, Sandstein, Maidbronn, Klosterkirche).
Albrecht Dürer (1471-1528)
Der größte deutsche Maler wurde in Nürnberg in der Familie eines Goldschmieds geboren. Mit Ausnahme einiger Reisen lebte er größtenteils in seiner Heimatstadt. 1490 unternahm er eine Wanderschaft, die vier Jahre dauerte. Dabei lernte A. Dürer verschiedene Techniken der Malkunst und Graphik seiner Epoche kennen. Er beherrschte glänzend die Kunst des Holzschnitts und Kupferstichs. Sein Lehrer in der Malerei war Michael Wohlgemut, ein bekannter Maler jener Zeit.
1497 heiratete Dürer Agnes Frey. Die materielle Lage der Familie war schwer, denn Dürer, gleich vielen deutschen Künstlern, wurde von deutschen Fürsten und Auftraggebern finanziell nicht unterstützt. Notwendige Hilfe und Jahresgehalt bekam er in Italien, in der Stadt Venedig. Die italienische Reise Dürers (1505-06) wurde zu einem echten Triumph seiner Kunst. In den letzten Jahren seines Lebens machte der Maler noch eine Reise: er wanderte rheinabwärts
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und durch die Niederlande. Während dieser Reise wurde er von seinen Landsleuten begrüßt und anerkannt.
Der künstlerische Nachlaß Dürers ist riesengroß: 350 Holzschnitte, 100 Stiche, 900 Zeichnungen, zahlreiche Ölgemälde. Er war ein glänzender Meister der genauen Beobachtung des Gegenstandes und der technischen Umsetzung ins Kunstwerk. Seine Meisterschaft kam vor allem in der Porträtkunst zum Ausdruck. Der Maler zeigte energische, aufgeklarte und selbstbewußte Menschen seiner Zeit. A. Dürer war das einfühlsame Charakterisierungsvermögen der dargestellten Personen eigen. Er verstand es ausgezeichnet, das Typische am Menschen zu erfassen und das Wesenhafte in eine edle Form zu bringen. Davon zeugen seine Selbstbildnisse, «Die vier Apostel», die Porträts seiner Zeitgenossen (Michael Wohlgemut, Hieronymus Holzschuher, Jakob Muffel, Elsbet Tucher, Kaiser Maximilian u.a.). Obwohl er oft biblisch-evangelische Sujets benutzte («Adam und Eva», «Anbetung der Könige», «Madonna mit dem Zeisig» u.a.) trägt seine Malerei keinen ausgesprochen religiosen Charakter. Im Zentrum seiner Kunst steht immer der Mensch, der trotz aller Leiden, Kummer und Sorgen harmonisch und schön ist.
In seinen zahlreichen Holzschnitten und Kupferstichen ging der Künstler seiner Zeit weit voraus: dank einer differenzierten Hell-Dunkel-Gestaltung hatten sie beinahe plastische Wirkung. So sind z.B. seine Kupferstiche (u.a. «Hieronymus im Gehaus»), die Holzschnittsfolge zur «Apokalypse», «Melancholie». Bahnbrechend war bei Dürer auch die Darstellung der Natur, die er um ihrer selbst Willen in seinen Aquarellen darstellte («Großes Rasenstück», Darstellungen von Tieren, Vögeln und Blumen). Als erster unter deutschen Künstlern befaßte sich Dürer mit Kunsttheorie, Perspektive und Anatomie.
Lucas Cranach der Ältere (1472-1553)
L. Cranach stammte aus Cronach in Bayern. Er gilt als Hauptmeister der deutschen Kunst des XVI. Jh. und Begründer der sächsisch-mitteldeutschen Schule. Vermutlich studierte er Malerei bei seinem Vater, genannt Hans Maler. Nach 1500 lebte L. Cranach in Wien, wo er zum Mitbegründer des «Donaustils» wurde. Seit 1505 wirkte er als Hofmaler in Wittenberg. 1552 übersiedelte L. Cranach nach Weimar und lebte dort bis zu seinem Tod.
