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Файл:Теоретическая грамматика немецкого языка. Учебное пособие для аспирантов и студентов ПСПК
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TEIL 5
VERZEICHNIS
DER GRAMMATIKALISCHEN FACHBEGRIFFE
Das Verzeichnis der Fachbegriffe konnte aus Platzgründen nicht mehr in die
Buchversion aufgenommen werden. Hier werden Begriffe definiert, die in der
Literatur unterschiedlich verwendet werden oder nicht als allgemein bekannt
vorausgesetzt werden können. Insbesondere war es nötig, diejenigen Termini zu
definieren, die der neueren linguistischen Literatur entlehnt worden waren - nicht
zuletzt, weil v. a. in der Linguistik keine zwei Schulen ein und denselben Begriff
einheitlich verwenden.
A
Adjektiv (Beiwort, Eigenschaftswort) Adjektive gehören zu den Nomina. Sie
können im Gegensatz zu den Substantiven durch alle drei Genera flektiert werden
kann und sind der Komparation (Steigerung) fähig.
Adverbiale Bestimmungen (Adverbialia) Bestimmungen
Adverbien nicht-flektierbare Wörter (Partikeln) zur näheren Bestimmung von
Verben und Adjektiven. Die wichtigsten Adverbklassen sind: Lokaladverb
(Ortsadverb: hier, dort), Temporaladverb (Zeitadverb: danach, immer),
Quantitätsadverb (sehr, voll, ganz)
Modaladverb (so, wie, umsonst), Urteilsadverb (affirmatives Adverb,
Satzadverb: vielleicht, natürlich).
Affektive Sätze Sätze, bei denen die expressive Sprachfunktion überwiegt. Zu
den affektiven Sätzen gehören der Ausrufesatz und der Wunschsatz.
Affix Oberbegriff für Infix, Präfix und Suffix
Analytische Verbformen zusammengesetzte Verbformen wie das deutsche
Perfekt (ich habe gelacht) oder das lateinische passive Perfekt (laudatus sum).
Gegensatz: synthetische Verbformen.
Antonym gegensätzlicher Begriff; z. B. sind die Adjektive ‘ gut’ und ‘ böse’
Antonyme. (Gegensatz: Synonym)
Appellativum Gattungsnamen
Assimilation Attraktion
Asyndeton Koordination gleichwertiger Satzteile ohne koordinierende
Konjunktion: caelum, maria, terrae. ‘ Alles rennet, rettet, flüchtet.’ (Gegensatz:
Syndeton)
Attribut nähere Bestimmung eines Substantivs, die im Unterschied zur Appo-
sition semantisch oder sogar syntaktisch auf ihr Bezugswort angewiesen ist. Im
Unterschied zum Prädikativum steht das Attribut in keinerlei Beziehung zum
Prädikat.
Ausdruck Wortgruppensyntagma, das im Gegensatz zur Wendung keinen
phraseologischen (idiomatischen) Charakter hat.
71

B
Bedeutung (Referenz, Extension) Zu unterscheiden ist zwischen lexikalischer,
kontextueller und grammatikalischer Bedeutung eines Wortes. Lexikalische
(semantische) Bedeutung haben nur die kategorematischen Wörter wie die Nomina
und Verben (Hund, dick, töten). Dagegen besitzen synkategorematische Wörter
(Präpositionen, Konjunktionen, einige Adverbien) nur grammatikalische Bedeutung,
d. h. sie dienen zur Verknüpfung oder Modifizierung von Wörtern und Wortgruppen
(in der Stadt, Vater und Mutter, sehr gut). Pronomina (dieser, ich) und andere
indexikalische Ausdrücke (hier, dann) haben keine lexikalische Bedeutung, sondern
nur eine kontextuelle Bedeutung (abhängig von der jeweiligen Sprechsituation),
indem sie auf ein Wort mit lexikalischer Bedeutung verweisen.
Begriffsnegation Wortverneinung
Beiordnung Koordination
Bestimmung (1) Oberbegriff für freie Angaben und
Satzgliedteile. (2) adverbiale B.: Oberbegriff für adverbiale freie Angaben und
Ergänzungen, die weder Objekt noch Prädikatsnomen sind.
