- •Internationale Entwicklung Im Historischen Kontext:
- •13. März, Margarete Grandner:
- •Industriöse Revolution:
- •20. März 2012, Arno Sonderegger:
- •27. März 2012, Arno Sonderegger:
- •Imperialismus im 19. U. 20. Jh.
- •Imperialismus:
- •Imperialismus im 19. U. 20. Jh.:
- •24. April 2012, Marcus Gräser :
- •8. Mai 2012, Felix Wemheuer:
- •Von Mao zum Markt: Chinesische Entwicklungsmodelle und die Bauern seit 1949
- •15. Mai 2012, Sepp Linhart:
- •22. Mai 2012, Clemens Pfeffer:
- •6. Juni 2012, Andrea Komlosy:
- •12. Juni 2012, Ingeborg Grau:
- •19. Juni 2012, Walter Schicho:
- •Vom Kolonialismus zum Neokolonialismus:
24. April 2012, Marcus Gräser :
Zwischen Monroe-Doktrin und Weltpolitik - Die USA im 19. und 20. Jahrhundert
defensive Anfänge: frühes 19. Jh.; nach der Unabhängigkeit Amerikas: räumlich weit weg von Europa, will auch politisch unabhängig von der europäischen Machtpolitik sein; James Monroe (1758-1831), Amtszeit 1817-1825, Annual Message to Congress 1823: Monroe-Doktrin, einer der ersten wichtigen Texte zur amerikanischen Außenpolitik, spricht auch Südamerika an (verspätete Unabhängigkeitsbewegung), sieht die Amerikas als eine Einheit, Amerika (die bis dahin schon freigekämpften Gebieten, also ohne Brasilien u. Kanada) soll frei von allen europäischen Einflüssen sein!
Westexpansion: territoriales Wachstum, mehrere Expeditionen von den „frühen“ Staatsgebieten im Osten zum Pazifik, wo auch Siedlungen entstanden waren; der Mittelteil ist bis heute nicht sonderlich dicht besiedelt; heizt den latenten Konflikt zw. den Sklaven-Halter_innen im Süden u. den Sklaven-Freien im Norden an: sind die neuen Staaten in der Union Sklaven-Frei oder Sklaven-Halter_innen? der amerikanische Bürgerkrieg (1861-1865) stoppte die Westexpansion erst mal, in dieser Zeit ist auch weiteres Nachdenken über die amerikanische Rolle in der Weltpolitik auf Eis gelegt; der Krieg mit Mexiko war auch ein zentraler Teil der Westexpansion;
im 19. Jh. hat sich Amerika nicht durch festgesetzte Grenzen definiert, sondern durch offene Grenzen, erst der Pazifik bildet die fixe Grenze; multi-ethnische Einwanderungsgesellschaft, Zustimmungsgesellschaft (Zustimmung zur Verfassung);
nach dem Bürgerkrieg: Frage der Reconstruction, Wiedereingliederung der Südstaaten in die Union; USA ist weiter sehr mit sich selbst beschäftigt und greift sehr wenig in die Weltpolitik ein, relatives Desinteresse an dem weltpolitischen Geschehen; Amerika ist mit der eigenen Größe so zufrieden und selbstgenügsam, dass die Expansion auf andere Gebiete nicht als nötig empfunden wird;
Imperialismus: Einstieg in die Weltpolitik, 1890-1914, seit dem 19. Jh. ist Expansion ein Leitmotiv in der amerikanischen Politik, zuerst auf den eigenen Gebieten, am Ende des 19. Jh. geht die Entwicklung weg von der defensiven Außenpolitik; im Zuge des europäischen Hochimperialismus setzt Europa immer mehr ihre Interessen in Latein- u. Mittelamerika durch, dies zerstörte nach amerikanischer Ansicht das sensible Gleichgewicht zw. Europa u. den USA; Depression in Amerika u. Europa, also will Amerika ihre weltpolitische Rolle stärken; da es keine Frontier mehr im eigenen Land gibt, suchen sich die USA eine neue Frontier auf der weltpolitischen Bühne;
d. USA ist in der defensiven Haltung sehr entmilitarisiert, erst mit dem Umschwenken auf eine offensive Haltung beginnt das Aufrüsten; d. Philippinen (damals spanische Kolonie) werden von den Amerikanern erobert u. werden bis 1964 amerikanisches Kolonialgebiet; die nächsten Ziele sind spanische Kolonien Mittelamerikas (Kuba, Nicaragua,...), aber nicht, um ihnen die Unabhängigkeit zu ermöglichen, sondern um sie de facto zu amerikanischen Kolonialgebieten zu machen, offiziell sind sie aber eigene Staaten;