L. Cranach malte Landschaften sowie eindrucksvolle Gemälde zu christlichen, antiken und mythologischen Sujets. Er schuf bedeutende Werke als Maler, Zeichner und Kupferstecher. Die Frühwerke des Künstlers sind von höher Ausdruckskraft («Kreuzigung», 1503, München, Alte Pinakothek; «Ruhe auf der Fluent», 1504, Berlin-Dahlem; Bildnisse der Gelehrten Dr. Cuspinian, Dr. Reuß und deren Frauen ‒Winterthur, Nürnberg und Berlin-Dahlem). Sein Stil wandelte sich völlig, nachdem er als Hofmaler des sächsischen Kurfürsten Friedrich des Weisen in Wittenberg zu
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arbeiten begonnen und dort seine Werkstatt gegründet hatte. Als Freund Luthers und Anhänger der Reformation hat er seine Kunst in deren Dienst gestellt. Seit dieser Zeit war L. Cranach Maler und Buchillustrator der Reformation, Übermittler der italienischen Renaissanceformen in Mitteldeutschland. Mit seinen Porträts Luthers schuf er das eigentliche Lutherbild.
Sehr ausdrucksvoll ist sein um 1514 entstandene Bildnis Herzog Heinrichs des Frommen, des späteren Verfechters der Reformation. Dieses ganzfigurige Porträt, das früher mit dem Bildnis der Herzogin Katharina von Mecklenburg zu einem Werk vereint war, gilt als das erste fast lebensgroße weltliche Doppelbildnis der deutschen Kunst.
In Cranachs Werkstatt in Wittenberg, wo der Meister mit seinem Sohn und zehn Gesellen mitarbeitete, entstanden viele große Bilder fur evangelische Kirchen, darunter eines der großartigsten Altarwerke, der Katharinenaltar (1506, Dresden, Gemäldegalerie). Unter den weiteren Werken sind der Torgauer Altar (1509, Frankfurt a.M., Stadel), der «Fürstenaltar» (1510-12, Dessau, Staatliche Galerie), das Porträt «Kardinal Albrecht von Brandenburg vor dem Gekreuzigten kniend» (um 1520-25, Munchen, Alte Pinakothek), kapriziose weibliche Akte (zahlreiche Darstellungen von «Eva», «Venus» und «Lucretia»), «Der Jungbrunnen» (1546, Berlin-Dahlem) sowie Bildnisse der Fürsten, Darstellungen von Jagdszenen, Gemälde und Holzschnitte aus der griechischen Sagenwelt. Das Spätwerk des Künstlers zeigt schon erkenntliche manieristische Züge.
Albrecht Altdorfer
(um 1480-1538)
A.Altdorfer stammte aus Bayern. Er wirkte als Maler, Baumeister, Kupferstecher, Radierer und Zeichner. 1505 erwarb Altdorfer das Bürgerrecht in Regensburg und kam zum Wohlstand. Um 1512-15 führte er viele Arbeiten für Kaiser Maximilian I. aus. 1519-25 bekleidete der Maler wichtige Amter in der Stadt. 1535 reiste er in diplomatischer Mission zum Kaiser nach Wien.
A.Altdorfer gilt als Hauptvertreter der Donauschule. Seine koloristische Begabung wurde in der deutschen Malkunst nur von M. Grünewald übertroffen. In seinen Gemälden ist der Mensch in die wildwuchernde Natur unlösbar eingebunden. Der Maler hat viele seiner Werke in kleinem Format ausgeführt, aber dadurch wurde ihre seltene Ausdruckskraft nicht abgeschwacht.
