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  1. Das System der deutschen Konsonanten.

Das russische Konsonantensystem ist reicher als das deutsche- im Russischen etwa 34 und im Deutschen – 20 plus drei Affrikaten. Diese Tatsache ist vor allem darauf zurückzuführen, dass die deutsche Sprache im Vergleich zum Russischen keine Palatalität kennt.

Nach der Artikulationsart zerfallen die deutschen Konsonantenphoneme in folgende Gruppierungen:

- Verschlussprenglaute (смычно - взрывные): [p], [b], [t], [d], [k], [g]

- Verschlussöffnungslaute (смычно - проходные): [m], [n], [l], [ŋ]

- Verschlussengelaute (смычно - щелевые): [pf], [fs]

- Engereibelaute (щелевые): [v], [f], [s], [z], [j], [з], [h], [x] [ſ]

- Schwinglaute (Vibrante) [R]

Nach der Artikulationsstelle: labiale – p,b,m; dentale – f,v; alveolare – t,d,n,l,s,z,(r); präpalatale – sch, sh; mediopalatale – c,j; postpalatale – k,g; velare – x,n; uvular – R; faringal – h.

Nach dem artikuliereden Organ: labiale – p,b,m; labiodentale – f,v; apikale – t,d,n,s,z,r; koronale – l,sch,sh; dorsale – c,j,k,g; postdorsale – x,n,R; faringal – h.

Modale ph.w. Merkmale:

1) Unterschied zwischen Geräusch und Stimmton. Nach diesem Merkmal zerfallen alle Konsonantenphoneme in Geräuschphoneme und sonore Phoneme. Bei der Bildung der GPh überlagert das Geräusch und bei der Bildung der Sonanten – der Stimmton. 

2) Unterschied nach der Art der Hindernisbildung. Nach diesem Merkmal unterscheidet man Verschluß- und Engephoneme. 

3) Unterschied nach der Stimmbeteiligung. Nach diesem Merkmal zerfallen alle deutschen Konsonanten in stimmhafte und stimmlose Phoneme. 

4) Das Merkmal der Stimmbeteiligung ist im Deutschen aufs engste mit dem Merkmal des Spannungsgrades verbunden. Die deutschen stimmhaften Konsonanten sind ungespannt (Lenes) und die stimmlosen - gespannt (Fortes). Im Russischen sieht das Bild entgegengesetzt aus.

5) Unterschied nach der Beteiligung des Gaumensegels: orale und nasale Phoneme.

Lokale phonologisch-wesentliche Merkmale: Labialität, Labiodentalität, Alveolarität, Palatalität, Uvularität, Faringalität.

Die Varianten der deutschen Konsonatenphoneme:

1) Stimmhafte Phoneme haben im Auslaut ihre stellungsbedingten stimmlosen Varianten, vgl. sagen – sagt;

2) Stimmlose Phoneme /p,t,k/ haben in bestimmten Positionen ihre stellungsbedingten aspirierten und nicht aspirierten Varianten, vgl. Tasche, aber stehen;

3) Das Phonem /r/ hat drei fakultative (freie) Varianten - das Zungenspitzen-R, das Zäpfchen-R, das frikative Reibe-R und zwei positionsgebundene Varianten - das konsonatische R und das vokalisierte (aufgelöste) R, vgl.: rot und werden;

4) Die Sonanten /m,n,l,n/ haben ihre positionsgebundenen silbischen Varianten, vgl. sieben, lesen, Gabel, sagen.

Zu den strittigen Fragen innerhalb des deutschen Konsonantismus gehören:

1) das Verhältnis zwischen Stimmbeteiligung und Spannungsgrad (Artikulationsstärke); Das Problem des Verhältnisses zwischen Stimmbeteiligung und Spannungsgrad ist dem zwischen Quantität und Qualität der Vokale identisch. Die deutschen stimmhaften Konsonanten sind schwach (Lenes), "weich", ungespannt, die stimmlosen dagegen sind stark (Fortes), "hart", gespannt. Wenn das Merkmal der Stimmbeteiligung relativ ist, so ist das Merkmal des Spannungsgrades absolut. Daher sind derzeit die meisten Germanisten der Auffassung, dass bei der Identifizierung der stimmhaften und stimmlosen Konsonanten nicht das Merkmal der Stimmbeteiligung, sondern das des Spannungsgrades ausschlaggebend ist. Aber diese Frage bleibt bis jetzt wenig erforscht.

