Иностранный язык. Немецкий язык. Учебное пособие по направлению подготовки 54.03.01 «Дизайн»
.pdfMoritz von Schwind (1804-1871)
M. von Schwind wurde in Wien geboren. Sein Weg in der Kunst begann mit der Arbeit an Zeichnungsfolgen und Illustrationen (u.a. zu «Robinson Crusoe» und «Figaros Hochzeit»). 1825 ging er zum Maler P. von Cornelius nach München, der ihm die Kunst der Monumentalmalerei beibrachte. Nach einer Italienreise (1835) schuf M. von Schwind das Gemälde «Ritter Kurts Brautfahrt», das ihm Efolg brachte. 1840-44 war M. von Schwind als Freskenmaler zuerst in Karlsruhe, dann in Frankfurt a.M. tätig. 1847 kehrte er als Akademieprofessor nach München zurück. In den 50er Jahren und später schuf er Fresken in der Wartburg und in der Wiener Hofoper. Neben den Fresken entstanden auch kirchliche Gemälde, Entwürfe für Glasfenster und verschiedene kunstgewerbliche Werke. Der Maler wurde durch seine illustrative, poetisch-gemütvolle und von feinem Humor durchdrungene Kunst zum hervorragenden Vertreter der deutschen Spätromantik.
Bekannt sind z.B. seine volkstumlichen Illustrationen für die «Fliegenden Blätter» und den «Münchener Bilderbogen». Zu seinen besten Werken zählen auch schlichte, stimmungsvolle Einzelbilder. Viele Gebäude in Deutschland und Österreich sind mit seinen Wandmalereien geschmückt. Zu erwähnen sind der Phantasuszyklus im Tiecksaal der Münchener Residenz (1833-34); der Kinderfries in Habsburgsaal (1836); der Amorund Psychezyklus im Schloß Rudigerdorf bei Altenburg (1838). Seine Fresken befinden sich im Standehaus und in der Kunsthalle Karlsruhe (1839-44), in der Wartburg bei Eisenach (185456); im Wiener Opernhaus (der Zauberflötenzyklus, 1866-67).
M. von Schwind schuf eine Reihe von zyklischen Kompositionen: «Die Symphonie» (1852, München, Neue Pinakothek); «Aschenbrödel» (1852-54, Privatbesitz); «Die schöne Melusine» (Aquarell, 1869-70, Wien, Galerie des XIX. Jahrhunderts). Die Einzelbilder des Malers sind in verschiedenen Museen verstreut: «Der Sängerkrieg auf der Wartburg» (1844-46, Frankfurt a.M., Stadel); «Die Künstlerwanderung» (1847, Berlin, Nationalgalerie); «Die Morgenstunde» (1858, München, Schaakgalerie); «Rübezahl» (um 1860, ebenda); «Hochzeitsreise» (1867, ebenda).
Adolph Menzel (1815-1905)
A. Menzel war der bedeutendste und vielseitigste Vertreter der deutschen Kunst im XIX. Jh. Er schuf viele realistische Gemälde, Zeichnungen und Holzschnitte, die eine ganze Epoche im Leben seiner Heimat dokumentieren. Er wurde in Breslau geboren. Noch in den Kinderjahren lernte erden Steindruck und das Zeichnen von seinem Vater. Nachdem die Familie nach Berlin umgezogen war, starb der Vater. Der 17jährige Adolph mußte die Lithographenwerkstatt des Vaters übernehmen und die Familie ernähren. Mit 18 Jahren schuf der jünge
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Künstler seine erste bekannte graphische Arbeit im realistischen Stil ‒ sechs lithographische Blätter zum Gedicht von Goethe «Künstlers Erdenwallen». Bald darauf entstand eine neue graphische Reihe aus der brandenbürgischen Geschichte. Der junge Künstler bekam den Auftrag, Kuglers «Geschichte Friedrich des Großen» zu illustrieren. Um die Vignetten zeitund lebensgetreu zu malen, mußte der junge Autodidakt sehr viel in Museen. Bibliotheken, Schlössern und Archiven arbeiten. Diese Arbeit brachte A. Menzel Erfolg und Anerkennung. Später gestaltete der Künstler viele Motive aus der preußischen Geschichte und wurde zum hervorragenden Meister des Holzschnittes. Eine Reihe seiner Bilder stellt das Leben am kaiserlichen Hof in Berlin dar.
