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Vorlesung 2 Periodisierung der deutschen Sprachgeschichte.

Die zeitliche Abgrenzung der einzelnen Sprachstufen ist umstritten und uneinheitlich.

Die innersprachlichen Kriterien der Periodisierung sind:

1.      Wandel des Sprachkörpers, d.h. Wandlungen im phonologischen System, im Formenbestand in der Wortbildung und Wortschatz.

2.      Wandel in der Existenzform der Sprache. Hier ist es wichtig in welcher Form die Sprache existiert, ob sie in gesprochener Form existiert oder auch ein Schrifttum besitzt.

Außerdem gibt es verschiedene außersprachliche Kriterien (literarische bzw. kulturelle Epochen, Ereignisse) dazu.

Wir halten uns hier an folgende grobe Gliederung, die im Wesentlichen mit der Periodisierung von J.Grimm übereinstimmt:

Sprachstufe

Zeitraum

Kriterium

Indogermanisch

ca. 5000 ~ 1500 v. Chr.

Gemeingermanisch

ca. 1500 v. Chr. ~ 500 n. Chr.

1. Lautverschiebung setzt ein

Althochdeutsch

ca. 500 ~ 1050

2. Lautverschiebung setzt ein

Mittelhochdeutsch

ca. 1050 ~ 1350

Vokalentwicklung: Nebensilbenabschwächung

Frühneuhochdeutsch

ca. 1350 ~ 1650

Vokalentwicklung: Diphthongierung schließt ab;

soziokulturelle Kriterien

Neuhochdeutsch

ca. 1650 ~ 1900

soziokulturelle Kriterien

Deutsch von heute

seit ca. 1900

soziokulturelle Kriterien

1. Die indogermanischen Sprachen

Der Terminus ‚Indogermanisch‘ ist eine Sprachbezeichnung: Damit wird eine Gruppe von Sprachen bezeichnet, die miteinander verwandt sind. Die Verwandtschaft kann vor allem anhand von flexionsmorphologischen

und lexikalischen Phänomenen festgestellt werden. Diesen Sprachzusammenhang haben Sir William Jones (1786) und Franz Bopp (1816) entdeckt.

Diese Sprachen bzw. Sprachgruppen haben eine gemeinsame Ausgangssprache,

das ‚Ur-Indogermanische‘. Diese kann mit der Methode des Spachenvergleichs und der Rekonstruktion erschlossen werden. Die aussagemächtigsten Übereinstimmungen (vgl. Hettrich 2006) betreffen das Flexionssystem, also Deklination und Konjugation sowie ein bestimmter Grundwortschatz, zu dem man Verwandtschafts- und Körperteilbezeichnungen sowie Ausdrücke für elementare

Tätigkeiten wie ‚essen‘, ‚trinken‘, ‚gehen‘ oder ‚stehen‘ und die niedrigen Zahlwörter.

Indogermanischen zum Germanischen. Die ältesten Germanischen Zeugnisse sind durch römische Autoren überliefert (Cäsar, Tacitus, Plinius d.Ä.). Wörter, die sie wiedergeben, zeigen einen Sprachzustand, der als Gemeingermanisch (auch: Urgermanisch) bezeichnet wird. Also, alle Germanen hatten eine gemeinsame Sprache; eine Auseinanderentwicklung mußte demnach erst später stattfinden.

Traditionell wird als ursprüngliches Zentrum der Germanen das Gebiet des heutigen Dänemark sowie Südschweden und Norddeutschland angenommen. Von hier aus hätten sich die Germanen seit etwa Mitte/Ende des 2. Jahrtausends vor Christus vor allem nach Süden und Südosten ausgebreitet.

Germanische Stämme und ihre Sprachen.

Die Ausbreitung der germanischen Stämme nach Süden begann im I.Jh. n.Chr. Diese Ausbreitung geschah wegen der wachsenden Bevölkerungsstärke und Klimaverschlechterung.

Um diese Zeit haben sich zwei Gruppen von germanischen Stämmen herausgebildet.

1. Die germanischen Stämme in Skandinavien.

2. Die kontinentalen germanischen Stämme.

Die Germanischen Stämme werden in drei große Gruppen unterteilt:

a) Nordgermanen: Wikinger, Normannen (altnordisch);

b) Ostgermanen (†): Goten, Vandalen, Gipiden, Rugier, Burgunden (Gotisch);

c) Westgermanen:

c 1) Nordseegermanen: Friesen (altfriesisch), Angeln (altenglisch), Sachsen (altsächsisch), Jüten;

c 2) Weser-Rhein-Germanen: Franken; Istwäonen;

c 3) Elbgermanen: Langobarden (†), Sweben, Alemannen, Hermunduren (†), Baiern; Ermionen/Hermionen.

Aus den Sprachen der skandinavischen (nordgermanischen) Stämme entwickelten sich später Norwegisch, Dänisch, Schwedisch u.a.

Aus den Sprachen der ostgermanischen Stämme entwickelten sich später Gotisch, Burgundisch und Vandalisch.

Aus den Sprachen der westgermanischen Stämme entwickelten sich später Deutsch, Englisch, Niederländisch u.a.

Die westgermanischen Stämme schlossen sich im III. Jh. n.Chr. in einige große Stammesverbände zusammen:

1.   Die Sueben und einige Rhein-Weser-Germanen gründeten den Großstamm Alemannen.

2.   Die übrigen Rhein-Weser-Germanen bildeten einen mächtigen Stammesverband der Franken.

3.   Die Nordseegermanen bildeten den Großstamm der Sachsen.

4.   Die Friesen und Hermonduren vereinigten sich unter den Namen Thüringer.

5.   Die Chaten bildeten den Großstamm Hessen.

6.   Die Markomannen gründeten den Großstamm Bayern.

Die Stammessprachen der Alemannen, Bayern, Franken, Thüringer und Hessen bildeten später die Grundlagen der althochdeutschen Sprache.

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