Präsident Roosevelt, als militärischer Held dargestellt, nicht in amerikanischer, sondern eher europäischer Tradition; Neufassung der Monroe-Doktrin: offensive Haltung, Rolle Amerikas als Schiedsrichter, um den europäischen Einfluss in Amerikas verhindern zu können, Freikarte für jede erwünschte Handlunge, „speak softly and carry a big stick“;
d. Kolonie Philippinen u. diverse Inseln auf dem Weg nach China machten es möglich im Pazifik leicht zu navigieren; Manila ermöglichte einen großen Hafen in der Nähe von China;
diese imperialistischen Bemühungen waren nicht unumstritten, viele Gruppierungen in Amerika waren der Meinung, dass Amerika als ehemalige Kolonie nicht selbst Kolonien besitzen darf, „unamerikanisches“ Handeln, dass aber wirtschaftlich vorteilhaft ist;
Weltkriege: Präsident Woodrow Wilson; Amerika steigt im Zuge des deutschen uneingeschränkten U-Boot Krieges 1917 in den Krieg ein, Aufforderung an Mexiko, Amerika anzugreifen, um die alten umstrittenen Gebiete zurück zu forden; Amerika fing die Depesche ab, und tritt daraufhin wirklich in den Krieg ein;
Wilson macht den Versuch, die beiden Lager in Amerika (Anti-Imperialismus vs. Imperialismus) u. Europa (Besiegte u. Sieger) zu versöhnen: „making the world safe for democracy“, Kriege sollen keine Mittel mehr zur Konfliktlösung sein, League of Nations; bei den Verhandlungen in Versailles kann sich Wilson aber nicht durchsetzen, d. englische u. französische Haltung setzt sich durch (in der entscheidenden Phase der Verhandlungen erleidet Wilson einen Schlaganfall);
erneuter Umschwung in der amerikanischen Außenpolitik: Isolationismus, Amerika soll nicht Teil der League of Nations sein, Rückzug aus der Weltpolitik; Außenpolitik wird abgelehnt, nicht aber Außenwirtschaftshandel;
Präsident Roosevelt: ist überzeugt davon, dass es zu einem weltweiten Konflikt zwischen Diktatur und Demokratie kommen wird und sieht es als die Aufgabe Amerikas, in diesem Konflikt einzugreifen; er hat aber bis zum Angriff auf Pearl Harbour (der westliche Einfluss, also der amerikanische und der europäische, soll eingeschränkt werden, Hong Kong, Kolonie von Großbritannien, wird auch angegriffen) nicht die Unterstützung der amerikanischen Öffentlichkeit;
Supermacht: WW II schafft zwei Supermächte: d. zwei Sieger USA u. UdSSR; Konflikt zw. Kommunismus u. Demokratie löst den alten Konflikt ab, d. USA haben jetzt keine Wahl mehr, als sich an der Weltpolitik zu beteiligen; fast alle Länder der Welt lassen sich im Kalten Krieg in die zwei Lager einteilen, d. USA intervenieren verstärkt militärisch, um ihren Einfluss zu sichern: Korea (Nordkorea greift mit Hilfe von China Südkorea, unterstützt von Amerika, an, General McArthur will Präsident Truman zum Einsatz von Atomwaffen in China überreden, d. General wird aber entlassen, Truman entscheidet sich für d. Zivillösung), Mittelamerika, Vietnam (Amerika tritt immer mehr an die Stelle der Franzosen, wollen den kommunistischen Einfluss in franz. Indo-China stoppen, d. USA wird immer mehr militärisch involviert, erklärt aber offiziell nie den Krieg, der einzige Krieg, den die USA jemals verloren haben, nicht nur militärisch, sondern auch gesellschaftlich, Erschütterung des amerikanischen Selbstbewusstsein, diese Verunsicherung wird erst durch das Ende des Kalten Krieges abgelöst)