In seinen realistischstrengen Landschaften verewigte der Maler die nördliche Schönheit seiner Heimat. Als einer der ersten begann er das Leben der Hinterhöfe einer Großstadt zu malen. In Tausenden von Zeichnungen war A. Menzel bestrebt, alles zu gestalten, was er im alltäglichen Leben sah. Besonders bedeutend ist sein Spätwerk. Hierher gehören die Illustrationen zu Kleists «Zerbrochenem Krug», Landschaften, Charakterstudien und das «Kinderalbum», in dem viele Tierbilder vereinigt sind. Früher als viele andere Maler machte er werktätige Menschen zum Gegenstand seiner Kunst (u.a. in Gemälden «Fabrikgebäude im Mondschein», «Eisenwalzwerk», «Aufbährung der Märzgefallenen»). Das letzte Gemälde entstand unter dem Eindruck der revolutionaren Ereignisse von 1848. Der Maler symphatisierte mit den Aufstandischen und setzte mit seinem Werk ein Dänkmal für die Opfer der Revolution.
Anselm Feuerbach (1829-1880)
Der Maler, der als Vertreter des akademischen Stils bekannt ist, erhielt seine Ausbildung 1845-48 in Düsseldorf. 1848-50 wirkte A. Feuerbach in München; bis Anfang 1854 setzte er seine Studien in Antwerpen und Paris fort. In Paris bekam A. Feuerbach fruchtbare Anregungen von Vertretern der romantischen Schule in der französischen Malerei (Couture, Delacroix, Courbet). 1855 unternahm der Maler eine Italienreise. Seit 1876 bis zu seinem Tode lebte A. Feuerbach in Venedig. 1873 bekam er eine Professur an der Wiener Akademie.
Literatur und Mythologie dienten oft als Quellen für Themen und Sujets der Werke A. Feuerbachs. Seme erste große Arbeit, die von ihrem Autor reden ließ, entstand 1852. Das war «Hafis vor der Schenke» (Mannheim, Kunsthalle). Aber die bedeutendsten Werke des Künstlers wurden in Italien geschaffen. Als Muster dienten ihm die Werke der antiken und italienischen Meister. Für die Gemälde Feuerbachs sind statuarische Figurenkomposition und akademische Strenge der Gestaltung charakteristisch, z.B. in: «Dante und die edlen Frauen von Ravenna» (Karlsruhe, Kunsthalle); «Pieta» (1863, München, Schack-Galerie); «Iphigenienbilder» (1862 und 1871, Darmstadt, Hess-Landesmuseum; Stuttgart, Staatsgalerie); «Das
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Gastmahl des Plato» (1869 und 1873, Karlsruhe und Berlin); die Fassungen von «Medea» (1871, München und Mannheim); Selbstbildnis (1873, Berlin, Neue Nationalgalerie). Der Maler schuf auch interessante Kreidezeichnungen ‒ Skizzen nach der Natur. Die hinterlassenen Aufzeichnungen des Malers wurden nach seinem Tode von seiner Stiefmutter Henriette Feuerbach unter dem Titel «Ein Vermächtnis» herausgegeben (1882).
Hans Thoma (1839-1924)
H. Thoma ist ein bekannter deutscher realistischer Maler. Er wurde in Bernau geboren. Seine Ausbildung bekam er 1859-66 in Karlsruhe. Danach ging der Maler nach Düsseldorf und 1868 nach Paris. In Paris wurde seine Malweise von G. Courbei und den Meistern von Barbizorf beeinflusst. Seit 1870 lebte H. Thoma in München. Hier stand er Wilhelm Leibl und dessen Kreis nahe.
