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2. Methoden sozialer Arbeit

Im Laufe der Praxis haben sich in der sozialen Arbeit drei klassische Methoden entwickelt:

- die soziale Einzelhilfe,

- die soziale Gruppenarbeit,

- die soziale Gemeinwesenarbeit.

In der heutigen Zeit haben sich auch eine Reihe neuerer Methoden in der sozialen Arbeit etabliert1, die in der Regel vom Sozialpädagogen eine zusätzliche berufliche Qualifikation verlangen, wie zum Beispiel Einzel-, Gruppen-, Familientherapie, Supervision usw. Das Unterstützungsmanagement, auch Case Management genannt, wird als Beispiel für eine neuere Methode dargestellt, da es in viele Bereiche sozialer Arbeit eingegangen ist.

2.1. Die soziale Einzelhilfe

Die methodische Arbeit mit Einzelnen, Familien oder Paaren wird mit dem Begriff „soziale Einzelhilfe" - auch Casework oder soziale Fallarbeit2 - bezeichnet. Sie wird von beruflichen und dazu ausgebildeten Helfern angewandt, um Menschen mit psychischen und sozialen Schwierigkeiten zu helfen. In ihr steht das Individuum, so wie es ist, und die persönliche Hilfe im Vordergrund.

Bei der sozialen Einzelhilfe handelt es sich um eine Betreuung3, Beratung oder Therapie, in der das Individuum mit seinem Problem und seiner außergewöhnlichen Belastung im Mittelpunkt steht. Dabei werden auf der Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse und mithilfe einer effektiven Gestaltung der Beziehung zwischen dem Helfer und dem Klienten Unterstützungsmöglichkeiten durch bestimmte Personen wie zum Beispiel Verwandte, Freunde oder Nachbarn mobilisiert und die im Klienten vorhandenen Fähigkeiten geweckt, um eine „Hilfe zur Selbsthilfe" zu ermöglichen.

Ziele der sozialen Einzelhilfe sind:

- die Förderung der Selbsthilfekräfte des Klienten,

- die Befähigung4, mit dem Problem fertig zu werden, sowie zur verantwortlichen Lebensführung,

- der Erwerb sozialer und kommunikativer Kompetenzen,

- die Entwicklung der Persönlichkeit zur Selbstständigkeit

- die Förderung von Veränderungsbereitschaft

  • die Anpassung des Klienten an seine Umwelt, um mit dieser zurechtzukommen.

Anwendungsprinzipien. Sechs Prinzipien sind es in der Regel, die in der sozialen Einzelhilfe von Bedeutung sind:

1. Akzeptieren1 ist ein Grundsatz des Handelns, nach dem der Sozialarbeiter den Klienten so annimmt wie er ist, mit all seinen Fehlern, Stärken und Schwächen, mit seinen angemessenen und unangemessenen Haltungen und Eigenschaften, mit seinen positiven und negativen Gefühlen. Der Sozialarbeiter, der den Klienten akzeptiert, hilft ihm, Abwehrhaltungen2 abzubauen, was eine effektive Hilfe erst ermöglicht.

2. Im Mittelpunkt aller Bemühungen steht das Individuum in seiner Einmaligkeit und Einzigartigkeit. Daraus ergibt sich der Grundsatz des Individualisierens, das Bemühen, die einzigartigen Eigenschaften des Klienten zu erkennen und zu verstehen und ihm eine ihm gemäße Hilfe und Förderung zu geben. Der Klient soll als Individuum und nicht als „Fall" behandelt3 werden.

3. In dem Bemühen, dem Klienten zu helfen, geht es immer um eine Hilfe zur Selbsthilfe: Nicht der Sozialarbeiter übernimmt die Lösung des Problems für den Klienten, der Sozialarbeiter befähigt ihn vielmehr, dass er sein Problem selbst lösen kann. Diese Selbstbestimmung des Klienten bedeutet auch, dass der Klient seine eigene Wahl treffen und sich selbst entscheiden kann, was er sagen und tun will und was nicht.

