
- •Isbn 978-966-698-130-4
- •Передмова
- •Inhaltsverzeichnis
- •Seminar № 2
- •II. Німецька література епохи Просвітництва (хvііі ст.) seminar № 3
- •Seminar № 4
- •Seminar № 5
- •Teil III. Розвиток німецькомовної літератури у першій половині 19 століття seminar № 6
- •Seminar № 7
- •Seminar № 8
- •Teil IV. Німецька література кінця 19-початку 20 століття seminar № 9
- •Seminar № 10
- •Teil V. Німецькомовна література середини 20 століття seminar № 11
- •Seminar № 12
- •Teil VI. Тенденції розвитку сучасної німецької літератури seminar № 13
- •Im Zeichen der Postmoderne
- •Seminar № 14
- •Seminar № 15
- •Teil I. Deutschsprachige Literatur von Anfängen bis Ende des 17. Jahrhunderts thema 1. Von Anfängen bis zum Ende des frühen Mittelalters (750 – 1170)
- •Heldenepos. Das nibelungenlied
- •Thema 2. Hoch – und Spätmittelalter (1170-1500). Minnesang
- •Ich zoch mir einen valken
- •Thema 3. Renaissance, Humanismus, Reformation (1470 – 1600)
- •Thema 4. Barock (1600 – 1700)
- •Martin opitz: das buch von der deutschen poeterey, 1624
- •Von der Disposition oder abtheilung der dinge
- •Von denen wir schreiben wollen
- •Tod und schlaf
- •Es ist alles eitel
- •An die Welt
- •Hans Christoffel Grimmelshausen (1622-1676)
- •Thema 5. Pietismus, Rokoko und Empfindsamkeit (1670 -1780)
- •Teil II. Deutschsprachige Literatur des 18. Jahrhunderts thema 6. Aufklärung (1700 -1785)
- •Geschichte der abderiten
- •Viertes Buch
- •Erstes kapitel
- •Veranlassung des prozesses
- •Der wolf und das schaf
- •Thema 7. Sturm und Drang (1767-1785). Herder. Goethes Werk. Der junge Schiller
- •Friedrich maximilian klinger
- •Sturm und Drang
- •1. Auftritt
- •Jakob michael reinhold lenz
- •Der Hofmeister
- •1. Szene
- •4. Szene
- •5. Szene
- •Johann wolfgang goethe Die Leiden des jungen Werther
- •Willkommen und Abschied
- •Wandrers Nachtlied
- •Erlkönig
- •Johann friedrich schiller (1759-1805)
- •31. Der Zeitpunkt
- •62. Wissenschaft
- •Ernst theodor amadeus hoffmann
- •Der goldene Topf
- •1815 (Auszug)
- •Des knaben wunderhorn
- •Wenn ich ein Vöglein war
- •An einen Boten
- •Thema 10. Zeitalter der Restauration: Biedermeier, Junges Deutschland und Vormärz (1815-1848)
- •Der Hessische Landbote
- •Zum Neuen Jahr
- •Die schlesischen weber
- •Thema 11. Die Entstehung der österreichischen Literatur. Östereichische Klassik (1815-1848). Grillparzer, Stifter
- •Franz Grillparzer der arme spielmann
- •Das alte siegel (Auszug)
- •Teil IV. Deutschsprachige Literatur des ausgehenden 19. – Anfang des 20. Jahrhunderts thema 12. Der poetische (bürgerliche) Realismus (1850-1890)
- •Vierte Szene
- •Romeo und julia auf dem dorfe
- •Thema 13. Die Epoche des Naturalismus (1880-1900)
- •Bahnwärter Thiel Novellistische studie aus dem märkischen kiefernforst
- •Thema 14. Literatur der Jahrhundertwende (1890-1920): Impressionismus, Symbolismus, Neuklassik
- •Blaue hortensie
- •Thema 15. Ästhetisches Programm Angang des 20. Jahrhunderts. Modernismus, Expressionismus (1910-1925)
- •Der aufbruch
- •Thema 16. Die Literatur zwischen zwei Weltkriegen
- •Der blaue Trenchcoat (Auszug aus dem Roman „Kleiner Mann, Was nun“ 1932)
- •Vom kleinen beamten
- •Teil V. Deutschsprachige Literatur Mitte des 20. Jahrhundert thema 17. Nachkriegszeitliteratur in der brd. (1945-1970)
- •Die küchenuhr
- •Die prinzessin
- •Wanderer, kommst du nach spa...
- •Heinrich böll der lacher
- •Thema 18. Die literatur der ddr (1945-1990)
- •Die Liebenden
- •Thema 19. Die österreichische Literatur in der Nachkriegszeit
- •Die einschüchterung
- •Der junge mann
- •Teil VI. Die erzählkunst der gegenwart
- •Der milchmann
- •Peter bichsel die tochter
- •Die einzahl und die mehrzahl
- •Zentralbahnhof
- •Jochen Schmidt Schriftsteller, die ich gerne wäre Teil 1: Thomas Bernhard
- •Anhang I. Kurzbiographien der modernen Autoren (für die Seminare №№ 13-15).
