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Lektion 13.Kino.rtf
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13.13. Lesen Sie den Text. Beachten Sie die Vokabeln.

Text B

Wo geht's denn hier zum Film?

Während die deutschlandweite, von der Filmför­derungsanstalt finanzierte Kampagne mit dem Weckruf »Kino. Dafür werden Filme ge­macht« damit begann, die »Einmaligkeit des Kinobesuchs wieder ins Bewusstsein zu ru­fen«. Luc Besson hat gesagt: »DVDs sind nichts anderes als Postkarten vom letzten Urlaub. Sie erinnern mich an schöne Stunden. Die aber muss ich woanders erle­ben. «Dieses Ich meinte alle: »Ich kann nur appellieren: Man muss Filme im Kino sehen. Also erhebt eure Ärsche!«

Das Kino als öffentlichen und großen Ge­meinschaftsraum gegen private, zersiedelte Bildschirme und Monitore zu verteidigen, ist eine Sache - eine, die dann auch zu der Frage führen müsste, welche Art von Kino hier zu stärken oder erst noch zu fordern wäre. Auf dem Weg dahin die DVD ist aber insofern keine gute Idee. Die Forderung, sich der Eigenständig­keit und spezifischen Qualität des Kinos zu erinnern, stellt unweigerlich auch die Frage, was denn eigentlich die Eigenständigkeit und spezifische Qualität der DVD ausmacht.

Im Gegensatz zur Kino­postkarte aber ging es bei der Etablierung der DVD nie nur um Filme. Die Versprechungen dieses neuen Mediums und die Strategien, sie zu erfüllen, haben eine eigene Geschichte.

Bei der Ankündigung und Gestaltung der DVD wurde nicht allein die gegenüber den VHS-Kas­setten verbesserte Ton- und Bildqualität be­tont.

Wie und womit die DVD mehr als nur der Film sein will, zeigt sich in den Menüs, mit denen wir aus dem Angebot zu wählen aufge­fordert sind.

»More than just the movie« also wollte die DVD von Beginn an auf zweierlei Weise sein: Erstens mit zusätzlichem audiovisuellem Ma­terial, erreichbar über die Menüs als grafische Benutzeroberfläche, als Interface der DVD – und zweitens, indem the movie auf genau die­ser Grundlage zur Disposition gestellt ist. Das Potenzial an Extras, das sich seit die­sen ersten Schritten angesammelt hat, ist heu­te kaum zu überblicken. Keine Harry-Potter-DVD, auf der wir nicht den Schnatz fangen, Klassenzimmer in Hogwarts besuchen oder sonstige Aufgaben bewältigen könnten.

Die Menüs selbst sind heute längst nicht mehr unbewegte und stumme Button-Ansammlungen wie noch 1997, sondern zunehmend elaborierte Produktio­nen, animierte Welten. Auf Harry-Potter-DVDs gleichen Menüs immer wieder Hallen, Zimmern und Plätzen der Zauberschule Hogwarts, die Aus­wahl im Menü ist zugleich Orientierung im Raum.

Vielseitig und wandelbar sind die Inhalte einer DVD, das ist die Logik, weil sie digitali­siert vorliegen, weil also auch der »Hauptfilm« auf DVD aus Dateien besteht, die Program­men gehorchen. Mach mit mir was du willst! Verpass mir einen von gut 30 Un­tertiteln, verordne die gesprochene Sprache, spring direkt zu irgendeiner Szene, entscheide über die Schnittversion, erlebe den Film nur mit dem Soundtrack, schalte den Audiokom­mentar zu, wechsle die Formate und so weiter. Anders gesagt: Liebe User, wenn Sie auch sonst nix zu melden haben, hier können Sie mal so richtig was entscheiden.

Die Vielseitig- und Wandelbarkeit lebt auch im Angebot der Kon­vergenz und Kompatibilität der Neuen Medi­en. Nachdem uns der Computer als zentrale Arbeits- und Freizeitmaschine an die Auflö­sung der Grenze zwischen Arbeits- und Frei­zeit gewöhnt hat, kann auch die DVD auf mehr als einem Abspielgerät, im Rechner, in der Videospielkonsole, im DVD-Player genutzt werden.

Diese Filme sind also auch deshalb nicht Kino, dafür aber etwas faszinierendes und noch genauer zu beobachtendes Neues, weil sie die Forderung des Kinos nicht mehr teilen: sich noch vor dem Film auf Kinobedingungen einzulassen, auf einen bestimmten Ort, auf bestimmte Zeiten, auf eine bestimmte Film­fassung und schließlich auf das Miteinander von Raum, Film und Publikum.

(gekürzt)

Texterläuterungen

Luc Besson – der berühmte französische Regisseur der modernen Zeit. Zu seiner Filmographie gehören solche Filme wie „Jeder stirbt alleine“, „Das fünfte Element“, „Nikita“, „Taxi taxi“, „Johanna von Orleans“ usw.

Dieses Ich meinte alle – под этим Я подразумевалось все.

Die Kinopostkarte – киношная открытка

Wortschatzerläuterungen

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