- •15. Die Typen der Affixwörter.Die Typen von Komposita.
- •16. Eigennamen, Abkürzungen.
- •17. Transkription und Transliteration.
- •18. Infinitiv bei der Translation. ?
- •19. Opposition von Verbal und Nominal Stilen.
- •Funktion und Wirkung von Verbal- und Nominalstil
- •Kontrastive Darstellung zwischen Verbal- und Nominalstil
- •20. Erweitertes Attribut und Übersetzungsweise.?
20. Erweitertes Attribut und Übersetzungsweise.?
Attribut oder Beifügung ist ein Begriff aus der Grammatik. Das Attribut bestimmt das Bezugswort näher. Als Wort oder Wortgruppe ist es Teil eines Satzgliedes und bestimmt dessen Eigenschaften mit. Attribute stehen abhängig von der Wortart des Bezugswortes als vorangestelltes Linksattribut oder als nachgestelltes Rechtsattribut. Ihre Stellung im Satzglied kann durch die Umstellprobe nicht verändert werden.
Attribute können mit folgenden Bezugswörtern stehen: Pronomen, Adjektiv, Adverb, Substantiv und Partizip. Da ein Attribut eine Beifügung zur näheren Bestimmung eines Satzgliedes ist, von dem es ein Teilelement ist, kann es nur zusammen mit dem Kern dieses Satzgliedes umgestellt werden.
Substantiv und Attribut
Beim Bezugswort Substantiv können Links- und Rechtsattribute stehen, abhängig von der Konstruktion des Attributs. DiefolgendenBeispieleverdeutlichendiemöglichenKonstruktionen:
Das kleinste Kind schreibt eine Klassenarbeit. (Adjektiv, Linksattribut)
Ein schlafender Hund liegt auf der Wiese. (Partizip, Linksattribut)
Das Bellen des Hundes weckte mich. (Artikel und Substantiv als Genitivattribut, Rechtsattribut)
Peters Fahrrad ist in der Werkstatt. (SubstantivalsGenitivattribut, Linksattribut)
Das Haus dort wird verkauft. (Adverb, Rechtsattribut)
Das Haus dort hinten wird verkauft. (Adverbgruppe, Rechtsattribut)
Die Uhr am Turm schlug zehn. (Präpositionalausdruck, Präposition und Substantiv, Rechtsattribut)
Herr Gehrig, unser Lehrer, mahnt uns oft. (Apposition, Rechtsattribut)
Die Frau, die ich dort sehe, trägt einen roten Hut. (Relativsatz, Rechtsattribut)
Das Risiko, enttarnt zu werden, war zu groß. (Infinitivgruppe, Rechtsattribut)
Was man über Attribute wissen sollte.
Attribute, auch Beifügungen genannt, bestimmen ein Bezugswort näher und geben ihm erweiterte Informationen. Attribute können nicht willkürlich geäußert werden, sondern haben feste Regeln. Wenn das Attribut links von einem Bezugswort steht, spricht man von einem Linksattribut, steht es rechts von einem Bezugswort, spricht man von einem Rechtsattribut. AttributekönnenfolgendeWortartenalsBezugswortnäherbestimmen:
Pronomen
Adjektive und Partizipien
Adverbien
Nomen
Rechtsattribute können bei Pronomen, Adverbien und Nomen stehen. Linksattribute könnenbeiAdjektiven, Partizipien, AdverbienundNomenstehen.
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Pronomen + Attribut.
Attribute, die auf ein Pronomen folgen, gehören zu den Rechtsattributen, das heißt, dass siehinter dem Pronomen (Bezugswort) stehen. Folgende Attribute könnenbei Pronomen sowieKardinalzahlen stehen:
Pronomen + NomenimGenitiv
Einige meiner Schüler haben eine sehr gute Arbeit abgegeben.
Drei dieser Schüler erreichten sogar 100%.
Viele der gestellten Aufgaben waren nicht einfach zu lösen.
Pronomen + Nomen mit "von + Dativ"
Einige von meinen alten Schulfreunden arbeiten erfolgreich in ihren Berufen.
Manche von meinen Kollegen sind ziemlich akribisch.
Welcher von deinen Freunden hat sich kürzlich das Leben genommen?
Pronomen + Präposition
Jemand aus dieser Gruppe muss das Geld gestohlen haben.
Niemand aus meinem Haus will weder den Keller, noch das Treppenhaus putzen.
