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Test 3: Jugendszenen – kurzer Überblick

Hip-Hop – eine große Familie

Hip-Hop ist eine kulturelle Bewegung, die ihre Ursprünge in den afroamerikanischen Ghettos New York Citys der 1970er-Jahre hat. Mittlerweile hat sich diese Bewegung zu einer weltweiten Subkultur der urbanen Jugend entwickelt. Aufgrund ihrer Ursprünge versteht sich Hip-Hop als Street Culture, als Kultur, die zum erheblichen Maße auf der Straße gelebt wird. In Deutschland gibt es ungefähr drei Millionen Jugendliche, die sich für Hip-Hop interessieren. Vier Elemente machen die Szene so interessant: das Auflegen von Musik (DJing), der Sprechergesang (Rap), das Tanzen (Breaken) und das Sprayen (Graffiti). Besonders Migranten bewegen sich in der Szene, die von Männern dominiert wird. Nur wenige Frauen schaffen es, sich durchzusetzen. Dort findet man Zusammenhalt und Anerkennung. Zu Hip-Hop gehören der Style, der dreckige Slang und das Rebellische. Diese Subkultur wird von verschiedenen Seiten als gewalt- sowie drogenverherrlichend und sexistisch kritisiert. Doch die meisten lehnen Gewalt und Kriminalität kategorisch ab.

Gothic – die schwarze Szene

Die Gothic-Szene, auch schwarze Szene genannt, gilt immer als geheimnisumwittert und missverstanden. Die ungewöhnlichen Aufmachungen der Goths einzuordnen, ist schwierig. Viele Vorurteile kursieren, doch die Goths gehen weder satanischen Neigungen nach, noch schänden sie nachts Friedhöfe oder sind depressiv und todsüchtig. Goths interessieren sich für fremde und vergangene Kulturen und Denktraditionen. Außerdem mögen Goths übersinnliche Welterklärungen. Individuelle Kreativität wird in der schwarzen Szene groß geschrieben. Unter Goths sind Ethik und Moral sehr wichtig. Pazifismus, Toleranz und Humor sind ihre Eigenschaften. Den typischen Goths gibt es nicht. Für die meisten von ihnen ist die Farbe „schwarz“ eine starke Symbolkraft. Sie grenzt klar ab und sticht gegenüber anderen Farben heraus. Es soll rund 100 000 Anhänger der Gothic-Szene in Deutschland geben. Sie sind im Alter von 14 bis 45 Jahren. Höhepunkt der deutschen Gothic-Szene ist das alljährlich im Mai stattfindende Wave-Gothic-Treffen (WGT) in Leipzig. Etwa 20 000 Goths aus der ganzen Welt nehmen daran teil.

Punk – kleine Rebellen

Die Punkbewegung ging von Großbritannien in den 80-er Jahren auf Deutschland über. Unter dem Slogan „no future“ (keine Zukunft) protestierten die Punks gegen die bestehende Gesellschaftsordnung und zogen in verlassene Häuser, um die Unabhängigkeit von staatlichen Grenzen zu verwalten. Punk sein bedeutet, selbst zu entscheiden, wie man leben will. Sie unterwerfen sich keinen gesellschaftlichen Normen. Geld zum Leben bekommen viele Punks, indem sie Passanten in Fußgängerzone oder vor Supermärkten „anschnorren“. Mit der Standardfrage der Punks „Haste mal ’nen Euro?“, versucht man etwas zu verdienen. Man sucht auch Gelegenheitsjob, was wegen des spezifischen Aussehens nicht unbedingt leicht ist. Die Punks treffen sich auf Konzerten und Festivals oder bei Demonstrationen der Globalisierungskrititiker und bei Anti-Nazi-Demos. Tausende von ihnen versammeln sich, um harten Punkrock von Bands wie „Skeptiker“ oder „Chefdenker“ zu hören. An erster Stelle für sie ist das Leben in der Szene. Punk zu sein, ist für sie die grundsätzliche Lebenseinstellung.

Spieltrieb – Szene der Computerspieler

Fast jeder zweite in Deutschland spielt generell Computerspiele und ihre Anhänger werden immer zahlreicher. LAN-Gaming-Teilnehmer sind zwischen 14 und 26 Jahre alt und haben verschiedene soziale Hintergründe. Sie verbindet aber eine Leidenschaft: vernetztes Computerspielen. Man kann nur schätzen, dass es mehr als 500 000 sind. Seit Mitte der 90-er Jahre wurde LAN-Gaming immer populärer und hat sich jetzt unter deutschen Jugendlichen fest etabliert. Man investiert viel Zeit in das Spiel, manchmal zwei bis drei Stunden täglich. Einerseits können dadurch Schule oder Uni vernachlässigt werden, doch stärkt man andererseits andere Kompetenzen: vor allem Medienkompetenz. Durch das LAN-Gaming bekommt man eine besondere Liebe zur Technik.

Die deutsche Spielszene ist weltweit einzigartig. Ihr sozialer Charakter ist einmalig. Im Vordergrund steht für die Spieler das Gemeinschaftsgefühl. Obwohl das Interesse der weiblichen Spieler zunimmt, gibt es in der Szene mehr Männer.

