- •Frühmittelalter
- •I. Begriff
- •II. Weltbild
- •III. Historischer Hintergrund
- •1. Die frühmittelalterliche Dichtung
- •1.1 Germanische Literaturzeugnisse
- •1.4 Vorhöfische Literatur (1120-1180)
- •Merseburger Zaubersprüche: Zweiter Spruch
- •1.2 Althochdeutsche Literatur (760-1060)
- •1.3 Frühmittelhochdeutsche Literatur (1060-1120)
- •III. Historischer Hintergrund
- •Wolfram von Eschenbach
- •1. Die hochmittelalterliche Dichtung
- •Walther von der Vogelweide
- •2. Literarische Formen
- •Spätmittelalter
- •I. Begriff
- •II. Weltbild
- •III. Historischer Hintergrund
- •1. Die spätmittelalterliche Dichtung
- •2. Literarische Formen
- •Renaissance und Humanismus
- •I. Begriff
- •II. Historischer Hintergrund
- •1. Die Dichtung der Renaissance
- •2. Literarische Formen
- •1. Die Barockdichtung
- •1.1 Reform der deutschen Dichtung
- •1.2 Motive der Barockdichtung
- •1.3 Lyrik im Barock
- •1.4 Das Theater im Barock
- •1.5 Die Prosa im Barock
- •2. Literarische Formen
- •Aufklärung
- •I. Begriff
- •II. Weltbild
- •III. Historischer Hintergrund
- •IV. Philosophischer Hintergrund
- •Immanuel Kant (1724-1804)
- •1. Die Dichtung der Aufklärung
- •1.1 Wandel in der Dichtung
- •Johann Christoph Gottsched (1700-1766)
- •1.2 Literaturtheorien der Aufklärung
- •Gotthold Ephraim Lessing (1729-1781)
- •1.3 Das Drama in der Epoche der Aufklärung
- •1.4 Der Roman in der Aufklärung
- •Christoph Martin Wieland (1733-1813)
- •1.5 Lyrik der Aufklärung
- •2. Literarische Formen
- •Empfindsamkeit
- •I. Begriff
- •1. Literatur der Empfindsamkeit
- •Friedrich Gottlieb Klopstock (1724-1803)
- •1.2 Das Drama im Sturm und Drang
- •1.3 Der Roman im Sturm und Drang
- •III. Philosophischer Hintergrund
- •1. Literatur der Klassik
- •1.1 Klassikverständnis
- •1.2 Goethe und Schiller als Dichtungstheoretiker
- •Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832)
- •1.3 Beförderung der Humanität
- •1.4 Die klassische Ballade
- •Friedrich von Schiller (1759-1805)
- •2. Literarische Formen
- •Romantik
- •I. Begriff
- •II. Philosophische Grundlagen
- •III. Geschichtsbezug und Historischer Hintergrund
- •1. Literatur der Romantik
- •1.1 Epochen der Romantik
- •1.1.1 Frühromantik / Jenaer Romantik (1798-1804)
- •1.1.2 Hochromantik / Heidelberger Romantik (1804-1818)
- •1.1.3 Spätromantik / Berliner Romantik (1816-1835)
- •1.2 Literaturtheorie der Romantik
- •1.3 Lyrik der Romantik
- •1.4 Drama der Romantik
- •1.4.2 Romantische Ironie
- •1.5 Prosa der Romantik
- •2. Literarische Formen
- •Biedermeier
- •I. Begriff
- •II. Historischer Hintergrund
- •III. Philosophischer Hintergrund
- •1. Literatur des Biedermeier
- •1.1 Lyrik im Biedermeier
- •Annette von Droste-Hülshoff (1797-1848)
- •1.2 Epik im Biedermeier
- •1.3 Biedermeierliches Drama
- •2. Literarische Formen
- •Junges Deutschland und Vormärz
- •I. Begriff
- •II. Historischer Hintergrund
- •1.3 Epik des Jungen Deutschlands
- •1.4 Dramatik des Jungen Deutschlands
- •4. Literatur des Vormärz
- •4.1 Lyrik des Vormärz
- •I. Begriff
- •II. Historischer Hintergrund
- •III. Philosophischer Hintergrund
- •1. Literatur des Realismus
- •4.4 Beginn der sozialistischen Literatur
- •7. Literarische Formen
- •Realismus
- •1.1 Merkmale realistischer Literatur
- •1.2 Lyrik im Realismus
- •1.3 Epik im Realismus
- •Theodor Fontane (1819-1898)
- •1.4 Realistisches Drama
- •2. Literarische Formen
- •Naturalismus
- •I. Begriff
- •II. Historischer Hintergrund
- •III. Grundlagen des Naturalismus
- •1. Literatur des Naturalismus
- •1.1 Herausbildung des Naturalismus
- •Arno Holz (1863-1929)
- •1.2 Lyrik des Naturalismus
- •1.3 Naturalistische Prosa
- •1.4 Naturalistisches Drama
- •Gerhart Hauptmann (1862-1946)
- •Henrik Ibsen (1828-1906)
- •2. Literarische Formen
- •Moderne
- •1. Literatur der Moderne
- •Rainer Maria Rilke (1875-1926)
- •2. Sprache - Sprachlosigkeit - Sprachkrise
- •H. V. Hofmannsthal (1874-1929)
- •III. Ideologischer Hintergrund
- •1. Expressionistische Literatur
- •2. Literarische Formen
- •Avantgarde/ Dadaismus
- •I. Begriff
- •II. Historischer Hintergrund
- •1. Dadaistische Literatur
- •1.1 Zentrum und Nebenzentren
- •1.2 Programm
- •1.3 Lautgedichte und Buchstabengedichte
- •1.4 Merzdichtung
- •1.1 Prosa
- •1.2 Lyrik
- •1.3 Drama
- •1.4 Episches Theater
