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2012-01 Neuerscheinungen Sachbuch.doc
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Sachgruppe 93/94 Geschichte

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Benz, Wolfgang: Deutsche Juden im 20. Jahrhundert : eine Geschichte in Porträts. - München : Beck, 2011. - 335 S. : Ill.

ISBN 978-3-406-62292-2 (Gb. : EUR 26,95)

Rezension: Der Autor, Historiker, bis 2011 Leiter des Zentrums für Antisemitismusforschung an der TU Berlin, hat zahlreiche Bücher zur deutsch-jüdischen Geschichte mit Schwerpunkt NS-Zeit veröffentlicht und sich auch mit individuellen Schicksalen beschäftigt. Dieser Band vereinigt 22 Kurzbiografien deutscher Jüdinnen und Juden, die den Holocaust überlebt haben, darunter Porträts des Hamburger Geschäftsmanns Hans Robinsohn, der im Widerstand aktiv war, von Salomea Genin, die aus dem Exil in Australien in die DDR eingewandert ist, des 1. Geigers der Berliner Philharmonie, Hellmut Stern, oder des Direktors des Jüdischen Museums Berlin, W. Michael Blumenthal. Die unterschiedlichen Lebenswege stehen für Verfolgung, Exil und Rückkehr, Überleben im Untergrund oder KZ und für das Weiterleben nach der NS-Zeit. Die historisch fundierten, anschaulich und prägnant geschriebenen Porträts, ergänzt durch eine historische Einführung, eröffnen einen besonderen Zugang zu verschiedenen Aspekten jüdischen Lebens. Personenregister. (2)

Rezension: http://www.dradio.de/dlf/sendungen/andruck/1659315/

SWB-ID: 346243602

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Bode, Sabine: Nachkriegskinder : die 1950er Jahrgänge und ihre Soldatenväter. - Stuttgart : Klett-Cotta, 2011. - 302 S.

ISBN 978-3-608-94678-9 (Gb. : EUR 19.95 (DE), sfr 29.90 (freier Pr.))

Rezension: Nach ihrem erfolgreichen Buch "Die vergessene Generation" (BA 6/04) über die Kriegskindergeneration, die durch die Spätfolgen der Nazi-Zeit und des 2. Weltkrieges geprägt worden ist und dem Titel "Kriegsenkel" (BA 5/09) über die 1960er-Jahrgänge, wendet sich die Autorin nun der dazwischen liegenden Nachkriegsgeneration zu, den zwischen 1946 und 1960 Geborenen. Sie litten z.B. unter der emotionalen Kälte ihrer Eltern und der Angst, der Vater könne ein schlimmer Nazi gewesen sein. Heute fangen Angehörige dieser Generation, die Frau Bode auch durch ihre Seminare kennengelernt hat, an, sich zu besinnen. Nach dem Muster der beiden o.g. Bücher wertet sie hier wieder viele Lebensgeschichten aus. Ferner sind 3 Interviews mit den Experten S. Neitzel (Historiker), J. Müller-Hohagen (Psychotherapeut) und W. Hülsemann (Pfarrer) eingeflochten. So soll der Zusammenhang zwischen deutscher Geschichte und persönlicher Lebensgeschichte ausgelotet werden. Eine sehr spannende Analyse, in der sich viele wiedererkennen werden. Ergänzend zu "Seelische Trümmer" (BA 10/10) von der Psychotherapeutin Bettina Alberti empfohlen.(2)

Rezension: http://www.literaturkritik.de/public/rezension.php?rez_id=16074

SWB-ID: 347019331

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Bogdal, Klaus-Michael: Europa erfindet die Zigeuner : eine Geschichte von Faszination und Verachtung. - 1. Aufl.. - Berlin : Suhrkamp, 2011. - 590 S.

ISBN 978-3-518-42263-2 (Eur : ca. 24,90)

INHALT: "Das Bild vom "zivilisationsfernen, schmutzigen Zigeuner" sei nie aus Europa verschwunden, meint der Literaturwissenschaftler Klaus-Michael Bogdal. Sein Buch über die literarische Rezeption der Sinti und Roma vom Spätmittelalter bis heute hat das Zeug zu einem Standardwerk... Dass die Geschichte der Verachtung nach 1945 keineswegs endete, weist Bogdal an literarischen Beispielen aus der Nachkriegszeit nach. Da machen auch Autoren, die nicht unter dem Verdacht stehen, Randgruppen zu diskriminieren, wie Günter Grass oder Herta Müller, keine gute Figur. Und wenn selbst Marlene Dietrich, die sich als Antifaschistin verstand, eine heroische Zigeunerin (im Film "Goldene Ohrringe",1946) als rüde und ordinäre Figur anlegt, zeigt das, wie tief die Vorstellung von den zivilisationsfernen, schmutzigen Zigeunern ins kulturelle Gedächtnis eingebrannt ist. Während der Gebrauch von offen antisemitischen Redeweisen nach 1945 in der Öffentlichkeit vermieden wird, erfährt das Bild der Roma keinerlei Umwertung. Erst in den vergangenen zwanzig Jahren zeichnet die Literatur sie in realistischeren Konturen. Gelegentlich etwas zu detailverliebt, ist die profunde Studie eine spannend zu lesende Tour de Force durch ein unbekanntes Feld der Geschichte" (dradio.de).