Bezugswort (Beziehungswort) Wort (meistens ein Substantiv), nach dem sich
ein anderes Wort in Numerus und Genus, meistens auch im Kasus, richtet; so ist in
dem Satz ‘ Der kleine Mann, dessen Auto falsch geparkt war, musste eine Strafe
zahlen’ das Substantiv ‘ Mann’ Bezugswort für das adjektivische Attribut ‘ klein’
und für das Relativpronomen ‘ der’ ; in dem Satz ‘ Ich mochte Müller nicht, weil er
zu unterwürfig war’ der Eigenname ‘ Müller’ Bezugswort für das Pronomen ‘ er’ .
C
Cardinalia Kardinalzahlen
D
Deixis (adj. deiktisch) Verweischarakter sprachlicher Ausdrücke. Die Deixis
steht zwischen Semantik und Pragmatik, insofern deiktische Ausdrücke (
indexikalische Ausdrücke) auch auf Tatsachen außerhalb des Texts verweisen können (
Exophorik).
Deminutivum (Deminutivnomen, Verkleinerungsform) Wort, das durch
Suffixe wie -chen, -lein, -eln, -ulus etc. gebildet wird. Die durch Deminutiva
bezeichneten Gegenstände oder Handlungen sind in der Regel von geringer Quantität
als die durch das Ursprungswort bezeichneten; der Sprecher kann aber durch
Deminutiva auch lediglich seine emotionale Einstellung zu dem Bezeichneten zum
Ausdruck bringen (sog. Hypokoristikum, Koseform) (vgl. § 4).
Denominativum (Denominale) Wort, das von einem Nomen gebildet wird.
Dazu zählen v. a. die Deminutiva und Adjektive wie königlich, regius, senatorisch,
senatorius. Vgl. § 4.
Deverbativum Wort, das von einem Verb gebildet wird, meistens ein
Substantiv oder ein Adjektiv, z. B. Meinung, existimatio, unerträglich, intolerandus,
vgl. Substantivum verbale, Verbalsubstantiv.
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Diminutivum Deminutivum
E
Eigenname (Nomen proprium, Name) Benennung zur Unterscheidung von
einzelnen Gegenständen und Personen von anderen Gegenständen bzw. Personen
derselben Gattung. Im Gegensatz zu Gattungsnamen haben Eigenamen keine
klassenbildende Funktion.
Elativ Superlativ, elativischer
Ellipse Auslassung eines Wortes, das nicht aus dem Kontext ergänzt werden
kann (im Gegensatz zur Brachylogie). Im Unterschied zur Aposiopese sind Ellipsen
grammatikalisiert. Keine Ellipse, sondern ein satzwertiger Kurzsatz liegt vor, wenn
in einem bestimmten Kontext immer nur die scheinelliptische Form verwendet wird,
so dass man nicht von der Auslassung eines Wortes sprechen kann, z. B. auf einem
Straßenschild: ‘ Nach München’ .
Ergänzung (Aktant, Mitspieler, Partizipiant, Ergänzungsbestimmung,
Komplement, Argument) von der Valenz eines Wortes (v. a. des Verbs) syntaktisch
gefordertes Satzteil; so erfordert das Verb töten ein Akkusativobjekt: In dem Satz ‘
Brutus tötet zusammen mit anderen Verschwörern Caesar im Senat’ ist ‘ Caesar’ die
Ergänzung des Prädikats ‘ tötet’.
Ersatzprobe (Austauschprobe, Kommutationstest, Substitutionstest) Ersetzung
eines Syntagmas durch andere Syntagmen, um grammatische Kategorien zu bilden.
So stellt man durch die E. fest, dass animos hominum und homines in Abhängigkeit
von delectare synonym sind: Orator animos hominum delectat und Orator homines
delectat. Auch syntaktische Kategorien werden durch E.n erfasst: Die Syntagmen in
re, de re und re können als Ergänzungen des Verbs laetari dienen, nicht aber das
Syntagma rei. Bei donare lässt sich das Syntagma rem alicui durch aliquem re
ersetzen. Bei einigen Verben kommutieren z. B. quod-Satz und AcI.
Erweiterungen Überbegriff für Ergänzungen und freie Angaben.
F
Figura etymologica Verbindung eines Verbs und einer Ergänzung von
demselben Wortstamm: eine Schlacht schlagen (vgl. § 337,1; § 386).
Funktionsverbgefüge (Streckverb, Streckform) Syntagma, das aus einem
Verb und seiner Ergänzung besteht: ‘ zu Ende bringen, eine Entschuldigung
vorbringen’ .
