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Пособие Морфология.doc
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15. A. Lesen Sie den Text und bestimmen Sie, welche Wünsche der Junge wohl hat.

Der goldene Schlüssel

Zur Winterszeit, als einmal ein tiefer Schnee lag, musste ein armer Junge hinausgehen und Holz auf einem Schlitten holen. Wie er es nun zusammengesucht und aufgeladen hatte, wollte er, weil er so fror, noch nicht nach Haus gehen, sondern erst Feuer anma­chen und sich ein bisschen wärmen. Da scharrte er den Schnee weg und wie er so den Erdboden aufräumte, fand er einen kleinen goldenen Schlüssel. Nun glaubte er, wo der Schlüssel wäre, müsste auch das Schloss dazu sein, grub in der Erde und fand ein eisernes Kästchen. „Wenn der Schlüssel nur passt!“ dachte er, „Es sind gewiss kostbare Sachen in dem Kästchen.“ Er suchte, aber es war kein Schlüsselloch da, endlich entdeckte er eins aber so klein, dass man es kaum sehen konnte. Er probierte und der Schlüssel passte glücklich. Da dreht er einmal herum und nun müssen wir warten, bis er vollends aufgeschlossen und den Deckel aufgemacht hat, dann werden wir erfahren, was für wunder­bare Sachen in dem Kästchen lagen.

Brüder Grimm: Kinder- und Hausmärchen

b. Bilden Sie irreale Wunschsätze.

M u s t e r: Müsste ich doch nicht in den tiefen Schnee hinausgehen!

Testen Sie sich!

I. Wählen Sie die richtige(n) Variante(n).

1. Irreale Wunschsätze drücken einen (a) erfüllbaren; b) unerfüllbaren; c) unerfüllten) Wunsch aus. 2. Irreale Wunschsätze sind a) Nebensätze; b) selbständige Sätze. 3. Irreale Wunschsätze werden (a) immer; b) nicht immer) durch die Konjunktion wenn eingeleitet. 4. In den konjunktionslosen irrealen Wunschsätzen hat der konjugierbare Teil des Prädikats a) die Anfangsstellung; b) die Endstellung. 5. Diese Sätze werden oft von den Partikeln (a) doch, b) besonders, c) bloß, d) nur, e) auch f) doch nur g) zu) begleitet. 6. In den irrealen Wunschsätzen wird (a) der Konjunktiv I; b) der Konjunktiv II) gebraucht. 7. Zum Ausdruck der Gegenwart bzw. Zukunft dienen a) das Präsens, b) das Präteritum, c) das Futurum I, d) das Futurum II, e) der Konditionalis I, f) der Konditionalis II. 8. Zum Ausdruck der Vergangenheit dient a) das Präteritum, b) das Perfekt, c) das Plusquamperfekt.

II. Setzen Sie die eingeklammerten Verben in die entsprechende Zeitform des Konjunktivs.

1. Wenn der Lehrer mich gestern … (fragen)! 2. Wenn die Hand mir bloß jetzt nicht so weh … (tun)! 3. Wir schreiben eine Kontrollarbeit! … ich bloß die Regel besser … (kennen)! 4. … die Lehrerin in der vorigen Stunde nicht die Geduld … (verlieren)! 5. Wenn unsere Freunde immer an uns…(denken)! 6. … die gestrige Kontrollarbeit nicht so schwer … (sein)! 7. Wenn das Flugzeug jetzt höher … (fliegen)! 8. … ich nur gestern ins Kino … (gehen können)! 9. Wenn er im kommenden Sommer mehr … (lesen)! 10. Wenn ich dir früher … (begegnen)!

Der potentiale konjunktiv

Der potentiale Konjunktiv wird in den Sätzen mit irreal bedingter Möglichkeit gebraucht. Solche Sätze drücken eine unerfüllbare oder unerfüllte Möglichkeit aus, z.B.: Er könnte mehr Beispiele anführen. Ich würde gern nach München fahren. Ich hätte gestern diesen Artikel lesen müssen.

Sätze mit irreal bedingter Möglichkeit haben die Form eines Aussagesatzes mit dem finiten Verb an der zweiten Stelle. In diesen Sätzen wird der Konjunktiv II absolut gebraucht. Das heißt:

Zum Ausdruck der G e g e n w a r t bzw. Z u k u n f t dienen das Präteritum Konjunktiv und der Konditionalis I, z.B.: Ich ginge heute gern ins Kino (würde heute gern ins Kino gehen).

