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4. „Emilia Galotti “- ein bürgerliches Trauerspiel in fünf Aufzügen.

Bürgerlich = zum dritten Stand gehörig. Das Bürgertum ist der Vertreter der Tugend, während der Adel der Vertreter des Lasters ist. Im Bürgerlichen Trauerspiel steht nicht mehr eine Staastaktion im Mittelpunkt, sondern der Privatmensch. Wichtig sind moralisch-menschliche Werte und Verhaltensweien, keine staatspolitischen Aktionen mehr. Im Bürgerlichen Trauerspiel findet eine Anklage der Bürgerschicht gegen den fürstlichen Absolutismus statt. Das Theater ist geprägt von Gegenwartsnähe, die Handlungen und die Personen sind realistisch, der Schauplatz ist der Mittelstand.Zuerst steht die Kritik am Adel im Vordergrund, später im Sturm und Drang auch die Kritik am Bürger.

Emilia Galotti gehört wohl zu den wichtigsten Dramen der deutschen Literatur. Geschrieben wurde das Drama Emilia Galotti im Jahre 1772 vom Schriftsteller und Mediziner Gotthold Ephraim Lessing. Wie der Titel schon verrät, handelt es sich beim Drama Emilia Galotti um ein bürgerliches Trauerspiel, welches im Zeitalter der Aufklärung und somit in der Blütezeit von Immanuel Kant entstand.

Das bürgerliche Trauerspiel Emilia Galotti scheint auf den ersten Blick lediglich ein banales, tragisches Liebesdrama zu sein. Allerdings handelt es sich bei der tragischen Liebesthematik nur um eine amoureuse Hülle, die einen wichtigen politischen und gesellschaftlichen Appell im Schilde führt. Lessing setzt sich kritisch im bürgerlichen Trauerspiel Emilia Galotti mit dem Konflikt zwischen Adel und Bürgertum auseinander. Außerdem werden im Drama „Emilia Galotti“ von Ephraim Lessing die Moralwerte der Aufklärung sehr deutlich zum Vorschein gebracht.

Inhalt:

Seit seiner ersten, zufälligen Begegnung mit dem Bürgermädchen Emilia Galotti ist der labile und egozentrische Prinz von Guastalla von dem Gedanken besessen, dieses Mädchen zu besitzen. Als er von ihrer unmittelbar bevorstehenden Hochzeit mit dem Grafen Appiani erfährt, gibt er in seiner Verzweiflung dem Marchese Marinelli, seinem intriganten Kammerherrn und Vertrauten, freie Hand, alles zu tun, um die Heirat zu verhindern. Dieser läßt das Paar durch zwei bezahlte Verbrecher auf dem Wege zur Trauung überfallen und Appiani ermorden. Der Überfall ereignet sich in der Nähe des prinzlichen Lustschlosses Dosalo, so daß Marinelli einige seiner Bediensteten den Überfallenen scheinbar zu Hilfe eilen lassen kann. Emilia wird zusammen mit ihrer Mutter, Claudia Galotti, auf das Schloß in "Sicherheit" gebracht. Claudia erkennt schon bald die wahren Zusammenhänge - im Gegensatz zu Emilia, die sich, durch die Ereignisse völlig verstört, beinahe willenlos in ihr Schicksal fügt. Die Lage spitzt sich zu, als Odoardo Galotti, Emilias Vater, auf das Schloß kommt. Er trifft dort die Gräfin Orsina, die wegen Emilia verlassene ehemalige Geliebte des Prinzen, und erfährt durch sie von Appianis Tod und seinen möglichen Folgen für Emilia. Am Ende des Gesprächs gibt Orsina Odoardo einen Dolch, damit er sie und Appiani räche. Der alte Galotti jedoch zwingt sich zur Ruhe; er will die Rache selbst dann noch Gott überlassen, als er hört, daß der Prinz Emilia von ihren Eltern trennen und in das Haus seines Kanzlers bringen lassen will, bis der Überfall völlig aufgeklärt sei. Als Odoardo gerade im Begriff ist, das Schloß zu verlassen, trifft er auf Emilia. Obwohl diese mittlerweile den wirklichen Sachverhalt erahnt, fürchtet sie, den Verführungen des Hoflebens zu erliegen. Sie glaubt ihre Ehre nur durch den Tod retten zu können und fleht Odoardo an, ihr den Dolch zu geben oder sie selbst zu töten. Nach einigem Zögern gibt Odoardo ihrem Drängen schließlich nach und ersticht sie.