G
Gattungsname (Appellativum, Gattungsbezeichnung, Klassenname) Im
Unterschied zu Eigennamen bezeichnen Gattungsnamen eine ganze Klasse von
Gegenständen, die nicht allein durch die Gemeinsamkeit des Namens definiert sind.
Zwischen G. und Eigennnamen stehen daher die Völkernamen.
Genus verbi (Diathese) im Lateinischen der Überbegriff für Aktiv und Passiv.
Geschlossene Wortstellung
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Gliedsatz (Nebensatz)
echter Gliedsatz, der von einer Subjunktion, einem Relativum oder
Interrogativum eingeleitet wird.
unechter (unvollständiger Gliedsatz) Als unechte Gliedsätze bezeichnet man
Partizipialien wie Infinitiv, AcI, NcI, Ablativus Absolutus, Gerundialgefüge. Unechte
Gliedsätze sind keine Sätze, sondern Satzteile, Daher muss ein Pronomen in einem
unechten Gliedsatz, das sich auf das Subjekt des regierenden Verbs bezieht direkt
reflexiv verwendet werden.
Gradatio Klimax
Gradation (Komparation) Steigerung eines Adjektivs
H
Hauptsatz, nachgestellter Hauptsatz, der auf den ihm untergeordneten
Gliedsatz folgt, z. B. in der steigenden Periode (vgl. § 597,1a). Vgl. auch Nachsatz.
Hypotaxe Subordination
I
Infix Morphem, das in ein Wort eingefügt wird, z. B. -ita-: dictitare zu
dicere.
Intransitivum (intransitives Verb) Verb, das (von Sonderfällen abgesehen)
keine Ergänzung im Akkusativ (Akkusativobjekt) verlangt (folgen, gehorchen).
Hierzu zählen auch die absolut gebrauchten Verben (schlafen).
K
Kardinalzahlen Grundzahlen (eins, zwei, drei; unus, duo, tres).
Klimax (Gradatio) Steigerung (v. a. bei einer Aufzählung): Veni, vidi, vici. Die
Umkehrung, der Abstieg vom Wichtigeren zum weniger Wichtigen (vici, vidi, veni)
heißt Antiklimax (Gradatio a maiori ad minus).
Kohärenz (Kohäsion) syntaktischer, semantischer oder pragmatischer
Zusammenhang eines Textes. So sind etwa die beiden Sätze ‘ Paul kaufte sich ein
Eis; danach ist ihm schlecht geworden’ durch das Adverb ‘ danach’ und das
anaphorische Pronomen ‘ ihm’ eng miteinander verbunden (kohärierend).
Kollektivum (Kollektivbegriff) Im Singular verwendetes Substantiv zur
Bezeichnung einer Mehrheit als Einheit: Haar, Bürgerschaft, coma, pluma.
(multitudo, turba, pars etc., Länder- und Städtenamen).
Komparativ Zweite Steigerungsstufe des Adjektivs. Der Komparativ dient v.
a. zum Vergleich zweier Gegenstände oder Handlungen (Das ist besser als das. Hoc
melius illo.)
modifizierender im Lateinischen zur Modifizierung des Positivs verwendeter
Komparativ: celerius ‘ zu schnell, ziemlich schnell’ .
Kongruenz Übereinstimmung zweier oder mehrerer Wörter nach einer oder
mehreren Kategorien von Kasus, Genus, Numerus, Person (vgl. B. I. 3).
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Konjunktion Partikel, die im Gegensatz zu den Subjunktionen zur
Verknüpfung ( Koordination) gleichwertiger Syntagmen dienen (und, aber). Im
weiteren Sinn bezeichnet man als K.en sowohl K.en als auch Subjunktionen ().
Konversion synchroner Übertritt eines Wortes in eine andere Wortart. So wird
das Adjektiv ‘weise’ durch den Artikel zum Substantiv: ‘ der Weise’
(Substantivierung).
Koordination (Beiordnung, Parataxe) Aneinanderreihung gleichwertiger
Satzteile im Gegensatz zur Subordination. Man unterscheidet zwischen
Asyndeton, Monosyndeton und Polysyndeton.
