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Grundlinien deutscher Geschichte bis 1941.docx
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Inzwischen hatte eine moderne wirtschaftliche Entwicklung eingesetzt, die diesen

reaktionären Tendenzen entgegenwirkte, 1834 wurde der Deutsche Zollverein

gegrugründet und damit ein einheitlicher Binnenmarkt geschaffen. 1 835 wurde die erste

deutsche Eisenbahnstrecke in Betrieb genommen. Die Industrialisierung nahm ihren

Anfang. Mit den Fabriken entstand die neue Klasse der Fabrikarbeiter. Sie fanden in

der Industrie zunächst bessere Verdienstmögiichkeiten, aber das rapide

Bevölkerungswachstum führte bald zu einem Überangebot an Arbeitskräften. Da

zudem jegliche Sozialgesetzgebung fehlte, lebte die Masse der Fabrikarbeiter in

groβem Elend. Spannungen entluden sich gewaltsam wie etwa 1844 beim Aufstand

der schlesischen Weber, der von preuβischem Militär niedergeschlagen wurde. Nur

zögernd konnten sich erste Ansätze einer Arbeiterbewegung formieren.

Die Revolution von 1848. Im Unterschied zur Revolution von 1789 fand die

französische Februar-Revolution von 1848 in Deutschland sofort ein Echo. Im März

kam es in allen Bundesländern zu Volkserhebungen, die den erschrockenen Fürsten

mancherlei Konzessionen abrangen. Im Mai trat in der Frankfurter Paulskirche die

Nationalversammlung zusammen. Sie wählte den österreichischen Erzherzog Johann

zum Reichsverweser und setzte ein Reichsministerium ein, das allerdings keine

Machtmittel besaβ und keine Autorität gewann. Bestimmend war in der

Nationalversammlung die liberale Mitte, die eine konstitutionelle Monarchie mit

beschränktem Wahlrecht anstrebte. Die Zersplitterung der Nationalversammlung von

den Konservativen bis zu den radikalen Demokraten, in der sich die spätere

Parteienlandschaft schon in Ansätzen abzeichnete, erschwerte eine

Verfassungsgebung. Aber auch die liberale Mitte konnte die quer durch alle Gruppierungen

gehenden Gegensätze zwischen den Anhängern einer «groβdeutschen»

und einer «kleindeutschen» Lösung, d. h. eines Deutschen Reiches mit oder oh/ne

Österreich, nicht überwinden. Nach zähem Ringen wurde eine demokratische

Verfassung fertiggestellt, die Altes mit Neuem zu verbinden suchte und eine dem

Parlament verantwortliche Regierung vorsah. Als dann jedoch Österreich darauf

bestand, sein gesamtes, mehr als ein Dutzend Völkerschaften umfassendes

Staatsgebiet in das künitige Reich einzubringen, siegte die kleindeutsche Auffassung,

und die Nationalversammlung bot dem preuЯischen König Frieddich Wilhelm IV. die

erbliche deutsche Kaiserkrone an. Der König lehnte ab; er wollte die Kaiserwürde

nicht einer Revolution verdanken. Im Mai 1849 scheiterten in Sachsen, der Pfalz und

Baden Volksaufstände, die die Durchsetzung der Verfassung «von unten» erzwingen

wollten.

Damit war die Niederlage der deutschen Revolution besiegelt. Die meisten

Errungenschaften wurden rückgängig gemacht, die Verfassungen der Einzelstaaten

im reaktionären Si< >»e revidiert. 1850 wurde der Deutsche Sund wiederhergestellt.

Der Aufstieg PreuЯens. Die fünfziger Jahre waren eine Zeit groЯen

wirtschaftlichen Aufschwungs. Deutschland wurde zum Industrieiand. Es war zwar

im Produktionsumfang noch weit hinter England zurück, ilberholte dieses aber im

Wachstumstempo. Schrittmacher waren die Schwerindustrie und der Maschinenbau.

PreuЯen wurde such wirtschaftlich zur Vormacht Deutschlands. Die ökonomische

KraЯ stäriite das politische SelbstbewuЯtsein des liberalen Bürgertums. Die 1861

entstandene Deutsche Fortschiittspartei wurde in PreuЯen die stärkste Pedal

Parlament und verweigerte der Regierung die Mittel, als diese die Heeresstruktur in

reaktionärem Sinne verändern wollte. Der neuernannte Ministerpräsident Otto von

Bismarck (1862) ging auf die Kraftprobe ein und regierte mehrere Jahre lang ohne

die nach der Verfassung erforderliche Genehmigung des Haushalts durch das

Parlament. Die Foäscrhüüspartei wagte keinen über parlamentansche ~pposition

hinausgehenden Widerstand.

Seine innenpolitisch prekäre Stellung konnte Bismarck durch auЯenpolitische

Erfolge festigen. Im Deutsch-Dänischen Krieg (1 864) zwangen PreuЯen und Österreich

die Dänen zur Abtretung Schleswig-Holsteins, das sie zunächst gemeinsam

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