- •Anhang iі. Перелік літератури, рекомендованої для вивчення курсу
- •40002, М. Суми, вул. Роменська, 87
Die einzahl und die mehrzahl
Auf einer Bank im Park sitzt ein Türke mit dick verbundenem Finger:
ich sitze auf einer Bank im Park neben einem Türken mit dick verbundenem Finger:
wir sitzen auf einer Bank im Park, ich und ein Türke mit dick verbündenem Finger:
Ein Türke mit dick verbundenem Finger sitzt mit mir auf einer Bank im Park.
Wir sitzen auf einer Bank im Park und schauen hinaus auf auf den Teich, und ich sehe im Teich etwas schwimmen, und der Türke schaut hinaus auf den Teich:
Wir schauen hinaus auf den Teich, und ich sehe im Teich einen Gegenstand schwimmen, und der Türke schaut hinaus auf dem Teich:
Wir schauen hinaus auf den Teich, und ich sehe im Teich, von den schwimmenden Enten bewegt, ein Crasbüschel schwimmen und auf das Ufer zu schwimmen, und der Türke schaut hinaus auf den Teich:
Wir schauen hinaus auf den Teich, und ich sehe ein Grasbüschel, das, von schwimmenden Enten bewegt, auf das Ufer zuschwimmt, von entgegenschwimmenden Enten bewegt, vom Ufer wegschwimmen, und der Türke schaut hinaus auf den Teich:
Wir schauem hinaus auf dem Teich, und ich sehe ein Grasbüschel, das, von schwimmenden Enten bewegt, daran war, ans Ufer geschwemmt zu werden, und dann, von entgegenschwimmenden Enten bewegt, daran war, zurück in die Mitte des Teiches geschwemmt zu werden, jetzt, von anderen, kreuzenden Enten bewegt, sich nur noch auf der Stelle bewegen, und der Türke schaut hinaus auf den Teich:
Wir schauen hinaus auf den Teich, und ich sehe einen Gegenstand, den ich für ein Grasbüschel gehalten habe, oder etwas, das ich für einen Gegenstand gehalten habe, von dem ich glaubte, daß er ein Grasbüschel sei, nachdem ersieh auf der Stelle bewegt hat, plötzlich untergehen, und auch ich höre auf, den Kopf mit dem Gegenstand mit auf der Stelle zu bewegen: das heißt, ich schrecke auf: oder: ich schrecke auf, das heißt, ich höre auf, den Kopf mit dem Gegenstand mit auf der Stelle zu bewegen, und bewege mich nicht mehr, und der Türke schaut hinaus auf den Teich:
Wir schauen hinaus auf den Teich, und ich sehe eine Ente auftauchen, die ein Grasbüschel im Schnabel hat, und ich bin müde vom Schauen und zufrieden, und der Türke schaut hinaus auf den Teich: Wir schauen hinaus auf den Teich, und ich erinnere mich, ohne etwas zu sehen, an den Sportreporter, der vom Tod redete, und der Türke schaut hinaus auf den Teich.
Ein Türke und ich, wir sitzen im Park auf einer Bank und schauen hinaus auf den Teich:
ich sitze im Park auf einer Bank bei einem Türken mit dick verbundenem Finger:
ich sitze auf einer Bank im Park neben einem Türken mit dick verbundenem Finger:
im Park sitzt plötzlich neben mir auf der Bank ein Türke mit dick verbundenem Finger, den er von den anderen wegstreckt:
im Park auf einer Bank sitzt ein Türke mit neun heilen Fingern, die er an sich drückt:
auf einer Bank im Park sitzt ein Türke mit einem dick verbundenem Finger und schaut hinaus auf den Teich.
Zentralbahnhof
An einem sonnigen Morgen stößt ein Jemand innerhalb seiner Wohnung auf ein amtliches Schreiben: es liegt auf dem Frühstückstisch neben der Tasse. Wie es dahin kam, ist ungewiß. Kaum geöffnet, überfällt es den Lesenden mit einer Aufforderung:
Sie haben sich, befiehlt der amtliche Druck auf dem grauen, lappigen Papier, am 5. November des laufenden Jahres morgens acht Uhr in der Herrentoilette des Zentralbahnhofes zwecks Ihrer Hinrichtung einzufinden. Für Sie ist Kabine 18 vorgesehen. Bei Nichtbefolgung dieser Aufforderung kann auf dem Wege derverwaltungdienstlichen Verordnung eine Bestrafung angeordnet werden. Es empfiehlt sich leichte Bekleidung, um einen reibungslosen Ablauf zu garantieren.
