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Копия ПРАКТИКУМ ЦЕЛЫЙ 2010.doc
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Cложное предложение

В современном немецком языке длина предложения сокращается. Немецкое предложение может быть нераспространенным, эллиптическим и распространенным. Средства распространения – однородные члены, инфинитивные и причастныt группы и обороты, придаточные предложения. В последнем случае элементарное (простое) предложение переходит на другой уровень – уровень сложного предложения. По частотности употребления сложносочиненные предложения преобладают над сложноподчиненными предложениями.

Сокращение числа сложноподчиненных предложений ведет в свою очередь к расширению группы существительного посредством трансформации номинализации. В данном случае результатом номинализации может быть образование инфинитива как особой именной глагольной формы, превращение глагольной основы в именную и превращение глагольного или адъективного предиката в определение подлежащего, то есть «атрибутизация» предиката.. Результатом всех вышеназванных типов номинализации является согласованное, реже несогласованное определение в именной группе.

Таким образом, именная группа – это всегда свернутое, компрессированное предложение.

Выбор автором номинального или вербального стиля определяется интенцией автора, типом создаваемого им текста и адресатом, для которого пишется текст

Задания

1. Определите в данных текстах типы придаточных предложений. Объясните выбор синтаксической конструкции, союза или союзного слова и коррелята

Die Geschichte von der abgehauenen Hand

Wilhelm Hauff

Ich bin in Konstantinopel geboren; mein Vater war ein Dragoman (Dolmetscher) bei der Pforte (dem türkischen Hof) und trieb nebenbei einen ziemlich einträglichen Handel mit wohlriechenden Essenzen und seidenen Stoffen. Er gab mir eine gute Erziehung, indem er mich teils selbst unterrichtete, teils von einem unserer Priester mir Unterricht geben ließ. Er bestimmte mich anfangs, seinen Laden einmal zu übernehmen, als ich aber größere Fähigkeiten zeigte, als er erwartet hatte, bestimmte er mich auf das Anraten seiner Freunde zum Arzt; weil ein Arzt, wenn er etwas mehr gelernt hat als die gewöhnlichen Marktschreier, in Konstantinopel sein Glück machen kann. Es kamen viele Franken in unser Haus, und einer davon überredete meinen Vater, mich in sein Vaterland, nach der Stadt Paris, reisen zu lassen, wo man solche Sachen unentgeltlich und am besten lernen könne. Er selbst aber wolle mich, wenn er zurückreise, umsonst mitnehmen. Mein Vater, der in seiner Jugend auch gereist war, schlug ein, und der Franke sagte mir, ich könne mich in drei Monaten bereithalten. Ich war außer mir vor Freude, fremde Länder zu sehen.

Der Franke hatte endlich seine Geschäfte abgemacht und sich zur Reise bereitet; am Vorabend der Reise führte mich mein Vater in sein Schlafkämmerlein. Dort sah ich schöne Kleider und Waffen auf dem Tische liegen. Was meine Blicke aber noch mehr anzog, war ein großer Haufe Goldes, denn ich hatte noch nie so viel beieinander gesehen. Mein Vater umarmte mich und sagte: »Siehe, mein Sohn, ich habe dir Kleider zu der Reise besorgt. Jene Waffen sind dein, es sind die nämlichen, die mir dein Großvater umhing, als ich in die Fremde auszog. Ich weiß, du kannst sie fuhren; gebrauche sie aber nie, als wenn du angegriffen wirst; dann aber schlage auch tüchtig drauf. Mein Vermögen ist nicht groß; siehe, ich habe es in drei Teile geteilt, einer davon ist dein; einer davon ist mein Unterhalt und Notpfennig, der dritte aber sei mir ein heiliges, unantastbares Gut, er diene dir in der Stunde der Not!« So sprach mein alter Vater, und Tränen hingen ihm im Auge, vielleicht aus Ahnung, denn ich habe ihn nie wiedergesehen….

Heinrich von Kleist

Das Bettelweib von Locarno

Am Fuße der Alpen bei Locarno im oberen Italien befand sich ein altes, einem Marchese gehöriges Schloß, das man jetzt, wenn man vom St. Gotthard kommt, in Schutt und Trümmern liegen sieht: ein Schloß mit hohen und weitläufigen Zimmern, in deren einem einst auf Stroh, das man ihr unterschüttete, eine alte kranke Frau, die sich bettelnd vor der Tür eingefunden hatte, von der Hausfrau aus Mitleiden gebettet worden war. Der Marchese, der bei der Rückkehr von der Jagd zufällig in das Zimmer trat, wo er seine Büchse abzusetzen pflegte, befahl der Frau unwillig, aus dem Winkel, in welchem sie lag, aufzustehn und sich hinter den Ofen zu verfügen. Die Frau, da sie sich erhob, glitschte mit der Krücke auf dem glatten Boden aus und beschädigte sich auf eine gefährliche Weise das Kreuz; dergestalt, daß sie zwar noch mit unsäglicher Mühe aufstand und quer, wie es ihr vorgeschrieben war, über das Zimmer ging, hinter dem Ofen aber unter Stöhnen und Ächzen niedersank und verschied.