Alle aus meinem Bekanntenkreis sind bereits verheiratet und haben Kinder.
Pronomen + lokaleAdverbien
Diese dort gefällt mir am besten.
Mancher hier kann diese Aussagen bestätigen.
Alle hier Anwesenden bekommen die Gelegenheit, sich auszuzeichnen.
Pronomen "etwas" und "nichts" sowie "viel" und "wenig" + erweiteter Infinitiv
Mama, hast du etwas zu trinken für mich?
Der Motor ist kaputt. Da ist nichts mehr zu machen.
Gut zu wissen, dass man sich auf dich verlassen kann.
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Attribute + Adjektive oder Partizipien.
Attribute, die bei einem Adjektiv stehen, gehören zu den Linksattributen, das heißt, dass sie vordem Bezugswort stehen. Während das Adjektiv selbst als Linksattribut vor einem Nomen stehen kann und dekliniert werden muss, bleibt das Linksattribut des Adjektivs in diesen Fällen unverändert. Folgende Attribute könnenbei Adjektiven stehen:
Adverb alsAttribut + Adjektiv
Herr Knuffelpickel hat drei sehr hübsche Töchter.
Unsere Kunden sind überaus zufriedene Kunden.
Der äußerst schwache Schiedsrichter wurde gnadenlos ausgepfiffen.
Adjektiv oder Partizip als Attribut + Adjektiv
Kaum jemand verstand den leise sprechenden Moderator.
Gut erzogene Kinder werden überall gern gesehen.
Der neu gekaufte Computer ging schon nach ein paar Stunden kaputt.
Präpositionen alsAttribute + Adjektiv.
Niemand hörte die um Hilfe schreiende Frau.
Der auf Kritik gestoßene Politiker stellt sein Amt zur Verfügung.
Die nicht zu Wort gekommenen Demonstranten wurden anschließend gewalttätig.
Nomen alsAttribute + Adjektiv.
Die erst 15 Jahre alte Schülerin ist schon schwanger.
Der Angler hat nach hartem Kampf einen 8 Kilo schweren Fisch an Land gezogen.
Das 35 Meter hohe Gebäude ist in die Jahre gekommen und soll abgerissen werden.
Adverbien + Attribute.
Es kann sich bei den Attributen, die bei einem Adverb stehen, sowohl um ein Linksattribut als auch um ein Rechtsattribut handeln, das heißt, dass sie vor oder nach dem Bezugswort stehen können. Folgende Attribute könnenbei Adverbien stehen:
Adverb alsAttribut + Adverb (Linksattribut)
Herr Knaffelpuckel trinkt abends sehr gern eine Flasche Wein.
Die Belegschaft dieser Chemiefabrik feiert äußerst selten krank.
Meine Kinder essen nicht so gern Kassler mit Sauerkraut, eine typisch deutsche Spezialität.
Adjektiv als Attribut + Adverb (Linksattribut, Adjektiv wird nicht dekliniert)
Die Geschichte spielte sich ganz anders ab, als von Ihnen geschildert.
Weit draußen auf dem Meer kann man noch vereinzelt Surfer sehen.
Hoch oben auf dem Berg weht ein sehr kräftiger Wind.
Nomen als Attribut + Adverb (Linksattribut, Nomen + Begleiter stehen im Akkusativ)
Ich sah ihn noch lachen. Einen Moment später lag er blutüberströmt auf dem Boden.
Warum ist der Arzt nicht ein paar Minuten früher gekommen?
Der Küchenschrank müsste einen Meter länger sein.
Adverb + Präposition alsAttribut (Rechtsattribut).
Deine Brille liegt da hinter dir auf dem Tisch neben dem Grammatikbuch.
Damals vor seinem schweren Unfall war Herbert sehr sportlich.
Dort vor dem Hügel beginnt das Schongebiet.
Adverb + Nebensatz als Attribut (Rechtsattribut, oft als Relativsatz.
Hier, wo wir jetzt stehen, gab es vor langer Zeit eine römische Siedlung.
Dort unten, wo sich die beiden Flüsse vereinen, gibt es starke Strudel.
Damals, als Kurt noch verheiratet war, war er sportlich und schlank.
Nomen + Attribute.
