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Тексты для домашнего чтения. Neue Staaten

Viele Menschen haben eine gemeinsame Sprache und Kultur, eine gemeinsame Religion, eine gemeinsame Abstammung und Geschichte. Dann verstehen sie sich als ein Volk und eine Nation. Oft leben viele Völker oder kleinere Volksgruppen in einem Staat zusammen.

In früheren Sowjetunion (UdSSR) gab es mehr als 100 Nationen und Volksgruppen. Die Sowjetunion war der größte Vielvölkerstaat der Welt. Er ist in den Jahren 1990/91 zerfallen, weil viele Völker selbständige, demokratische Staaten gründen wollten. Aus dem europäischen Teil der früheren UdSSR sind sieben neue Staaten entstanden: Estland, Lettland, Litauen, Weißrussland, Ukraine, Moldau und Russland. Aus dem asiatischen Teil der früheren UdSSr wurden acht neue Staaten. In diesen Staaten gibt es verschiedene Volksgruppen, besonders viele in Russland. Russland ist heute eine föderative Republik mit 21 autonomen Teilrepubliken. Zwischen Russland und den Teilrepubliken hat es schon mehrere Kriege gegeben.

Auch im früheren sozialistischen Jugoslawien lebten mehr als 15 Nationen und kleinere Volksgruppen. Aus dem Vielvölkerstaat sind seit 1991 die Staaten Slowenien, Kroatien, Bosnien-Herzogowina und Makedonien entstanden. Serbien und Montenegro haben sich im Jahr 1992 zur Bundesrepublik Jugoslawien zusammengeschlossen. Zwischen verschiedenen Volksgruppen in diesen Staaten gibt es auch heute immer noch Streit und Krieg um politische Rechte und um Gebiete.

Alle früheren sozialistisch-kommunistischen Staaten Europas sind auf dem schwierigen Weg zu einer neuen Demokratie. In der früheren sozialistischen Tschechslowakei gab es zwei Völker, die Tschechen und die Slowaken. Sie trennten sich auf friedlichem Weg und im Jahr 1993 entstanden zwei neue Staaten, die Tschechische Republik (=Tschechien) und die Slowakische Republik (= die Slowakei).

Die deutsche Nation war seit der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg in zwei Staaten geteilt, die Bundesrepublik Deutschland und die Deutsche Demokratische Republik (DDR). Die sozialistische DDR wurde 1989/90 durch eine friedliche Revolution des Volkes in einen freiheitlich-demokratischen Staat umgewandelt. Danach konnten sich im Jahr 1990 die beiden Staaten vereinigen.

Eine gemeinsame Zukunft

Im Jahr 1957 gründeten sechs Staaten Europas die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft. Die EWG hatte das Ziel, einen gemeinsamen Markt aufzubauen. Dabei wurden Schritt für Schritt die „vier Freiheiten“ realisiert:

Freier

Verkehr von

Waren

Personen

Dienstleistungen

Kapital

Immer mehr Länder wurden Mitglieder der EWG, und die Zusammenarbeit umfasste immer mehr Bereiche der Politik, z.B. die Energiepolitik, Probleme des Umweltschutzes und Projekte der wissenschaftlichen Forschung.

Im Jahr 1993 wurde die Europäische Union (EU) gegründet. Sie hat jetzt 15 Mitglieder. Alle Mitglieder bleiben selbständige Staaten, sie behalten ihre nationale Identität. Aber sie wollen in Zukunft noch enger zusammenarbeiten, z.B. in der Wirtschafts- und Außenpolitik, in der Sicherheitspolitik für den Frieden in Europa, in der Sozialpolitik für den Ausgleich zwischen reichen und armen Regionen in Europa, in der Einwanderungspolitik, im Kampf gegen internationale Kriminalität und beim Umweltschutz. Im Vertrag der EU steht auch: die Union ist offen für neue Mitglieder. Es gibt also noch viel zu tun, wir haben in Europa eine gemeinsame Zukunft.

Seit dem Jahr 1993 ist der Europäische Binnenmarkt Realität geworden. Das bedeutet: Alle Staaten bilden einen gemeinsamen Markt, und zwischen den Mitgliedstaaten gelten jetzt die „vier Freiheiten“. Das bringt für viele Menschen in der EU Vorteile. Einige Beispiele: Die Grenzen zwischen den Mitgliedsländern sind weitgehend offen, und die Pass- und Zollkontrolle werden abgebaut. Man kann auch in jedem Mitgliedsland wohnen und arbeiten. Der Handel mit Waren wird immer einfacher, weil die Steuern in allen Ländern ausgeglichen und die Preisunterschiede kleiner werden. In Paris oder Rom, in London oder Amsterdam: In jeder großen Bank kann man mit dem Euroscheck Geld bekommen. Studenten können an vielen Hochschulen Europas studieren, und ihre Diplome werden in allen Mitgliedsländern anerkannt.