Das Hauptwerk von A. Altdorfer ist der Sebastianaltar in St. Florian bei Linz (1509-18). Er schließt die Reihe der großen spätgotischen Wandelaltare ab. 1529 malte A. Altdorfer im Auftrag des Bayernherzogs seine berühmte «Alexanderschlacht» (München, Alte Pinakothek). Das Gemälde beinhaltet die Schlacht bei Issos vom Jahre 333 v.u.Z., als der junge Makedonierkönig Alexander III. mit seinem Heer die Perser unter Darius besiegte. In diesem vielgestaltigen Gemälde ist die Landschaft seiner bayerischen Heimat zu erkennen. Im Hintergrund des Bildes kann man eine typische altdeutsche Stadt
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sehen. Die Waffen, Rüstung und Kleidung der Krieger erinnern nicht an das alte Griechenland, sondern an Deutschland des XVI. Jh. In diesem Gemälde kann man also eine indirekte Widerspiegelung des Zeitgeschehens (der Reformation und des Bauernkrieges) sehen.
Neben den Gemälden hinterließ der Maler 120 Zeichnungen, 200 Holzschnitte, Kupferstiche und Radierungen. Unter den bedeutendsten Werken A. Altdorfers sind «Zwei Johannes» (München), «Kreuzigung» (Kassel), «Geburt Maria» (München). Wertvoll sind auch seine Holzschnitte für Kaiser Maximilian («Ehrenpforte», «Triumphzug») sowie der große Farbholzschnitt der «Schönen Maria» mit seiner außergewöhnlichen technischen Leistung.
Hans Holbein der Jüngere
(Winter 1497/98-1543)
H. Holbein gehört zu den größten Renaissance-Künstlern Deutschlands, deren Schaffen und Lebensweg mit der Reformation verbunden war. H. Holbein lernte in der Werkstatt seines Vaters Hans Holbein des Älteren in Augsburg. 1515-26 lebte er in Basel. Hier lernte der Maler Erasmus von Rotterdam kennen, der seinen Weg stark beeinflußte und dessen Werke er später illustrierte. 1517-19 arbeitete Holbein in Lüzern. Während seines Aufenthaltes in der Schweiz unternahm er vermutlich 1518 eine Reise nach Oberitalien. 1519 erfolgte seine Aufnahme in die Basler Malerzunft. Nach der Niederlage des Bauernkrieges in Deutschland mußte Holbein nach England emigrieren, wo er um 1536 Hofmaler des Königs Heinrich VIII. wurde und sehr viel zum Werdegang der englischen Schule der Porträtkunst beitrug.
Das künstlerische Werk H. Holbeins ist umfangreich und vielseitig. In den Mittelpunkt seines Schaffens stellte der Meister die Persönlichkeit des Menschen. Die Gestalten seiner Gemälde sind stark individualisiert, wobei die subjektive Einschätzung des Autors im Hintergrund bleibt. Seine Art zu malen ist oft allzu «objektiviert». Nicht umsonst nannte ihn I. Kramskoj einen großen Analytiker: seine Kunstwerke sind wie große Entdeckungen in der Wissenschaft. Alle Details (Gesicht und Hände, Kleider und Schmuck) sind sorgfältig, lebensgetreu und genau gemalt. H. Holbein kann man den hervorragendsten Vertreter der Porträtkunst nennen. Er verstand es, sowohl das Individuelle und Charakteristische der porträtierten Personen zu zeigen als auch sehr realistisch ihre Umwelt zu schildern. So ist der französische Gesandte de Morette zurückhaltend, geschlossen und würdevoll, Erasmus aber ironisch und weise.
Die meisten Werke von H. Holbein befinden sich in Basel und London: «Doppelbildnis des Bürgermeisters Jakob Meyer und seiner Frau» (1516, Basel, Kunstmuseum); «Bikinis Erasmus von Rotterdam» (1523, Basel, Kunstmuseum); «Holbeins Frau mit den beiden älteren Kindern» (um 1528, Basel, Kunstmuseun); «Bildnis des hanseatischen Kaufmanns Georg Gisze» (1532, Berlin-Dahlem); «Die Gesandten» (1533, London, National Gallery); «Bildnis des Sieur de Morette» (1534/35, Dresden, Gemaldegalerie); Bildnisse des Königs Heinrich
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VIII. (u.a. 1537, Lugano), der Jane Seymour (1536, Wien, Kunsthistorisches Museum), der Christine von Dänemark (1538, London, National Gallery). Der Maler hinterließ auch Wandmalereien, Entwürfe fur Glasmalereien sowie zahlreiche Zeichnungen.
