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Das Schloß

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DAS SCHLOß
so, als sei durch ihre Erklärung der Zwischenfall beendet und die Aussagen der Gehilfen nur ein nachträglicher Scherz; erst als sie wieder, zur Arbeit bereit, niedergekniet war, sagte sie: "Unsere Gehilfen sind Kinder, die trotz ihren Jahren noch in diese Schulbänke gehören. Ich habe nämlich gegen Abend die Tür mit der Axt allein geöffnet, es war sehr einfach, die Gehilfen brauchte ich dazu nicht, sie hätten nur gestört. Als dann in der Nacht aber mein Bräutigam kam und hinausging, um den Schaden zu besehen und womöglich zu reparieren, liefen die Gehilfen mit, wahrscheinlich weil sie fürchteten, hier allein zu bleiben, sahen meinen Bräutigam an der aufgerissenen Tür arbeiten, und deshalb sagen sie jetzt – nun, es sind Kinder –."
Zwar schüttelten die Gehilfen während Friedas Erklärung immerfort die Köpfe, zeigten weiter auf K. und strengten sich an, durch stummes Mienenspiel Frieda von ihrer Meinung abzubringen; da es ihnen aber nicht gelang, fügten sie sich endlich, nahmen Friedas Worte als Befehl, und auf eine neu­erliche Frage des Lehrers antworteten sie nicht mehr. "So", sagte der Lehrer, "ihr habt also gelogen? Oder wenigstens leichtsinnig den Schuldiener beschuldigt?" Sie schwiegen noch immer, aber ihr Zittern und ihre ängstlichen Blicke schienen auf Schuldbewußtsein zu deuten. "Dann werde ich euch sofort durchprügeln", sagte der Lehrer und schickte ein Kind ins andere Zimmer um den Rohrstab. Als er dann den Stab hob, rief Frieda: "Die Gehilfen haben ja die Wahrheit ge­sagt", warf verzweifelt den Lappen in den Eimer, daß das Was­ser aufspritzte, und lief hinter den Barren, wo sie sich ver­steckte. "Ein verlogenes Volk", sagte die Lehrerin, die den
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Verband der Pfote eben beendigt hatte und das Tier auf den Schoß nahm, für den es fast zu breit war.
"Bleibt also der Herr Schuldiener", sagte der Lehrer, stieß die Gehilfen fort und wandte sich K. zu, der während der gan­zen Zeit, auf den Besen gestützt, zugehört hatte: "Dieser Herr Schuldiener, der aus Feigheit ruhig zugibt, daß man andere fälschlich seiner eigenen Lumpereien beschuldigt." – "Nun", sagte K., der wohl merkte, daß Friedas Dazwischentreten den ersten hemmungslosen Zorn des Lehrers doch gemildert hat­te, "wenn die Gehilfen ein wenig durchgeprügelt worden wä­ren, hätte es mir nicht leid getan; wenn sie bei zehn gerechten Anlässen geschont worden sind, können sie es einmal bei ei­nem ungerechten abbüßen. Aber auch sonst wäre es mir will­kommen gewesen, wenn ein unmittelbarer Zusammenstoß zwischen mir und Ihnen, Herr Lehrer, vermieden worden wä­re, vielleicht wäre es sogar auch Ihnen lieb. Da nun aber Frie­da mich den Gehilfen geopfert hat -", hier machte K. eine Pause, man hörte in der Stille hinter den Decken Frieda schluchzen –, "muß nun natürlich die Sache ins reine ge­bracht werden." – "Unerhört", sagte die Lehrerin. "Ich bin völlig Ihrer Meinung, Fräulein Gisa", sagte der Lehrer. "Sie, Schuldiener, sind natürlich wegen dieses schändlichen Dienstvergehens auf der Stelle entlassen; die Strafe, die noch folgen wird, behalte ich mir vor, jetzt aber scheren Sie sich sofort mit allen Ihren Sachen aus dem Haus. Es wird uns eine wahre Erleichterung sein, und der Unterricht wird endlich beginnen können. Also schleunig!" – "Ich rühre mich von hier nicht fort", sagte K. "Sie sind mein Vorgesetzter, aber nicht derjenige, welcher mir die Stelle verliehen hat, das ist
