- •1.1. Deutsche Satire und antike Tradition
- •II. Geschichte der Satire
- •1.2. Mittelalterliche Moraldidaktik, exemplarische Begebenheiten aus der antiken Geschichte und Sage, Rationalisierung der Wertvorstellungen des Humanismus als Voraussetzungen der Narrenliteratur.
- •2.1. Das „Narrenschiff' von s. Brant als moralische Satire in Reimform.
- •2. L. L. Aufbau des Textes.
- •2.1.2. Narr als Symbolfigur der menschlichen Unvollkommenheit und des
- •2.1.3. Negative Typisierung.
- •2.1.4. Tod als Leitmotiv und Symbolisierung der Vergänglichkeit des
- •Irdischen.
- •2.1.5. Brant's Rezept: Rückkehr zur göttlichen Weisheit durch
- •2.2. Phänomen der „Dummheit" im „Lob der Torheit" von
- •2.2. L. Genrebesonderheiten des „Lob der Torheit".
2.1.5. Brant's Rezept: Rückkehr zur göttlichen Weisheit durch
Selbsterkenntnis.
Als Metapher der Selbsterkenntnis wird im Narrenschief wiederholt der Griff an die Narrenmütze oder das Abstreifen der Kappe in den Holzschnitten dargestellt. Weise ist demnach derjenige, der seine Narrheit nicht leugnet, sondern diese erkennt und daraus die Konsequenz zieht, um zum rechten gottgefälligen Tun zu finden.
Die spätmittelalterlichen Ansichten Brants spiegeln sich besonders ausführlich in Kapiteln wieder, die hauptsächlich aufzeigen sollen, dass all diejenigen, die sich in verschiedenster Weise gegen Gott versündigen, der Hölle nahe sind. Man spürt hier die vorherrschende kirchliche Weltanschauung, in der sich der Mensch an die Gebote und Verbote der Kirche zu halten hat. Brant vermischt die Grundgedanken des Humanismus mit kirchlichen Gedankengut.
Auch lässt der Autor an Mönchen genausowenig ein gutes Haar wie an anderen Geistlichen. Dazu ein für damalige Zeiten wohl gewagtes Kapitel, 63 - "Von Bettlern";
"Der Bettel hat auch Narren viel,
Man schafft sich Geld durch Bettelspiel
Und will mit Betteln sich ernähren.
Mönchsorden, Pfaffen sich beschweren,
Daß sie, die Reichsten, wären arm.
Ach, Bettel, daß sich Gott erbarm!"
Dies spricht dafür, dass Brant dem Lesern vor Augen führen will, dass die Geistlichkeit nicht der Weisheit letzter Schluss ist.
In jedem Fall aber hat der Mensch die Wahl zwischen einem gottgefälligen Leben, das ihn auf die Ewigkeit mit Gott vorbereitet, und einem irdischen Leben abseits der göttlichen Gebote.
In diesem Sinne stellt Brant durchgängig der Narrheit die Weisheit gegenüber, wobei Weisheit in diesem Zusammenhang die bewusste Erkenntnis bedeutet, Gottes Gebote anzuerkennen und ihnen zu folgen.
2.2. Phänomen der „Dummheit" im „Lob der Torheit" von
Erasmus von Rotterdam.
2.2. L. Genrebesonderheiten des „Lob der Torheit".
Im Zeitalter der Renaissance und des Humanismus entstand als neue Gattung die Narrensatire, die menschliche Schwächen und Fehler aufzeigt (S. Brants „Narrenschiff“, Erasmus von Rotterdams „Lob der Torheit“).
