Eierlegende Königin
Hier sehen wir die Königin bei der Ausübung ihrer einzigen Lebensaufgabe, der Eierlage. Vorher prüft sie jede einzelne Zelle, ob sie frei und von den Jungbienen sauber geputzt ist. Dann steckt sie ihren Hinterleib hinein, ein Drücken und Pressen - und das Ei ist abgelegt und haftet am Zellenboden. Schon schreitet sie weiter zur nächsten Zelle und so geht es weiter, nur ab und zu unterbrochen von der Verabreichung ihres geheimnisvollen Lebenselexiers "königlicher Futtersaft". In der Regel zeichnet der Imker seine Königinnen mit einem numerierten Farbplättchen, damit sie unter den vielen tausend Stockinsassen leichter aufzufinden sind. Damit der Imker auch eine Kontrolle über das Alter der Königin hat, tragt das Farbplättchen jedes Jahr eine andere Farbe. So waren z. B. die Zeichenfarben 1978 rot, 1979 grün, 1980 blau, 1981 weiß, 1982 gelb und 1983 wurde wieder mit der Zeichenfarbe rot begonnen.
Schlüpfende Brut
Nach 21 Tagen (beim Drohn nach 24 Tagen, bei der Königin bereits nach 17 Tagen) hat sich das Wunder der Umwandlung vom Ei über die Larve und Puppe zur fertigen Biene vollzogen. Wir sehen hier die Geburt von jungen Bienen. Das Abnagen des Zelldeckels bedeutet für die Jungbiene ein schweres Stück Arbeit. Ist einmal eine Öffnung in den Wachsdeckel gemacht, so streckt die Biene hungrig und erschöpft die Zunge heraus. Ammenbienen füttern sie und mit neuer Kraft geht es an die Arbeit, bis der Zelldeckel rundum abgenagt ist. Nun endlich kann die Biene schlupfen. 1m Gegensatz zu den älteren, dunkleren Bienen ist ihr Körper noch weich, ihr Haarkleid f1aumig, hell und silbrig glänzend ihre Flügel. Sie ist eingetreten in ein Leben voller Arbeit, Abenteuer und Gefahren. Noch weiß sie nichts Rechtes anzufangen, sie reck! sich und streck! sich und putzt sich, aber bald beginnt ihre erste Lebensaufgabe: Zellenputzen für die eierlegende Königin. 1m Bienenstock gibt es nur eine biologisch bedingte Ordnung: Jede Biene tut von sich aus, was ihr gemäß ist.
Ein Bienenschwarm
Ein wundervolles Naturschauspiel ist ein Bienenschwarm. Zu diesem Vorgang kommt es dadurch, dass die Bienen Königinnenzellen errichten, welche die Königin mit einem Ei bestiftet. Durch die Fütterung mit königlichem Futtersaft werden die Larven zu einem vollentwickelten Weibchen, also zu einer Königin. Sind die Königinnenzellen gedeckelt, so fühlt sich die alte Königin von den heranreifenden Rivalinnen bedroht, und da im Volk nur eine Königin herrschen kann, zieht sie mit ihrem Anhang aus und bildet ein neues Volk. Ein Sausen und Brausen erfüllt die Luft von Tausenden von Schwarmbienen. Schließlich sammelt sich der Schwarm an einer passenden Stelle und bleibt dort solange, bis die Spurbienen eine passende Wohnung gefunden haben. Meistens kommt jedoch vorher der Imker und sichert sich den Schwarm als neues Volk. In der Regel bedeuten Schwärme eine Minderung des Honigertrags und darum vermehrt der moderne Imker lieber mit Ablegern. Unser Bild zeigt eine außergewöhnliche Form der Bildung einer Schwarmtraube am Zaun einer Viehweide.