2) das Problem der Affrikaten; Das Problem der deutschen Affrikaten ist dem der deutschen Diphthonge identisch. Die Frage steht so, ob sie selbständige Phoneme mit gleitender Artikulation oder Phonemfolgen sind. Im letzten Fall soll man die deutschen Affrikaten als Verbindungen von einem Verschluß- und Engekonsonaten betrachten. 

3) das Problem des Ich- und Ach-Lautes; Die einen Germanisten zählen sie zu den positionsgebundenen Varianten ein und desselben Phonems, weil der Ich-Laut vor und nach den Vokalen der vorderen Reihe gesprochen wird und der Ach-Laut - nach den Vokalen der hinteren Reihe, vgl. acht und echt. Zugleich gibt es die Meinung, dass diese Laute doch als verschiedene Phoneme gelten sollen (Rajewskij). Sie korrelieren mit verschiedenen Phonemen. Der Ich-Laut ist norddeutscher Herkunft, im Süden Deutschlands und besonders in Österreich kennt man diesen Laut nicht, dort spricht man einen leicht palatalisierten Ach-Laut.

4) das Problem des Ang-Lautes. Bei der Betrachtung des Ang-Lautes steht die Frage, ob dieser Laut ein selbständiges Phonem oder eine positionsgebundene Variante des Phonems /n/ ist. Prof. Rajewskij der Auffassung, dass in der Hochlautung der Ang-Laut sicher als selbständiges Phonem gilt, denn er übt eine differenzierende Funktion aus, vgl. Ecke, Egge, Enge.

  1. Assimilation und ihre Arten im Deutschen. Unter der Assimilation versteht man eine Angleichung von Lauten unter dem Einfluss der Nachbarlaute. Nach der Richtung, in welcher ein Laut von einem Nachbarlaut beeinflusst wird, unterscheidet man progressive und regressive Assimilation.

Wenn ein Laut auf den nachfolgenden wirkt, so wird es progressive Assimilation genannt (z.B. Ausdruck). Wenn aber ein Laut einen vorausgehenden Laut beeinflusst, dann hat man es mit regressiver Assimilation zu tun ( z.B. Kiefer).

Praktisch gibt es in der deutschen Sprache zwei Arten von Assimilationen: progressive Assimilation nach der Stimmlosigkeit und eine teilweise Palatalisierung von Konsonanten. Die progressive Assimilation nach der Stimmlosigkeit tritt an der Wort- und Morphemgrenze, wobei der stimmhafte schwache Konsonant nach einem stimmlosen starken Konsonanten seine Stimmhaftigkeit praktisch vollkommen verliert, vgl. das Buch, auf Wiedersehen, absagen. Diese Assimilationsart ist der russischen Sprache fremd. Im Russischen werden die vorhergehenden schwachen stimmlosen Konsonaten vor den nachfolgenden stimmhaften starken Konsonanten auch stimmhaft.

Die Palatalisation, anders Erweichung, betrifft im Deutschen nur drei Konsonanten /g,k,n/, die vor und nach den Vokalen der vorderen Reihe teilweise palatalisiert werden, vgl. gehen, können, singen. Diese Art der Assimilation nennt man auch die Akkomodation. Das Wort „Akkomodation“ kommt vom lateinischen „comode“, das „bequem, gemächlich“ bedeutet. Die Akkomodation ist auch eine Anpassung eines Lautes an den anderen. Dabei handelt es sich aber um die Anpassung (Teilanpassung) der Konsonanten an benachbarte Vokale.

Die Akkomodation kommt im Deutschen nicht oft vor. Sie erscheint in Form von leichter Labialität der Konsonanten unter dem Einfluss der labialisierten Vokale, z.B. Kuss, Dusche. Die labialisierten Vokale wirken dabei in beiden Richtungen, so dass man hier von der regressiven und progressiven Akkomodation sprechen kann. Im Russischen betrifft diese Art der Assimilation über die Hälfte aller Konsonanten.

  1. Koartikulation. Die positionell-kombinatorischen Bedingungen, die die Laute beeinflussen. Die Laute treten in der Rede nicht isoliert auf, sondern in Verbindung miteinander, was zum gegenseitigen Beeinflussen führt. Das geschieht, weil die Sprechorgane, die sich an der Bildung eines Lautes beteiligen, auch die Artikulation des folgenden Lautes vorbereiten (oder die Artikulation des vorauskommenden Lautes noch behalten). Dieses Ineinandergreifen von verschiedenen Artikulationsbewegungen nennt man Koartikulation.