Korrelation enge Verknüpfung von übergeordnetem Satz und (eventuell
verkürztem) Gliedsatz durch unterschiedliche Partikel oder Pronomina: si non – at
certe; quot – tot. Geht der übergeordnete Satz voran, so steht die Partikel oder das
Pronomen präparativ: Adeone me delirare censes, ut ista credam? (Tusc. 1,10).
(Gegensatz: Korresponsion)
Kurzsatz (verkürzter Satz) Satz ohne Prädikat aufgrund von Ellipse oder
Konvention (Einen Kaffee, bitte. Zwei Fahrscheine.) oder aufgrund von Brachylogie
("Er hat ihn verprügelt." "Wer?" "Der Fritz den Hans."). Im Lateinischen begegnet oft
der Nominalsatz.
L
Litotes doppelte Verneinung zur Ausdrucksverstärkung: ‘ nicht ohne Witz’ für
‘ recht witzig’, ‘nicht übel’ für ‘ sehr gut’ .
M
Mengenadjektiv Quantitätsadjektiv
Modalverb den Infinitiv regierendes Verb, das eine Modalität ausdrückt: ‘
dürfen, können, wollen, müssen’ .
Modus (1) Oberbegriff für Indikativ, Konjunktiv und Imperativ, (2) die einem
Satz zugrundeliegende Bedeutung (Satzmodus im Gegensatz zur syntaktisch
definierten Satzart). Vgl. C. Allgemeines.
Monosyndeton Unterart des Syndetons. Wird bei einer Aufzählung nur das
letzte Glied mit einer kopulativen Konjunktion angeschlossen, so spricht man von
einem Monosyndeton: ‘ Flüsse, Berge, Meere und Seen’ . Das Monosyndeton ist im
Deutschen die Regel, im Lateinischen vergleichsweise selten.
Morphem kleinste bedeutungstragende Einheit, z. B. ‘ Hund, groß, morgen,
durch’
Morphologie (Formenbildung) Teil der Grammatik, Lehre von der Bildung der
Formen, also von Deklination, Konjugation, Komparation usw.
N
Nachsatz übergeordneter Satz, der auf den ihm untergeordneten Satz folgt. Ist
der übergeordnete Satz ein Hauptsatz, so spricht man auch von einem
nachgestellten Hauptsatz.
75

Nebensatz Gliedsatz
Negation, einfache Die allgemeinsten adverbialen Einwort-Negationen nennt
man einfache Negationen: nicht, non, haud, vix.
Negative Sätze - Sätze, die explizit oder implizit verneint sind; dazu zählen
auch Fragen, auf die eine negative Antwort erwartet wird.
Nomen Substantiv, Adjektiv, Pronomina, Partizipialien.
Nominales Subjekt (Objekt usw.) Das Subjekt (Objekt usw.) ist ein Nomen
(und kein Verb, Gliedsatz usw.): Gallia est omnis divisa in partes tres. Sapiens
semper sapit.
Nominalformen des Verbs Partizipialien
Nominalsatz Unterart des Kurzsatzes, Satz ohne Prädikat, aber mit Subjekt (i.
d. R. aufgrund einer Ellipse einer Form von esse oder durch Brachylogie): Ars
longa, vita brevis. Vgl. § 250.
Numeralia bestimmte Zahlwörter
Numerus Oberbegriff für Singular und Plural
Numerusindifferenz Verwendung einer einzigen Form eines Wortes, das zu
einer flektierbaren Wortart gehört, für Singular und Plural. So wird der Imperativ age
(vgl. § 122,4) sowohl bei der Aufforderung an eine als auch bei der Aufforderung an
mehrere Personen verwendet.
O
Objekt Satzglied, Ergänzung eines Verbs oder Adjektivs im Genetiv, Dativ
oder Akkusativ. Auch die Ablativergänzungen bei Deponentien werden als Objekte
bezeichnet.
Ordinalzahlen (Ordinalia, Ordnungszahlen) ‘ erster, zweiter, dritter’ .
Ortsnamen, appellative geographische Gattungsnamen wie terra, mare im
Gegensatz zu geographischen Eigennamen wie Antiochia, Roma etc.
P
Parataxe Koordination
Partikel Sammelbezeichnung für Adverbien, Präpositionen, Interjektionen,
Kon- und Subjunktionen.
Partizipialien (adj. partizipialisch) Partizipialien sind die Nominalformen des
Verbs: Infinitiv, Partizip, Gerundium, Gerundiv, Supin.