- •Verfremdungseffekte
- •1. Literatur des Exils
- •1.1 Isolation im Exil
- •1.2 Gemeinsame Bemühungen im Kampf gegen den Nationalsozialismus
- •1.3 Antifaschistische Literatur
- •1.4 Episches Theater
- •Verfremdungseffekte
- •2. Literarische Formen
- •Nachkriegsliteratur
- •I. Begriff
- •II. Historischer Hintergrund
- •1. Nachkriegsliteratur
- •1.1 Gruppe 47
- •1.2 Lyrik
- •1.3 Prosa
- •1.4 Drama
- •1. Literatur der ddr
- •1.1 Aufbauliteratur (1950-1961)
- •1.2 Sozialistischer Realismus und Bitterfelder Weg
- •1.3 Ankunftsliteratur (1961-1971)
- •1.4 Kritik am Sozialismus (1971-1990)
- •1. Literatur der brd
- •1.1 Zeitkritische Literatur (1950er Jahre)
- •1.2 Politisierung der Literatur (1960er Jahre)
- •1.3 Neue Innerlichkeit / Neue Subjektivität (1970er Jahre)
- •1.4 Ausgleichtendenzen (1980er Jahre)
- •1. Literatur Österreichs
- •2. Literatur der Schweiz
1. Literatur des Exils
1.1 Isolation im Exil
Die Exilierten wurden mit einer Vielzahl von Problemen konfrontiert: die Hoffnung von einer raschen Auflösung der Nationalsozialisten musste vergraben werden, jegliche Kontakte zum Heimatland waren abgetrennt, das Leben in der fremden Umgebung wurde zudem erschwert. Nur ein kleiner Teil der emigrierten Autoren, konnten mit ihrer schriftstellerischen Arbeit genügend Geld verdienen, um einen konstanten sozialen Status aufrechterhalten zu können. Nicht alle Exilautoren waren in ihrer neuen, aufgezwungenen Heimat sicher. Zu Kriegsbeginn mussten die Schriftsteller erneut fliehen, die z.B. schon nach Frankreich (Benjamin, Roth) geflohen waren. So blieb den meisten Autoren nur der Weg über den Atlantik - nach Amerika (Brecht, Feuchtwanger, Th. Mann, H. Mann, Zuckmayer). Diese Flucht fiel vielen nicht leicht, denn die Trennung von der europäischen Kultur vergrößerte die Isolation.
1.2 Gemeinsame Bemühungen im Kampf gegen den Nationalsozialismus
Die Exilautoren waren zwar weit um Deutschland verstreut, doch sahen sie bald ein, dass sie nur gemeinsam gegen den Nationalsozialismus protestieren können. 1933 wurde in Prag eine Zeitschrift mit dem Titel "Neuen Deutschen Blätter" von Seghers u.a. herausgegeben. Die von Klaus Mann herausgegebene Zeitschrift "Die Sammlung" hatte zum Zweck, antifaschistisch eingestellte Schriftsteller zu vereinen. In den zwölf Jahren (1933-1945) sind über 400 Exilzeitschriften erschienen. Brecht und Becher setzten sich hingegen für ein internationales Antifaschismus-Bündnis ein.
1.3 Antifaschistische Literatur
Heinrich Mann war der Auffassung, dass in Wirklichkeit nur antifaschistische Literatur die einzige deutsche Literatur sei. Viele seiner Kollegen waren der gleichen Auffassung. Die antifaschistische Literatur hatte demnach zwei Aufgaben: sie sollte die Welt über Nationalsozialisten aufklären und den Widerstand in Nazi-Deutschland unterstützen. Einige Autoren wendeten sich dem historischen und Gesellschaftsroman zu, der in der Weimarer Republik große Beachtung genoss. Sie waren der Meinung, durch die Nationalsozialisten sei die Entwicklung dieser Gattung unterbrochen worden und wollten so wieder an sie anknüpfen. Als bedeutungsvollster historischer Roman des Exils gilt Henri Quatre von Heinrich Mann. Andere Schriftsteller versuchten direkt gegen das Dritte Reich zu kämpfen, in dem Sie Radioreden, Manifeste, Flugblätter oder Tarnschriften veröffentlichten. 1942 erschien Anna Seghers Roman Das siebte Kreuz. In ihm spiegelt sich das alltägliche Leben im Dritten Reich wieder. In ihrem Werk nehmen sieben Kreuze eine wichtige Rolle ein: sie werden zur Hinrichtung für sieben entflohene Häftlinge aufgestellt. Doch das siebte Kreuz bleibt frei - und wird damit zum Symbol des Widerstandes in Deutschland. Von den sieben Entflohenen, kann nur einer (Georg Heisler) entfliehen. Für die Exilliteratur nahm Brecht eine wichtige Bedeutung als Lyriker, Prosaist, Dramatiker und Literaturtheoretiker ein. Brecht zeichnete sich durch eine überlegene Einschätzung des Dritten Reiches gegenüber anderen Exilautoren und durch die Entwicklung neuer literarischer Formen aus. Seine Lehrtheater Der gute Mensch von Sezuan, Mutter Courage und ihre Kinder und Leben des Galilei begründen seinen Weltruhm. Brechts Theorie des epischen Theaters formuliert er 1949 im Kleinen Organon für das Theater.
