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I. Lesen und übersetzen den Text: Richtbohren
Mit Richtbohren (englisch directional drilling) bezeichnet man ein Verfahren, das es ermöglicht, nicht nur vertikal (in die Tiefe), sondern auch horizontal in die Erde zu bohren.
Damit ist es möglich, eine Lagerstätte von Erdöl oder Erdgas auch von der Seite zu erschließen, zum Beispiel bei Lagerstätten unter besiedeltem, schwierigem, zu schützendem oder militärisch genutztem Gelände. Auch für die Korrektur von Bohrungen und zum Umgehen unbrauchbar gewordener Bohrlochabschnitte kann Richtbohren eingesetzt werden.
Die heute bestimmtende Einsatzmöglichkeit besteht darin, von einem Punkt aus in mehrere Richtungen zu bohren. In der Offshore-Förderung ist daher das Richtbohren die übliche Form der Erschließung, weil von wenigen (teuren) Bohrinseln aus die oft weitläufige Lagerstätte erreicht werden kann.
Auch am Land hat sich mittlerweile das Richtbohren durchgesetzt. Hier wird hauptsächlich aus Gründen des Umwelt- und Anwohnerschutzes die Konzentration der Förderstellen auf wenige Bohrplätze angestrebt. Von einem Bohrplatz werden im Extremfall mehr als 200 Bohrungen (z.B. Ölfeld Long Beach (Kalifornien)) niedergebracht.
Der wesentlichste technische Umstand, um eine Bohrung in der Tiefe gerichtet voran treiben zu können, besteht in einer Steuermöglichkeit des Bohrmeißels. Dazu ist es jedoch unzweckmäßig, mit einem meist mehrere Kilometer langen Bohrgestänge den Bohrmeißel in Rotation zu versetzen. Man verwendet daher ein Turbine, die unmittelbar über dem Bohrmeißel sitzt, welche über die Spülflüssigkeit (Bohrspülung) durch hydraulischen Druck angetrieben wird. Das Bohrgestänge dient dabei nur mehr dem Vorschub und der Zuführung der Spülflüssigkeit.
Während die USA in der Technologie der Erdölgewinnung seit jeher den Ton angaben, gehen die technische Grundlagen des Richtbohrens auf Entwicklungen in der UdSSR unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg zurück. Bereits Mitte der 1950er-Jahre beherrscht das so genannte Turbinenbohren die Bohrtechnik in der Sowjetunion.
Über Österreich, dessen Erdölgebiet im Weinviertel nordöstlich von Wien ab 1945 in der sowjetischen Besatzungszone zu liegen kam und von der „Sowjetischen Mineralölverwaltung“ (daraus hervorgegangen die OMV) ausgebeutet wurde, gelangte die Technologie mit dem Abzug der Sowjets 1955 in den Westen. Die Bohrturbinen sowjetischer Bauart bestanden aus einem System von etwa 100 Lauf- und Leiträderpaaren, die durch den Spülstrom angetrieben wurden. Bei einem Spülstrom von etwa 45 Litern pro Sekunde konnte am Meißel eine Leistung von etwa 250 kW und einer Drehzahl von etwa 550 Umdrehungen pro Minute erzielt werden.
Die heute am häufigsten verwendete Bauform einer Bohrturbine nennt sich "Positive Displacement Motor" (PDM). Die Funktion entspricht praktisch einer Exzenterschneckenpumpe, nur dass die Exzenterschnecke nicht von einem Motor angetrieben wird, sondern durch die durchströmende Spülflüssigkeit in Drehung versetzt wird und den Bohrmeißel antreibt.
