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Johann Heinrich Wilhelm Tischbein

(1751-1829)

J.H.W. Tischbein gehört zu Hauptvertretern des Klassizismus in der deutschen Malerei. Er lernte die Malkunst bei seinem Onkel. Später setzte er seine Bildung in Holland fort. In Berlin lebend, wirkte er hauptsachlich als Porträtmaler. 1779 ging Tischbein nach Rom, wo er bei A. Trippel nach der Antike zeichnete und die Werke der großen italienischen Künstler der Renaissance, vor allem das Werk Raffaels und Michelangelos, eingehend studierte. Meisterwerke der antiken Kunst, Fresken und Gemälde der Renaissance beeinflussten stark seinen weiteren Weg in der Kunst: er begann neben den Porträts auch Historienbilder zu malen. 1781-82 arbeitete der Maler in Zürich, dann kehrte er wieder nach Rom zurück. Diese Schaffensperiode war für ihn ziemlich fruchtbar, gerade in dieser Zeit entstanden seine bekannten Gemälde ("Das Todesurteil von Schwaben", 1781, Gotha, Museum; "Goethe in der Campagna", 1786-87, Frankfurt a.M., Städelsches Kunstinstitut). 1787 weilte Tischbein zusammen mit Goethe in Neapel, wo er 1789 Akademiedirektor wurde. Hier arbeitete der Künstler im Laufe von 10 Jahren. 1799 siedelte er nach Kassel über, 1801 ging er nach Hamburg und 1808 nach Eutin.

J.H.W. Tischbein war ein vielseitiger Meister: er malte Histo­rienbilder, Idyllen, Porträts, Tierbilder und Stillleben. Besonders bekannt sind die von ihm geschaffenen Bildnisse seiner Zeitgenossen. Der Maler hinterließ seine Selbstbiographie unter dem Titel "Aus meinem Leben".

Caspar David Friedrich

(1774-1840)

CD. Friedrich zahlt zu hervorragendsten romantischen Ma-lern Deutschlands. 1794-98 studierte er an der Akademie von Kopenhagen. Im Herbst des Jahres 1798 kam der Maler nach Dresden, wo er, abgesehen von kurzen Aufenthalten in seiner pommerschen Heimat, bis zu seinem Tode lebte. 1805 fand der Maler, von Goethe gefordert, erste breite Anerkennung. 1810 wurde er Mitglied der Berliner Akademie, 1816 der von Dresden, doch blieb seine Hoffnung auf ein Lehramt unerfüllt. Die letzten Lebensjahre verbrachte der Maler in geistiger Umnachtung.

Für das Leben und Werk Friedrichs war die Bekanntschaft mit romantischen Schriftstellern sowie die Reisen nach Rügen und Böhmen, ins Riesengebirge und in den Harz ausschlaggebend, weil sie ihm dazu verholfen haben, in der Landschaftsmalerei seinen eigenen Stil zu finden. Seiner Meinung nach sollte die Kunst "als Mittlerin zwischen der Natur und den Menschen" auftreten. Ein erhöhtes Gefühl für die vielfaltigen Stimmungen der Natur sollte dem Maler helfen die festgeprägten Schemata der idealen klassizistischen Landschaftsform ablösen. Die Landschaften von Friedrich spiegeln subjektive Erlebnisse des Menschen, seine individuelle Gefühlswelt wider. Das Erlebnis der Natur ist im Werk Friedrichs mit religiösen Gefühlen untrennbar verbunden. Eben deshalb sind seine Landschaften oft von Trauer durchdrungen. Immer wieder entwickelte er in seinem Werk die Motive des Werdens und Vergehens. Als einer der ersten zeigte der Maler die schlichte Schönheit des deutschen Nordens, den Zauber der deutschen

Bergwelt: "Das Kreuz im Gebirge" (1808, Dresden, Gemäldegalerie); "Mönch am Meer" (um 1808/9), Berlin, Schloss Charlottenburg); "Die gescheiterte Hoffnung" (1821, Hamburg, Kunsthalle); "Mondaufgang am Meer" (1823, Berlin, Neue Nationalgalerie).

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