Seit 1876 war H. Thoma in Frankfurt a.M. tätig; 1899-1916 war er Direktor der Kunsthalle und Akademieprofessor in Karlsruhe. H. Thoma malte frische und schlichte Bildnisse seiner Familie, Porträts der Bauern sowie viele Landschaften und Stilleben. Er liebte die Natur seiner Heimat und gestaltete sie mit grosser Meisterschaft in seinen Gemälden. Besonders oft stellte er die Landschaften von Schwarzwald und Oberrhein dar. Seit den 80er Jahren schuf er unter dem Einfluß von A. Bocklin mythologische, allegorische und religiose Bilder, die nicht immer seiner Begabung und seiner Malweise entsprachen. H. Thoma gehoren viele graphische Arbeiten, unter denen die Lithographien besonders stilvoll ausgeführt sind. Die Gemälde von H. Thoma befinden sich in vielen Museen Deutschlands und Österreichs: «Laufenburg» (1870, Berlin, Nationalgalerie); «Der Rhein bei Sackingen» (1873, ebd.); «Frühlingsidylle» (1871, Dresden, Galerie); «Selbstbildnis» (1880, ebd.); «Der Hüter des Tales» (1893, ebd.); «Selbstbildnis» (1871, Hamburg, Kunsthalle); «Selbstbildnis mit Gattin» (1887, ebd.); «Gesang im Grünen» (um 1875, Hannover, Landesmuseum); «Mutter und Kind» (1885, ebd.); «Wanderer im Schwarzwald» (1891, ebd.); «Bildnisse der Mutter und Schwester» (1868, Essen, Folkwang-Museum); «Kinderreigen» (1872,Karlsruhe, Kunsthalle); «Raufende Buben» (1872, ebd.); «Rheinlandschaft» (1899, ebd.); die Folge von 12 Monats-, 8 Planetenund 10 Christusbildern (1906-08, Leipzig, Museum); «Schwester Agathe mit Blumen» (1870, Wien, Galerie des XIX. Jahrhunderts); «Mainlandschaft» (1875, ebd.).
Wilhelm Leibl (1844-1900)
W. Leibl gehört zu den bedeutendsten Vertretern des malerischen Realismus in Deutschland. In seiner Jugend arbeitete der zukünftige Maler als Schlosserlehrling. Nach dem Studium bei einem Maler trat er 1864 in die
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Münchener Akademie ein. Das Bildnis von Frau Mina Gedon, das er in München 1868-69 schuf, wurde zum Hauptwerk seiner Frühzeit und brachte ihm den freundschaftlichen Kontakt mit G. Courbet in München und Paris.
Aus Frankreich kehrte W. Leibl nach München zurück. Dort versammelte er um sich einen Kreis gleichgesinnter Maler. 1873 siedelte W. Leibl nach Oberbayern über. Hier lebte er zurückgezogen und einsam in kleinen Dörfern und arbeitete an seinen Werken. Im Mittelpunkt seines Schaffens stand der Mensch. Das sittliche Ideal des Malers war das bauerliche Leben, das er mit großer Lebenstreue schilderte. In den Werken des letzten Jahrzehnts seines Lebens traten erkenntliche Merkmale einer impressionistischen Malweise hervor. Sein Stil gewann an koloristischer Freiheit.
Das Schaffen von W. Leibl spielte eine wesentliche Rolle in der Entwicklung der deutschen Malkunst, z.B. «Die Kokotte» (1869, Köln, Wallraf-Richartz- Museum); «Die Tischgesellschaft» (1872-73, ebd.), «Die Dorfpolitiker» (1877, Winterthur); «Die drei Frauen in der Kirche» (1881, Hamburg, Kunsthalle); «Die Wildschützen» (1882-86) u.a.
Max Liebermann (1847-1935)
M. Liebermann stammte aus Berlin. Seine Ausbildung als Maler und Graphiker bekam er in Berlin und Weimar. 1873-78 lebte der Maler in Paris und Amsterdam, wo er fruchtbare Anregungen durch G. Courbet, J.-F. Millet und das Werk von F. Hals empfing. 1878-84 in München lebend, bekam der Künstler neue Anregungen durch W. Leibl. Ab 1884 lebte M. Liebermann in Berlin, aber mehrere Sommer verbrachte er in den Niederlanden.
