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Россияне и немцы в эпоху катастроф.docx
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Рис. 3. Нашла отца в списках погибших

Abb. 3. Tochter findet ihren Vater auf der Gedenktafel der Gefallenen Soldaten

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Рис. 4. Немецкая часть мемориала Abb. 4. Deutscher Teil der Gedenkstatte

Рис. 5. Раскопки Abb. 5. Ausgrabungen

Рис. 6. Российско-германское кладбище под Волгоградом. Немецкая часть. Фото В. Гарина

Abb. 6. Russisch-Deutscher Friedhof bei Wolgograd-Deutsche Seite.

Foto von W. Garin

Рис. 7. Российско-германское кладбище под Волгоградом. Советская часть. Фото В. Гарина

Abb. 7. Russisch-Deutscher Friedhof bei Wolgograd-Sowjetische Seite.

Foto von W. Garin

Vorwort

Der englische Historiker Eric Hobsbawn bezeichnete das vergangene Jahrhundert einst als eine “Epoche der Extreme” und bezog sich dabei auf die Jahre von 1914 bis 1991. In diese Zeit fielen zwei Weltkriege, wie sie die Menschheit nie zuvor erlebt hat, totalitare Regime und deren Schei- tern, Verfuhrung und Untergang, Stacheldraht, Leiden und Hoffnungen von Millionen Menschen — “einfacher Menschen”, wie die Historiker und Publizisten sie zu Unrecht nennen. Russen und Deutsche fanden sich in den Sturmen des vergangenen Jahrhunderts fast immer auf verschiedenen Seiten der Barrikaden wieder, und nicht selten betrachteten sie einander durch das Fadenkreuz ihrer Zielfernrohre.

Seit dem Ende des letzten Weltkriegs sind beinahe sieben Jahrzehnte ins Land gegangen, seit dem Ende des “Kalten Kriegs” fast ein Viertel- jahrhundert. Der Kriegbleibt jedoch ein Schlusselereignis im historischen Gedachtnis unserer Volker. Es ist Aufgabe der Historiker, ihn nicht etwa aus dem Gedachtnis der Nachgeborenen zu “loschen”, sondern neue Ge- nerationen vielmehr mit Wissen und Wertungen auszurusten, die bei der Annaherung aller europaischen Volker hilfreich sind. Dieses Ziel fiihrte im September 2010 in Wolgograd (damals Stalingrad) russische und deut- sche Historiker zusammen, iibrigens an einem bezeichnenden Ort und zu einem bezeichnenden Zeitpunkt. In Wolgograd wurde der Vormarsch der scheinbar unbesiegbaren Wehrmacht zum Stehen gebracht. Im Sep­tember 2010 feierte die gesamte Menschheit das 65. Jubilaum des Endes des Zweiten Weltkriegs. Das verlieh der Konferenz, die im Triumph-Saal des Panorama-Museums “Die Schlacht um Stalingrad” in Anwesenheit von Veteranen des GroBen Vaterlandischen Krieges, fiihrender Vertreter des Wolgograder Gebiets und der deutschen Botschaft in Moskau so wie Geschichtsstudenten der ortlichen Universitaten eroffnet wurde, eine be- sondere Bedeutung.

Zum Konferenzauftakt wurde die Fotoausstellung “Gesichter von Sta­lingrad: Sowjetische und deutsche Portraits — 67 Jahre spater” eroffnet, ein einzigartiges Projekt, das Jochen Hellbeck gemeinsam mit der ame- rikanischen Fotografin Emma Dodge Hanson verwirklicht hat. Die Er- offnung der Ausstellung war ein Hohepunkt des BegriiBungsempfangs. Die fotografisghen Portraits von russischen und deutschen Veteranen der

Schlacht von Stalingrad entstanden in einer sehr personlichen und priva- ten Atmosphare — umso eindringlicher offenbaren sie die Spuren und das anhaltende Echo des Krieges. Die Bilder dokumentieren auch, wie sehr sich die Kriegserinnerungen deutscher und russischer Veteranen unter- scheiden. Sinnloses Sterben in der deutschen Erinnerung kontrastiert mit dem russischen Gedenken an einen aufopferungsvollen Kampf. Auf beiden Seiten der Front jedoch, das bezeugen die Stimmen und Portraits der Veteranen ebenfalls, ist die Erinnerung an die Not und den Schrecken der Kampfhandlungen lebendig. Die Weltkriegsveteranin Marija Georgi- jewna Faustowa war eigens aus Moskau zur Konferenz nach Wolgograd gekommen. Sie trug ein Zitat aus dem Gedicht Alexej Surkows “Der Mor­gen des Sieges”, geschrieben im Jahr 1945, vor: