3. Deutsche Umgangssprache
Eine Zwischenstellung zwischen der Mundart einerseits und der Hochsprache andererseits nimmt die Umgangssprache ein. Die Umgangssprache entstand etwa im 16. Jh. in den Städten aus einer Mischung von Mundart und Sprache der oberen Schichten. Sie ist kein einheitliches Gebilde und nicht normiert. Die Abweichungen von der Norm zeigen sich vor allem in Sprachmelodie, Lautfärbung und Wortschatz. Man nennt sie noch Alltags-, Konversations-, Stadtsprache.
1. In der Umgangssprache zieht man Wörter zusammen: z. B. ham für haben, „das isse“ statt „das ist es“ und weitere Lässigkeiten (Kontraktionen) der Aussprache;
2. Man benutzt kurze, oft unvollständige Sätze, wenig unterordnende Nebensätze, Interjektionen, man ergänzt, was man vergessen hat: ich hab ihn gesehen, Herrn Meyer.
3. Man verwendet Allerweltswörter (широко значні слова): tun, machen, Ding, Sache;
4. Man gebraucht saloppe oder drastische Wendungen, die übertreibend und witzig sind und die man in der Standardsprache vermeiden würde:
wie ein Pferd arbeiten, wie ein Stier brüllen, wie die Hunnen hausen, Geld wie Heu haben; Das ist gehüpft wie gesprungen; Das ist Jacke wie Hose; Noch: Statt „Die Sache scheiterte“ kann man umgangssprachlich sagen: Die Sache war Essig; Die Sache war für die Katz; Die Sache ging in die Binsen; Die Sache war im Eimer; Die Sache verlief im Sande.
Die Umgangssprache wird vorwiegend im privaten Bereich, im persönlichen Gespräch, in mündlicher Kommunikation also verwendet und ist von Region zu Region unterschiedlich, da sie von den verschiedenen Dialekten beeinflusst wird, z. B. häufig gibt es in der Alltagssprache von Ort zu Ort verschiedene Bezeichnungen für dieselbe Sache, z. B. man sagt für den Teil des Hauses, der sich hinter der Haustür, aber vor den Wohnungen befindet: Hausflur, Flur, Vorhaus, Diele, Hausehrn, Hausplatz, Hausgang, Einfahrt; für den Gang/Platz in der Wohnung vor den Zimmern: Korridor, Entree, Vorplatz, Hausehrn, Flur, Gang, Vorzimmer. Auch Eigentümlichkeiten der Sonder- oder Fachsprachen können in die Umgangssprache eindringen. So ist sie zwischen jüngeren Menschen häufig anders als die Umgangssprache zwischen älteren.
Deutsche Interjektionen. Begrüßungs- und Abschiedsformel
Situative Interjektionen
Aufmerksamkeit:
hallo, he (du, da), huhu, na?! Sie da!
Behinderung durch Lärm:
pst! st! pscht! scht! Ruhe! Maul! Schnauze! Fresse!
Warnung. Hilfe:
Halt! Stop! Achtung! Vorsicht! Hilfe! Feuer! Obacht!
Aufforderung:
Los! ab! weg! fort (mit dir)!
Adverbien in Kurzform mit „r“:
Raus! Rein! Runter! Ra Rüber!
Expressive Interjektionen
Überraschung:
neutral:
positiv:
negativ:
Schmerz: Bedauern/Seufzer: Erleichterung: Gleichgültigkeit: Rechthaberei: Triumph: Ekel: Tadel/Ablehnung: Zustimmung: |
ah, oh, ach, oha, hoi, huch, hoppla, nanu, Mensch, Mann, Menschenskind, okay ah, oh, ui, ach, oho, hoi, eiei, Junge-Junge, Donnerwetter, super, toll, geil o je, o weh, auweia, au Backe, ogottogott, du meine Güte, um Gottes willen, mein Gott, Gott bewahre, Mist, Scheiße, verdammt au, aua, autsch oh, ach, hach, o jeh, o weh, auweia, o mei uff, puh, Gott sei Dank phh, pf, pah, ba, blabla ätsch, bätsch ha, haha, yeah ih, bäh, puh, pfui (Spinne), igitt, würg, kotz ts, na na, buh, papperlapapp topp, aha, ne? (Zustimmung fordernd) |