Wenig später taucht der solchermaßen Betroffene verzagt bei seinen Freunden auf. Getränke und Imbiß lehnt er ab, fordert hingegen dringlich Rat, erntet aber nur ernstes und bedeutungsvolles Kopfschütteln. Ein entscheidender Hinweis, ein Hilfsangebot bleibt aus. Heimlich atmet man wohlauf, wenn hinter dem nur noch begrenzt Lebendigen die Tür wieder zufällt, und man fragt sich, ob es nicht schon zuviel gewesen ist, sie ihm überhauptzu öffnen. Lohntees denn, werweißwas allesauf sich zu laden für einen Menschen, von dem in Zukunft so wenig zu erwarten ist?
Der nun selber begibt sich zu einem Rechtsanwalt, wo ihm vorgeschlagen wird, eine Eingabe zu machen, den Termin (5. Nov.) aber auf jeden Fall einzuhalten, um Repressalien auszuweichen. Herrentoilette und Zentralbahnhof höre sich doch ganz erträglich und vernünftig an. Nichts werde so heiß gegessen wie gekocht. Hinrichtung? Wahrscheinlich ein Druckfehler. In Wirklichkeit sei „Einrichtung" gemeint. Warum nicht? Durchaus denkbar findet es der Rechtsanwalt, daß man von seinem frisch gebackenen Klienten verlange, er solle sich einrichten. Abwarten. Und vertrauen! Man muß Vertrauen haben! Vertrauen ist das wichtigste.
Daheim wälzt sich der zur Herrentoilette Beorderte schlaflos über seine durchfeuchteten Laken. Erfüllt von brennendem Neid lauscht er dem unbeschwerten Summen einer Fliege. Die lebt! Die hat keine Sorgen! Was weiß die schon vom Zentralbahnhof?! Man weiß ja selber nichts darüber ... Mitten in der Nacht läutet er an der Tür des Nachbarn. Durch das Guckloch glotzt ihn ein Auge an, kurzfristig, ausdruckslos, bis der Klingelnde kapituliert und den Finger vom Klingelknopf löst.
Pünktlich um acht Uhr morgens betritt eram 5. Nov. den Zentralbahnhof, fröstelnd in einem kurzärmeligen Sporthemd und einer Leinenhose, das leichteste, was er an derartiger Bekleidung besitzt. Hier und da gähnt ein beschäftigungsloser Gepäckträger. Der Boden wird gefegt und immerzu mit einer Flüssigkeit besprengt.
Durch die spiegelnde Leere der Herrentoilette hallt sein einsamer Schritt: Kabine 18 entdeckt er sofort. Er schiebt eine Münze ins Schließwerk der Tür, die aufschwingt, und tritt ein. Wild zuckt in ihm die Gewißheit auf, daß gar nichts passieren wird. Gar nichts! Man will ihn nur einrichten, weiter nichts! Gleich wird es vorüber sein, und er kann wieder nach Hause gehen. Vertrauen! Vertrauen! Eine euphorische Stimmung steigt ihm in die Kehle, lächelnd riegelt er das Schloß zu und setzt sich.
Eine Viertelstunde später kommen zwei Toilettenmänner herein, öffnen mit einem Nachschlüssel Kabine 18 und ziehen den leichtbekleideten Leichnam heraus, um ihn in die rotziegeligen Tiefen des Zentralbahnhofes zu schaffen, von dem jeder wußte, daß ihn weder ein Zug jemals erreicht noch verlassen hatte, obwohl oft über seinem Dach der Rauch angeblicher Lokomotiven hing.
Patrick Süsskind (geb.1949) hat das Lesepublikum 1985 mit seinem Roman „Das Parfüm. Die Geschichte eines Mörders“ schockiert. „Das Parfüm“ ist eine fiktive Biographie eines Abnormen, der sich mit genialer Riechbegabung nicht nur orientiert, sondern zum Hersteller betörender Geruche ausbildet. Dadurch erregt er allgemeine Liebesverwirrungen, bei denen ihn die Menge zerfleischert.
Als er die Straße betrat, bekam er plötzlich Angst, denn er wußte, daß er zum ersten Mal in seinem Leben einen menschlichen Geruch verbreitete. Er selbst aber fand, daß er stinke, ganz widerwärtig stinke. Und er konnte sich nicht vorstellen, daß andere Menschen seinen Duft nicht ebenfalls als stinkend empfänden, und wagte es nicht, direkt in die Schenke zu gehen, wo Runel und der Haushofmeister des Marquis auf ihn warteten. Es schien ihm weniger riskant, die neue Aura erst in anonymer Umgebung zu erproben.
Durch die engsten und dunkelsten Gassen schlich er zum Fluß hinunter, wo die Gerber und die Stoffärber ihre Ateliers besaßen und ihr stinkendes Geschäft betrieben. Wenn ihm jemand begegnete, oder wenn er an einem Hauseingang vorüberkam, wo Kinder spielten oder alte Frauen saßen, zwang er sich, langsamer zu gehen und seinen Duft in einer großen geschloßnen Wolke um sich her zu tragen.