Es kann sich bei den Attributen, die bei einem Nomen stehen, sowohl um ein Linksattribut als auch um ein Rechtsattribut handeln, das heißt, dass sie vor oder nach dem Bezugswort stehen können. Folgende Attribute könnenbei Nomen stehen:
Adjektive und Partizipien als Attribute + Nomen (Linksattribut, Adjektiv wird dekliniert)
Herr Knickeldackel hat sich ein neues Auto gekauft.
Frau Pickeldeckel schenkt ihrer hübschen Tochter ihre alte Goldkette.
Das kleine Kind will die heiße Suppe nicht essen.
Nomen + NomenalsAttribut (Genitivattribut, Links- oderRechtsattribut)
Peters Auto muss in die Werkstatt.
Das Auto der Köchin hat einen Motorschaden.
Die Reifen Ihres Autos haben kaum noch Profil.
Nomen + Adverb alsAttribut (Rechtsattribut)
Der Mann dort hinten soll ein Verhältnis mit Frau Suppendorn haben.
Die Frau links daneben hat vorigen Monat die Scheidung eingereicht.
Die junge Frau da drüben hat anscheinend unserem Chef den Kopf verdreht.
Nomen + Präposition alsAttribut (Rechtsattribut)
Die Katze auf dem Sofa heißt Mutsch.
Der Kater am Fenster ist schon sieben Jahre alt.
Der große Hund unter dem Tisch mag die beiden Katzen nicht.
Nomen + Apposition als Attribut (Rechtsattribut, steht im gleichen Kasus, wie das Bezugswort)
Der Matrose, ein wirklich netter junger Mann, fährt schon seit 3 Jahren zur See.
Petra liebt ihr Pferd, eine 4-jährige Stute.
Herr Holz hilft oft dem Fräulein Hinterhalt, seiner sehr hübschen Nachbarin.
Die Frau an seiner Seite kommt aus Tabay, einem venezolanischem Dorf.
Nomen + Infinitivsatz alsAttribut (Rechtsattribut)
Ihr Wunsch, einen reichen Mann zu heiraten, ging leider nicht in Erfüllung.
Unsere Bitte, schnell geholfen zu werden, wurde nicht nachgekommen.
Das Risiko, enttarnt zu werden, musste der Spion auf sich nehmen.
Nomen + Relativsatz alsAttribut (Rechtsattribut)
Das Wochenendhaus, das wir über die Feiertage mieten wollten, ist belegt.
Die Betten, in denen wir geschlafen haben, waren sehr unbequem.
Alles, was teuer ist, muss nicht unbedingt gut sein.
21. Modalverben in subjektiver Bedeutung.
Die subjektive Bedeutung der Modalverben umfasst modale Bedeutungen, die die Beziehung des Sprechers zum Satz charakterisieren. Es geht vor allem um die Einschätzung der Realität eines Vorgangs (Vermutung) oder die Wiedergabe einer fremden Aussage.
Modalverben mitVermutungsbedeutung
Modalverb |
Beispiele |
GraduierungderWahrscheinlichkeit |
Umschreibung |
müssenInd. |
Paul muss um diese Zeit zu Hause sein. |
95% |
sicherlich |
müssen KII |
Paul müsste um diese Zeit zu Hause sein. |
85% |
sehrwahrscheinlich |
dürfen KII |
Paul dürfte um diese Zeit zu Hause sein. |
75% |
wahrscheinlich |
könnenInd. |
Paul kann um diese Zeit zu Hause sein. |
50% |
vielleicht |
können KII |
Paul könnte um diese Zeit zu Hause sein. |
40% |
möglicherweise |
Bemerkungzu nurkönnen
Wenn das Modalverb können von nur begleitet wird, dann ist es mit müssen gleichzusetzten.
Beispiel |
||
Das kann nur eine Verwechslung sein. |
= |
Das muss eine Verwechslung sein. |
Verneinte Modalverben mit Vermutungsbedeutung
Die Negation der Modalverben mit Vermutungsbedeutung bringt gewisse Veränderungen in der Graduierung der Wahrscheinlichkeit mit sich. Das verneinte können drückt aus, dass etwas ausgeschlossen ist, während dasverneinte müssen eine Ungewissheit ausdrückt.
