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Internationale Entwicklung Im Historischen Kont...docx
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15. Mai 2012, Sepp Linhart:

Japan im 19. und 20. Jahrhundert

  • Japan: einzig nicht westliche Alternative zum Westen;

  • Militär: versucht den Westen militärisch zu imitieren (will eine aktive, keine passive Rolle einnehmen) und startet Angriffskriege mit allen Großmächten: China (dreimal), Russland (1904-1905), Deutschland (1914), Sowjetunion, USA, GB, Niederlande etc. (1941-1945); erobert ein Riesenreich, bevor es zur Katastrophe des II. WK; laut Verfassung keine Armee mehr („Selbstverteidungsgruppen“), trotzdem große Rüstungsausgaben (Rang 7 weltweit);

  • Wirtschaft: seit 1918 gilt Japan als fortgeschrittener Industriestaat, ab 1968: zweitgrößtes BSP der Welt (überholte Deutschland, in den letzten Jahren von China streitig gemacht), danach lange Zeit zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt; ab 1980 große Anstrengung in der Entwicklungspolitik (v.a. an China u. andere asiatischen Staaten), in den 90er Jahren Nr. 1 Geberland, Entwicklungshilfe ist jetzt rückläufig (Kredite an China liefen mit den Spielen in Beijing aus); 1990er: Japan schlittert in eine Rezession;

  • japanisches Management: galt in den 1970er u. 1980er Jahren als wichtige Alternative zum westlichen Management, ab 1990 setzt sich weltweit das neoliberale Management durchsetzt; Corporatismus: nicht besonders hoher Gewinn für share holder sondern das Wohlergehen d. Unternehmers u. seiner Angehörigen sind das Ziel (lebenslange Beschäftigung, Vorrücken mit Dienstalter, Firmengewerkschaften, keine Entlassungen, innerbetriebliche Wohlfahrt);

  • Politik: 1919 Gründungsmitglied des Völkerbundes, seit 1975 Mitglied der G6 (später G8), hat aber keinen ständigen Sitz im Sicherheitsrat der UNO (wie Deutschland), bemüht sich deswegen sehr um prestigereiche Positionen in der UNO;

  • Kultur: westl. Kultur wurde unter der Meiji-Regierung stark adaptiert, genauso übte die japanische Kultur eine große Faszination auf den Westen aus (Japonismus);

  • heute: japanische Kultur ist eine wichtige Alternative zur amerikanischen Globalkultur geworden; jap. Essen, Manga, Anime neben modernen jap. Film, Architektur, Fotografie sowie traditionell japanische Kultur (Zen, Kampfkünste, Holzschnitte, Haiku, trad. Design) in aller Welt verbreitet; jap. Außenpolitik setzt seit 1990er Jahren (seit die Wirtschaft nicht mehr so gut funktioniert) verstärkt auf die Beliebtheit d. jap. Populärkultur bei der Jugend in Asien, den USA u. Europa (Cool Japan);

  • Modernisierung: 1950er/1960er Jahre: Princeton University, groß angelegte Modernisierungsprojekte: Japan als Modell für positive Entwicklung untersucht (wieso war Japan erfolgreich u. andere nicht?);

  • drei mögliche Anfänge: erstes Drittel d. 18. Jh. unter Shogun Yoshimune, nach der gewaltsamen Öffnung durch d. USA 1854 oder d. Meiji-Restauration 1867/1868 (drei Mottos: militärische, wirtschaftliche u. kulturelle Modernisierung, „ein reiches Land durch eine starke Armee“); anstatt d. Samurai wurde die allgemeine Wehrpflicht mit langer Verpflichtung in Reserve eingeführt;

  • wirtschaftl. Modernisierung: Schaffung v. Modellfabriken, 10 Jahre später wurden diese Staatsfabriken privatisiert (zaibatsu-Konzerne); zunächst Konzentration auf Leichtindustrie: Seidenspinnerei u. -weberei, Baumwollspinnerei u. -weberei; größtes Kapital waren d. Ausbeutung von billigen Arbeitskräften (Töchter armer Bauern) bis zur totalen Auspowerung (jährlich 10% TBC), China als wichtiges Absatzgebiet;

  • kulturelle Modernisierung: allgemeine Schulpflicht, innerhalb von 30 Jahren durchgesetzt; Förderung von westl. Kultur, auch westl. Musik; Verbote d. traditionelle Kultur (z.B. öffentliche Nacktheit in d. heißen Jahreszeit), einige Modernisierer traten sogar f. eine Übernahme d. englischen Sprache u. Schrift; westl. Kleidung u. Essen wurden imitiert;

  • Geschichte:

  • Schaffung eines japanischen Imperiums: gehörte zuerst zu China u. wollte sich sehr früh aus diesem Einfluss loslösen und selbst ein Imperium nach chinesischen Muster mit Vasallenstaaten;

  • Ende 16. Jh.: Japan greift Korea an, versucht über Korea nach Beijing vorzudringen und China zu unterwerfen; China bricht daraufhin alle Beziehungen zu Japan ab;

  • 17. Jh.: Japan als Zentrum mit tributpflichtigen Staaten: Königreich Korea, Königreich Ryūkyū, Ainu-Gebiet in Ezo (Hokkaido), Holland (profitreicher Handel); vor allem Komplikationen mit China u. dem tributpflichtigen Staat Korea;

  • stets kontrollierter Kontakt mit d. Ausland, notwendiges vom Ausland lernen Feuerwaffen, Kenntnisse über Weltlage, holländische Wissenschaft = prakt., angewandte Wissenschaften);

  • von 1730 bis 1860 stagnierte d. Gesamtbevölkerungszahl Japans (ca. 10 Mill. Einwohner), hohe Urbanisierungsrate (Kyoto, Osaka, Edo (zu Beginn d. 19. Jh. größer als London oder Paris), heute Tokyo); es galt als Schande bei den Samurai, mehr als ein Kind zu haben, Familienplanung war sehr rational;

  • Handwerker_innen u. Kaufleute in d. Städten (im Gegensatz zu den Samurai, die die Beschäftigung mit Geld abscheulich fanden, wurden im Laufe der Zeit immer ärmer, obwohl sie die politische Macht hatten) haben eine positive Einstellung zu wirtschaftlichem Gewinn (kapitalistische Ethik);

  • Faktoren für eine erfolgreiche Entwicklung:

  • Verbreitung einer elementaren Erziehung, bargeldloses Zahlen, Schecks, Wandel d. Samurai zu Bürokraten in der Zeit d. Friedens, trotzdem Beibehaltung einer militaristischen Grundgesinnung; nach dem Erkennen d. militärischen Überlegenheit des Westens, besonders dessen Sieg über China im Opiumkrieg (1840-1842), leistet Japan keinen sinnlosen Widerstand, sondern ahmt d. Westen nach;

  • Lernen vom Ausland: lernen auf allen drei Gebieten vom Westen, japanische Studenten in den Westen, westl. Experten nach Japan; Motto: „Der Westen hat die Technik, der Osten [Japan] die Moral“, hilft, die japanische Identität zu wahren;

  • japanisches Überlegenheitsgefühl: Ahnenkult (Respekt vor d. Älteren), Tennō-Verehrung, Gestaltung d. zwischenmenschlichen Beziehungen nach einer Ausrichtung nach d. konfuzianistischen Lehren;

  • Gelbe Gefahr Japan: Asien soll unter der Führung Japans nach Europa vordringen; Zusammenstoß d. Interessen d. USA und Japans (USA gliedert 1898 Hawaii als Kolonie ein, „um Japan zuvorzukommen“; USA hat durch d. Kolonialisierung d. Philippinen Macht in Ostasien; USA ist gegen Einflusssphären d. europ. Großmächte in China, weil sie selber keine haben, tritt für d. Open Door Policy ein); Gefühl d. Bedrohung im Westen wegen d. militärischen Erfolge Japans über China u. Russland und durch asiatische Einwanderer in Europa u. den USA, die sehr erfolgreich sind (genügsam, fleißig, kein Alkohol); Japan reagiert auf diese Warnungen vor d. Gelben Gefahr mit d. Warnung vor d. Weißen Gefahr (ganz Asien ist bereits von Weißen kolonialisiert);

  • japanische Migranten in d. USA: 1907/1908: Einwanderung wird erschwert, Landbesitz wird verboten; es gilt Rasse vor Staatsbürgerschaft!

  • Japan 1919: ohnmächtige Großmacht; fordert in d. Präambel d. Völkerbundes d. Gleichheit aller Völker u. Rassen, wird aber von d. USA u. GB (wegen Australien) verhindert; obwohl also Siegermacht im I. WK ist Japan zunehmend frustriert und wechselt d. Seiten (v. USA/GB zu D/I);

  • Japan behandelt andere Völker gut, um ihre Unterstützung zu gewinnen (diese gute Behandlung bestand meist nur auf dem Papier, Japan sah sich als überlegene Rasse); Japans Ziel: alle ehemaligen Kolonien sollten als unabhängige Staaten Japan als Leitnation anerkennen; nach d. japanischen Niederlage wurde viel Rüstung an Widerstandsgruppen übergeben, damit sie nicht westl. Mächten in d. Hände fallen, also kämpften nach d. japanischen Niederlage in fast allen Kolonien anti-koloniale Befreiungsarmeen gegen d. westl. Kolonialmächte;

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