Er war von Jugend an gewohnt, daß Menschen, die an ihm vorübergingen, keinerlei Notiz von ihm nahmen, nicht aus Verachtung - wie er einmal geglaubt hatte -, sondern weil sie nichts von seiner Existenz bemerkten. Es war kein Raum um ihn gewesen, kein Wellenschlag, den er, wie andre Leute, in der Atmosphäre schlug, kein Schatten, sozusagen, den er über das Ge sicht der andern Menschen hätte werfen können. Nur wenn er direkt mit j emandem zusammengestoßen war, im Gedränge oder urplötzlich an einer Straßenecke, dann hatte es einen kurzen Augenblick der Wahrnehmung gegeben; und mit Entsetzen meistens prallte der Getroffene zurück, starrte ihn, Grenouille, für ein paar Sekunden an, als sehe er ein Wesen, das es eigentlich nicht geben dürfte, ein Wesen, das, wiewohl unleugbar da, auf irgendeine Weise nicht präsent war - und suchte dann das Weite und hatte seiner augenblicks wieder vergessen ...
Jetzt aber, in den Gassen Montpelliers, spürte und sah Grenouille deutlich - und jedesmal, wenn er es wieder sah, durchrieselte ihn ein heftiges Gefühl von Stolz -, daß er eine Wirkung auf die Menschen ausübte. Als er an einer Frau vorüberging, die über einen Brunnenrand gebeugt stand, bemerkte er, wie sie für einen Augenblick den Kopf hob, um zu sehen, wer da sei, und sich dann, offenbar beruhigt, wieder ihrem Eimer zuwandte. Ein Mann, der mit dem Rücken zu ihm stand, drehte sich um und schaute ihm eine ganze Weile lang neugierig nach. Kinder, denen er begegnete, wichen aus - nicht ängstlich, sondern um ihm Platz zu machen; und selbst wenn sie seitlich aus den Hauseingängen gelaufen kamen und unvermittelt auf ihn stießen, erschraken sie nicht, sondern schlüpften wie selbstverständlich an ihm vorbei, als hätten sie eine Vorahnung von seiner sich nähernden Person gehabt.
Durch mehrere solche Begegnungen lernte er, die Kraft und Wirkungsart seiner neuen Aura präziser einzuschätzen, und wurde selbstsicherer und kecker. Er ging rascher auf die Menschen zu, strich Dichter an ihnen vorbei, spreizte gar einen Arm ein wenig weiter ab und streifte wie zufällig den Arm eines Passanten. Einmal rempelte er, scheinbar aus Versehen, einen Mann an, den er überholen wollte. Er blieb stehen, entschuldigte sich, und der Mann, der noch gestern von Grenouilles plötzlicher Erscheinung wie vom Donner gerührt gewesen wäre, tat, als sei nichts geschehen, nahm die Entschuldigung an, lächelte sogar kurz und klopfte Grenouille auf die Schulter.
Er verließ die Gassen und trat auf den Platz vor dem Dom Saint-Pierre. Die Glocken läuteten. Zu beiden Seiten des Portals drängten sich Menschen. Eine Trauung war eben zu Ende. Man wollte die Braut sehen. Grenouille lief hin und mischte sich unter die Menge. Er drängte, bohrte sich in sie hinein, dorthin wollte er, wo die Menschen am dichtesten standen, hautnah sollten sie um ihn sein, direkt unter die Nasen wollte er ihnen seinen eigenen Duft reiben. Und er spreizte die Arme mitten in der drangvollen Enge und spreizte die Beine und riß sich den Kragen auf, damit der Duft ungehindert von seinem Körper abströmen könne... und seine Freude war grenzenlos, als er merkte, daß die andern nichts merkten, rein gar nichts, daß all diese Männer und Frauen und Kinder, die ringsum an ihn gepreßt standen, sich so leicht betrügen ließen und seinen aus Katzenscheiße, Käse und Essig zusammengepantschten Gestank als den Geruch von ihresgleichen inhalierten und ihn, Grenouille, die Kuckucksbrut in ihrer Mitte, als einen Menschen unter Menschen akzeptierten.
An seinen Knien spürte er ein Kind, ein kleines Mädchen, das zwischen den Erwachsenen verkeilt stand. Er hob es hoch, in heuchlerischer Fürsorge, und nahm es auf den Arm, damit es besser sehen könne. Die Mutter duldete es nicht nur, sie dankte es ihm, und die Kleine jauchzte vor Vergnügen.