M. Liebermann war Mitglied und 1920-33 President der Preußischen Akademie der Künste. Der Künstler genoß den Ruhm als Hauptvertreter des deutschen Impressionismus. Nach Einbruch der faschistischen Diktatur wurde der Maler wegen seiner jüdischen Herkunft verfemt. In der ersten Periode des Schaffens von M. Liebermann war das Kolorit seiner Bilder oft dunkel. Die Genreszenen, die er schuf, hatten eine feste räumliche Begrenzung, z.B. «Altmännerhaus in Amsterdam», 1880, Stuttgart, Staatsgalerie); «Waisenhaus in Amsterdam», 1881, Frankfurt a.M., Stadel; «Netzflickerinnen», 1889, Hamburg, Kunsthalle). Etwa seit den 90er begann der Maler hellere Farben zu verwenden. Die Darstellung der Bewegung wurde zum Hauptziel seiner ästhetischen Bestrebungen. In dieser Zeit malte und zeichnete er oft badende Knaben, sich aufbaumende Pferde, das Menschengewühl auf den Straßen. Um Heftigkeit und Intensität der Bewegung zu unterstreichen, benutzte er einen kräftigen Farbauftrag. Diese Periode markiert eine weitere Entwicklung des Impressionismus im Werk M. Liebermanns: «Polospieler» (1902-03, Hamburg, Kunsthalle); «A. von Berger» (1905, ebd.); «Judengasse in Amsterdam» (1905, Koln, Wallraf-Richartz-Museum). Für die letzte Phase seines Schaffens sind
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sonnendurchflutete Gartenbilder aus Wannsee typisch. In seinem Spätwerk nehmen großartige Porträts einen wichtigen Platz ein (z.B. das Bildnis des berühmten Chirurgen F. Sauerbruch, 1932, Hamburg, Kunsthalle). M. Liebermann hinterließ auch ein bedeutendes graphisches Werk: Lithographien, Zeichnungen und Radierungen.
Max Klinger (1857-1920)
M. Klinger trat in der Kunst als Radierer, Maler und Bildhauer auf. Seine Ausbildung bekam er in Karlsruhe, Brüssel und Paris. 1888-93 lebte der Künstler in Rom, wo sein Werk von A. Bocklin beeinflußt wurde. Später arbeitete M. Klinger in Leipzig. Von besonderer Bedeutung sind seine Radierungen, in denen er mit virtuoser Technik eine eigene phantasierende Vorstellungswelt verkörperte. Die Monumentalgemälde des Künstlers offenbaren sein Bestreben, den Naturalismus seiner Radierungen neoklassizistisch zu stilisieren (z.B. «Das Urteil von Paris», 1886-87, Wien, Kunsthistorisches Museum). Der Künstler versuchte, die Tradition der farbigen Plastik im XIX. Jh. wieder lebendig zu machen. Diese Kunst erreichte ihren Gipfel in seinem Sitzbild Beethovens, das aus verschiedenen Marmorsorten, Bronze und farbigen Glasflüssen zusammengesetzt ist. Klingers Bildnisskulpturen (z.B. die Büste von F. Nietzsche) zeugen von sicherem Können des Meisters. M. Klinger arbeitete viel als Graphiker und schuf eine Reihe von Radierungsfolgen: «Rettungen Ovidischer Opfer» (1878); «Eva und die Zukunft» (1880); «Amor und Psyche», «Intermezzi» (1880); «Ein Handschuh» (1881); «Ein Leben» (1883); «Eine Liebe» (1894); «Das Zelt» (1916). Viele Gemälde von M. Klinger sind nach evangelischen und mythologischen Sujets entstanden: «Die Kreuzigung» (1890, Leipzig, Museum); «Christus im Olymp» (1897, Wien, Moderne Galerie); «Die Blüte Griechenlands» (1909, Leipzig, Aula der Universität, zerstört 1943). M. Klinger gehören auch bedeutende Bildhauerarbeiten: die Halbfiguren der Salome und der Kassandra (1893-95, Leipzig, Museum); das Beethovendenkmal (18861902, Leipzig); die Bildnisse von Nietzsche (1904) und W. Wundt (1912), das E. Abbe-Denkmal (1912, Jena).