4. Es geht in der Einzelhilfe nicht um die Schuld oder Unschuld eines Menschen. Eine abwertende4 oder richtende5 Haltung würde ein Helfen behindern, wenn nicht gar verhindern; Schuldgefühle erzeugen Abwehrhaltung und lassen das Selbstwertgefühl sinken.

5. Eine Befürchtung seitens des Klienten, dass seine Probleme und Schwierigkeiten auch außerhalb der Grenzen der Beziehung zwischen Sozialarbeiter und Klient bekannt würden, hemmt den Klienten, offen und frei zu sprechen. Vertraulichkeit1 ist somit Voraussetzung einer jeden effektiven Hilfe.

6. Der Sozialarbeiter ist wie sein Klient ein menschliches Wesen mit vielfältigen persönlichen Motiven, Fehlern und Schwächen. Jeder Sozialarbeiter muss sich also darüber klar sein, dass persönliche Impulse, Haltungen, Neigungen und Abneigungen, Gefühle, eigene Probleme und Schwierigkeiten die helfende Beziehung beeinflussen. Selbstkontrolle bedeutet in diesem Zusammenhang, dass der Sozialarbeiter sich seiner Reaktionen genügend bewusst2 wird, um unterscheiden zu können, welche Vorgänge beruflich und welche persönlich motiviert sind; sie verlangt von ihm, dass er alle persönlichen Gefühle und Reaktionen in seinem Verhältnis zum Klienten sorgfältig prüft.

Schritte des Vorgehens

- Herstellen einer positiven emotionalen Beziehung, ohne die eine Hilfe nicht möglich ist.

- Genaue Beschreibung des Problems bzw. der Belastungssituation3 und Formulierung der Erwartungen des Klienten.

- Sammlung von Informationen und Fakten, die Aufschluss darüber geben können, wie es zu dem Problem bzw. zu der Belastungssituation gekommen ist. Möglichkeiten hierzu sind das Gespräch, Fragebögen, Tests, Beobachtung, Befragung von Personen, die zur Gewinnung von Informationen etwas beitragen können (beispielsweise Eltern, Bekannte, Freunde, Lehrer, Meister).

- Auswertung und wissenschaftliche Interpretation der Daten bzw. Erklärung des Falles mithilfe einer Theorie. Das „Zuhilfenehmen" einer Theorie ist notwendig, um Maßnahmen zur Lösung des Problems erstellen zu können.

- Ausarbeitung eines Behandlungsplanes und Durchführung der Behandlung4. Je nach Problem kann es sich bei der Behandlung um eine Betreuung, Beratung oder Therapie handeln.

- Verlaufs- und Erfolgskontrolle der Behandlung, die Hinweise auf „Fortschritte" des Klienten oder auch auf eine mögliche Korrektur des Behandlungsplanes gibt.

- Gegen Ende der Behandlung ist eine schrittweise Auflösung1 der Beziehung zwischen dem Klienten und dem Helfer notwendig, damit der Klient wieder mit sich alleine - ohne Hilfe seitens des Sozialpädagogen/arbeiters - zurechtkommt2. Wissenschaftliche Grundlagen. Wissenschaftliche Grundlagen der sozialen Einzelhilfe bilden psychologische Theorien des Verhaltens. Je nach Problem und der Ausbildung des Sozialpädagogen/-arbeiters kommen tiefenpsychologische Theorien wie beispielsweise die Psychoanalyse, Lerntheorien und kognitive Theorien, sowie humanistische Theorien zur Anwendung. In neuerer Zeit werden auch systemtheoretische Ansätze3 als Weiterentwicklung der Einzelhilfe berücksichtigt4. Unterschiedliche Aspekte der Einzelfallhilfe finden sich auch im Ansatz des Empowerment5 und Unterstützungsmanagements.