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Internationale Entwicklung Im Historischen Kont...docx
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  • Domestizierung:

    • 17.-18. Jh.: d. letzten Gruppen v. Menschen (noch relativ groß), d. nicht sesshaft sind, verschwinden bzw. werden sesshaft (gemacht); Transhumanz; Disziplinie­rungswelle, teilweise mit Gewalt od. Maßnahmen (z.B. allg. Schulpflicht)

    • Natur wird in diesem Zeitraum zu einem Produktionsmittel;

    • Gründe:

      • enormes Bevölkerungswachstum, Zuwachs d. Bevölkerungsdichte (v. a. in China u. Indien, wenig Wachstum in Westeuropa, stärker in Osteuropa, z. T. wegen Kolo­nialisierungsmaßnahmen Russlands, auch gutes Wachstum in Afrika, trotz Höhe­punkt d. Sklavenhandels, schwaches Wachstum in Amerika u. Australien)

      • Abnahme v. Epidemien: Immunisierung v. großen Bevölkerungsschichten; v. a. d. Pest, Grippe bleibt weiterhin, letzte große Grippewelle 1918, spanische Grippe, welt­weit verbreitet, forderte mehr Todesopfer als d. erste Weltkrieg; medizinischer Fort­schritt zuerst (17./18. Jh.) im Vorderen Orient;

      • Verbesserung d. Ernährungssituation: Pflanzen (Mais, Kartoffel) werden aus Amerika exportiert und finden in Europa u. Asien Verbreitung, zusätzlich bessere Agrartechniken;

      • Zunahme d. Wohlstands, Luxusgüter werden f. Mittelschichten zugänglich (z.B. Stoffe u. Textilien), Bedürfnisse werden durch Kolonien u. Importe befriedigt;

      • polit. Gründe: Entstehen v. Territorialstaaten, Versuche, d. Bevölkerung zu kon­trollieren u. d. Bevölkerungswachstum voranzutreiben;

  • Industriöse Revolution:

    • industrielle Revolution: entweder im 18. Jh. oder erst 1810-1830 laut neuerer For­schung: Maschinen u. Technologien erst später vorhanden u. wichtig;

    • also: industriöse Revolution (v. Jan de Fries), neuer Konsum (Güter werden in Familien zugekauft, das war früher nicht möglich), dementsprechend mehr Nachfrage u. Arbeitsteilung;

    • in vielen Gesellschaften (v. a. in Europa u. Amerika) entwickelt sich das Früh­stück: Tee, Kaffee, Kipferl... werden nicht selbst hergestellt! Palette v. Angebot u. Nachfrage weitet sich rasch aus; Konzept Freizeit; Tabakkonsum: zuerst als Heilmittel aus Amerika, später als Genussmittel; auch stark in China, bevor es in den Opiumkrieg eintritt;

  • great divergence:

    • d. Reichtum/d. Armut d. Welt war vor d. great divergence relativ gleich verteilt; gre­at divergence: Auseinanderdriften v. Arm u. Reich in d. späten frühen Neuzeit;

    • Diskussionspunkt China: California School behauptet, dass China bis ins 19. Jh. d. reichste Gesellschaft d. Welt war, mit d. meisten Potential, im späten 18. bis frühen 19. Jh. in d. Krise geraten u. d. westlichen Angriff nicht gewachsen; andere sagen: Europa war schon im Mittelalter pro Kopf gesehen reicher als China; ist aber schwer zu belegen, bzw. zu überprüfen;

    • Thesen:

      • brachliegende Ressourcen in Europa, d. erst dann wirklich genutzt wurden u. zu mehr Reichtum führten (z.B.: Energie: in Europa hauptsächlich Holz u. Wasser, in China Windkraft; in Europa werden bisher ungenutzte Kohlevorkommen ausgebeutet);

      • Institutionen: effizientere Zentralisierung in Europa u. Amerika; im Moghulreich, China: Steuerpacht, Zentralisierung gelingt nicht; große Banken u. Handelszusammenschlüße;

      • Kriege in Europa: „Krieg ist d. Vater aller Dinge“: sehr teuer (deswegen zentrales Steuerwesen), hohe Steuern;

      • Gesellschaft: Druck in d. europäischen Gesellschaft in Form v. Kritik an d. Regie­ rung, mit Religion kann nicht mehr argumentiert werden → mehr Kommunikation: mehr Buchdruck z.B., mehr Demokratie entsteht, Entstehung v. Meinungsvielfalt u. Meinungs­freiheit → Pluralismus; in Asien u. im Vorderen Orient ist d. Kritik viel weni­ger wirk­sam;