Hans Witten
Der Lebensweg dieses bedeutenden deutschen Bildhauers liegt im Dunkel. Vermutlich wurde er in Braunschweig geboren. Es steht fest, dass H. Witten 1502 in Chemnitz tätig war und 1508-22 in Annaberg lebte ‒ im Jahre 1522 wird er zum letzten Mai in Annaberg erwähnt.
H. Witten gilt als einer der hervorragendsten Vertreter der spätgotischen Bildhauerkunst. Um 1508-10 schuf er die Tulpenkanzel im Dom von Freiberg, die die Legende des Bergbaupatrons Daniel verkörpert: ein von Daniel angeleiteter Bergmann findet Silbererz auf. Der künstlerische Stil H. Wittens muss sich in Oberdeutschland herausgebildet haben, wo der Meister in der Lehre war. Daneben bleibt in seinem Schaffen auch die niedersächsische Tradition erhalten.
Die Werke H. Wittens befinden sich in verschiedenen Städten Deutschlands: die Steinfigur der hl. Helena (um 1501-02, Halle, Rathaus); das Vesperbild (um 1508-10, Holz, Goslar, Jakobikirche); der Schreinaltar (um 1507, Ehrenfriedersdorf, Stadtkirche); die «Schöne Tür» (um 1512, Annaberg, St. Annakirche); die Geißelungsgruppe (um 1515, Chemnitz, Schlosskirche).
Adam Krafft
(um 1460-1508 od. 1509)
A.Krafft war Zeitgenosse von V. Stoß und Th. Riemenschneider. Er war einer der hervorragenden Söhne Nürnbergs und arbeitete viel für die Kirchen seiner Heimatstadt. Seine Lehrzeit verbrachte er am Oberrhein und in Straßburg. Nach den Lehrjahren schuf er seine Werke nur aus Sandstein.
A.Krafft gehört neben V. Stoß und T. Riemenschneider zu den bedeutendsten spätgotischen Bildhauern in Deutschland. Ihm gelang es sehr gut, seine Werke mit der sie umgebenden Architektur stilistisch zu verbinden. In seinen späteren Werken erreichte der Meister eine neue, für die Plastiken der Renaissance typische Klarheit der Komposition und der Figuren.
Die Hauptwerke A. Kraffts befinden sich in Nürnberg: das Schreyer-Epitaph am Chor von Sankt Sebald (1492), das Sakramentshaus in Sankt Lorenz, wo der Meister sich als Tragefigur am Sakramentshäuschen darstellte; das Relief fur die Stadtwaage (1497), das Rehbeck-Epitaph für die Dominikanerkirche (1500, heute Frauenkirche), die Kreuzwegstationen für den Johannesfriedhof (1508 vollendet, jetzt im Germanischen Nationalmuseum) sowie Grabmaler in vielen Nürnberger Kirchen.
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Andreas Schluter (um 1660-1714)
Der beruhmte deutsche Bildhauer A. Schluter wurde in Danzig geboren. Seine ersten Skulpturen entstanden 1689-93 in Warschau. 1694 wurde er nach Berlin berufen und 1695-96 nach Italien entsandt. Der italienische Aufenthalt beeinflußte wesentlich das reifere Werk des Bildhauers.
Zur berühmten Leistung A. Schluters wurden die Schlufesteinreliefs am Berliner Zeughaus (Köpfe der Meduse, sterbender Türkenkrieger sowie Prachthelme). 1696-97 schuf A. Schluter das Bronzestandbild Friedrichs III. in Königsberg. Seit 1696 arbeitete der Bildhauer am Reiterdenkmal des Großen Kurfürsten, das 1700 gegossen wurde. Seine Sockelfiguren entstanden erst 1709.