Positionell-kombinatorische Bedienungen. Im Deutschen unterscheidet man folgende positionell-kombinatorische Bedienungen, die die Realisation der Sprechlaute im Redestrom beeinflussen:

1) Position im Wort:

a) im Wortanlaut werden die deutschen Vokale mit Neueinsatz ausgesprochen. Der gehauchte Einsatz (weiche Einsatz) der Vokale wird im Wortanlaut mit dem Hauchlaut bezeichnet (z.B. heben).

b) im Wortauslaut werden nur stimmlose Konsonanten ausgesprochen, obwohl es in der Orthographie nicht ausgedrückt wird (z.B.Tage-Tag).

2) Lautumgebung, die die Qualität der Laute stark beeinflusst. Die Anpassung der Sprechlaute kann manchmal zu kombinatorischen Allophonen führen, wie es z.B. „Ich“ und “Ach“-Laute der Fall ist. Zwar ist es auch orthographisch nicht gezeigt, weil es innerhalb eines Morphems geschieht (z.B. Dach-Dächer).

3) Verlegung des Akzents, was Vokalquantität beeinflusst: z.B. leben-lebendig; Studium-studieren.

Solche Bedienungen, wie Position im Wort oder Verlegung des Akzents können als Gesetzmäßigkeiten des Sprachsystems charakterisiert werden, die von Möglichkeiten des Sprechapparats unabhängig sind, aber der Bedienung der Lautumgebung liegt die Koartikulation zu Grunde.

  1. Die phonologischen Oppositionen. Zwei Phoneme, die sich wenigstens durch ein einziges phonologisch-wesentliches Merkmal voneinander unterscheiden, bilden eine Opposition. Man unterscheidet in der Phonologie die folgenden wichtigsten Oppositionen:

1. Eindimensionale und mehrdimensionale Oppositionen. Bei der eindimensionalen Opposition gelten die beiden gemeinsamen phonologisch-wesentlichen Merkmale für kein anderes Phonempaar derselben Sprache, vgl.: eindimensional sind die Oppositionen /f/ - /v/, /p/ - /b/, /g/ - /k/ und mehrdimensional sind z.B. /d/ - /b/, denn es gibt /t/ - /p/, oder /g/ -/z/, denn es gibt /k/ - /s/;

2. Proportionale und isolierte Oppositionen. Bei den proportionalen Oppositionen treffen ihre Merkmale auch für andere Oppositionen zu. Wenn dies nicht der Fall ist, so gelten die Oppositionen als isoliert, vgl.: proportionale Oppositionen - /p/ - /b/, /t/ - /d/, /k/ - /g/, /s/ - /z/, /f/ - /v/; isolierte Oppositionen - /p/ - /S/, /r/ - /l/, /h/ - /k/;

3. Privative, graduelle, äquipollente Oppositionen. Bei den privativen Oppositionen unterscheiden sich ihre Glieder durch Vorhandensein bzw. Fehlen eines phonologisch-wesentlichen Merkmals, vgl. /d/ - /t/, /g/ - /k/, /z/ - /s/. Die graduellen Oppositionen sind solche, deren Glieder sich gleichzeitig verschiedene Grade eines phonologisch-wesentlichen Merkmals unterscheiden, vgl. /o:/ - /u:/, /i:/ - /e:/, /ö:/ - /ü:/. Bei den äquipollenten Oppositionen unterscheiden sich ihre Glieder voneinander durch mehrere phonologisch-wesentliche Merkmale, vgl. /p/ - /d/, /g/ - /s/, /t/ - /g/;

4. Konstante und neutralisierbare (aufhebbare) Oppositionen. Die konstanten Oppositionen sind unter allen Bedingungen gültig, d.h. ihre phonologisch-wesentlichen Merkmale wirken immer differenzierend. Bei den neutralisierbaren Oppositionen können ihre phonologisch-wesentlichen Merkmale in bestimmten Positionen aufgehoben werden, vgl. konstant - /p/ -/t/, /k/ - /s/; neutralisierbar - /d/ - /t/, /z/ - /s/.