So stand Grenouille wohl eine Viertelstunde im Schoß der Menge, ein fremdes Kind gegen die scheinheilige Brust gedrückt. Und während die Hochzeitsgesellschaft vorbeizog, begleitet vom dröhnenden Glockengeläut und vom Jubel der Menschen, über die ein Regen von Münzen herabprasselte, brach in Grenouille ein anderer Jubel los, ein schwarzer Jubel, ein böses Triumphgefühl, das ihn zittern machte und berauschte wie ein Anfall von Geilheit, und er hatte Mühe, es nicht wie Gift und Galle über all diese Menschen herspritzen zu lassen und ihnen jubelnd ins Gesicht zu schreien: daß er keine Angst vor ihnen habe; ja kaum noch sie hasse; sondern daß er sie mit ganzer Inbrunst verachte, weil sie stinkend dumm waren; weil sie sich von ihm belügen und betrügen ließen; weil sie nichts waren, und er war alles! Und wie zum Hohn preßte er das Kind enger an sich, machte sich Luft und schrie mit den andern im Chor: »Hoch die Braut! Es lebe die Braut! Es lebe das herrliche Paar! «
Als die Hochzeitsgesellschaft sich entfernt hatte und die Menge sich aufzulösen begann, gab er das Kind seiner Mutter zurück und ging in die Kirche, um sich von seiner Erregung zu erholen und auszuruhen. Im Innern des Domes stand die Luft voll Weihrauch, der in kalten Schwaden aus zwei Räucherpfannen zu beiden Seiten des Altars hervorquoll und sich wie eine erstickende Decke über die zarteren Gerüche der Menschen legte, die eben noch hier gesessen hatten. Grenouille hockte sich auf eine Bank unter dem Chor.
Mit einem Mal kam eine große Zufriedenheit über ihn. Keine trunkene, wie er sie damals im Schöße des Berges bei seinen einsamen Orgien empfunden hatte, sondern eine sehr kalte und nüchterne Zufriedenheit, wie sie das Bewußtsein der eigenen Macht gebiert. Er wußte jetzt, wozu er fähig war. Mit geringsten Hilfsmitteln hatte er, dank seinem eigenen Genie, den Duft des Menschen nachgeschaffen und ihn auf Anhieb gleich so gut getroffen, daß selbst ein Kind sich von ihm hatte täuschen lassen. Er wußte jetzt, daß er noch mehr vermochte. Er wußte, daß er diesen Duft verbessern konnte. Er würde einen Duft kreieren können, der nicht nur menschlich, sondern übermenschlich war, einen Engelsduft, so unbeschreiblich gut und lebenskräftig, daß, wer ihn roch, bezaubert war und ihn, Grenouille, den Träger dieses Dufts, von ganzem Herzen lieben mußte.
Ja, lieben sollten sie ihn, wenn sie im Banne seines Duftes standen, nicht nur ihn als ihresgleichen akzeptieren, ihn lieben bis zum Wahnsinn, bis zur Selbstaufgabe, zittern vor Entzücken sollten sie, schreien, weinen vor Wonne, ohne zu wissen, warum, auf die Knie sollten sie sinken wie unter Gottes kaltem Weihrauch, wenn sie nur ihn, Grenouille, zu riechen bekamen! Er wollte der omnipotente Gott des Duftes sein, so wie er es in seinen Phantasien gewesen war, aber nun in der wirklichen Welt und über wirkliche Menschen. Und er wußte, daß dies in seiner Macht stand. Denn die Menschen konnten die Augen zumachen vor der Größe, vor dem Schrecklichen, vor der Schönheit und die Ohren verschließen vor Melodien oder betörenden Worten. Aber sie konnten sich nicht dem Duft entziehen. Denn der Duft war ein Bruder des Atems. Mit ihm ging er in die Menschen ein, sie konnten sich seiner nicht erwehren, wenn sie leben wollten. Und mitten in sie hinein ging der Duft, direkt ans Herz, und unterschied dort kategorisch über Zuneigung und Verachtung, Ekel und Lust, Liebe und Haß. Wer die Gerüche beherrschte, der beherrschte die Herzen der Menschen.
Ganz gelöst saß Grenouille auf der Bank im Dom von Saint-Pierre und lächelte. Er war nicht euphorischer Stimmung, als er den Plan faßte, Menschen zu beherrschen. Es war kein wahnsinniges Flackern in seinen Augen, und keine verrückte Grimasse überzog sein Gesicht. Er war nicht von Sinnen. So klaren und heiteren Geistes war er, daß er sich fragte, warum überhaupt er es wollte. Und er sagte sich, daß er es wolle, weil er durch und durch böse sei. Und er lächelte dabei und war sehr zufrieden. Er sah ganz unschuldig aus, wie irgendein Mensch, der glücklich ist.