Das Denkmal befindet sich an der Langen Brücke in Berlin. Die Bronzebüste Friedrichs II. von Hessen-Homburg (Bad Homburg, Schlofe), die um 1704 entstand, wurde vom Schaffen L. Berninis beeinflußt. Die Jahre 1705-1713 wurden der Arbeit an den Prunksarkophagen des Königspaars (Sophie Charlottes und Friedrichs I.) gewidmet. Seit 1699 leitete A. Schluter auch den Schloßbau in Berlin; 1702-04 war er als Direktor der Akademie der Künste tätig. Der Schloßbau, dessen Bautechnik unzulänglich war, wurde zur Ursache des Untergangs seiner Karriere, obwohl das Treppenhaus, die Paradekammer und zahlreiche Säle von einer schöpferischen Ausnutzung des römischen Barocks zeugten und mit dramatischen Motiven reich dekoriert waren. A. Schluter wurde entlassen, blieb aber als Hofbildhauer im Dienst. 1713 wurde er nach St. Petersburg eingeladen, wo er 1714 starb.
A. Schluter zählte zu den wenigen Bildhauern seiner Epoche, die auch als Baumeister Großes geleistet haben. Sein Verdienst bestand unter anderem darin, dass er viele Errungenschaften der römischen Antike, Michelangelos und L. Berninis in Deutschland schöpferisch verwendete.
Die meisten Werke A. Schluters befinden sich in Berlin: das Grabmal Männlich in der Nikolaikirche (1700), die Alte Post (1701-04), die Kanzel der Marienkirche (1702-03), der Marstall (1703-06), das Lustschloß Freienwälde (1704-07), das Giefthaus (entworfen 1693, erbaut 1705). Alle erhaltenen Bauten A. Schluters wurden im 2. Weltkrieg zerstört, das Schloß wurde 1950 abgebrochen.
Daniel Nikolaus Chodowiecki (1726-1801)
D.N. Chodowiecki ist als Maler und Radierer bekannt. Aus Danzig stammend, lebte er seit 1743 in Berlin und verdiente bis 1754 als Kaufmann seinen Lebensunterhalt. Zunächst wirkte er in der Kunst als Emailmaler; später befaßte er sich größtenteils mit Radierkunst. D.N. Chodowiecki wurde 1764
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Mitglied, 1790 Vizedirektor und 1797 Direktor der Akademie der Bildenden Künste.
Für die Malweise Chodowieckis waren kleinformatige Bildnisse, häusliche Szenen und Bilder im Stil von J.-B. Greuze und N. Lancre kennzeichnend. Besonders bedeutend sind seine Radierungen.
Seit 1757 hat der Maler 2075 Radierungen geschaffen. Mit Ausnahme von 170 Einzelblatter stellen die übrigen verschiedene Buchillustrationen dar. Er illustrierte z.B. die Erstausgaben der Werke von Lessing, Goethe, Schiller, Claudius und Klopstock sowie «Elementarwerk» von Basedow und «Physiognomische Fragmente» von Lavatet. Als Hauptvertreter des sog. «Zopfstils» schilderte Chodowiecki sehr genau die bürgerliche Welt der friderizianischen Epoche. Er schuf kleine Genrebilder, deren Zeichnung und Komposition eine sichere und gewandte Hand erkennen lassen. Durch die Überarbeitung mit der kalten Nadel gewannen seine Radierungen an Feinheit und Schönheit.
Sehr eindrucksvoll sind die Zeichnungen des Meisters, von denen 2000 erhalten sind. 108 getuschte Federzeichnungen spiegeln seine Reise nach Danzig im Jahre 1773 wider. Als Kupferstecher hat Chodowiecki eine präzise und feine Technik entwickelt (z.B. im «Selbstbildnis des Künstlers mit seiner Familie», 1771).
Johann Heinrich Wilhelm Tischbein (1751-1829)
J.H.W. Tischbein gehört zu Hauptvertretern des Klassizismus in der deutschen Malerei. Er lernte die Malkunst bei seinem Onkel. Später setzte er seine Bildung in Holland fort. In Berlin lebend, wirkte er hauptsächlich als Porträtmaler. 1779 ging Tischbein nach Rom, wo er bei A. Trippel nach der Antike zeichnete und die Werke der großen italienischen Künstler der Renaissance, vor allem das Werk Raffaels und Michelangelos, eingehend studierte. Meisterwerke der antiken Kunst, Fresken und Gemälde der Renaissance beeinflußten stark seinen weiteren Weg in der Kunst: er begann neben den Porträts auch Historienbilder zu malen.
