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Kursova Plechij Oksana Infinitivkonstruktionen.doc
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1. Semantik der Infinitivkonstruktionen

1. 1. Definition der Infinitivkonstruktionen

Die Frage nach der Definition der Infi­ni­tiv­konstruktionen ist wichtig, weil einige Gramma­ti­ker unter einer Infinitivgruppe – Infi­ni­tiv- und Par­ti­zi­pialkonstruktion be­trach­ten [7, 14].

Für die untersuchten Gruppen gibt es unter­schied­liche Bezeich­nun­gen, und zwar Infi­nitivsatz In­fi­nitiv­kon­struk­tion, Inf­initivgruppe, er­wei­ter­ter Infinitiv, satzwertiger Infi­nitiv. "Kleines Wör­ter­buch sprachwis­sen­schaftlicher Termini" gibt sol­che Bezeich­nungen:

Infinitivsatz ist "eingliedriger Satz, dessen Kernwort ein Infinitiv ist";

Infinitivkonstruktion ist „beliebige syntak­ti­sche Konstruktion, die einen Infinitiv ent­hält“;

Infinitivgruppe oder satzwertiger Infinitiv ist eine Infinivgruppe in der Form des er­wei­ter­ten Infinitivs, die unter einem eigenen Span­nungs­bogen steht".

In unserer Arbeit nehmen wir die Definition von W. Admoni an: „Zu den Komponenten des Ele­men­tar­satzes, die innerhalb sich die gewisse Ein­hei­ten bilden und strukturiert leicht ausglie­dern und in ihren Organisierungen einige Merkmale des Satzes haben, gehören unter anderen die Infi­ni­tiv­konstruktionen [1, 164]. Man verwendet oft in der­selben Bedeutung die Ter­mini Infinitiv­kon­struk­tion, Infi­nitivgruppe, In­fi­ni­tivfügung [13, 105; 8, 656], Infinitivsatz [6, 871], freie Infinitivverbindung [8, 118]. In dieser Hinsicht schließen wir uns dem Ter­minus „Infinitiv­konstruktion“ von W. Admoni an, der in seinem Werk „Der deutsche Sprachbau“ schreibt: „als adverbiale Bestim­mungen, die se­man­tisch den Nebensätzen entsprechen, treten Kon­struk­tio­nen um + zu + Infinitiv, statt + zu + Infinitiv, ohne + zu + Infinitiv auf“ [1, 165].

1. 2. Einteilung der Infinitivkonstruktionen

1. 2. 1. Satzwertigkeit der Infinitivkonstruktionen

Zu den Komponenten des Elementarsatzes, die sich in­ner­halb gewisser Einheiten bilden, struk­turiert leicht ausgegliedert werden und in ihren semantischen und syntaktischen Charakteristiken einige Merkmale des Satzes haben, gehören unter anderen die Infinitivkon­struktio­nen. Sie stellen sich einerseits den neben­sächli­chen Satzgliedern gegen­über (insbesondere, gewöhn­lichen Gliedern der Verbgruppe), als auch den Bildungen, die ihrer grammatischen Struktur nach keine oder sehr unbe­deu­ten­de Merkmale des Satzes haben, und andererseits - den untergeordneten Sätzen gegenüber, als den Bildungen, die selbst die Formen des Elementarsatzes haben [1, 164].

Die Eigenart satzwertiger Wortgruppen besteht darin, dass sie im­pli­zit eine Subjekt-Prädikat-Beziehung enthalten. Ihr Kern ist eine infinite Verbal­­form – das Partizip oder der Infinitiv. Daher lassen sich zwei Klas­sen satzwertiger Wort­gruppen unterscheiden. Das Kriterium der Ein­tei­lung ist die Art des impliziten Subjekts, das beim Ersatz der satz­wertigen Wortgruppe durch synonymen Gliedsatz zu verwenden ist.

1. 2. 2. Einteilung nach dem impliziten Subjekt

In den meisten Infinitivgruppen ist das implizite Subjekt der Wort­gruppe mit dem Subjekt des Satzes identisch, dessen Teil die satzwertige Wort­gruppe bildet. Der Terminus „implizit“ bedeutet auch „latent“, „ver­deckt“, „nicht ausgedrückt“.

Ich bin gekommen, dir zu helfen.

Ich bin gekommen, um dir zu helfen.

Ich bin gekommen mit der Absicht, dass ich dir helfe.

Er ging, ohne von uns Abschied zu nehmen.

Er ging, ohne dass er Abschied von uns genommen hatte (hätte).

Den zweiten Subtyp bilden Infinitivgruppen, die ein potentielles Subjekt haben, das mit dem Subjekt des Satzes nicht identisch ist.

Zu diesem Subtyp gehört die syntaktische Kon­struk­tion, die man ac­cu­sativus cum infinitivo nennt [10, 312]. Merkmal satzwertiger In­fi­ni­tiv­gruppen des zweiten Subtyps ist ein von dem Infinitiv unab­hän­gi­ger (nichtregierter) oder abso­luter Akkusativ der Person. (Diesen Typ der In­finitivkonstruktionen behandelt man in dieser Arbeit nicht).