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der Herr Gemeindevorsteher, nur seine Kündigung nehme ich an. Er aber hat mir die Stelle doch wohl nicht gegeben, daß ich hier mit meinen Leuten erfriere, sondern – wie Sie selbst sagten – damit er unbesonnene Verzweiflungstaten meinerseits verhindert. Mich jetzt plötzlich zu entlassen wäre daher geradewegs gegen seine Absicht; solange ich nicht das Gegenteil aus seinem eigenen Munde höre, glaube ich es nicht. Es geschieht übrigens wahrscheinlich auch zu Ihrem großen Vorteil, wenn ich Ihrer leichtsinnigen Kündigung nicht folge." – "Sie folgen also nicht?" fragte der Leh­rer. K. schüttelte den Kopf. "Überlegen Sie es wohl", sagte der Lehrer. "Ihre Entschlüsse sind nicht immer die allerbesten; denken Sie zum Beispiel an den gestrigen Nachmittag, als Sie es ablehnten, verhört zu werden." – "Warum erwähnen Sie das jetzt?" fragte K. "Weil es mir beliebte", sagte der Lehrer, "und nun wiederhole ich zum letzten Male: Hinaus!" Als aber auch das keine Wirkung hatte, ging der Lehrer zum Katheder und beriet sich leise mit der Lehrerin, diese sagte etwas von der Polizei, aber der Lehrer lehnte es ab, schließlich einigten sie sich, der Lehrer forderte die Kinder auf, in seine Klasse hi­nüberzugehen, sie würden dort mit den anderen Kindern ge­meinsam unterrichtet werden. Diese Abwechslung freute alle, gleich war unter Lachen und Schreien das Zimmer geleert, der Lehrer und die Lehrerin folgten als letzte. Die Lehrerin trug das Klassenbuch und auf ihm die in ihrer Fülle ganz teil­nahmslose Katze. Der Lehrer hätte die Katze gern hiergelas­sen, aber eine darauf bezügliche Andeutung wehrte die Leh­rerin mit dem Hinweis auf die Grausamkeit K.s entschieden ab; so bürdete K. zu allem Ärger auch noch die Katze dem
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Lehrer auf. Es beeinflußte dies wohl auch die letzten Worte, die der Lehrer in der Tür an K. richtete: "Das Fräulein verläßt mit den Kindern notgedrungen dieses Zimmer, weil Sie reni­tenterweise meiner Kündigung nicht folgen und weil nie­mand von ihr, einem jungen Mädchen, verlangen kann, daß sie inmitten Ihrer schmutzigen Familienwirtschaft Unter­richt erteilt. Sie bleiben also allein und können sich, unge­stört durch den Widerwillen anständiger Zuschauer, hier so breitmachen, wie Sie wollen. Aber es wird nicht lange dauern, dafür bürge ich!" Damit schlug er die Tür zu.
DAS DREIZEHNTE KAPITEL
Kaum waren alle fort, sagte K. zu den Gehilfen: "Geht hin­aus!" Verblüfft durch diesen unerwarteten Befehl, folgten sie, aber als K. hinter ihnen die Tür zusperrte, wollten sie wieder zurück, winselten draußen und klopften an die Tür. "Ihr seid entlassen!" rief K. "Niemals mehr nehme ich euch in meine Dienste." Das wollten sie sich nun freilich nicht gefallen las­sen und hämmerten mit Händen und Füßen gegen die Tür. "Zurück zu dir, Herr!" riefen sie, als wäre K. das trockene Land und sie daran, in der Flut zu versinken. Aber K. hatte kein Mitleid, ungeduldig wartete er, bis der unerträgliche Lärm den Lehrer zwingen werde, einzugreifen. Es geschah bald. "Lassen Sie Ihre verfluchten Gehilfen ein!" schrie er. "Ich habe sie entlassen!" schrie K. zurück; es hatte die unge­wollte Nebenwirkung, dem Lehrer zu zeigen, wie es auffiel, wenn jemand kräftig genug war, nicht nur zu kündigen, son­dern auch die Kündigung auszuführen. Der Lehrer versuchte nun, die Gehilfen gütlich zu beruhigen, sie sollten hier nur ruhig warten, schließlich werde K. sie doch wieder einlassen müssen. Dann ging er. Und es wäre nun vielleicht still geblie­ben, wenn nicht K. ihnen wieder zuzurufen angefangen hätte, daß sie nun endgültig entlassen seien und nicht die geringste
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Hoffnung auf Wiederaufnahme hätten. Daraufhin begannen sie wieder zu lärmen wie zuvor. Wieder kam der Lehrer, aber nun verhandelte er nicht mehr mit ihnen, sondern trieb sie, offenbar mit dem gefürchteten Rohrstab, aus dem Haus.
Bald erschienen sie vor den Fenstern des Turnzimmers, klopften an die Scheiben und schrien; aber die Worte waren nicht mehr zu verstehen. Sie blieben jedoch auch dort nicht lange, in dem tiefen Schnee konnten sie nicht herumsprin­gen, wie es ihre Unruhe verlangte. Sie eilten deshalb zu dem Gitter des Schulgartens, sprangen auf den steinernen Unter­bau, wo sie auch, allerdings nur von der Ferne, einen besseren Einblick in das Zimmer hatten; sie liefen dort, an dem Gitter sich festhaltend, hin und her, blieben dann wieder stehen und streckten flehend die gefalteten Hände gegen K. aus. So trieben sie es lange, ohne Rücksicht auf die Nutzlosigkeit ih­rer Anstrengungen; sie waren wie verblendet, sie hörten wohl auch nicht auf, als K. die Fenstervorhänge herunterließ, um sich von ihrem Anblick zu befreien.