Mehrere Jahre nachher, da der Marchese durch Krieg und Mißwachs in bedenkliche Vermögensumstände geraten war, fand sich ein florentinischer Ritter bei ihm ein, der das Schloß seiner schönen Lage wegen von ihm kaufen wollte. Der Marchese, dem viel an dem Handel gelegen war, gab seiner Frau auf, den Fremden in dem obenerwähnten leerstehenden Zimmer, das sehr schön und prächtig eingerichtet war, unterzubringen. Aber wie betreten war das Ehepaar, als der Ritter mitten in der Nacht verstört und bleich zu ihnen herunterkam, hoch und teuer versichernd, daß es in dem Zimmer spuke, indem etwas, das dem Blick unsichtbar gewesen, mit einem Geräusch, als ob es auf Stroh gelegen, im Zimmerwinkel aufgestanden mit vernehmlichen Schritten langsam und gebrechlich quer über drei Zimmer gegangen und hinter dem Ofen unter Stöhnen und Ächzen niedergesunken sei.

Der Marchese, erschrocken, er wußte selbst nicht recht warum, lachte den Ritter mit erkünstelter Heiterkeit aus und sagte, er wolle sogleich aufstehen und die Nacht zu seiner Beruhigung mit ihm in dem Zimmer zubringen. Doch der Ritter bat um die Gefälligkeit, ihm zu erlauben, daß er auf einem Lehnstuhl in seinem Schlafzimmer übernachte; und als der Morgen kam, ließ er anspannen, empfahl sich und reiste ab.

Dieser Vorfall, der außerordentliches Aufsehen machte, schreckte auf eine dem Marchese höchst unangenehme Weise mehrere Käufer ab; dergestalt, daß, da sich unter seinem eignen Hausgesinde, befremdend und unbegreiflich, das Gerücht erhob, daß es in dem Zimmer zur Mitternachtstunde umgehe, er, um es mit einem entscheidenden Verfahren niederzuschlagen, beschloß, die Sache in der nächsten Nacht selbst zu untersuchen. Demnach ließ er beim Einbruch der Dämmerung sein Bett in dem besagten Zimmer aufschlagen und erharrte, ohne zu schlafen, die Mitternacht. Aber wie erschüttert war er, als er in der Tat mit dem Schlage der Geisterstunde das unbegreifliche Geräusch wahrnahm; es war, als ob ein Mensch sich von Stroh, das unter ihm knisterte, erhob, quer über das Zimmer ging, und hinter dem Ofen unter Geseufz und Geröchel niedersank. Die Marquise, am andern Morgen, da er herunterkam, fragte ihn, wie die Untersuchung abgelaufen; und da er sich mit scheuen und ungewissen Blicken umsah und, nachdem er die Tür verriegelt, versicherte, daß es mit dem Spuk seine Richtigkeit habe: so erschrak sie, wie sie in ihrem Leben nicht getan und bat ihn, bevor er die Sache verlauten ließe, sie noch einmal in ihrer Gesellschaft einer kaltblütigen Prüfung zu unterwerfen. Sie hörten aber samt einem treuen Bedienten, den sie mitgenommen hatten, in der Tat in der nächsten Nacht dasselbe unbegreifliche, gespensterartige Geräusch; und nur der dringende Wunsch, das Schloß, es koste was es wolle, loszuwerden, vermochte sie, das Entsetzen, das sie ergriff, in Gegenwart ihres Dieners zu unterdrücken und dem Vorfall irgendeine gleichgültige und zufällige Ursache, die sich entdecken lassen müsse, unterzuschieben.

2. Сравните два текста. Определите, в каком из текстов речь идет о номинальном, а в каком о вербальном стиле. Обоснуйте Ваш ответ. Определите среду бытования первого и второго текста, определите типы номинализации, используемые при образовании именных групп:

____________-stil

Das Kind wird davor geschützt, dass es vernachlässigt, ausgenutzt und grausam behandelt wird. Erst wenn das Kind ein Mindestalter erreicht hat, wird es zur Arbeit zugelassen. Es wird nie einen Beruf oder Tätigkeit auszuüben, die ihm schaden könnte. Wenn ein Kind körperlich oder geistig behindert ist, erhält es die Behandlung, Erziehung und Fürsorge, die sein Zustand und seine Lage erfordern

____________-stil

Das Kind wird vor Vernachlässigung, Ausnutzung und Grausamkeit geschützt.