Eine Weile lang blieb er so sitzen, in andächtiger Ruhe, und atmete die weihrauchsatte Luft in tiefen Zügen ein. Und wieder ging ein heiteres Schmunzeln über sein Gesicht: Wie miserabel dieser Gott doch roch! Wie lächerlich schlecht doch der Duft gemacht war, den dieser Gott von sich verströmen ließ. Nicht einmal echter Weihrauchduft war es, was aus den Pfannen qualmte. Schlechtes Surrogat war es, verfälscht mit Lindenholz und Zimtstaub und Salpeter. Gott stank. Gott war ein kleiner armer Stinker. Er war betrogen, dieser Gott, oder er war selbst ein Betrüger, nicht anders als Grenouille - nur ein um so viel schlechterer!
Die Geschichte von Herrn Sommer
„Patrick Süskinds sprachlich-rhythmische Eleganz verleiht senen Erzählungen eine Leichtigkeit, die – ohne je leichtgewichtig zu werden – dem Schweren das Bedrückende und dem Nebensächlichen das Belanglose nimmt. So witzig, anrührend und doch kunsvoll distanziert wird hier erzählt...“ (Konrad Heidkamp). Auch diese Novelle des populären Schriftstellers lässt sich als Parabel ausdeuten.
„Dieser Herr Sommer hat Klaustrophobie“, sagte meine Mutter, als wir alle beim Abendessen saßen und über das Unwetter und den Vorfall mit Herrn Sommer sprachen. „Eine schwere Klaustrophobie hat dieser Mann, und das ist eine Krankheit, bei der man nicht mehr ruhig in seinem Zimmer sitzen kann.“
„Klaustrophobie bedeutet strenggenommen“, sagte mein Vater- „daß man nicht in seinem Zimmer sitzen kann“, sagte meine Mutter. „Das hat mir der Doktor Luchterhand in aller Ausführlichkeit erklärt.“
„Das Wort >Klaustrophobie< ist lateinischgriechischen Ursprungs“, sagte mein Vater, „was dem Herrn Doktor Luchterhand sicherlich bekannt sein dürfte. Es besteht aus den zwei Teilen >claustrum< und >phobia<, wobei >claustrum< soviel wie >geschlossen< oder >abgeschlossen< bedeutet - wie es ja auch in dem Wort >Klause< vorkommt, oder bei der Stadt >Klausen<, italienisch >Chiusa<, oder im französischen >Vaucluse< - wer von euch kann mir noch ein Wort nennen, in dem der Begriff >claustrum< verborgen steckt?“
„Ich“, sagte meine Schwester, „ich habe von der Rita Stanglmeier gehört, daß der Herr Sommer immer zuckt. An allen Gliedern zuckt er. Er hat das Muskelzucken wie der Zappelphilipp, sagt die Rita. Wenn er sich nur auf einen Stuhl setzt - schon zuckt er. Nur wenn er läuft, dann zuckt er nicht, und darum muß er immer laufen, damit keiner sieht, wie er zuckt.“
„Darin ähnelt er Jährlingen“, sagte mein Vater, „oder zweijährigen Pferden, die ebenfalls zucken und zittern und am ganzen Körper vor Nervosität beben, wenn sie zum ersten Mal bei einem Rennen an den Start gehen. Die Jockeys haben dann alle Hände voll zu tun, sie aufzupullen. Später gibt sich das freilich von alleine, oder man legt ihnen Scheuklappen an. Wer von euch kann mir sagen, was >aufpullen< bedeutet?“
„Quatsch!“ sagte meine Mutter. „Bei euch im Wagen, da hätte der Sommer doch leicht zucken können. Das hätte doch niemanden gestört, das bißchen Zucken!“
„Ich fürchte“, sagte mein Vater, „Herr Sommer ist deshalb nicht zu uns in den Wagen gestiegen, weil ich ein Stereotyp verwendet habe. Ich habe gesagt: >Sie werden sich den Tod holen! < Ich verstehe gar nicht, wie mir das passieren konnte. Ich bin sicher, er wäre eingestiegen, wenn ich eine weniger abgedroschene Formulierung gewählt hätte, beispielsweise...“
„Unsinn“, sagte meine Mutter, „sondern er ist deshalb nicht eingestiegen, weil er Klaustrophobie hat und weil er deshalb nicht nur nicht in einem Zimmer, sondern auch nicht in einem geschlossenen Wagen sitzen kann. Frag den Doktor Luchterhand! Sobald er sich in einem geschlossenen Raum aufhält - ob Wagen oder Zimmer -, bekommt er Zustände.“
„Was sind Zustände?“ fragte ich.
