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Das Weltbild im mittelalter(13)
Man hört immer wieder, im Mittelalter habe man geglaubt, daß die Erde eine Scheibe sei, und insbesondere die Kirche habe dies gelehrt und mittels der Inquisition sogar Leute verbrannt, die anderer Auffassung waren. Eine derartige Kirchenlehre hat es jedoch nicht gegeben. Die kirchliche Lehrmeinung war, in Anlehnung an die Lehre des Griechen Ptolemäus, daß die Erde das Zentrum Weltalls sei, aber daß sie eine Kugel ist, gehörte zum ptolemäischen Weltmodell und war Allgemeinwissen.
Griechische Wissenschaftler hatten schon in der Antike nachgewiesen, daß die Erde eine Kugel ist und auch ihren Umfang gemessen. Aristoteles schrieb ein Werk, in dem er erklärt, woran man die Kugelgestalt der Erde erkennt. Aristoteles war nicht nur von der Kirche akzeptiert, er galt in der Kirchenlehre des Mittelalters als grundlegende Autorität in naturkundlichen Fragen.
Im spät-antiken Christentum des 1. bis 6. Jahrhunderts gab es einige wenige Autoren, die eine Scheibengestalt der Erde lehrten, doch nach dem 6. Jahrhundert wird in einer Fülle von Quellen von der Erdkugel gesprochen.
Neben den Textquellen existieren zahlreiche bildliche Darstellungen der kugelförmigen Erde. Auch symbolische Gegenstände, wie z.B. der Reichsapfel, zeugen vom Wissen über die Kugelgestalt der Erde.
Die irrige Vorstellung über das mittelalterliche Weltbild lässt sich auf die Zeit der Aufklärung zurückführen. Diese Zeit war geprägt von dem Bemühen. sich von Kirchen- und Mönchstum abzugrenzen und die den Klerus generell als ungebildet und Wissenschaftsfeindlich abzustempeln. Das vermeintlich flache Weltbild passte so besonders gut als Objekt der Ironie.
Die Wiederentdeckung der Weltbeschreibung des Cosmas Indicopleustes Monachus, der eine flache, rechteckige Erde beschrieb, förderte diesen Irrglauben, da man das Werk des Cosmas als repräsentativ ansah. In der Tat war aber Cosmas ein eher obskurer Autor, der so gut wie keine Anhänger besaß.
Der amerikanische Historiker Jeffrey Burton Russell hat die Herkunft der Vorstellung erforscht. Sein Ergebnis ist: Vor etwa 1830 glaubte niemand, daß die Menschen des Mittelalters sich die Erde als Scheibe vorgestellt hätten.
Das Thema der Form der Erde wird zudem noch meist mit einem anderen Streitpunkt der Weltvorstellung vermischt - nämlich mit der Frage, ob die Welt geozentrisch ist. Die Diskussion, die Leute wie Galilei, Kepler oder Bruno angestoßen hatten, ging nicht darum, dass die Erde eine Kugel ist sondern dass sie sich um die Sonne bewegt und nicht das Zentrum des Universums ist. In dieser Frage gab es in der Tat eine starke Opposition der Kirche gegen das heliozentrische Weltbild.
Die Eroberung Amerikas(11)
100 000 000 Tote
In den ersten 50 Jahren nach der Entdeckung Amerikas durch die katholischen Spanier waren bereits eine Million Indianer im karibischen Raum zugrunde gegangen - ermordet, durch Zwangsarbeit zu Tode geschunden oder an Infektionen gestorben. Nach 150 Jahren waren in ganz Amerika 100 Millionen Menschen gestorben - über 90 Prozent der Bevölkerung (Südwestpresse, 2.5.92). Der katholische Theologe Leonardo Boff nennt die Eroberung Amerikas den »größten Völkermord aller Zeiten« (Publik-Forum, 31.5.91).
Spanier massakrierten Indianer grausamst
Die Spanier behandelten die Indianer schlimmer als Tiere und massakrierten sie auf grausamste Weise. Sie erhängten »zur Ehre der Apostel und Jesu Christi«, wie sie sagten, jeweils 13 Indianer über einem Feuer, so dass sie gleichzeitig erstickten und verbrannten. Sie trieben die Indianer in Fallgruben mit spitzen Pfählen, verstümmelten sie oder warfen ihre Kinder lebendig den Hunden vor.
Lieber in die Hölle, als mit Christen im Himmel
Der Kazike Hatuay wurde vor seiner Verbrennung gefragt, ob er sich taufen lassen wolle, um wenigstens in den Himmel zu kommen. Er fragte zurück, ob denn auch Christen in den Himmel kämen. Dies wurde bejaht. »Sogleich und ohne weiteres Bedenken erwiderte der Kazike, dort wolle er nicht hin, sondern lieber in die Hölle, damit er nur dergleichen grausame Leute nicht mehr sehen, noch da sich aufhalten dürfe, wo sie zugegen wären.« (taz, 21.2.87)
Renaissance-Humanismus(14), (17)
Renaissance-Humanismus [ʀənɛˈsɑ̃s] ist die moderne Bezeichnung für eine machtvolle geistige Strömung in der Zeit der Renaissance, die zuerst von Francesco Petrarca (1304–1374) angeregt wurde, in Florenz ein herausragendes Zentrum hatte und sich im 15. und 16. Jahrhundert über den größten Teil Europas ausbreitete. In erster Linie war es eine literarisch ausgerichtete Bildungsbewegung. Die Humanisten traten für eine umfassende Bildungsreform ein, von der sie eine optimale Entfaltung der menschlichen Fähigkeiten durch die Verbindung von Wissen und Tugend erhofften. Humanistische Bildung sollte den Menschen befähigen, seine wahre Bestimmung zu erkennen und durch Nachahmung klassischer Vorbilder ein ideales Menschentum zu verwirklichen. Ein wertvoller, wahrheitsgemäßer Inhalt und eine vollendete sprachliche Form bildeten für die Humanisten eine Einheit. Daher galt ihr besonderes Augenmerk der Pflege des sprachlichen Ausdrucks. Der Sprach- und Literaturwissenschaft fiel im humanistischen Bildungsprogramm eine zentrale Rolle zu.
Ein prägendes Merkmal der humanistischen Bewegung war das Bewusstsein, einer neuen Epoche anzugehören, und das Bedürfnis, sich von der Vergangenheit der vorhergehenden Jahrhunderte abzugrenzen. Diese Vergangenheit, die man „Mittelalter“ zu nennen begann, wurde von den maßgeblichen Vertretern der neuen Denkrichtung verächtlich abgelehnt. Dem Mittelalter stellten die Humanisten die Antike als schlechthin maßgebliche Norm für alle Lebensbereiche entgegen. Eines ihrer Hauptanliegen war die Gewinnung eines direkten Zugangs zu dieser Norm in ihrer ursprünglichen, unverfälschten Gestalt. Daraus ergab sich die Forderung nach Rückbesinnung auf die authentischen antiken Quellen, knapp ausgedrückt in dem lateinischen Schlagwort ad fontes.