Personenname Bezeichnung einer oder mehrerer Personen (Menschen, Götter,
fiktive Personen) mit Eigennamen (Vorname, Familienname, Beiname usw.) oder
Gattungsnamen (Römer, Eltern, Danaiden).
Plural
genereller Spezialfall der Vossianischen Antonomasie. Der generelle Plural
bezeichnet mit einem Eigennamen eine ganze Klasse von Menschen, denen eine
Eigenschaft mit dem Träger des Eigennamens gemeinsam ist: ‘ Heutzutage gibt es
keine Picassos (d. h. herausragende Maler, abstrakte Maler oder avantgardistische
Maler usw.) mehr.’ Si sunt Maecenates, non deerunt Flacci et Marones.
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poetischer Von poetischem Plural spricht man, wenn ein Schriftsteller statt des
Singulars den Plural eines Wortes setzt, ohne dass eine Mehrheit bezeichnet wird. In
klassischer Prosa lässt sich der poetische Plural nicht nachweisen.
rhetorischer (genereller, emphatischer) Der rhetorische Plural ist mit dem
poetischen Plural verwandt; er steht aber im Gegensatz zu diesem, um durch die
Verallgemeinerung eines Einzelfalls den rhetorischen Affekt zu erhöhen: ‘ Du musst
natürlich Lügen verbreiten. Du erzählst da aber Geschichten.’ Vgl. § 8,5.
Plurale tantum Substantiv, das nur oder fast ausschließlich im Plural
vorkommt (divitiae, castra).
Polysyndeton Unterart des Syndetons, bei einer Aufzählung
Aneinanderreihung jedes Syntagmas mit einer kopulativen Konjunktion: et iustitia
et temperantia et fortitudo et sapientia.
Prädikat (Satzaussage)
kopulatives die Verbindung eines finiten Verbs mit einem Prädikatsnomen. ‘
Gaius bonus est. Gaium bonum iudico. Vgl. § 246, § 251,2.
verbales die Besetzung der Prädikatsstelle durch ein finites Verb: ‘ Er spielt. Er
trinkt ein Bier.’ Vgl. § 246; § 251,1.
Prädikativum (Adjunkt, Prädikatsadjunkt) Satzgliedteil, der sich auch auf das
Prädikat bezieht. Attribut, Apposition, Prädikatsnomen.
Prädikatsnomen Satzglied, das eine obligatorische Ergänzung eines Verbs
darstellt. Zusammen mit einem finiten Verb bildet es ein kopulatives Prädikat.
Präfix vor ein Wort gesetztes Morphem, Vorsilbe, z. B. per- in percurrere,
con- in conclamare.
Q
Quantitätsadjektiv (Zahladjektiv), Quantitätspronomen Adjektiv oder
Pronomen im Neutrum (meistens des Singulars), das eine Menge oder Zahl
ausdrückt: multum, tantum, quantum, nihil, omnia. Vgl. auch Adverbien.
R
Rektion Valenz
S
Sachsubjekt Das Subjekt ist ein Sachname: Rhenum flumen est. Avaritia
vitium est.
Sachname Im Unterschied zu Personenname ein Substantiv, das einen nicht-
belebten Gegenstand bezeichnet: Haus, Brot, Auto, Zugspitze.
Satzadverb Ein Satzadverb drückt die Beurteilung eines Sachverhaltes durch
den Sprecher aus; dieser Sachverhalt steht in demselben Satz wie das Satzadverb. Das
Satzadverb entspricht einem parenthetischen, beurteilenden Satz: hoffentlich haben
sie gewonnen; sie haben doch gewonnen – hoffe ich.
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Satzart im Gegensatz zum semantisch-pragmatischen Satzmodus die
syntaktische bestimmbare Form eines Satzes: Fragesatz (eingeleitet von einem
Fragewort), Aufforderungssatz (Imperativ) usw.
Satzbauplan (Satzmuster) Auflistung aller Ergänzungen eines Verbs.
Satzglied Subjekt, Prädikat, Prädikatsnomen, Objekt, adverbiale Bestimmung.
Satzgliedteile nominale Bestimmungen eines Substantivs: Attribut,
Apposition, Prädikativum.
Satzmodus Modus (2)
Satzteil Oberbegriff für Satzglied, Satzgliedteil und verbindendes Satzteil
verbindendes Wort, das zur Verbindung von Syntagmen dient, aber nicht den
Status eines Satzglieds oder Satzgliedteils annehmen kann: ‘ weil, auf, und’ . Ein v.
