- •15. Die Typen der Affixwörter.Die Typen von Komposita.
- •16. Eigennamen, Abkürzungen.
- •17. Transkription und Transliteration.
- •18. Infinitiv bei der Translation. ?
- •19. Opposition von Verbal und Nominal Stilen.
- •Funktion und Wirkung von Verbal- und Nominalstil
- •Kontrastive Darstellung zwischen Verbal- und Nominalstil
- •20. Erweitertes Attribut und Übersetzungsweise.?
16. Eigennamen, Abkürzungen.
Ein Eigenname, auch Nomen proprium, bezeichnet einzelne Dinge oder Wesen. Eigennamen bilden eine eigene Klasse von Wörtern. Zusammen mit den Gattungsnamen(Appellativa) und den Stoffnamen (Kontinuativa) bilden sie die Nomina (Namen im allgemeinen Sinne). Nomina (als Substantive) haben eine Benennungsfunktion und üben im Großen und Ganzen dieselben Funktionen im Satz aus. Die Eigennamen weisen aber auf allen linguistischen Ebenen Besonderheiten auf.
Kategorien von Eigennamen
Eigennamen können danach kategorisiert werden, welche Art von Objekt sie bezeichnen:
Die sicher häufigsten Namensträger sind Personen. Bei Personennamen (Anthroponymen) kann man in vielen Kulturen Vor- und Familiennamen unterscheiden. In früheren historischen Epochen waren außerdem Beinamen und Übernamen in Gebrauch. Eine spezielle Art von Personennamen stellt das Pseudonym (als Deck- oder Künstlername) dar. Eigennamen können nicht nur realen, sondern auch fiktiven Personen beigelegt werden (z. B. „Anna Karenina“).
Auch anderen Lebewesen können Eigennamen beigelegt werden. Dies ist umso wahrscheinlicher, je näher uns diese Lebewesen stehen (ein Haustier ist höchstwahrscheinlich Eigennamenträger, eine Wespe oder Blume eher nicht);
Eine weitere große Gruppe bilden die Ortsnamen (Toponyme). Diese können weiter untergliedert werden in Dörfer-/Städtenamen, Ländernamen, Flussnamen, Flurnamen und Ähnliche. Hierher kann man auch die Namen von Himmelskörpern (Astronyme) rechnen.
Träger von Eigennamen sind typischerweise auch Institutionen.
Eine weitere große Gruppe bilden die Produktnamen.
Darüber hinaus gibt es weitere, aber eher marginale Kategorien von Eigennamenträgern, z. B. Ereignisse (wie der Zweite Punische Krieg).
Im Standarddeutschen werden Personennamen in aller Regel ohne Artikel gebraucht.
Transkription und Transliteration
Peking – Pékin – Beijing
Eine einheitliche Handhabung der Schreibung von Eigennamen aus Sprachen, die keine lateinischen Schriftzeichen verwenden, gibt es zwar nicht, wohl aber eine Reihe von nationalen (DIN) und internationalen (ISO) Normen und verschiedene andere Normierungsversuche (UNO, UNESCO), die als mehr oder weniger verbindlich betrachtet werden. Je nach Funktion der Übersetzung, nach Auftraggeber, nach Textsorte, nach Stellenwert des Eigennamens im Text muss deshalb für jeden Einzelfall entschieden werden, inwieweit der Übersetzer vertiefte Recherchen bezüglich der Schreibung anzustellen und welchem System er zu folgen hat.
Folgende Anhaltspunkte sollen das Problem verdeutlichen:
Bei Eigennamen aus Sprachen, die keine lateinischen Schriftzeichen verwenden, ist im allgemeinen dieTranskription oder Transliteration erforderlich. Aber trotz nationaler und internationaler Normen finden sich z.B. für das Kyrillische häufig verschiedene Schreibungen eines Namens: Schostakowitsch (deutsch), Chostakovitch (französisch), Shostakovich (englisch), Sjostakovitj (schwedisch), Šostakovi? (tschechisch), Sosztakovics (ungarisch).