Falls sich eine und dieselbe Opposition in mehreren Phonempaaren wiederholt, so geht es um eine Phonemkorrelation nach dem betreffenden phonologisch-wesentlichen Merkmal,vgl. /g/ - /k/, /d/ - /t/, /v/ - /f/ – eine Phonemkorrelation nach der Stimmbeteiligung.

  1. Die Moskauer und Leningrader phonologischen Schulen. Die Vertreter der LphSch verstehen unter dem Phonem die kleinste artikulatorisch-akustische Spracheinheit, die Wörter und Wortformen unterscheidet. Für sie ist das Phonem ein konkreter Laut, der in Form von seinen Schattierungen existiert. Also, das Phonem beruht für die Leningrader auf seinem artikulatorisch-akustischen Bild und auf seiner distinktiven Funktion. Es besteht "an und für sich", unabhängig von den Lautgestalten der Wörter und Morpheme.

Für die MphSch ist das Phonem ein Bestandteil des Morphems. Nach der Moskauer Ansicht kann man das Phonem mit einem konkreten Laut nicht identifizieren. Es sei eine abstrakte lautliche Einheit. Das Verhältnis zwischen Phonem und Laut könnte man aus dieser Sicht dem Verhältnis zwischen Wesen und Erscheinung gleichsetzen (vgl. "Mensch" und "ein konkreter Mensch namens N." oder "Frau" und "eine konkrete Frau namens N.").

Den Unterschied in der Deutung des Phonems zwischen der LphSch und MphSch kann man an solchem Beispiel sehen. Nehmen wir Nom. Sg. Bild und Nom. Pl. Bilder. Für die Moskauer geht es hier um die Varianten ein und desselben Phonems /d/, weil die beiden Laute [d] und [t] Bestandteile ein und desselben Morphems sind. Für die Leningrader gehören diese [d] und [t] zwar zu demselben Morphem, aber sie unterscheiden verschiedene Formen des Wortes, deshalb werden sie zu verschiedenen Phonemen gezählt.

  1. Die Silbe. Die Silbentheorien. Es gibt in der Sprachwissenschaft recht viele Silbentheorien, die das Wesen der Silbe bald aus physiologischer, bald aus akustischer Sicht zu erklären suchen. Eins ist aber klar: die Silbe ist eine Sprecheinheit, die grundsätzlich keine Bedeutungsträgerin ist. Sie entsteht auf dem Wege der natürlichen Gliederung des Redestroms, was durch die Physiologie des Atmungsvorgangs bedingt ist. Eine Silbe ist immer der minimale Abschnitt des Redestroms, der im Laufe eines Atemstoßes (einer Expiration) hervorgebracht wird. Also, die Silbenbildung ist ein physiologisch bedingtes Mittel zur optimalen Gruppierung der benachbarten Laute im Redestrom. Die Silbe sei keine wissenschaftliche Fiktion, wie man manchmal behauptet, sondern eine reale Spracheinheit, genauso wie das Morphem. Obgleich die Silbe recht oft mit dem Morphem zusammenfällt, unterscheidet sich die Silbe von dem Morphem nur dadurch, dass die Silbe keine Bedeutungsträgerin ist.

Silbentheorien. Schallfülletheorie (Sonoritätstheorie). Die Begründer dieser Theorie sind E.Sievers und O.Jespersen. Sie erklärten die Silbengrenzen durch ein Maximum und ein Minimum von Schallfülle (Sonorität). Bekanntlich haben die Laute unterschiedliche Schallfülle:

vgl. Geräuschlaute, Sonanten und Vokale.

Die Expirationstheorie (E.Sievers, W.A.Bogorodizkij, R.H.Stetson). Nach dieser Theorie soll jede Silbe einem Atemstoß entsprechen. Die Grenze zwischen den einzelnen Silben liege dort, wo die Ausatmung am schwächsten ist. Diese Theorie ist ebenfalls nicht stichhaltig, weil mit einem Atemstoß man sogar mehrere Silben hintereinander sprechen kann. Eine Silbe entspricht einem Atemstoß nur bei einem sehr langsamen Sprechen oder wenn man skandiert.

Die Muskelspannungstheorie o. Intensitätstheorie (L.W.Čerba, M.Grammont). Die Anhänger diеser Theorie verstehen das Wesen der Silbenbildung im abwechselnden wellenartigen Steigen und Fallen der Intensität. Die Art der Intensitätsverteilung hängt von Silbenbau ab. Wenn die Silbe nur aus einem Vokal besteht, so bekommt dieser die steigend-fallende Intensität. Die Intensität des Vokals ist am stärksten in seiner Mitte.