In dem jetzt dämmerigen Zimmer ging K. zu dem Barren, um nach Frieda zu sehen. Unter seinem Blick erhob sie sich, ordnete die Haare, trocknete das Gesicht und machte sich schweigend daran, Kaffee zu kochen. Obwohl sie von allem wußte, verständigte sie doch K. förmlich davon, daß er die Ge­hilfen entlassen hatte. Sie nickte nur. K. saß in einer Schul­bank und beobachtete ihre müden Bewegungen. Es war im­mer die Frische und Entschlossenheit gewesen, welche ihren nichtigen Körper verschönt hatte; nun war diese Schönheit dahin. Wenige Tage des Zusammenlebens mit K. hatten ge­nügt, das zu erreichen. Die Arbeit im Ausschank war nicht
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leicht gewesen, aber ihr wahrscheinlich doch entsprechender. Oder war die Entfernung von Klamm die eigentliche Ursache ihres Verfalles? Die Nähe Klamms hatte sie so unsinnig verlo­ckend gemacht, in dieser Verlockung hatte sie K. an sich ge­rissen, und nun verwelkte sie in seinen Armen.
"Frieda", sagte K. Sie legte gleich die Kaffeemühle fort und kam zu K. in die Bank. "Du bist mir böse?" fragte sie. "Nein", sagte K. "Ich glaube, du kannst nicht anders. Du hast zufrie­den im Herrenhof gelebt. Ich hätte dich dort lassen sollen." – "Ja", sagte Frieda und sah traurig vor sich hin, "du hättest mich dort lassen sollen. Ich bin dessen nicht wert, mit dir zu leben. Von mir befreit, könntest du vielleicht alles erreichen, was du willst. Aus Rücksicht auf mich unterwirfst du dich dem tyrannischen Lehrer, übernimmst du diesen kläglichen Posten, bewirbst dich mühevoll um ein Gespräch mit Klamm. Alles für mich, aber ich lohne es dir schlecht." "Nein", sag­te K. und legte tröstend den Arm um sie. "Alles das sind Klei­nigkeiten, die mir nicht weh tun, und zu Klamm will ich ja nicht nur deinetwegen. Und was hast du alles für mich getan! Ehe ich dich kannte, ging ich ja hier ganz in die Irre. Niemand nahm mich auf, und wem ich mich aufdrängte, der verab­schiedete mich schnell. Und wenn ich bei jemandem Ruhe hätte finden können, so waren es Leute, vor denen wieder ich mich flüchtete, etwa die Leute des Barnabas." – "Du flüchte­test vor ihnen? Nicht wahr? Liebster!" rief Frieda lebhaft da­zwischen und versank dann nach einem zögernden "Ja" K.s wieder in ihre Müdigkeit. Aber auch K. hatte nicht mehr die Entschlossenheit, zu erklären, worin sich durch die Verbin­dung mit Frieda alles zum Guten für ihn gewendet hatte. Er
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löste langsam den Arm von ihr und saß ein Weilchen schwei­gend, bis dann Frieda, so, als hätte K.s Arm ihr Wärme gege­ben, die sie jetzt nicht mehr entbehren könne, sagte: "Ich wer­de dieses Leben hier nicht ertragen. Willst du mich behalten, müssen wir auswandern, irgendwohin, nach Südfrankreich, nach Spanien." – "Auswandern kann ich nicht", sagte K., "ich bin hierhergekommen, um hier zu bleiben. Ich werde hier­bleiben." Und in einem Widerspruch, den er gar nicht zu er­klären sich Mühe gab, fügte er wie im Selbstgespräch zu: "Was hätte mich denn in dieses öde Land locken können, als das Verlangen hierzubleiben?" Dann sagte er: "Aber auch du willst hierbleiben, es ist ja dein Land. Nur Klamm fehlt dir, und das bringt dich auf verzweifelte Gedanken." – "Klamm sollte mir fehlen?" sagte Frieda. "Von Klamm ist hier ja eine Überfülle, zu viel Klamm; um ihm zu entgehen, will ich fort. Nicht Klamm, sondern du fehlst mir, deinetwegen will ich fort; weil ich mich an dir nicht sättigen kann, hier wo alle an mir reißen. Würde mir doch lieber die hübsche Larve abgeris­sen, würde doch lieber mein Körper elend, daß ich in Frieden bei dir leben könnte." K. hörte daraus nur eines. "Klamm ist noch immer in Verbindung mit dir?" fragte er gleich. "Er ruft dich?" – "Von Klamm weiß ich nichts", sagte Frieda, "ich rede jetzt von anderen, zum Beispiel von den Gehilfen." – "Ah, die Gehilfen!" sagte K. überrascht. "Sie verfolgen dich?" – "Hast du es denn nicht bemerkt?" fragte Frieda. "Nein", sagte K. und suchte sich vergeblich an Einzelheiten zu erinnern, "zudring­liche und lüsterne Jungen sind es wohl, aber daß sie sich an dich herangewagt hätten, habe ich nicht bemerkt." – "Nicht?" sagte Frieda. "Du hast nicht bemerkt, wie sie aus unserem