S. ist i. d. R. ein Synkategorema.
Semantische Merkmale (Semantische Komponenten, Seme, Stereotypen)
kleinste Bedeutungseinheiten einer Wortbedeutung, üblicherweise in eckige
Klammern gesetzt. So könnte man ‘ Tiger’ die semantischen Merkmale [Raubkatze,
in Asien lebend, gestreift] zuweisen.
Singular
generalisierender (Singulare pro plurali) Wenn mit einem singularischen
Substantiv eines Gattungsnamens eine Aussage getroffen wird, die auf die ganze
Gattung zutrifft, so dass man den Singular ‘ x’ durch ‘ alle x’ ersetzen könnte, spricht
man von einem generalisierenden Singular: ‘ Ein Kerl muss doch eine Meinung
haben (d. h. jeder, der ein Kerl sein will).’ Homo homini lupus (i. e. omnes homines).
kollektiver (kollektivischer) (Singulare pro plurali) (1) Steht der Singular
eines Kollektivbegriffs für eine Mehrheit von Einzeldingen, so handelt es sich um
einen kollektiven Singular: Haar, Obst, faba (Bohnen). (2) Man verwendet den
Begriff ‘ kollektiver Singular’ auch als Sammelbezeichnung für alle Singularia pro
pluralibus. Als Stilmittel gehört der kollektive Singular zur quantitativen
Metonymie ( Synekdoche).
repräsentativer (generischer, genereller) Auch: Singulare pro plurali. Steht
der Singular eines Gattungsnamens stellvertretend für mehrere Vertreter (nicht für
alle generalisierender Singular) einer Gattung, so spricht man vom repräsentativen
Singular, der sich vor allem in der Militärsprache findet: ‘ Der Römer konnte
schließlich den Griechen überwinden und ihn seiner Kultur berauben.’ Grenzfälle
zum generalisiernden Singular liegen vor bei Sätzen wie ‘ Der Soldat war die Stütze
des römischen Reiches.’
Singulare tantum (Singularia tantum) Singularia tantum sind Wörter, die nur
im Singular vorkommen können; es handelt sich dabei meistens um
Kollektivbegriffe. Der Plural wird von einem anderen Wort entlehnt: ‘ Obst’ (Plural ‘
Früchte’ ), coma, capillus.
Subjekt (Satzgegenstand)
grammatisches derjenige Satzteil im Nominativ, der nicht das Prädikatsnomen ist.
logisches derjenige, der die in einem Satz beschriebene Handlung ausführt, z.
B. ist in dem Satz ‘ Die Rede des Clodius hat den Senat beleidigt’ ‘ Clodius’ das
logische Subjekt. In Passivsätzen ist immer der Handelnde das logische Subjekt: A
Bruto Caesar interfectus est, wo Brutus das logische Subjekt ist.
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Subordination (1) (Unterordnung, Hypotaxe) Verbindung eines Gliedsatzes
mit einem übergeordneten Satz. (Gegensatz: Koordination) (2) In weiterem Sinn
nennt man auch die Abhängigkeit einer attributiven Bestimmung von ihrem
Bezugswort bzw. dem regierenden Nomen Subordination (Unterordnung).
Substantivum (Ding-, Gegenstands-, Haupt-, Nennwort, ( ) Nomen) Das
Substantiv stellt eine Untergruppe des Nomens dar; im Unterschied zum
Adjektiv verfügt das Substantiv i. d. R. nur über ein einziges Genus (vergl. aber das
Substantivum commune). Vgl. §§ 1– 18.
commune Substantiv, das für Maskulin und Feminin dieselbe Form besitzt, v.
a. bei Nomina agentis und Tiernamen: Pferd, canis, auctor. Vgl. § 3.
mobile Substantiv, das verschiedene Endungen Maskulin und Feminin
annimmt: Lehrer, Lehrerin, Hund, Hündin. Vgl. § 3.
verbale Verbalsubstantiv, Verbalabstraktum, Deverbativum
Suffix an ein Wort gehängtes Morphem, Nachsilbe, z. B. -tor in orator, -io in
opinio, -mentum in ornamentum (vgl. § 1– 2).