Lovis Corinth (1858-1925)
L. Corinth stammte aus Ostpreußen. 1876-80 studierte er an der Königsberger Akademie. Die Jahre 1884-87 verbrachte er in München, Antwerpen und Paris, wo er seine Ausbildung fortsetzte. 1890-1900 lebte der Maler in München. Danach war L. Corinth in Berlin ansässig, wo er zu fuhrenden Sezessionsmitgliedern zahlte. In seinem Frühwerk und als reifer Meister versuchte L. Corinth sich von rein malerischer Flächenkunst zu distanzieren, um
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einen kraftvollen, plastischen Stil des Realismus zu entwickeln. In dieser Schaffensperiode entstanden zahlreiche Figurenbilder, die durch ein betontes Pathos der Wirklichkeitserfassung gekennzeichnet sind. Ziemlich oft gestaltete der Maler in seinen Gemälden biblische und mythologische Sujets. Nach einer schweren Erkrankung des Malers 1912 traten Veränderungen seines künstlerischen Stils ein: sein Farbauftrag wurde temperamentvoller, wobei das Visionare die neuen Werke wesentlich prägte. In dieser Zeit malte er mit Vorliebe Landschaften und Blumenstilleben. Seine Kunst wurde weise und ausgeglichen. Neben Akten, Landschaften und Stilleben schuf L. Corinth viele Bildnisse, die von bleibendem künstlerischem Wert sind, darunter Selbstbildnisse sowie die Porträts von Eduard Graf Keyserling (1896), Peter Hille (1902), Rudolf Kittner als Florian Geyer (1907), Eduard Meyer (1910/11) u.a.
Neben M. Slevogt und M. Liebermann zählt L. Corinth zu hervor ragendsten deutschen Impressionisten. L. Corinth befaßte sich viel mit graphischen Arbeiten. Er ist als Autor vieler Radierunger Lithographien und Buchillustrationen bekannt. 1920 wurden sein gesammelten Schriften und 1926 seine Selbstbiographie ediert. In Tapian, wo der Maler geboren wurde, gibt es ein Corinth-Museum.
Kathe Kollwitz (1867-1945)
In Königsberg in der Familie eines Maurermeisters geboren hat sich K. Schmidt in Berlin und München als Graphikerin un Malerin ausgebildet. Sie heiratete Karl Kollwitz und wurde Mutter von zwei Söhnen und Hausfrau. Den größten Teil ihres Lebens verbracht sie in Berlin.
Das Schaffen von K. Kollwitz wurde von den progressiven Idee: der deutschen Arbeiterbewegung stark beeinflußt. Sehr viel bedeuteten für sie auch humanistische Gedanken von E. Zola, H. Ibsen, G. Hauptmann, L. Tolstoi und M. Gorki. Eine wichtige Rolle in der geistigen Entwicklung der Künstlerin spielte ihre Berline Umgebung: in den Industrieund Arbeitervierteln Berlins lernt sie Elend und Not kennen. Zum Hauptthema ihrer Werke wurde ein starker Protest gegen Unrecht, Ausbeutung und Unterdrückung.
Die Zeichnerin arbeitete unermüdlich an der Herausbildung ihres eigenen Stils. Ihre graphischen Arbeiten entstanden nach mannigfachen Versuchen, Skizzen und Entwürfen. Neben der Radierkunst meisterte sie auch die Technik des Holzschnitts. К. Kollwitz versuchte sich auch in der Plastik: in dieser Hinsicht sind vor allem das Relief «Klage», die Elterngestalten vom Soldatenfriedhof in Flandern und die Mutter mit den Kindern im Arm zu nennen. Die letzte Lithographie der Künstlerin ist ein Selbstbildnis. Es stellt das leidvolle Gesicht einer alten Frau dar, die ein schweres Leben hinter sich hat. In der Hitlerzeit mußte die Künstlerin Pressehetze und Verhöre erleben. Die Professur an der Akademie der bildenden Kunste wurde ihr genommen, die Ausstellungen ihrer Werke
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wurden verboten, ihre Radierungen nicht gedruckt. Aber trotzdem folgte sie dem Motto, das ihr Großvater einmal geprägt hatte: «Jede Gabe ist eine Aufgabe».
Emil Nolde (1867-1956)
E. Nolde (egtl. E. Hansen) wurde in Nolde bei Südtondern geboren. In seiner Jugend besuchte er die Holzschnitzerschule in Flensburg. 1892-98 war er als Lehrer an der Gewerbeschule St. Gallen (Schweiz) tätig. Später setzte er seine künstlerische Ausbildung in München, Paris und Kopenhagen fort. Viele Jahre lang lebte E. Nolde in Berlin. 1913/14 unternahm er eine Weltreise.