Erst nach Erreichen eines Mindestalters wird es zur Arbeit zugelassen.

Es wird nie zu eine schädlichen Beruf oder Tätigkeit gezwungen.

Ein körperlich oder geistig behindertes Kind erhält diе erforderliche Behandlung, Erziehung und Fürsorge.

3. Выполните упражнение по аналогии и выведите правила номинализации в немецком языке:

  1. Nominativ-Position (Subjekt, Agens):

1. Das Rathaus brennt. – der Brand des Rathauses

2. Die Exporte wachsen.

3. Die Preise steigen.

4. Heute entscheiden die Wähler, wer der nächste Bundestag aussehen soll.

  1. Akkusativ-Position

1. Jemand liefert die Ware. – die Lieferung der Ware oder die Warenlieferung

2. Jemand verzögert die Zahlung.

3. Jemand eröffnet die Filiale.

4. Man schliesst den Vertrag ab.

  1. Nominativ und Akkusativ

1. Der Lehrer erklärt die Regel.- Die Erklärung der Regel durch den Lehrer.

2. Die Abgeordneten verabschieden das neue Bildungsgesetz.

3. Iranische Polizei schug alle Proteste nieder.

4. Der UN-Generalsekretär kritisiert den neuen Klimabeschluss.

  1. Dativ

1. Das neue Auto ähnelt dem Vorgängermodell.

- die Ähnlichkeit des neuen Autos mit dem Vorgängermodell

2. Die Ware wird dem Besteller geliefert.

3. Er misstraut seinem Partner wegen der ständigen Zahlungsverzögerungen.

4. Wir danken Ihnen für großzügige Unterstützung.

  1. Präpositionen

1. Iraks Regierung sucht nach Stabilität. – Iraks Suche nach Stabilität.

  1. Deutschland und Polen streiten um Kulturschätze.

  2. Sie interessiert sich für dieses Thema.

  3. Er nimmt gern am Sprachkurs teil.

  4. Das Kind konnte sein Verhalten nicht begründen.

  5. Nimand zweifelt an ihrer Aufrichtigkeit.

  1. Adverbien

1. Die Baugenehmigung wurde zügig erteilt. – die zügige Erteilung der Baugenehmigung.

2. Der Vortrag wurde dauernd unterbrochen.

3. Die Zahl der Opfer im Irak steigt dramatisch.

4. Der Beamte wurde frühzeitig in den Ruhestand versetzt.

4. Найдите в следующих текстах примеры:

- эллиптических предложений;

- сложносочиненных и сложноподчиненных предложений;

- определите синтаксическую функцию придаточных предложений

Текст 1

Lutz R a t h e n o w

Szenenwechsel

Die Lichtung unweit der Stadt.

Vögel.

Das Laub.

Mischwald.

Stille.

Die Sonne.

Der Weg durch diese Lichtung.

Auf dem geht Bert Franke.

Abschalten, einmal ausspannen, vergessen die Stadt, den Lärm, die Fabrik. Sich erholen, sich richtig gehen lassen.

Ein schöner Tag, denkt er.

Herbert Koch läuft denselben Weg entlang. Nur von der anderen Seite. Gut, dass kein Ausflugslokal in der Nähe, die Spaziergänger sonst. vielleicht noch mit Autos, langt, wenn sie die Stadt verpesten. Und die Unfälle. Hoffentlich kommt die Sonne richtig durch, denkt er.

Beide laufen langsam aufeinander zu.

Einmal allein sein, ohne Bekannte und das Gerede. Viel öfter müsste man einfach so, überlegt Bert Franke, loslaufen ohne Ziel.

Pilze könnten hier stehen, dort hinten stehen sicher Pilze, überlegt Herbert Koch, Pfifferlinge vielleicht nicht, aber Maronen. Edelreizker. Etwas feuchter müsste es werden, Bert Franke spielt mit seinem Haar, dreht den Kopf schnell nach rechts, schnell nach links, so dass es ins Gesicht schlägt, sich im Bart verfängt.

Herbert Koch will nicht mehr an Pilze denken. Er pfeift ein Lied und, ohne es zu beenden, wechselt er zu einer anderen Melodie, steckt das zu kurze Hemd in die Hose, aus der es Immer herausrutscht. Dahinschlendern.

Die fast geschlossene Decke aus Laub zertreten.

Spazierengehen. Gammeln.

Noch recht kräftig die Sonne, ein schöner Herbst, wer hätte gedacht, nach diesem Sommer.

Die Jacke hätte ich nicht mitzunehmen brauchen, nur eine unnötige Last, die Jacke hätte ich zu Hause lassen können. Aber im Schatten ist es schon kühl, denkt Bert. Im Schatten friert man fast.