Superlativ Höchste Steigerungsstufe: de schnellste, der beste, celerrimus,
optimus.
elativischer Verwendung des lateinischen Superlativs in nicht superlativischer
Bedeutung: optimus ‘ sehr gut’ , celerrimus ‘ sehr schnell’ .
Syllogismus (Schlusssatz) logische Schlussform. Der klassische Syllogismus
besteht aus zwei Prämisse (Ober- und Untersatz) und dem Schluss (Conclusio): ‘ Alle
Menschen sind sterblich. Sokrates ist ein Mensch. Also ist Sokrates sterblich.’
Syndeton Oberbegriff für Monosyndeton und Polysyndeton.
Syntagma Wort oder Wortgruppe, die die Funktion eines Satzglieds
übernehmen kann.
Synthetische Verbformen Verbformen, die durch ein einziges Wort Tempus,
Genus, Numerus, Modus und Person ausdrücke: amabam, amavi (Gegensatz:
analytische Verbformen)
T
Transitivum (transitives Verb) Transitive Verben verlangen als Objektskasus
den Akkusativ (schlagen, lieben, hassen). (Gegensatz: Intransitivum)
U
Unterordnung Subordination
V
Valenz (Rektion, Wertigkeit, Fügungspotenz) das einem Wort (Valenzträger)
innewohnende syntaktische Konstruktionspotential. So fordert die Valenz des Verbs ‘
geben’ ein Dativ- und ein Akkusativobjekt (das Verb ‘ geben’ regiert den Dativ und
den Akkusativ), die Valenz von cavere entweder ein Akkusativ- (cave canem) oder
ein Dativobjekt (cavere amico). Die von der Valenz geforderten Positionen nennt
man Ergänzungen.
79

Valenzträger Valenz
Verb
unpersönliches (Verbum impersonale) Verb, das in einer bestimmten
Bedeutung nur in der dritten Person Singular verwendet wird und nur mit Gliedsätzen
oder neutralen Pronomina als Subjekt verbunden wird; im Deutschen haben
unpersönliche Verben i. d. R. als Subjekt das Scheinsubjekt ‘ es’ : fulget (es blitzt),
licet (es ist erlaubt). Decet virum bonum esse.
finites (gebeugtes) Verb im Indikativ, Konjunktiv oder Imperativ. Das finite
Verb verfügt im Gegensatz zu den infiniten Partizipialien immer über die Kategorien
Person, Numerus und Modus.
infinites in einer Nominalform stehende Verbform
Verbalabstraktum Nomen actionis
Verbalsubstantiv Untergruppe der Deverbativa. Von einem Verb
abgeleitetes Substantiv (Meinung, existimatio, Handlung, actio, Mörder, interfector;
so auch HSz) ( ): Oft auch synonym mit Nomen actionis, Verbalabstraktum
verwendet. § 1-2
Verkürzter Gliedsatz Gliedsatz, in dem eine Ellipse des Prädikats vorliegt, häufig beim
Relativsatz: Eadem virtute estis, qua Scipio (sc. est). Vgl. auch Kurzsatz, Nominalsatz.
Verkürzter Satz Kurzsatz
Versparung Brachylogie
W
Wendung (lexikalische Fügung, festes Syntagma) fester Ausdruck aus
mehreren Wörtern, dessen Bedeutung nicht aus der Bedeutung seiner Elemente
erschlossen werden kann, Die Elemente einer W. können nicht oder nur sehr bedingt
ersetzt (kommutiert) werden. W.en sind im Gegensatz zu Ausdrücken
phraseologisch (idiomatisch), d. h. Spezifika der jeweiligen Sprache.
Wortfeld (Bedeutungsfeld, lexikalisches Feld, Sinnbezirk, Semantic field) Der
Begriff ‘ Wortfeld’ bezeichnet eine Gruppe sinnverwandter (synonymer) Wörter.
Wortverneinung (Begriffsnegation, Wortnegation) Ist nicht der ganze Satz,
sondern nur ein einzelnes Wort oder ein Satzteil verneint, so spricht man von
Wortverneinung: ‘ Nicht mitzuhassen, mitzulieben bin ich da. Ich habe das nicht aus
Habgier getan.’
Z
Zeitstufe Oberbegriff für Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft.
[Quelle: Register der grammatikalischen Fachbegriffe
www.menge.net/glossar.html - Grammatik der deutschen Gegenwartssprache, Der große Duden,
Band 4 ].
80
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