- •Вінниця – 2007
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Ich und die deutsche Sprache
Thora Hiestermann
Jetzt wohne ich schon eine kleine Ewigkeit in dieser Stadt, und noch immer habe ich Probleme. Das liegt daran, dass ich aus Ungarn komme.
Gestern war ich mit Petra und ihrem Bruder zur Disko. Die Stimmung war enorm, die Musik echt geil, und vielleicht war Petra deshalb so lebhaft. Als wir wieder mal zusammen tanzten, schrie sie plötzlich: Mensch, kiek doch mal, meine Keule will doch tatsächlich die Kleene da drüben aufreißen! Die tanzt aber ooch, die hat wirklich was uufm Kasten. Na komm, zischen wir erstmal einen. Schmeißtene Runde?
Ich war etwas verwirrt. Wieso sollte ich zischen? Und was sollte ich in die Runde schmeißen? Petra müsste doch wissen, dass ich so etwas nicht mag. Und bisher dachte ich immer, ihr Bruder hieße Frank und nicht Keule. Und dass der ein Mädchen aufreißen wollte, hier, in der Disko, das fand ich doch ein bisschen übertrieben. Ich überlegte, doch ich kam nicht dahinter. Auch den Kasten konnte ich nirgends entdecken.
Mensch, bist du weggetreten? Zahlst du die Cola? Mischa rückte an mich heran. Ich sah mich nach Petra um, aber sie tanzte schon wieder.
Deine Petra ist schon ein irrer Funken, sagte Mischа. Du musst aufpassen, der Kerl da geht’ran wie ein Gewitter. Da kannst du nur hoffen, dass sie keine Welle für ihn hat“.
Ich versuche, ihn auszufragen, wieso Petra ein Funken sei, obendrein ein irrer. Machen sich denn verrückte Funken was aus Musik? Und die Sache mit der Welle war ebenfalls ein Rätsel für mich. Ich erntete nur einen erstaunten Blick.
Petra kam wieder, sie war an diesem Abend regelrecht überdreht: Nu kiek euch das an! rief sie. Die hängt bei dem aufm Schoß, als wenn sie ihn per Express zur Briefmarke machen will! Sie zeigte zum Nachbartisch. Zum Glück spielte die Disko jetzt Robby Williams, und ich konnte mit Petra tanzen. Beim Tanzen war die Welt wieder in Ordnung. Ich spürte Petras Körper und wir brauchten nicht zu reden, um uns zu verständigen.
Inzwischen sehe ich ein, warum ich die Leute so schlecht verstehe, obwohl ich meine Deutschprüfung mit der Note 1 bestanden habe: meine Deutschlehrer muss miserabel gewesen sein, sein Unterricht kein bisschen praxisgebunden, sonst hätte er mir doch zum Beispiel gesagt, dass es nicht ich liebe dich heißt, sondern Ick steh uff dir, weil du irre fetzt. Da ich das nicht wusste, bin ich Petra so auf den Keks gegangen, dass ich mich beinahe verfatzen und Leine ziehen musste. Aber ich mache Fortschritte. Manchmal habe ich jetzt schon ein Deutsch auf dem Kasten, dass meine Käthe denkt, sie streift ein Bus, so ist sie von die Socken.
3. Charakterisieren Sie die Jargonismen, bestimmen Sie dabei ihre typischen Wortbildungsmittel:
Pappi, Mammi, Pulli, Pepi (Joseph), Reni (Renate), Schatzi, Schlampi, Specki (Schwein), Schiri (Schiedsrichter),
Angstmeier ( ), Heulliese ( ), Zimperliese ( ),
Struwwelpeter ( ), Transuse ( ).
Höllenangst, Höllendurst, Heidenwetter, Heidenspaß, stockblind, stockdumm, stockdunkel, Mordslärm, Mordshunger, krachdürr, spottbillig, muckeduckestill.
Habedank ( ), Habegern ( ), Habenicht ( ), Taugenichts ( ), Springinsfeld ( ), Saufaus (алкаш), Tunichtgut ( ).
Büffelei (зубрежка), Bummelei, Dämelei ( ), Dichterei, Dudelei (волынка, плохая игра на дуде) Fresserei, Großrederei, Lumperei.
Altsche (старушенція), Paps (папік), Koks (кокаїн), Manning (Mann), Karling (Karl).
Rumsitzen, rumgärtnern, rumtanzen, rumhängen.
4. Finden sie umgangssprachliche Wörter (Jargonismen)! Haben sie stilistisch neutrale Bedeutungen in der Sprache? Führen Sie entsprechende Kontexte an!
Z.B.:
1. „Nun, hat’s geklappt?” – „Alles in Butter.“ (все в «шоколаді»!)- Jargonismus
2.Möchtest du etwas Butter in den Brei?(хочеш масла в кашу?) direkte Bedeutung.
„Zuerst wird getankt“, sagte Ede und überreichte Unku feierlich die drei Korn. (A. Wedding).
Man redete über den Dienst, über den Fraß und über die Kälte. (E. Remarque).
Zuerst mal gehen wir futtern! Ich habe Kohldampf noch und noch. (H. Fallada).
„Warst du schon in der Penne?“ – „Nein“. – „Geh, nicht hin. Ich war da. Schwerer Fehler. Kotzt dich nur an“.
So ein Charakter stinkt ja beinahe schon. (K. Veken).
Hast noch eine halbe Stunde bis zur Ablösung. Hau dich hin und schlaf. (E. Remarque).
Wir sind ohne Erlaubnis abgehauen.
Und mein Vater ist doch arbeitslos. Und da haben die Eltern gedacht, der Herr Abendstund wird helfen. Aber der hustet uns was. (A. Wedding).
Mir bleibt die Spucke weg! So ein Lauskerl! Führt uns monatelang an der Nase herum. (K. Veken).
Der Lehrer, der sich einbildet, er habe dem Kind Deutsch beigebracht, weil er ihm grammatische Weisheiten eingetrichtet hat, irrt.
Sie hingen in Grammatik. Wurde eine Arbeit geschrieben, so erhielten beide garantiert eine Vier. (H. Vierweg).
Los, Kinder! Hauen wir sie in die Pfanne! (E. Kästner).
Denkt ihr, wir finden eine Spur? Nicht die Bohne! (K. Veken).