Besonders beliebt ist das Spiel Counterstrike, das mit einem virtuellen Actionroman vergleichbar ist. Zwar reichen die Ansprüche und Qualität nicht aus, um z.B. in der amerikanischen Liga mitzuspielen, doch bilden die deutschen Spieler feste Teams und fahren zu Großveranstaltungen, um sich mit anderen Mitstreitern zu messen.

Rechtsextremisten – aggressiv und gewaltbereit

Immer wieder wird in den deutschen Medien von Überfällen auf Ausländer berichtet. Die Urheber dieser Gewalttaten sind meistens junge Männer, die oft unter Alkoholeinfluss einzelne Personen oder kleine Gruppen angreifen. Sie greifen anders aussehende oder anders denkende Menschen an, weil sie aus ihrer Unterschiedlichkeit eine vermeintliche Ungleichwertigkeit herleiten. Als „höherwertig“ sehen sie sich selbst, als „minderwertig“ die Angehörigen verschiedener Minderheiten und Ranggruppen. Ihrer Ansicht nach wird die wehrlose Gruppe der Rechtsextremisten von einer dunklen Macht, zumeist „Juden“, „Linke“, oder „die USA“, unterdrückt. Mit dieser einfachen Konstruktion erklären sie sich die Probleme der Welt: sei es Umweltverschmutzung, Krieg oder ein schlechtes Fernsehprogramm.

Zumeist stammen Rechtsextremisten aus der unteren Mittelschicht oder Unterschicht. Viele von ihnen gehören informellen rechtsextremen Zusammenschlüssen an. Diese so genannten „Kameradschaften“ bestehen aus etwa drei bis 40 Mitgliedern. Zusammen mit der rechtextremen „Nationaldemokratischen Partei Deutschlands“ (NPD) bilden sie das rechtextreme Milieu in Deutschland.

Die Zeiten, in denen sie mit Bomberjacken und Springerstifeln mit weißen Schnürsenkeln umherliefen, sind vorbei. Sie können sich wie „Normalos“ kleiden und treffen sich im Untergrund. Dabei ziehen sie die Kleidungsstücke an, die für eine rechtsextreme Gesinnung stehen, zum Beispiel gibt es da Details, wo ihre Botschaft versteckt ist: bestimmte Namen, Sprüche, Abkürzungen. Es sind die Anspielungen auf den zweiten Weltkrieg oder auf die deutsche Kolonialgeschichte. Rechtsextreme Veranstaltungen finden nach wie vor im Untergrund statt: in Gaststätten oder kleinen Konzertsälen, die unter falschem Vorwand gemietet werden.

Die NPD organisiert Demonstrationen und eigene Parteiveranstaltungen.

Meistens entstehen „die rechtsextremen Kameradschaften“ in strukturschwachen Gebieten, z. B. in Ostdeutschland. In Sachsen und Mecklenburg–Vorpommern gibt es starke Parteistrukturen der NPD. Grund dafür sind anhaltende Abwanderung junger Leute und die schlechte wirtschaftliche Entwicklung in der Region.

Worterläuterungen

anschnorren jmdn. (Akk.) – выпрашивать, клянчить у кого-л.;

etablieren sich – получить распространение, занять определенное место;

Aufmachung, die – внешний вид;

drogenverherrlichend – проповедующий наркотики;

gewaltverherrlichend – проповедующий насилие;

geheimnisumwittert – окруженный тайной;

großschreiben – придавать большое значение;

grundsätzlich – принципиальный;

herausstechen – резко выделяться;

Milieu, das – среда, окружение;

Mitstreiter, der – сподвижник;

Ranggruppe, die – маргинальная группа;

rebellisch – протестный;

schänden – осквернять;

Schnürsenkel, der – шнурок;

Springerstifel, der – армейский ботинок на шнуровке;

todsüchtig – одержимый идеей суицида;

übersinnlich – сверхъестественный, трансцендентный;

unter Vorwand – под предлогом.

vermeintlich – мнимый;

vernachlässigen – запускать (учебу);

Zusammenhalt, der – сплоченность, солидарность;

Aufgaben

1. Äußern Sie Ihre Meinung über jede der dargestellten Jugendszenen. Diskutieren Sie darüber.

2. Beantworten Sie die Fragen:

Welche Motive hat man, wenn man sich einer bestimmten Jugendszene anschließt?

Welche von den Jugendszenen spricht Sie an, welche finden Sie abstoßend?

3. Gebrauchen Sie die Vokabeln aus der Wörterliste in Situationen oder schreiben Sie Beispiele damit.

4. Erzählen Sie über eine der Jugendszenen in Deutschland, benutzen Sie dabei die Informationen, die Sie zusätzlich gefunden haben. Es können auch nicht genannte Subkulturen sein.

5. Gestalten Sie mit Ihren Studienkollegen ein Rollenspiel: „Vertreter verschiedener Jugendszenen Deutschlands diskutieren über die Bedeutung ihrer Subkultur und versuchen den Anderen zu beweisen, dass ihre Subkultur die beste ist.“

6. Erzählen Sie über eine der russischen Jugendszenen.

7. Vergleichen Sie die Jugendszenen in Deutschland und in Russland. Was haben sie dabei gemeinsam, was unterscheidet sich?

8. Bereiten Sie ein Referat über eine der Jugendszenen in Deutschland oder in Russland vor. Tragen Sie es vor Ihren Studienkollegen vor.

9. Lesen Sie den Text „Jugendsprache – rasanter Wandel“.