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Grundlinien deutscher Geschichte bis 1941.docx
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18. Jahrhundert ein Rivale in Preuβen, das unter Friedrich dem Groβen (1740-1786)

zu einer Militärmacht ersten Ranges wurde. Beide Staaten gehörten mit Teilen ihres

Territoriums nicht dem Reich an, und beide trieben europäische Groβmachtpolitik.

Zeitalter der Französischen Revolution. Der Stoβ, der das Gebäude des

Reiches zum Einsturz brachte, kam von Westen. 1789 brach in Frankreich die Revo-

lution aus. Unter dem Druck des Bürgertums wurde die seit dem Frühmittelalter

bestehende feudale Gesellschaftsordnung beseitigt. Gewaltenteilung und

Menschenrechte sollten die Freiheit und Gleichheit aller Bürger sichern. Der Versuch

Preuβens und Österreichs, mit Waffengewalt in die Verhältnisse im Nachbarland

einzugreifen, scheiterte kläglich und führte zum Gegenstoβ der Revolutionsarmeen.

Unter dem Ansturm der Heere Napoleons, der in Frankreich das Erbe der Revolution

antrat, brach das Reich endgültig zusammen. Frankreich nahm sich das linke

Rheinufer. Um die bisherigen Herren dieser Gebiete für ihren Verlust zu entschädigen,

fand eine riesige «Flurbereinigung» auf Kosten der kleineren und besonders der

geistlichen Fürstentümer statt: Durch den «Reichsdeputationshauptschluβ» von 1803

wechselten rund vier Millionen Untertanen den Landesherrn. Die Mittelstaaten waren

die Gewinner. Die meisten von ihnen schlössen sich 1806 unter französischem

Protektorat zum «Rheinbund» zusammen. Im gleichen Jahr legte Kaiser Franz II. die

Krone nieder; damit endete das Heilige Römische Reich Deutscher Nation.

Die Französische Revolution griff nicht auf Deutschland über. Zwar hatten auch

hier schon in den vorangegangenen Jahren immer wieder einzelne Persönlichkeiten

die Grenzen zwischen Adel und Bürgertum zu überwinden gesucht, begrüβten auch

bedeutende Köpfe den Umsturz im Westen als Beginn einer neuen Zeit, aber der

Funke konnte schon deshalb schlecht überspringen, weil im Gegensatz zum

zentralistisch orientierten Frankreich die förderalistische Struktur des Reiches eine

Ausbreitung neuer Ideen behinderte. Hinzu kam, daβ gerade das Mutterland der

Revolution, Frankreich, den Deutschen als Gegner und Besatzungsmacht gegenüber-

trat. Aus dem Kampf gegen Napoleon erwuchs vielmehr eine neue nationale

Bewegung, die schlieβlich in den Befreiungskriegen gipfelte. Deutschland blieb von

den Kräften des gesellschaftlichen Wandels nicht unberührt. Zunächst wurden in den

Rheinbundstaaten, dann in Preuβen (dort verbunden mit Namen wie Stein,

Hardenberg, Scharnhorst, W. von Humboldt) Reformen eingeleitet, die feudale

Schranken endlich abbauen und eine freie, verantwortungstragende bürgerliche

Gesellschaft schaffen sollten: Aufhebung der Leibeigenschaft, Gewerbefreihei,

städtische Selbstverwaltung, Gleichheit vor dem Gesetz, allgemeine Wehrpflicht.

Allerdings blieben viele Reformansätze auf halbem Wege stecken. Die Teilnahme an

der Gesetzgebung blieb den Bürgern meist noch verwehrt; nur zögernd gewährten

einige Fürsten, vor allem in Süddeutschland, ihren Staaten Verfassungen.

Der Deutsche Bund. Nach dem Sieg über Napoleon regelte der Wiener

Kongreβ 1814/15 die Neuordnung Europas. Die Hoffnungen vieler Deutscher auf

einen freien, einheitlichen Nationalstaat wurden nicht erfüllt. Der Deutsche Bund, der

an die Stelle des alten Reiches trat, war ein loser Zusammenschluβ der souveränen

Einzelstaaten. Einziges Organ war der Bundestag in Frankfurt, kein gewähltes Parla-

ment, sondern ein Gesandtenkongreβ. Handlungsfähig war der Bund nur, wenn die

beiden Groβmächte Preuβen und Österreich übereinstimmten. Seine Hauptaufgabe

sah er in den folgenden Jahrzehnten in der Niederhaltung aller auf Einheit und Freiheit

gerichteten Bestrebungen. Presse und Publizistik unterlagen einer scharfen Zensur,

die Universitäten wurden überwacht, eine politische Betätigung war so gut wie

unmöglich.

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