„Vielleicht“, sagte mein Bruder, der fünf Jahre älter war als ich und schon alle Märchen der Brüder Grimm gelesen hatte, „vielleicht ist es bei Herrn Sommer genauso wie bei dem Schnelläufer
im Märchen >Sechse kommen durch die ganze Welt<, der an einem Tag um die ganze Erde rennen kann. Wenn er nach Hause kommt, dann muß er sich eines seiner Beine mit einem Lederriemen hochschnallen, weil er sonst nicht stehenbleiben könnte.“
„Das ist natürlich auch eine Möglichkeit“ sagte mein Vater. „Vielleicht hat Herr Sommer einfach ein Bein zuviel und muß deshalb immer laufen. Wir sollten Herrn Doktor Luchterhand bitten, ihm eines seiner Beine hochzuschnallen.“
„Unsinn“, sagte meine Mutter, „er hat Klaustrophobie, sonst nichts, und gegen Klaustrophobie gibt es kein Mittel.“
Als ich im Bett lag, ging mir noch lange dieses sonderbare Wort im Kopf herum: Klaustrophobie. Ich sprach es mir mehrmals vor, damit ich es nicht mehr vergäße. „Klaustrophobie ... Klau-strophobie... Der Herr Sommer hat Klaustrophobie ... Das bedeutet, daß er nicht in seinem Zimmer bleiben kann... und daß er nicht in seinem Zimmer bleiben kann, bedeutet, daß er immer im Freien herumlaufen muß ... Weil er Klaustrophobie hat, deshalb muß er immer im Freien herumlaufen... Wenn aber >Klaustrophobie< dasselbe ist wie >Nicht-in-seinem-Zimmer-blei-ben-Können< und wenn >Nicht-in-seinem-Zim-mer-bleiben-Können< dasselbe ist wie >Im-Freien-herumlaufen-Müssen<, dann ist doch auch >Im-Freien-herumlaufen-Müssen< dasselbe wie >Klaustrophobie<... und dann könnte man doch auch statt dem schwierigen Wort >Klaustrophobie< einfach sagen >Im-Freien-herumlaufen-Müs-sen<... Das aber würde bedeuten, daß, wenn meine Mutter sagt: >Der Herr Sommer muß immer im Freien herumlaufen, weil er Klaustrophobie hat<, sie ebensogut sagen könnte: >Der Herr Sommer muß immer im Freien herumlaufen, weil er im Freien herumlaufen muß<...«
Und da wurde mir in meinem Kopf ein bißchen schwindlig, und ich versuchte, das verrückte neue Wort und alles, was damit zusammenhing, schnell wieder zu vergessen. Und ich stellte mir statt dessen vor, daß der Herr Sommer überhaupt nicht etwas habe oder müsse, sondern daß er einfach deshalb immer im Freien herumlief, weil es ihm Vergnügen bereitete, im Freien herumzulaufen, genauso wie es mir Vergnügen bereitete, auf Bäume zu klettern. Zu seinem eigenen Spaß und Vergnügen lief Herr Sommer im Freien herum, so war das und nicht anders, und all die verwirrenden Erklärungen und lateinischen Wörter, die sich die Großen beim Abendessen dazu ausgedacht hatten, waren ein ebensolcher Unsinn wie die Sache mit dem hochgeschnallten Bein aus dem Märchen »Sechse kommen durch die ganze Welt«!
Aber nach einer Weile mußte ich an Herrn Sommers Gesicht denken, das ich durchs Wagenfenster gesehen hatte, an das regenüberströmte Gesicht mit dem halbgeöffneten Mund und den riesigen entsetzensstarren Augen, und ich dachte: So schaut man nicht zum Spaß drein; ein solches Gesicht hat kein Mensch, der irgend etwas zum Vergnügen und aus Freude tut. So sieht einer aus, der Angst hat; oder so sieht einer aus, der Durst hat, mitten im Regen soviel Durst, daß er einen ganzen See austrinken könnte. Und wieder wurde mir schwindlig, und ich versuchte mit aller Macht, das Gesicht des Herrn Sommer zu vergessen, aber je heftiger ich es zu vergessen versuchte, desto deutlicher stand es mir vor Augen: Jede Runzel, jede Falte konnte ich sehen, jede Schweiß- und jede Regenperle, das geringste Zittern dieser Lippen, die etwas zu murmeln schienen. Und das Murmeln wurde deutlicher und lauter, und ich verstand Herrn Sommers Stimme, die flehentlich sagte: „Ja so laßt mich doch endlich in Frieden! Laßt mich doch endlich, endlich in Frieden...!“
Und nun erst konnte ich meine Gedanken von ihm lösen, seine Stimme half mir dabei. Das Gesicht verschwand, und alsbald schlief ich ein.