Doch man weiß vorher nie, denkt Herbert, schließlich regnet es oft unerwartet.

Beide kommen sich näher.

Bert beobachtet die Wolken am Himmel.

Herbert einen Igel im Gestrüpp.

Ein Eichhörnchen, das sich von Ast zu Ast bewegt.

Das Netz zitternder Zweige.

Dieser Geruch.

Herbert Koch sieht einen jungen Mann.

Bert Franke bemerkt einen älteren Mann.

Vielleicht siebzehn, denkt Herbert.

Vielleicht sechzig, überlegt Bert.

Bei dem Beet am Zaun mache ich die zwei alten Reihen noch diese Woche weg. Die tragen nichts mehr. Neue Senker müssen rein. Sonst wächst keine ordentliche Beere. Wo die Enkel Erdbeeren so gern essen. Friedrich mal fragen, Friedrich hat bestimmt Senker übrig.

Bei Martin anschließend vorbeisehen, auf dem Rückweg. Oder Ich hole zuvor das Tonband, die „Pinkfloyd" könnte ich dann überspielen, die Stones gleich mit. Martin müsste da sein. Zu spät darf ich nicht hingehen. Hoffentlich hat er die LPs noch.

Bert und Herbert treffen sich bald.

Jeder mustert sein Gegenüber.

Drei Schritte noch oder vier.

Der Weg ist zu schmal für zwei Personen, denkt Bert und tritt zur Seite.

Da bleibt Herbert stehen, kurz vor Bert, auf dessen Haare er deutet. den rechten Zeigefinger anhebend.

Er sagt:

„Früher, bei Hitler, hätte man dich vergast!"

Der Finger bleibt in der Luft hängen. In Brusthöhe.

Nur kurz und Herbert Koch geht weiter.

An Bert Franke vorbei, weiter,

Bert schweigt. Oder schweigt nicht und tritt zurück auf den Weg.

Tritt zurück, dreht sich um, brüllt:

„Dich genauso. Dreckskerl, du auch!"

Und geht weiter.

Text 2

Johann Peter Hebel

Das wohlfeile Mittagessen

Es ist ein altes Sprichwort: Wer andern eine Grube gräbt, fällt selber darein. - Aber der Löwenwirt in einem gewissen Städtlein war schon vorher darin. Zu diesem kam ein wohlgekleideter Gast. Kurz und trotzig verlangte er für sein Geld eine gute Fleischsuppe. Hierauf forderte er auch ein Stück Rindfleisch und ein Gemüs für sein Geld. Der Wirt fragte ganz höflich: ob ihm nicht auch ein Glas Wein beliebe? "O freilich ja!" erwiderte der Gast, "wenn ich etwas Gutes haben kann für mein Geld." Nachdem er sich alles wohl hatte schmecken lassen, zog er einen abgeschliffenen Sechser aus der Tasche und sagte: "Hier, Herr Wirt, ist mein Geld." Der Wirt sagte: "Was soll das heißen? Seid Ihr mir nicht einen Taler schuldig?" Der Gast erwiderte: "Ich habe für keinen Taler Speise von Euch verlangt, sondern für mein Geld. Hier ist mein Geld. Mehr hab' ich nicht. Habt Ihr mir zu viel dafür gegeben, so ist's Eure Schuld." - Dieser Einfall war eigentlich nicht weit her. Es gehörte nur Unverschämtheit dazu und ein unbekümmertes Gemüt, wie es am Ende ablaufen werde. Aber das Beste kommt noch. "Ihr seid ein durchtriebener Schalk", erwiderte der Wirt, "und hättet wohl etwas anders verdient. Aber ich schenke Euch das Mittagessen und hier noch ein Vierundzwanzigkrenzerstück dazu. Nur seid stille zur Sache und geht zu meinem Nachbarn, dem Bärenwirt, und macht es ihm ebenso!" Das sagte er, weil er mit seinem Nachbarn, dem Bärenwirt, aus Brotneid in Unfrieden lebte und einer dem andern jeglichen Tort und Schimpf gerne antat und erwiderte. Aber der schlaue Gast griff lächelnd mit der einen Hand nach dem angebotenen Geld, mit der andern vorsichtig nach der Türe, wünschte dem Wirt einen guten Abend und sagte: "Bei Eurem Nachbarn, dem Herrn Bärenwirt, bin ich schon gewesen, und eben der hat mich zu Euch geschickt und kein anderer."

So waren im Grunde beide hintergangen, und der dritte hatte den Nutzen davon. Aber der listige Kunde hätte sich noch obendrein einen schönen Dank von beiden verdient, wenn sie eine gute Lehre daraus gezogen und sich miteinander ausgesöhnt hätten. Denn Frieden ernährt, aber Unfrieden verzehrt.