Zum Ausdruck der V e r g a n g e n h e i t dienen das Plusquamperfekt Konjunktiv und der Konditionalis II, z.B.: Ich wäre gestern gekommen (würde gestern gekommen sein), aber ich musste dem Vater helfen.

Das Präteritum Konjunktiv ist mit dem Konditionalis I, das Plusquamperfekt Konjunktiv mit dem Konditionalis II austauschbar. Besonders häufig wird der Konditionalis I von schwachen Verben gebraucht, deren Präteritum Konjunktiv mit dem des Indikativs formgleich ist. Der Konditionalis II wird seltener gebraucht, das Plusquamperfekt wird bevorzugt.

Der potentiale Konjunktiv wird oft in der Satzreihe mit der Konjunktion aber gebraucht: Ich würde auch ins Theater gehen, aber ich habe viel zu tun. Ich wäre gestern auch ins Theater gegangen, aber ich hatte viel zu tun.

Eine Abart der Sätze mit dem potentialen Konjunktiv bilden die Satzreihen mit irrealen sonst/andernfalls-Sätzen: Ich muss mich beeilen, sonst würde ich mich länger bei dir aufhalten./…, sonst hielte ich mich länger bei dir auf. Ich musste mich beeilen, andernfalls hätte ich mich länger bei dir aufgehalten./…, andernfalls würde ich mich länger bei dir aufgehalten haben.

Der potentiale Konjunktiv wird auch oft in den Sätzen mit Präpositionalgruppen an deiner Stelle, unter anderen Umständen, ohne dich (deine Hilfe, deine Unterstützung), mit deiner Hilfe, bei gutem (besserem) Wetter, an einem anderen Tag u.a. gebraucht, z.B.: An deiner Stelle würde ich mich besser auf den Unterricht vorbereiten. An einem anderen Tag ginge ich lieber ins Theater. Unter anderen Umständen hätte ich schon längst dieses Buch gelesen. Mit deiner Hilfe würde ich das schon längst gemacht haben.

Eine weitere Abart der Sätze mit dem potentialen Konjunktiv bilden die Sätze mit den Adverbien fast, beinahe, um ein Haar. Solche Sätze drücken eine unterbrochene Handlung aus, die sich auf die Vergangenheit bezieht. Deshalb dient

zum Ausdruck der unterbrochenen Handlung das Plusquamperfekt Konjunktiv, z.B.: Beinahe hätten wir uns verspätet. Um ein Haar wäre er gestürzt. (Die entsprechenden russischen Sätze enthalten die verneinende Partikel не: чуть было не, едва не, wobei in den deutschen Sätzen die Verneinung fehlt.)

Zu den Sätzen mit dem potentialen Konjunktiv zählt man auch Sätze mit dem Modalverb sollen, die eine Belehrung, einen Ratschlag ausdrücken, z.B.: Du solltest wirklich das Rauchen aufgeben (Gegenwart-Zukunft). Du hättest schon längst das Rauchen aufgeben sollen (Vergangenheit).

M u s t e r d e r A n a l y s e

1. Ich würde einen Spaziergang durch den Park machen, aber das Wetter ist heute nicht besonders gut. – Das ist eine Satzreihe mit dem potentialen Konjunktiv mit der Konjunktion aber. Der Satz hat die Bedeutung der unerfüllbaren Möglichkeit. Der Konjunktiv II wird in diesem Satz absolut gebraucht, d.h. zum Ausdruck der Gegenwart dient der Konditionalis I. Der Konditionalis I wird hier gebraucht, weil das Präteritum Konjunktiv mit dem des Indikativs zusammenfällt.

2. Beinahe hätte ich den Zug versäumt! – Das ist ein Satz mit dem potentialen Konjunktiv mit dem Adverb beinahe. Der Satz drückt eine unterbrochene Handlung aus, die sich auf die Vergangenheit bezieht. Der Konjunktiv II wird in diesem Satz absolut gebraucht, d.h. zum Ausdruck der Vergangenheit dient das Plusquamperfekt Konjunktiv.

Ü b u n g e n