Die Konsonanten, die sich um den Vokal gruppieren, haben schwächere Intensität. Nach der Auffassung von Čerba werden die Vokale mit einer stärkeren Muskelspannung als die Konsonanten ausgesprochen. Bei der Aussprache der Vokale ist der ganze Sprechapparat gespannt. Bei der Erzeugung der Konsonanten konzentriert sich die Spannungsenergie an einer bestimmten Stelle, d.h. an der Artikulationsstelle des Konsonanten. Der Kern der Silbe (der Silbengipfel) ist der Laut, der mit der größten Muskelspannung gebildet wird. Die Silbengrenzen liegen dort, wo die Muskelspannung am geringsten ist. Diese Theorie aber trägt einen subjektiven Charakter, denn sie lässt sich kaum experimentell nachweisen.

  1. Silbenarten. Der Silbenbau im Deutschen. Man unterscheidet grundsätzlich drei Arten von Silben: offene (die auf einen Vokal ausgehen, vgl. sa-gen), bedingt geschlossene Silben (die man bei der Veränderung der grammatischen Form des Wortes öffnen kann, vgl. fragt, aber fra-gen) und geschlossene Silben (die auf einen oder mehrere Konsonanten ausgehen, vgl. arbeiten). Unter den offenen Silben kann man gedeckte offene und ungedeckte offene Silben unterscheiden: KV - gedeckt, V - ungedeckt.

Es gibt eine Vielfalt von Silben je nach ihrer Lautzusammensetzung, z.B . V, KV, KVK, KKV etc. Aber alle Silben haben einen Silbenkern (Silbenträger). Als Silbenkern tritt immer ein Vokal und recht selten ein Sonant auf. Das schwierigste Problem im Bereich der Silbe liegt in der Silbenabgrenzung.

Der Silbenbau im Deutschen. Einer der ersten Sprachforscher, der die Silbenfrage behandelte, war M.Thausing. Seine Arbeit «Das natürliche Lautsystem der menschlichen Sprache» erscheint im Jahre 1863. M.Thausing befasste sich mit den akustischen Eigenschaften der Silbe. Viele Phonetiker versuchten, die Silbenbildung auf physiologischer Grunde zu erklären (H.Sweet, O.Jespersen, M.Grammont, L.W.Scerba).

Seit der Enstehung der Phonologie wird die Silbe als eine sprachliche Struktureinheit bezeichnet, die aus einer für eine konkrete Sprache typischen Phonemkombinationen entsteht. Die Silbe ist ein Modell für Phonemkombination. Das Silbenmodell richtet sich nach dem phonologischen Kode jeder konkreten Sprache. Die Silbe ist auf dem Kontrast Vokal-Konsonant aufgebaut. Die Vokalphoneme bilden den Silbenkern und werden deshalb als Kernphoneme bezeichnet.

Es gibt keine Sprache in der Welt, wo die Vokale nicht als Silbenträger auftreten können. In manchen Sprachen (z.B. tschechischer Sprache) können die Konsonanten als Silbenträger dienen.

Die deutsche Silbe wird durch schriftliche Merkmale gekennzeichnet. Im „Großen Duden“ gibt es feste Regeln für die Silbentrennung. Nichtzusammengesetzte Wörter werden nach „Sprechsilben“ getrennt, so wie sie sich beim langsamen Sprechen von selbst zerlegen: le-ben, Wie-se, Ka-bi-ne.

Kennzeichnend für die deutsche Sprache ist, dass die Grenzen der phonetischen Silben mit den Grenzen von Stämmen, Suffixen, Präfixen in der Regel zusammenfallen: An-tritts-rede, Frei-heit. Nur wenn der Stamm oder das erste Suffix auf einen Konsonanten auslautet und das folgende Suffix mit einem Vokal anlautet, fällen die Silbengrenzen und Morphemgrenzen nicht zusammen: Leh-rer, Leh-re-rin.