Elfriede Jelinek
In allen Texten der Autorin ist das gesellschaft-kritische Engegament spürbar. In dem Roman „Die Liebhaberinnen “ist der Bildwinkel auf die Stellung der Frau in der Gesellschaft eingeengt – ein Grund dafür, dass dieser Roman vor allem bei den Feministinnen großen Anklang fand. Im Mittelpunkt stehen Brigitte und Paula. Sie kommen aus einfachen Verhältnissen auf dem Land und arbeiten in einer entlegenen Miederwarenfabrik in der Steiermark. Brigitte arbeitet in der Fabrik, bis sie heiratet, Paula bleibt in der Fabrik. Brigitte hat den sozialen Aufstieg geschafft, da sie einen Elektroinstallateur heiratet, der ihr “eine bessere Zukunft“ bieten kann. Sie redet sich trotz der widrigen Umstände ein, dass sie in ihrer Ehe glücklich ist. In Wirklichkeit haben sie die Lebensverhöltnisse bereits zerstärt, sie ist frigide und lässt sich von ihrem Mann zum Sexualobjekt degradieren. Paula verliebt sich in einen guaussehenden Waldarbeiter, der von Alkohol und schwerer Arbeit bereits zugrunde gerichtet ist. Sie heiratet und bekommt Kinder. Aus exisentiellen Qründen prostituiert sie sich heimlich im Nachbarndorf. Als sie entdeckt wird, verlässt sie ihr Mann. Paula endet als ungelernte Näherin in der Fabrik. Die Kritik der Autorin gilt der Männer- und Klassengesellschaft. Die Frauen werden nicht nur gesellschaftlich und ökonomisch benachteiligt, sondern von den Männern privat brutal unterdrückt.
„Die Liebhaberinnen“
was ist das, was da so leuchtet wie reife polierte kastanien, fragt sich heinz eines tages auf dem wege zur arbeit, es ist brigittes haar, das frisch getönt ist. man muß nur aufpassen, daß die Ei'nwirkungszeit nicht zu lange ist.
heinz hat geglaubt, daß das reife polierte kastanien sind, die da so leuchten, jetzt sieht er aber, daß es brigittes haar ist, das da so leuchtet, er ist erstaunt, daß das schicksal zugeschlagen hat.
ich liebe dich, sagt brigitte. ihre haare glänzen in der sonne wie reife kastanien, die auch noch poliert sind, ich liebe dich so sehr, das ist das gefühl der liebe dieses unausweichliche gefühl. mir ist, als ob ich dich immer schon gekannt hätte, seit meiner längstvergangenen kindheit schon, brigitte sieht zu heinz auf.
auch heinz ergreift sofort das gefühl. außerdem ergreift ihn eine sinnlichkeit, von der er schon gehört hat, daß es sie gibt, es ist neu und erschreckend zugleich.
heinz will elektriker werden, wenn man etwas lernt, ist man nachher mehr als man vorher war. außerdem ist man dann auch mehr als alle, die nichts gelernt haben.
uns beiden passiert hier etwas, sagt brigitte, das neuer und erschreckender ist als alles, was uns bisher geschehen ist, auch neuer und erschreckender als der betriebsunfall voriges jähr, bei dem eine hand verloren wurde: die liebe, ich weiß jetzt nämlich, daß ich dich liebe und bin froh, daß ich es weiß, für mich gibt es keinen andren mann als dich, heinz, und wird auch keinen mehr geben, oder siehst du hier einen andren mann? heinz sieht keinen, und das gefühl der sinnlichkeit verstärkt sich noch, diese lippen ziehen mich förmlich in ihren bann, denkt heinz. sie locken, und sie verheißen etwas, was? heinz denkt nach, jetzt hat er es: Sinnlichkeit, ich liebe dich so sehr, sagt brigitte, ihr haar glänzt wie reife kastanien in der sonne, ihre vollen lippen sind leicht geöffnet, als ob sie locken oder zumindest verheißen würden, was? ich liebe dich so sehr, daß es wehtut, es tut seelisch in der seele weh und körperlich im körper weh. ich möchte, daß du immer bei mir bleibst, mich niemals verläßt, nach der hochzeit möchte ich ganz zu hause bleiben und nur für dich und unser gemeinsames kind dasein.
was ist meine arbeit in der fabrik gegen dieses gefühl der liebe? nichts! sie verschwindet, und nur mehr das gefühl der liebe ist hier, heinz will sich eine neue modische hose kaufen, jetzt, wo er geliebt wird, ist eine moderne hose noch viel wichtiger als zuvor, leider geht der ganze lohn des letzten lehrjahrs an den Wochenenden in den diskotheken drauf, auch dort herrscht Sinnlichkeit, doch weniger als hier bei brigitte, wo es aktuell wird.
ich brauche dich, und ich liebe dich, sagt brigitte. ihr haar leuchtet in der sonne wie reife polierte kastanien, die liebe ist ein gefühl, daß einer den andren braucht, ich brauche dich, sagt brigitte, damit ich nicht mehr in die fabrik gehen muß, denn die fabrik brauche ich eigentlich überhaupt nicht, was ich brauche, das bist du und deine nähe, ich liebe dich und ich brauche dich.
hoffentlich ist diese liebe auch körperlich, hofft heinz. ein mann muß alles mitnehmen, was er kriegen kann, auch muß er einmal ein schönes heim haben, auf das er vorher sparen muß, auch muß er einmal kinder haben, aber vorher muß er noch etwas vom leben gehabt haben, die arbeit ist nicht alles, weil die liebe alles ist. ob das wohl die körperliche liebe ist, fragt heinz.