20. März 2012, Arno Sonderegger:

Europäische Expansion u. Sklaverei

  • Neuzeit: frühe Neuzeit: 1500 - 1750

Moderne: 1750 – heute

  • es kommt zu globalen Asymmetrien: primitive Akkumulation (K. Marx, indus­trielle Revolution), Entwicklung d. Unterentwicklung (z.B. W. Rodney, Dependenz­theorien), modernes Weltsystem (I. Wallenstein);

  • Eurozentrismus: Zentralität, Höherwertigkeit, Beispielhaftigkeit, Allgemeingül­tigkeit → Verzerrung d. Wirklichkeit;

  • zuerst Missionierungen religiöser Natur, dann in d. Moderne säkulare Sendungen;

  • Geschichte ist interdependent! in d. Vergangenheit u. in d. Gegenwart;

  • europ. Expansion:

    • Erkundung: Schifffahrt (Anfang 15. Jh., Portugiesen)

              • Handel (Seeweg nach Indien, Umgehung d. Osmanischen Rei­ches)

              • Böden (Zuckerplantagen, bewirtschaftet durch Sklaven, Ameri­ka eig. erst später, zuerst Madeira usw.)

              • Mission (Priesterkönig Johannes, Suche nach christl. Verbün­deten gegen d. Osmanische Reich, Königreich Äthiopien, Rück­gewinnung maurischer Gebiete führen zur endgültigen Ausstat­tung v. Columbus f. seine Entdeckungsfahrten)

    • Eroberung: Reichsbildung

              • Eroberung d. Beherrschung (Konquistadoren, v.a. in Süd-, aber auch Nordamerika, Genozide)

              • Bewirtschaftung (Mineralien [Silber], Agrarprodukte [Zucker], Europa blieb mit Asien wettbewerbsfähig, nicht von Europäern bewirtschaftet, sondern v. Sklaven)

              • Besiedelung ([freiwillige] Migration, Zwangsmigration [Skla­venhandel, v.a. aus Afrika, später andere Formen v. Zwangsar­beit])

  • (Spannungen zw. Christentum u. Islam schon im Mittelalter, v.a. in südwest Europa, später auch Wien)

  • 1494: Vertrag v. Tordesilla (N-S-Richtung: Atlantik, zw. Spanien u. Portugal, d. bei­ den führenden Seemächten)

  • 1529: Vertrag v. Saragossa (N-S-Richtung: Pazifik, wieder Spanien u. Portugal)

  • um 1770: weder Spanier noch Portugiesen hielten sich sehr an d. Abkommen, auch andere europäische Mächte mischten sich ein, sehr viel Besiedelung in Amerika, weniger in Asien (Handel), kaum in Afrika;

  • Frühneuzeitliche Imperien: (1500-1750)

Spanisch Amerika Spanien

Brasilien Portugal

N ordamerika

Karibik Spanien, England, Frankreich

Interessen d. Kolonie: Siedlerkolonien

Pflanzerkolonien

Handelskolonien

Stützpunktkolonien : Interessen d. Monopole

  • 18. Jh.: mehr Besiedelung v. Europäer_innen (Australien), Einführung europäischer In­stitutionen (Indien); Besiedelung Afrikas erst nach medizinischen Neuerungen (Ma­laria-Prophylaxe);

  • Sklaverei u. Sklavenhandel:

    • seit 1520 schon reger Sklavenhandel, seit 1650 rapide ansteigend (Plantagenökonomie), Höhepunkt im 18. Jh. und in d. ersten Hälfte d. 19. Jh (trotz Sklavenverbot in Europa kaum quantitative Änderungen);

    • zuerst v.a. Handelsinteressen, wenn sich Europäer_innen in Afrika niederließen, dann wurden auch Menschen „angekauft“, zuerst hauptsächlich Haussklav_innen, mit dem Erscheinen v. Plantagenanbau auch Arbeitssklav_innen;

    • hauptsächlich nach Brasilien u. in d. Karibik;

    • Etappe 1: Europäer_innen waren selten selber Sklavenfänger_innen, sie kauften sich eher in bestehende Systeme ein; v.a. d. westafrikanische Küste (+ Hinterland) war betroffen;

    • Etappe 2: Verschiffung über d. Atlantik – Middle Passage www.sklavevoyages.org (konkrete, dokumentierte Fälle), Zahlen v. Sklavenhandel; sind meist auf jene Sklav_innen bezogen, d. in d. Zielorten angekommen sind, wie viele Menschen also wirklich verschleppt wurden, bleiben Schätzungen;

    • Etappe 3: Verkauf bzw. Versteigerung in Amerika u. d. Karibik

    • Etappe 4: Arbeitseinsatz: Plantagen, Minen in Amerika u. d. Karibik

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