Nach 1918 lebte er abwechselnd in Berlin und auf seinem Gut Seebull in Nordfriesland. Nachdem die Faschisten die Macht ergriffen hatten, wurde seine Kunst für minderwertig und entartet erklärt. Der Künstler wurde gehetzt und verfemt, das Malen wurde ihm verboten.
E. Nolde schuf Ölgemalde und Aquarelle, in denen er nach grellen Kontrasten griff und seinen Farben die äußerste Leuchtkraft verlieh. Der Maler gilt als Hauptmeister des deutschen Expressionismus, obwohl er keiner Gruppe oder Vereinigung angehörte. Seine Landschaftsbilder und Blumenstilleben offenbaren die leidenschaftliche Liebe des Malers zur Natur. Seine Figuren und Maskenbilder verkörpern die Neigung des Autors zum Exotischen und Grotesken. Außerdem schuf der Maler viele religiose Bilder. Von seltener Ausdruckskraft sind seine Radierungen und Holzschnitte, deren Besonderheit in scharfen Gegensätzen von Schwarz und Weiß besteht.
Max Slevogt (1868-1932)
M. Slevogt stammte aus Landshut (Bayern). Er machte seine Studien an der Münchener Akademie. 1889/90 unternahm er Reisen nach Paris und Italien. 1899 wurde M. Slevogt Mitglied der Berliner Sezession und siedelte im Herbst 1901 nach Berlin über, wo er 1917 zum Akademieprofessor avancierte. Er lebte abwechselnd in Berlin, Goldramstein und in Neukastel bei Landau (Pfalz), wo er 1932 starb. Das Frühwerk des Malers entwikelte sich unter dem Einfluß von W. Leibl und W. Trubner im Rahmen der realistischen Tradition. In dieser Zeit beschäftigte er sich mit Bildnissen und thematischen Kompositionen. Vor 1900 entstanden Landschaften und Figurenbilder Slevogts, die keinen braunen Atelierton mehr hatten. Zu neuer Farbigkeit und zu eigenem Realismus gelangte der Maler um 1901. Davon zeugen seine Bilder aus dem Frankfurter Zoo und Porträts (u.a. das Porträt des Sängers F. d'Anrade). Neben Bildnissen und Genrebildern galt sein Interesse den Landschaften. Der Maler bekam neue Eindrücke während seiner Reisen nach Agypten und durch Italien (1914) sowie während seiner Tätigkeit als Kriegsmaler an der Westfront. Den Höhepunkt seines
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malerischen Schaffens erreichte M. Slevogt in seinen im Orient gemalten Impressionen, deren Farben sich durch eine besondere Transparenz und Leuchtkraft auszeichnen. Sie gehören zu den besten Leistungen des deutschen Impressionismus. Nach 1901 beschäftigte sich der Maler mit Wandbildern und Buchillustrationen. Es entstanden Illustrationen zu «Ilias», Rubezahl-Sagen, Benvenuto Cellini u.a. Die Gemälde M. Slevogts befinden sich in vielen Museen Deutschlands, u.a.: Berlin (Ost), Nationalgalerie: «Zauberflötenfries», 1917; «Landschaft bei Raster», 1927; Berlin (West), Nationalgalerie: «Don Juans Ende», 1906; «Seelenmesse», 1908; «Zitronenstilleben», 1921 Bremen, Kunsthalle: «Panther im Käfig», 1901; «Erdbeerstilleben», 1904; «Conrad Ansorge», 1915; Dresden, Gemäldegalerie: «Marietta de Rigardo» (1904), «Anna Pawlowa», 1909; Bilder aus Ägypten (1914); Frankfurt a.M., Stadel: «Sommernachtstraum», 1921; Hamburg, Kunsthalle: «Der Schwarze d'Anrade», 1902; «Senator O'Swald», 1905. Die Werke M. Slevogts gibt es auch in Museen und Galerien Hannovers, Mannheims und Münchens.
