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ГОСЫ НЕМЕЦКИЙ 2003.doc
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Stilfärbung

Die Stilfärbung ist eine linquistische Erscheinung, die jedem Sprachsystem eigen ist. Sie fügt eine zusätzliche Information zur lexikalischen und grammatischen Bedeutung hinzu und bedingt die qualitative und quantitative Verwendung der sprachlichen Einheit im Kontext voraus.

Die Stilfärbung tritt sowohl in der Grammatik als insbesondere in der Lexik und Phraseologie zutage. Wenn diese Stilfärbung dem Wort oder der Redewendung selbst anhaftet, so spricht man von absoluter Stilfärbung. Die Stilfärbung kann aber auch nur im Kontext entstehen, dann ist es kontextuelle Stilfärbung. E. Riesel unterscheidet 2 Arten von Stilfärbungen, die sich in der Sprachwirklichkeit überkreuzen und kombinieren. Die 1. Art der Stilfärbungen lässt sich durch eine Skala von Ausdrucksschattierungen veranschaulichen – grob – familiär – literarisch – einfach-literarisch –gewählt – geschraubt. Die 2. Art der Stilfärbungen tritt in einer Reihe verschiedenster expressiver Ausdrucksschattierungen zum Vorschein. Zum Beispiel, die Wörter: todmüde, hundemüde und saumüde sind durch die gleiche emotionale Färbung markiert. Als stilistische Synonyme aber liegen sie auf verschiedenen Punkten der Stilfärbungsskala: „todmüde“ ist literarisch-umgangssprachlich, „hundemüde“ – familiär-umgangssprachlich und „saumüde“ – grob.

Kontextuelle Stilfärbung: Affe – neutral, eitler Affe – familiär.

Grammatische Synonymie: Der Stern des Helden – einfach-literarisch,

Des Helden Stern – gewählt,

Dem Helden sein Stern – volkstümlich, dialektal gefärbt.

Die Wahl der Stilfärbung geschieht bewusst oder unbewusst.

Moderne Sprachpolitik in Deutschland und Tendenzen der Entwicklung deutscher Sprache

Die Sprachpolitik ist ein Politikfeld, das in Deutschland lange Zeit vernachlässigt worden ist. Es fand keine Politikberatung statt. Die politische Wissenschaft gab keine entscheidenden Anstöße, ebenso wenig wie die Sprachwissenschaft, die lange Zeit nicht einmal scharf zwischen Sprachpolitik und Sprachenpolitik unterschied. Dabei ist Sprachpolitik ebenso bedeutend und notwendig wie Umweltpolitik.

Langsam aber sicher dringt ins Bewußtsein, wie sehr wir sie benötigen. Daß seit über zehn Jahren Bürgerinitiativen verstärkt auf den Wert der deutschen Sprache aufmerksam machen, beförderte diese Entwicklung. Die deutsche Sprachpolitik muß sich folgende Ziele stellen: Sprachinnenpolitik: 1. Es gilt, das Sprachbewußtsein sowohl der Bürger als auch der Verantwortlichen in Politik, Wirtschaft und Medien zu stärken, zum Gebrauch der deutschen Sprache zu ermuntern(бодрять; побуждать )und ihn zu belohnen.

2. Eltern und Bildungseinrichtungen, die die Aufgabe bewältigen müssen, den Kindern die Grundlagen der deutschen Sprache beizubringen, sind zu unterstützen. Der Deutschunterricht ist zu stärken.

3. Der Entwicklung, daß die englische Sprache Deutsch als Unterrichtssprache ersetzt (Immersionsunterricht- обучение иностранному языку путём "погружения"), muß entgegengewirkt(противодействовать) werden. Davon abgesehen sind Kenntnisse in wenigstens zwei Fremdsprachen wünschenswert.

4. Deutsch muß als Wissenschaftssprache entsprechend den Forderungen des "Arbeitskreises Deutsch als Wissenschaftssprache" (ADAWIS) gestärkt werden.

5. Das Recht des Verbrauchers auf verständliche Sprache ist zu achten und zu schützen. Man beachte die Forderungen der Initiative "Sprachlicher Verbraucherschutz".

6. Jeder, der in Deutschland dauerhaft lebt, muß die deutsche Sprache beherrschen.

7. Die Sprachen der angestammten Minderheiten in Deutschland (Sorben, Friesen, Dänen) müssen vor dem Aussterben bewahrt werden.

8. Die deutschen Mundarten und die Regionalsprache Niederdeutsch müssen gefördert werden.

9. Die Rechtschreibung muß wieder einheitlich sein. Die reformierte Rechtschreibung, sofern sie benutzt werden muß, ist gemäß den Vorschlägen der "Schweizer Orthographischen Konferenz" (SOK) anzuwenden.

Sprachaußenpolitik: 1. Die Stellung der deutschen Sprache in der Europäischen Union (EU) ist zu verbessern. Deutsch muß neben Englisch und Französisch gleichberechtigte EU-Arbeitssprache werden.

2. Die deutsche Sprache muß neben Arabisch, Chinesisch, Englisch, Französisch, Russisch und Spanisch zur Amtssprache der Vereinten Nationen erhoben werden.

3. Die Goethe-Institute müssen in ihrer Aufgabe, für die deutsche Sprache zu werben, gestärkt werden. Sie sollen sich wieder auf ihre Kernaufgaben konzentrieren.

4. Die deutschen Minderheiten im Ausland müssen besser darin unterstützt werden, neben der Landessprache auch die deutsche Sprache pflegen zu können.

Sprachpolitische Beratung:

Hilfreich wäre eine Einrichtung, die in Fragen der Sprachpolitik als Anlaufstelle dienen kann. Leider besteht keine anerkannte Zentrale für sprachpolitische Beratung, es gibt jedoch Ansätze und Versuche. Der "Deutsche Sprachrat", der sich im wesentlichen darauf beschränkt, belanglose Wörtersuchwettbewerbe zu veranstalten, zeigt, wie man es nicht machen sollte. Auf der anderen Seite bemühen sich die Bürgerinitiativen, stärker zusammenzuarbeiten. Einen guten Ansatz dazu gibt es in Köthen/Anhalt, wo am 18. Januar 2007 die älteste deutsche Sprachgesellschaft als "Neue Fruchtbringende Gesellschaft" wiedergegründet wurde. Sie hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Kräfte der verschiedenen sprachpflegerischen Initiativen zu bündeln und ein Zentrum der deutschen Sprache aufzubauen. Weiterhin wäre ein politikberatendes Sprachparlament denkbar, in das auch die einzelnen Sprachinitiativen Fachleute als Abgeordnete entsenden können.