In den letzen Jaren wurden zahlreiche Untersuchungen durchgeführt, die der phonotaktischenVarierung der deutschen Silben gewidmet sind. Die erste umfangreiche phonotaktische Untersuchung des deutschen Silbenbaus wurde von P.Menzerath durchgeführt. Nach einer statistischen Forschung der Silbenstruktur zog er bestimmte Schlussfolgerungen, einige von denen lauten so:

  • je länger das Wort ist, desto kleiner sind die Silben;

  • einsilbige Wörter haben 1-7 Laute, zweisilbige – 2-10 Laute, dreisilbige – 4-14 Laute, viersilbige – 6-16 Laute usw;

  • zwei-, drei- und viersilbige Wörter ergeben zusammen 82, 3% des gesamten deutschen Wortschatzes;

  • das häufigste Wort des Deutschen hat 7 Laute und ist dreisilbig;

  • Zu den häufigsten Silbenstrukturen mit Vokal als Silbenkern gehören: KVK, KVKK, KKVK, KKVKK.

  1. Das Wesen des Wortakzents. Unter dem Wortakzent versteht man eine artikulatorisch-akustische Hervorhebung einer Silbe im mehrsilbigen Wort. Das einsilbige Wort hat keinen Wortakzent, denn der Akzent ist keine absolute, sondern relative Größe. Die Betonung bezieht sich nicht auf einen Vokal, sondern auf eine Silbe innerhalb eines mehrsilbigen Wortes.

Die Hervorhebung einer Silbe im Wort erfolgt mit Hilfe von Tonstärke, Tonhöhe und Tondauer. Je nach dem, welches von diesen Mitteln vorherrscht, unterscheidet man drei Akzenttypen: den musikalischen (melischen, melodischen, tonalen, chromatischen) Akzent, den dynamischen (Stärke-, Expirations- oder Ausatmungsakzent) und den quantitativen Akzent. Der deutsche Wortakzent dynamisch-musikalisch, denn die Silbe in den deutschen Wörtern wird gleichzeitig durch stärkere Muskelspannung, stärkeren Ausatmungsdruck und durch eine Tonhöhenveränderung hervorgehoben.

Der russische Wortakzent ist eher quantitativ-dynamisch, frei und beweglich, verschiedene Silben können Wortakzent tragen. Außerdem ist der russische Wortakzent qualitativ, denn jede betonte Silbe wird deutlich artikuliert.

Der deutsche Akzent ist morphologisch (er ist an ein bestimmtes Morphem gebunden z.B. betontes Präfix, Suffix), unbeweglich (Ausnahme – Substantive mit dem Suffix -or).

Der Wortakzent ist ein prosodisches Merkmal des Wortes. In längeren oder zusammengesetzten Wörtern kann es einen Haupt- und einen oder mehrere Nebenakzente geben.

In der deutschen Sprache liegt der Wortakzent oft auf der Stammsilbe, welche häufig die erste Silbe eines Wortes darstellt. Der Wortakzent im Deutschen ist aber frei, d. h. er kann auf jeder Silbe stehen; z. B. „er'lauben“, „'Urlaub“, „Schweine'rei“.

Der Wortakzent kann die Bedeutung des Wortes ändern:

Verben, z. B. um'fahren – 'umfahren, um'stellen – 'umstellen, über'laufen – 'überlaufen usw.

Substantive, z. B. Ro'man – ´Roman, Au'gust – ´August.

  1. Die Funktionen des deutschen Wortakzents und die wichtigsten Modelle des deutschen Wortakzents. Die Regeln des Wortakzents. Es gibt 3 Funktionen des deutschen Wortakzents:

Kulminative Funktion. Man kann daher behaupten, dass diese Funktion der Betonung die allerwichtigste ist, denn sie sichert die phonetische Ganzeinheit des Wortes. Im Russischen kommt diese Funktion der Betonung noch krasser zum Ausdruck, denn der russische Wortakzent ist qualitativ.

Demarkative Funktion. Die demarkative Funktion des Wortakzents ist in den Sprachen mit freiem Wortakzent passiv. Diese Funktion ist aktiv nur in den Sprachen mit dem gebundenen Wortakzent. Dort ist es leicht, die Grenze zwischen den einzelnen Wörtern zu ziehen. Im Deutschen kommt diese Funktion der Wortbetonung beschränkt zum Ausdruck, denn er ist morphologisch gebunden, aber phonetisch frei. Dafür gibt es in deutscher Sprache zusätzliche Grenzsignale, wie z.B. Neueinsatz, bestimmte Lautkombinationen, die entweder im Auslaut oder im Anlaut des Wortes vorkommen können.

