5. Vergleiche aus stilistischer Sicht.
In der Stilistil unterscheidet man Vergleiche, die aufgrund der direkten eigentlicher Bedeutung entstehen und die aufgrund methaphorischer uneigentlicher Bedeutung, meist hyperbolisch zugespitzt, emotional und subjektiv bewertend entstehen. Die ersten nennt man rational präzisierende, die sowohl in der schönen als auch in der wissenscheftlichen Literatur gebraucht werden. Z.B.: er ist so, wie sein Vater. Es entstand eine Masse, leicht, porös, wie Biemsstein.
Es gibt auch noch andere Abarten der Vergleiche. Wir müssen in diesen Vergleichen tertium comparationis finden. D.h.:die Grundlage des Vergleichs. Z.B.: Und die Hände mit ihren langen knotigen Fingern waren gemein. Finger, wie die Kralen eines Geiers, so krümten sich diese Finger, als wülten sich im Fleisch des Opfers (tert. compar. – nach der Form). Z.B.: Ein Revolutionär wie eine unannehmbare Festung (tert. compar. – nach der Funktion). Man unterscheidet individuelle, gemeinsprachliche und verblasste Vergleiche. Z.B.:Er lachte wie sechs Truthähne. Du hast ja Nerven, wie Stricke. Der Struktur nach zerfallen die Vergleiche in knappe, geschlossene Vergleiche und erweiterte Vergleiche. Die Vergleiche dienen der Perspektivverdoppelung vom rational prezisierenden über das hyperbolisch emotionalen bis zum irrationalen. Dieses Stilistikum ist mehr vor weniger in allen Bereichen des Gesellschaftlichen Sprachverkehrs verbreitet. Die Vergleiche haben besondere Durchschlagskraft im Bereich der Agitation der politischen Frage.
6. Prolepse, Nachtrag, Parenthese.
Alle diese drei Erscheinungen gehören zu den Abarten der stilistisch-kolorierten Wortfolge. Unter der Prolepse verstehen wir die Wiederholung des Substantivs durch Pronomen od. Adverb, bei völliger Absonderung des Substantivs in Anfangsstellung. Z.B. Dem Kerl, dem werde ich es geben. Der Vater, der ist an der Arbeit. Aus der Alltagsrede stammend, ist die Prolepse eine Stilnorm in der Volkspoesie. Die stil. Größe – sie verleiht der Rede Ungezwungenheit, emotionelle Färbung, einen gewissen Rhythmus. Z.B. Des Königs Kleid, ich kenne es nicht, und ich will es nicht kennen. In der Sachprosa ist sie nicht zulässig, weil sie als Zeichen der nicht gepflegten Sprache gelten kann. Nachtrag – die Wiederholung eines Pronomens durch ein Substantiv in abgesonderter Endstellung. Z.B. Dem werde ich es geben, diesem Kerl. Der Anwendungsbereich des Nachtrags stimmt mit dem der Prolepse überein. Sie sind Erscheinungsformen der syntaktischen Auflockerung und ermöglichen die Änderung der Satzstruktur. Parenthese - Einschub eines selbstständigen Gedankens in einem Satz(nennt man auch Schaltsatz). Parenthese kann expressiv und nicht expressiv sein. Sie kann oft emotionelle Inhalt und Bewertung halten. Z.B. Herr Markus, ein erstaunlicher Anblick, war zum erstem Male geworden. Die Paranthese enthält zusätzliche Mitteilung, witzige od. sarkastische Bemerkungen des Autors. Z.B. Ranko, 19-jährig, hoch gewachsen, blitzende Perlenzähne, braune Augen, studiert in Belgrad.