Die Transkription orientiert sich weitgehend an der Aussprache und versucht diese in lateinische Schriftzeichen umzusetzen. So benutzt die von der VR China und der UNO offiziell anerkannte Pinyin-Umschrift die normalen lateinischen Buchstaben von "A" bis "Z", um die chinesischen Wörter und Ausdrücke phonetisch wiederzugeben. Trotz dieses offiziellen Transkriptionssystems gibt es unterschiedliche Schreibungen: Die Hauptstadt Chinas heißt in der offiziellen Pinyin-Umschrift – das Logo der Olympischen Spiele 2008 verwendet diese Schreibung - , dennoch ist im Französischen die Schreibung üblich, die auf jesuitische Missionare aus dem 17.Jhd. zurückgeht. Und im Deutschen wird auch die Schreibung als amtliche Variante akzeptiert (Auswärtiges Amt (Hrsg.): Länderinformationen zu China. Dezember 2007 (Stand: 22. Januar 2008)).
Transliteration bedeutet, dass den Schriftzeichen der nicht lateinischen Schrift buchstabengetreu lateinische Schriftzeichen zugeordnet werden. Dabei werden gegebenenfalls diakritische Zeichen eingesetzt, so dass eine eindeutige Rückübertragung möglich ist.
Für das Deutsche legt z.B. die DIN 1460 auf der Grundlage der ISO 9:1995 die „Umschrift kyrillischer Alphabete slawischer Sprachen“ fest. Neben dieser wissenschaftlichen Transliteration, die im deutschsprachigen Raum generell im Hochschulbereich oder im Bibliothekswesen angewendet wird, gibt es aber für das Kyrillische auch noch die sog. Duden-Transkription, wie man sie etwa in journalistischen Texten findet, sowie verschiedene Transliterationen anderer Normungsorganisationen. Das führt dazu, dass sich im Deutschen zwar Schreibungen wie Anton Pawlowitsch Tschechow oder Tschechov finden, die wiss. korrekte Transliteration für das Deutsche aberAntonPavlovi? ?echov lautet. Im Französischen wiederum erscheint der Name oft als Anton PavlovitchTchekhov.
Auf internationaler Ebene gibt es vor allem in Großorganisationen verschiedene Bemühungen zur Vereinheitlichung der Schreibung. So hat die UNESCO in ihrem Index translationum Normen für die Transliteration einzelner Schriften niedergelegt:
Die
UNO verfügt über eine eigene Arbeitsgruppe (United Nations Group
ofExperts on GeographicalNames - UNGEGN), die eine international
einheitliche Normierung der Schreibung geographischer Namen zum Ziel
hat:
http://unstats.un.org/unsd/geoinfo/ungegn.htm
Der Begriff Abkürzung (auch: Abbreviatur) bezeichnet die linguistisch verkürzte Darstellungsform eines ursprünglich längeren Wortes beziehungsweise einer längeren Wortgruppe. Weiterhin steht der Begriff Abkürzung stellvertretend für eine Reihe von Wortarten, die eine abkürzende Funktion erfüllen. Die wichtigsten davon sind nachstehend aufgelistet:
Akronym Ein Akronym ist ein, aus Buchstaben zweier oder mehrere Wörter beziehungsweise Wortteilen, zusammengesetztes Wort, welches zusammengefasst einen neuen Begriff ergibt. Dem Duden der Deutschen Rechtschreibung zufolge wird ein Akronym auch als Kurzwort beschrieben. In der Fachliteratur unterteilt man die Akronyme, gemäß ihrer Herkunft und ihrer phonetischen Aussprache, in 4 Unterkategorien.
1 – Akronyme, die bei der Aussprache endbetont sind: · z.B. WM, EU, ADAC
2 – Akronyme, die sich aus zwei oder mehreren Silben zusammensetzen und entsprechend ausgesprochen werden: · z.B. NATO, UNO
3 – Akronyme beziehungsweise Initialwörter, deren einzelne Buchstaben sich zu einem vollwertigen Wort zusammenfügen: · z.B. LAN
4 – Akronyme, die sich nicht konkret zuordnen lassen und so aus einer Mischform von Initial- und Silbenbildung entstanden sind: · z.B. BaföG, Azubi, BüSo
Initialwort Ein Initialwort ist eine Abkürzung, die sich aus den Anfangsbuchstaben beziehungsweise Initialien [lat: initium = Anfang, Beginn] eines Wortes zusammensetzt.
Beispiele · Laser - Light Amplification (by) Stimulated Emission (of) Radiation · Ufo – Unbekanntes Flug Objekt · GAU – Größter Anzunehmender Unfall
Apronyme Unter einem Apronym versteht man ein Akronym, also eine Abkürzung, welches ein bereits existierendes Wort ergibt. Beispiele · DAISY – Dynamisches Auskunfts- und Informationssystem / engl. Gänseblümchen · ELSTER – Elektronische Steuererklärung