Distinktive Funktion. Diese Funktion der Betonung ist den beiden Sprachen eigen und sie betrifft die Wörter mit der gleichen Lautgestalt, die sich je nach der Stellung des Akzents semantisch unterscheiden, vgl. ʹAugust und Auʹgust, ʹmodern und moʹdern; мо́лодец und молодц, за́мок und замо́к, му́ка und мука́. Im Russischen kann man mit Hilfe der Betonung auch grammatische Formen des Wortes unterscheiden, vgl.: го́ры und горы́, ру́ки und руки́, доро́гой und дорого́й.

Die wichtigsten Modelle des deutschen Wortakzents. Man kann in den einstämmigen Wörtern drei Hauptakzentmodelle festlegen:

- / x / - Wurzelbetonung, vgl.: Antwort, fahren, wunderbar;

- / - x / - Präfixale Betonung, vgl.: Ureltern, Mißernte, untauglich;

- / x - / - Suffixale Betonung, vgl.: Bücherei, adoptieren, miserabel.

Die russischen einstämmigen Wörter haben neben den oben genannten Akzentmodellen noch ein Modell: Flexionsbetonung, was der deutsche Sprache fremd ist.

Die Regeln des Wortakzents.

  1. Die Satzintonation und ihre Komponenten. Die ausländischen Sprachforscher verstehen öfters unter der Intonation nur Tonführung (Melodie). Die inländischen Sprachforscher betrachten in der Regel die Intonation als einen komplexen Begriff: sie setzt sich aus mehreren Bestandteilen zusammen – Melodie, Betonung, Rhythmus, Pausen, Klangfarbe, Tempo.

Es gibt ganz kurze Sätze, die nur aus einem Wort bestehen und mit Hilfe der Intonation zu einer Phrase werden können. Z.B. das Wort „weiter“ mit dem Aufforderungssatz „Weiter!“ kann einen Befehl ausdrücken. Dieses Wort kann auch dagegen zu einem Fragesatz werden „Weiter?“. Die Intonation ist ein satzdifferenzierendes prosodisches Mittel, kann folgende Satztypen unterscheiden:

1. Aussage- Sie kommen mit.

2. Aufforderung- Sie kommen mit!

3. Frage- Sie kommen mit?

4. Ausruf- Sie kommen mit!

Die Intonation kann auch Abgeschlossenheit und Nichtabgeschlossenheit des Satzes unterscheiden. Z.B. Sie kommen mit. und Sie kommen mit, aber ich bleibe zu Hause.

Die Intonation unterscheidet im Satz das Gegebene (das Thema) vom Neuen (das Rhema). Z.B. Er ist heute gekommen. und Er ist heute gekommen.

Die physiologische Grundlage der Intonation bilden die Schwingungen der Stimmbänder, die vom Hörenden als Sprechmelodie, Ton- und Stärkeveränderungen, Redetempo wahrgenommen werden.

  1. Der Satzakzent. Der Satzakzent bezeichnet das betonte Satzglied eines Satzes. Ein Wort im Satz wird immer besonders hervorgehoben. Genauer gesagt wird die Silbe des Wortes, die auch den Wortakzent trägt, lauter und höher (oder tiefer) gesprochen als alle anderen Silben des Satzes. Der Satzakzent liegt im Deutschen auf dem Rhema, d.h. der neuen Information im Satz. Grundsätzlich kann der Satzakzent nur auf Sinnwörtern (Substantiven, Adjektiven, Adverbien, Verben) liegen, nicht jedoch auf Funktionswörtern. Ähnlich wie der Wortakzent wird auch der Satzakzent meistens durch die Gesamtheit von drei prosodischen Merkmalen realisiert: Tonmodulation, Intensität, Quantität.

Sätze mit einem einzigen Satzakzent sind kurz. Die meisten erweiterten Sätze enthalten zwei oder mehrere sinnwichtige Wörter. Eines dieser Wörter ist das sinnwichtigste und bekommt den Hauptakzent. Es entsteht eine Akzenthierarchie. Darin äußert sich die zentralisierende Funktion des Satzakzents. Die segmentierende Funktion besteht in der Differenzierung des Gegebenen und des Neuen im Satz. Das Gegebene wird oft durch den Satzakzent nicht hervorgehoben. Man unterscheidet vier Grundsätze:

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