Ernst Barlach (1870-1938)
E. Barlach wirkte als Bildhauer, Graphiker und Dichter. Er wurde in Wedel, in der Nähe von Hamburg, geboren. Als Künstler bildete er sich an verschiedenen Akademien aus (in Dresden, Paris, Florenz und Toskana). 1906 unternahm Barlach eine Rußlandsreise, die für sein Schaffen von großer Bedeutung war. 1906-09 lebte er in Berlin, 1910 wählte er Gustrow zu seinem Wohnsitz und blieb dort fast bis zu seinem Lebensende. Der Künstler starb 1938 in Rostock und wurde nach seinem Willen in Ratzeburg, der Stadt seiner Kindheit, begraben. Sein Lebensabend wurde durch die faschistische Hetze noch tragischer und trostloser. Die Skulpturen des Meisters wurden als «ostischminderartig» und «entartet» bezeichnet und beschlagnahmt. Sein Gustrower Mahnmal fur die Opfer des 1. Weltkrieges wurde aus dem Dom entfernt. Der Künstler fühlte sich in Deutschland wie ein innerer Emigrant.
Für das Jugendwerk E. Barlachs sind einige Züge der Neuromantik und des Jugendstils typisch. Später aber wird seine Kunst strenger. Sie befreit sich von aller Zufälligkeit. Bei seinen Plastiken herrscht eine festgefugte Grundform vor. Seine Gestalten stellen Verallgemeinerungen dar, die nichts Überflussiges haben. Seine Werke, die oft von halber Lebensgröße oder kleiner sind, schnitzte der Meister in Holz und machte danach ihre Bronzegusse selbst. Barlachs plastische Werke zeichnen sich durch seltene Monumentalität aus, aber ziemlich oft hat diese Monumentalität mit einer Entheroisierung der Gestalt zu tun.
Als Graphiker schuf E. Barlach bedeutende Lithographien und Holzschnitte. Er illustrierte auch seine eigenen Dramen. Ein großer Teil seiner Plastiken befindet sich im Ernst-Barlach-Haus in Hamburg, z.B. «Russische Bettlerin» (1907, Bronze); «Moses» (1919, Eiche); «Das Wiedersehen» (1926, Nußbaum;
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1930, Bronze); «Fries der Lauschenden» (1935, Eiche); «Der Buchleser» (1936, Bronze, u.a. auch in Berlin, Neue Nationalgalerie); «Der Flotenblaser» (1936, Teakholz, auch Bronze, u.a. in Duisburg); «Russische Bettlerin mit Schale» (1906, Keramik, u.a. in Dresden); «Die Kupplerin» (1920, Bronze, u.a. in Dusseldorf); das Ehrenmal für den Gustrower Dom (1927, Bronze; 1938 vernichtet, Neugufi); «Der Bettler», «Die lesenden Mönche» u.a.
Georg Kolbe (1877-1947)
G. Kolbe wirkte als Bildhauer und Zeichner. Er wurde in Waldheim (Sachsen) geboren. Er begann seine künstlerische Laufbahn als Maler und Lithograph, dann wechselte er zur Bildhauerei über. Nach der Ausbildung in Leipzig, Dresden und München lebte G. Kolbe seit 1887 in Paris, wo er von A. Rodin besonders produktive Anregungen bekam. Die Jahre 1898-1907 verbrachte er in Rom. In dieser Zeit wendete er sich unter dem Einfluß von L. Tuallion zur Bronzeplastik hin. 1903 kehrte G. Kolbe in die Heimat zurück und lebte seitdem größtenteils in Berlin. In seinem Frühwerk bevorzugte er die Darstellung der Bewegung. In seinem Schaffen dieser Periode herrschten weibliche Figuren vor, die oft in schwingende Bewegung gelöst waren (z.B. seine berühmte «Tanzerin» 1912, Berlin, Neue Nationalgalerie). Später erschienen bei ihm auch männliche Figuren und Gruppen.
Zeitlebens schuf G. Kolbe Bildnisbüsten, meist in Bronzeguß. Für diese Arbeiten ist ein tiefes Einfühlungsvermögen in den Charakter der dargestellten Person kennzeichnend (u.a. das Bildnis von Henry van de Velde, 1913). Über zwei Jahrzehnte (von 1926 bis zum Tod des Kunstlers) dauerte die Arbeit am Beethoven-Denkmal in Frankfurt a.M. Dieses Denkmal ist eines der besten Exempel von geistig vertieften Werken des Bildhauers.