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Zimmer im Brückenhof nicht fortzubringen waren, wie sie unsere Beziehungen eifersüchtig überwachten, wie sich einer letzthin auf meinen Platz auf den Strohsack legte, wie sie jetzt gegen dich aussagten, um dich zu vertreiben, zu verderben, um mit mir allein zu sein. Das alles hast du nicht be­merkt?" K. sah Frieda an, ohne zu antworten. Diese Anklagen gegen die Gehilfen waren wohl richtig, aber sie konnten alle auch viel unschuldiger gedeutet werden, aus dem ganzen lä­cherlichen, kindischen, fahrigen, unbeherrschten Wesen der beiden. Und sprach nicht gegen die Beschuldigung auch, daß sie doch immer danach gestrebt hatten, überall mit K. zu ge­hen und nicht bei Frieda zurückzubleiben? K. erwähnte etwas Derartiges. "Heuchelei", sagte Frieda, "das hast du nicht durchschaut? Ja, warum hast du sie denn fortgetrieben, wenn nicht aus diesen Gründen?" Und sie ging zum Fenster, rückte den Vorhang ein wenig zur Seite, blickte hinaus und rief dann K. zu sich. Noch immer waren die Gehilfen draußen am Gitter, so müde sie auch sichtlich schon waren, streckten sie doch noch von Zeit zu Zeit, alle Kräfte zusammennehmend, die Arme bittend gegen die Schule aus. Einer hatte, um sich nicht immerfort festhalten zu müssen, den Rock hinten auf einer Gitterstange aufgespießt.
"Die Armen! Die Armen!" sagte Frieda.
"Warum ich sie weggetrieben habe?" rief K. "Der unmit­telbare Anlaß dafür bist du gewesen." – "Ich?" fragte Frieda, ohne den Blick von draußen abzuwenden. "Deine allzu­freundliche Behandlung der Gehilfen", sagte K., "das Verzei­hen ihrer Unarten, das Lachen über sie, das Streicheln ihrer Haare, das fortwährende Mitleid mit ihnen, 'die Armen, die
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Armen', sagst du wieder, und schließlich der letzte Vorfall, da ich dir als Preis nicht zu hoch war, die Gehilfen von den Prü­geln loszukaufen." – "Das ist es ja", sagte Frieda, "davon spre­che ich doch, das ist es ja, was mich unglücklich macht, was mich von dir abhält, während ich doch kein größeres Glück für mich weiß, als bei dir zu sein, immerfort, ohne Unterbre­chung, ohne Ende, während ich doch davon träume, daß hier auf der Erde kein ruhiger Platz für unsere Liebe ist, nicht im Dorf und nicht anderswo, und ich mir deshalb ein Grab vor­stelle, tief und eng; dort halten wir uns umarmt wie mit Zan­gen, ich verberge mein Gesicht an dir, du deines an mir, und niemand wird uns jemals mehr sehen. Hier aber – sieh die Gehilfen! Nicht dir gilt es, wenn sie die Hände falten, sondern mir." – "Und nicht ich", sagte K., "sehe sie an, sondern du." – "Gewiß, ich", sagte Frieda fast böse, "davon spreche ich doch immerfort. Was würde denn sonst daran liegen, daß die Ge­hilfen hinter mir her sind; mögen sie auch Abgesandte Klamms sein." – "Abgesandte Klamms", sagte K., den diese Bezeichnung, so natürlich sie ihm gleich erschien, doch sehr überraschte. "Abgesandte Klamms, gewiß", sagte Frieda, "mö­gen sie dies sein, so sind sie doch auch gleichzeitig läppische Jungen, die zu ihrer Erziehung noch Prügel brauchen. Was für häßliche, schwarze Jungen es sind! Und wie abscheulich ist der Gegensatz zwischen ihren Gesichtern, die auf Erwach­sene, ja fast auf Studenten schließen lassen, und ihrem kin­disch-närrischen Benehmen! Glaubst du, daß ich das nicht sehe? Ich schäme mich ja ihrer. Aber das ist es ja eben, sie sto­ßen mich nicht ab, sondern ich schäme mich ihrer. Ich muß immer zu ihnen hinsehen. Wenn man sich über sie ärgern
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