1781-82 arbeitete der Maler in Zürich, dann kehrte er wieder nach Rom zurück. Diese Schaffensperiode war für ihn ziemlich fruchtbar, gerade in dieser Zeit entstanden seine bekannten Gemälde («Das Todesurteil von Schwaben», 1781, Gotha, Museum; «Goethe in der Campagna», 1786-87, Frankfurt a.M., Stadelsches Kunstinstitut). 1787 weilte Tischbein zusammen mit Goethe in Neapel, wo er 1789 Akademiedirektor wurde. Hier arbeitete der Künstler im Laufe von 10 Jahren. 1799 siedelte er nach Kassel über, 1801 ging er nach Hamburg und 1808 nach Eutin. J.H.W. Tischbein war ein vielseitiger Meister: er malte Historienbilder, Idyllen, Porträts, Tierbilder und Stilleben. Besonders bekannt sind die von ihm geschaffenen Bildnisse seiner Zeitgenossen. Der Maler hinterließ seine Selbstbiographie unter dem Titel «Aus meinem Leben».
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Caspar David Friedrich (1774-1840)
C.D. Friedrich zählt zu hervorragendsten romantischen Malern Deutschlands. 1794-98 studierte er an der Akademie von Kopenhagen. Im Herbst des Jahres 1798 kam der Maler nach Dresden, wo er, abgesehen von kurzen Aufenthalten in seiner pommerschen Heimat, bis zu seinem Tode lebte. 1805 fand der Maler, von Goethe gefordert, erste breite Anerkennung. 1810 wurde er Mitglied der Berliner Akademie, 1816 der von Dresden, doch blieb seine Hoffnung auf ein Lehramt unerfüllt. Die letzten Lebensjahre verbrachte der Maler in geistiger Umnachtung.
Für das Leben und Werk Friedrichs war die Bekanntschaft mit romantischen Schriftstellern sowie die Reisen nach Rügen und Bohmen, ins Riesengebirge und in den Harz ausschlaggebend, weil sie ihm dazu verholfen haben, in der Landschaftsmalerei seinen eigenen Stil zu finden. Seiner Meinung nach sollte die Kunst «als Mittlerin zwischen der Natur und den Menschen» auftreten. Ein erhöhtes Gefühl für die vielfältigen Stimmungen der Natur sollte dem Maler helfen die festgeprägten Schemata der idealen klassizistischen Landschaftsform ablösen. Die Landschaften von Friedrich spiegeln subjektive Erlebnisse des Menschen, seine individuelle Gefühlswelt wider. Das Erlebnis der Natur ist im Werk Friedrichs mit religiosen Gefühlen untrennbar verbunden. Eben deshalb sind seine Landschaften oft von Trauer durchdrungen. Immer wieder entwickelte er in seinem Werk die Motive des Werdens und Vergehens. Als einer der ersten zeigte der Maler die schlichte Schönheit des deutschen Nordens, den Zauber der deutschen Bergwelt: «Das Kreuz im Gebirge» (1808, Dresden, Gemäldegalerie); «Mönch am Meer» (um 1808/9), Berlin, Schloß Charlottenburg); «Die gescheiterte Hoffnung» (1821, Hamburg, Kunsthalle); «Mondaufgang am Meer» (1823, Berlin, Neue Nationalgalerie).
Adrian Ludwig Richter (1803-1884)
L. Richter wurde in Dresden als Sohn eines Zeichners und Kupferstechers geboren. Seine Kindheit und Jugend verbrachte er im kleinbürgerlichen Milieu. Der zukünftige Maler lernte bei seinem Vater, dann bekam er den Zeichenunterricht an der Kunstakademie. Der russische Fürst Naryschkin nahm ihn als Landschaftsmaler auf Reise mit.