Max Beckmann (1884-1958)
Die Heimatstadt M. Beckmanns ist Leipzig. 1900-03 studierte er Malerei und Graphik in Weimar. Seine erste Ausstellung fand schon 1906 statt.
Der Maler nahm am I. Weltkrieg als Sanitätssoldat teil. Vom Krieg zurückgekehrt, versuchte er mit expressionistischen Kunstmitteln seine Kriegserlebnisse zu gestalten. M. Beckmann zeigte Chaos, Brutalität, Haß und Zerstörung. Seine Werke waren von scharfer Sozialkritik und gleichnishafter Ironie geprägt. Sehr charakteristisch für diese Phase seines Schaffens ist das bekannte Bild «Die Nacht» (1918/19, Düsseldorf, Kunstsammlung Nordrhein/Westfalen). 1925-33 hatte M. Beckmann eine Professur an der StadelSchule. 1937 emigrierte er nach Amsterdam und 1947 ging er nach Amerika, wo er ab 1949 seine Lehrtätigkeit aufnahm. Das Werk M. Beckmanns ist umfangreich
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und mannigfaltig. Er schuf vielfigurige expressionistische Genrebilder, viele Porträts, Stilleben, Selbstbildnisse, Landschaften sowie Triptychen zu mythologischen Themen. In seinen Genrebildern und Porträts benutzte er scharf umrissene Konturen und verstellte Raumverhältnisse, die beim Betrachter Unruhe hervorriefen. So sind u.a. sein «Argonauten-Triptychon» (1950, New York, Sammlung H. Beckmann) und «Odysseus und Kalypso» (1943, Hamburg, Kunsthalle). M. Beckmann illustrierte Goethes «Faust» und «Apokalypse», schuf einzelne graphische Blätter. Er versuchte seine Kräfte als Bildhauer und schrieb Theaterstücke. Veröffentlicht sind auch seine «Briefe im Kriege» (1955) und «Tagebücher 1940-50» (1955). Der Maler starb 1958 in New York.
Otto Dix (1891-1969)
О. Dix stammte aus Gera. Seine Kunststudien begann er als Schüler eines Dekorationsmalers; dann besuchte er die Kunstgewerbeschule und studierte an der Dresdener Akademie. Nach der Beendigung seiner Ausbildung lebte der Maler in Berlin und Dresden. 1927 bekam er eine Professur an der Dresdener Akademie.
In der Zeit der faschistischen Diktatur wurde er aus der Akademie entlassen und als Vertreter der «entarteten» Kunst gehetzt. Seit 1934 galt für ihn Maiund Ausstellungsverbot. Seit 1936 lebte O. Dix zurückgezogen in der Nähe von Konstanz, in Hemmenhofen (Baden-Württemberg). Das Werk von O. Dix bekam die ersten Anregungen durch Expressionismus und Dadaismus. Später (in den 20er Jahren) wandelte sich sein Stil zum grimmigen Realismus der Neuen Sachlichkeit, der das Schreckliche und Abstoßende nicht scheute. Unter den berühmtesten Werken der 20er Jahre sind folgende zu nennen: «Die Eltern des Künstlers» (1921, Basel, Kunstmuseum); «Bildnis der Schriftstellerin Sylvia von Harden» (1926, Paris, Musee National d'Art Moderne); «Der Krieg» (Triptychon, 1929-32, Dresden, Staatliche Kunstsammlung), «Die sieben Todsunden» (1933, Karlsruhe, Kunsthalle). Im höhen Alter malte O. Dix viele Landschaftsbilder und Gemälde zu religiosen Themen.
Georg Grosz (1893-1959)
Das Leben und Werk von G. Grosz (egtl. Georg Ehrenfried) waren mit Berlin verbunden. Hier wurde der Maler geboren, hier ist er gestorben. G. Grosz wirkte in der Kunst als Maler und Graphiker. In seiner Jugend gehörte er zu Mitbegründern der Berliner Dada-Gruppe und entfaltete glänzende satirische Begabung. In den 20er-30Jer Jahren illustrierte er viele Werke der zeitgenossischen Literatur. Daneben entstanden seine graphischen Mappenwerke,
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