Affirmation |
GraduierungderWahrscheinlichkeit |
Negation |
|
Paul muss um diese Zeit zu Hause sein. |
95% |
95% |
Paul kann um diese Zeit nicht zu Hause sein. |
Paul müsste um diese Zeit zu Hause sein. |
85% |
85% |
Paul müsste um diese Zeit nicht zu Hause sein. |
Paul dürfte um diese Zeit zu Hause sein. |
75% |
75% |
Paul dürfte um diese Zeit nicht zu Hause sein. |
Paul kann um diese Zeit zu Hause sein. |
50% |
50% |
Paul muss um diese Zeit nicht zu Hause sein. |
Paul könnte um diese Zeit zu Hause sein. |
45% |
40% |
Paul könnte um diese Zeit nicht zu Hause sein. |
Wiedergabe einer fremden Aussage
Die Modalverben sollen und wollen können die Bedeutung der Behauptung haben.
Bei sollen handelt es sich um eine Behauptung einer im Satz nicht genannten Person oder Personengruppe über das grammatische Subjekt des Satzes. Zusätzlich drückt sollen aus, dass der Sprecher die Aussage eines anderen wiedergibt, ohne für deren Wahrheit zu bürgen.
Beispiel |
Umschreibung |
|
Lisa sollschwangersein. |
= |
Eine dritte Person / man behauptet, dass Lisa schwanger ist. |
Bei wollen geht es um die Behauptung des grammatischen Subjekts über sich selbst. Dieses Subjekt kann nur die 2. oder 3. Person sein. Der Sprecher gibt also wieder, was jemand etwas von sich behauptet, zusätzlich drückt aber wollen aus, dass der Sprecher diese Behauptung nicht unbedingt für wahr hält.
Beispiel |
Umschreibung |
|
Anton will der schnellste Läufer sein. |
= |
Anton behauptet, dass er der schnellste Läufer ist. |
Die Modalverben mit subjektiver Bedeutung werden hauptsächlich in der Gegenwart benutzt.
Beispiele |
Zeit |
Paul muss zu Hause sein. |
Gegenwart |
Paul soll zu Hause sein. |
Wenn aber die Vermutung oder die Wiedergabe einer Behauptung sich auf ein vergangenes Geschehen bezieht, dann wird das Modalverb mit dem Infinitiv Perfekt (Infinitiv II) verbunden.
Beispiele |
Gegenwart |
Vergangenheit |
Paul muss zuHause |
sein |
gewesensein |
Paul soll zuHause |
sein |
gewesensein |
Falls die Vermutung oder die Wiedergabe einer Behauptung in der Vergangenheit geschieht, dann steht das Modalverb im Präteritum und wird entweder mit dem Infinitiv Präsens (gleichzeitiges Geschehen) oder Perfekt (vorzeitiges Geschehen) verbunden. Auf keinen Fall kann aber das Modalverb im Perfekt, Plusquamperfekt oder Futur stehen.
Subjektive Bedeutung der Modalverben Die Modalverben haben nicht nur ihre "normale" Bedeutung, sondern können auch eine subjektive Bedeutung haben. Man unterscheidet zwischen der Bedeutung von Vermutungen und deren Grad der Wahrscheinlichkeit. müssen: Drückt einen hohen Wahrscheinlichkeitsgrad aus: Der Unfall muss heute Nacht passiert sein. = Der Unfall ist sicher heute Nacht passiert. (Heute Morgen haben Passanten das zerstörte Auto neben der Strasse gesehen.) mögen: Drückt eine Vermutung aus: Sandra mag schon 30 Jahre alt sind. = Wahrscheinlich ist Sandra schon 30. (So alt sieht sie nämlich schon aus.) können: Drückt eine Ungewissheit aus: Herr Müller kann schon früher nach Hause gegangen sind. = Herr Müller ist nicht mehr da. (Vielleicht ist er schon zuhause?) dürfte: Das Modalverb „dürfen“ erscheint mit subjektiver Bedeutung nur im Konjunktiv Präteritum und drückt eine Wahrscheinlichkeit aus: Hans dürfte nicht zu spät kommen. = Hans ist rechtzeitig weggegangen und wird wahrscheinlich pünktlich beim Meeting sein. sollen: Jemand vermutet etwas über jemand anderen. Hier kann nie die 1. Person gebraucht werden: Ilse soll 40 Jahre lang geraucht haben. = Man weiß nicht, ob und wie lange Ilse wirklich geraucht hat; es wird nur vermutet. wollen: Die Aussage ist eher unwahrscheinlich: Gerda will gestern im Wald einen Bären gesehen haben. = Gerda hat erzählt, dass sie einen Bären gesehen hat, aber das glaubt ihr niemand.