1823 kam Richter nach Rom und verbrachte dort drei Jahre. Dank der Bekanntschaft mit dem deutsch-italienischen Malerkreis konnte er sich in der Landschaftsmalerei weiter üben und so zur technischen Perfektion kommen. 1826 kehrte er nach Dresden zurück, aber in seiner Heimatstadt fand er zunächst keine Arbeit. Etwas später bekam der Maler eine Lehrstelle an der Zeichenschule in Meißen, wo viele seiner Landschaften entstanden. Seit 1834 erscheinen in seinem Schaffen neue Motive: von nun an malt er nicht südliche Landschaften, sondern
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die Natur seiner Heimat und entwickelt den reifen Stil des Landschaftsmalers, wovon seine Gemälde «Teich am Riesengebirge» und «Brautzug im Frühling» zeugen. 1835 kehrte er nach Dresden zurück und begann als Lehrer der Landschaftsklasse an der Dresdener Akademie zu unterrichten. In dieser Zeit befaßte er sich intensiv mit Buchillustrationen und Holzschnitten. L. Richter schuf ca. 200 Bilder und 2000 Holzschnitte. Er illustriere viele deutsche Volksmärchen sowie «Reineke Fuchs» und «Deutsche Volksbücher». Besonders volkstümlich sind seine Holzschnittillustrationen, in denen der Maler das Leben der Kleinbürger und der ärmsten Volksschichten mit größter Sympathie schildert.
L. Richter hat viele Maler herangebildet. Er wurde von seinen Schülern verehrt und geschätzt. Rein thematisch beschränkte sich sein Schaffen auf Darstellung der Szenen des kleinbürgerlichen Daseins. Ihn lockte auch die Welt von Märchen, Sagen und Volksliedern. Der Maler zeigte liebevoll die Schönheit der heimatlichen Natur, die Arbeit und schlichte Daseinsfreude, die natürliche Abfolge der Lebensalter. Er schilderte das alltägliche Leben des Volkes und pries seine gesunden sittlichen Ideale.
Carl Spitzweg (1808-1885)
Der hervorragende Künstler des deutschen Biedermeiers C. Spitzweg war Autodidakt in der Malerei: er arbeitete in der Apotheke und bildete sich selbst zum Maler aus. In seinen kleinformatigen Bildern zeigte er mit Humor und Sympathie verschiedene Szenen aus dem Alltagsleben. Nach seinem Aufenthalt in Paris (1.851), wo er von E. Delacroix und N. Diaz de la Perm neue Impulse bekam, wandelte sein Stil, der zuerst graphisch geprägt war. Zuletzt erzielte der Maler beinahe impressionistische Effekte in Kolorit und Beleuchtung. In seinen Genrebildern gewann die Landschaft an Bedeutung. Manchmal entstanden bei ihm auch staffagelose Landschaften, d.h. solche, die von keinen Menschengestalten oder Tieren belebt wurden. Seit 1844 war C. Spitzweg als Zeichner in humoristischen Zeitschriften tätig.
In den Genrebildern des Malers findet der Betrachter viele humorvoll gesehene Biedermeiertypen: («Der Gartenfreund», «Der Kaktusfreund» , «Der Bucherwurm») sowie lebensfremde Gelehrte («Das ist deine Welt», «Der Sterngucker», «Der Alchimist», «Der Mineraloge»). Eine große Reihe bilden auch Spitzwegs Sonderlinge wie «Der Sonntagsjäger», «Der ewige Hochzeiter», «Der arme Poet», «Der Angler» u.a. Sehr oft zeigte der Maler auch Musikanten, Mönche und Einsiedler in ihrer nächsten Umgebung.
Spitzwegs Gemälde entstanden im Atelier. Landschaften und Figuren entnahm er seinen Skizzenbußhern, wo sie oft miteinander nicht verbunden waren. Bei seinen Helden, die der Maler liebevoll und nachsichtig darstellte, unterstrich er menschliche Schwächen und komische Charakterzüge.
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