Rezension: http://www.perlentaucher.de/buch/37350.html

Rezension: http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/kritik/1601136/

SWB-ID: 345079914

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Epkenhans, Michael / Groß, Gerhard Paul / Köster, Burkhard: Preussen : Aufstieg und Fall einer Grossmacht. - Stuttgart : Theiss, 2011. - 216 S. : zahlr. Ill., Kt. ; 300 mm x 245 mm

ISBN 978-3-8062-2418-4 (Gb. : EUR 39.95 (DE))

Rezension: Großformatiger, mit durchgehend farbiger Illustration sehr ansprechend gestalteter Bildband, der anlässlich des 300. Geburtstags Friedrichs des Großen ein anschauliches, gleichwohl kritisch abwägendes Bild von der Vielfalt der preußischen Geschichte vermittelt (vgl. W. Wippermann: in dieser Nr.). Die 3 sachkundigen Mitarbeiter des Militärgeschichtlichen Forschungsamts in Potsdam (Epkenhans: ID-B 23/11) konzentrieren sich im 1. Teil auf die geschichtliche Entwicklung von den märkischen Ursprüngen bis zum formalen Ende 1947. Der 2. Teil beschäftigt sich mit Gesellschaft, Kultur und Wirtschaft, da geht es um Religionspolitik und Aufklärung, um Landrecht und Industrialisierung, um Militarismus und preußische Tugenden. Dazwischen, farblich abgehoben, Porträts bedeutender Preußen von Friedrich dem Großen bis Marion Gräfin Dönhoff und Sachartikel etwa zu "Königgrätz". Im Anhang Zeittafel, Karten, Bibliografie und Kreuzregister. Kein Vollständigkeit beanspruchender Überblick, aber, vor C. Clark (BA 5/07) und anderen, eine in Lesehappen maßvoll portionierte, informative und Lust machende Hinführung zum Thema.(2)

SWB-ID: 345882059

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Goeller, Tom: Der alte Fritz : Mensch, Monarch, Mythos. - Hamburg : Hoffmann und Campe, 2011. - 351 S. ; 205 mm x 125 mm

ISBN 978-3-455-50219-0 (Gb. : EUR 21.00 (DE), EUR 21.60 (AT), sfr 34.90 (freier Pr.))

Rezension: Ins Zentrum seiner Biografie stellt der Journalist Tom Goeller die Frage "Welches gesellschaftspolitische und kulturhistorische Gewicht hat Friedrich II. von Preußen in der heutigen Gesellschaft? Warum sollte man sich überhaupt an ihn erinnern?" Entsprechend lässt der Autor heutige Prominente und damalige Zeitgenossen zu Wort kommen. Obwohl sich Goeller mit den alliterativen Themenbereichen "Mensch, Monarch, Mythos" ein weites Feld zumutet und Abstecher bis hin zu Barack Obama, den Mohammed-Karikaturen und Gregor Gysi unternimmt, ufert seine Darstellung doch nicht aus. Mitunter, vor allem wenn es um die dramatischen Jugendjahre und Friedrichs Sexualleben geht, ähnelt der Stil dem der Regenbogenpresse, doch insgesamt erwartet den Leser ein facettenreiches und kompetentes Bild des schillernden Herrschers, das vielleicht ein wenig zu positiv ausfällt. Auch auf den Wandel des Friedrich-Bildes im Lauf der Zeit wird gebührend eingegangen. Fazit: eine gut geschriebene ziemlich menschelnde, anekdotenreiche Biografie für ein großes Lesepublikum. Mit Bibliografie, Personenregister. (2)

SWB-ID: 348192681

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Die Deutschen im Osten Europas : Eroberer, Siedler, Vertriebene / Annette Großbongardt ... (Hg.). Georg Bönisch .... - 2. Aufl.. - München : Dt. Verl.-Anst., 2011. - 303 S. : Ill., Kt. ; 215 mm x 135 mm

ISBN 978-3-421-04527-0 (fest geb. : EUR 19,99)

Rezension: In der bewährten Machart der "Spiegel"-Bücher präsentieren Redakteure des Magazins und renommierte Wissenschaftler hier einem breiten geschichtsinteressierten Publikum ein facettenreiches Bild der Geschichte der Deutschen in Ost- und Südosteuropa. Das beginnt mit früher Siedlungsgeschichte im Mittelalter, führt über Preußen und Schlesien nach Russland und an die Donau und endet mit den Verwerfungen der 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts und ihrem schwierigen Erbe, das nach 1945 zu bewältigen war und ist. Ein bunter, mit wenigen Abbildungen illustrierter Lesebuch-Mix aus Interviews, Reportagen und historischen Darstellungen, mal überblickhaft, mal ins Detail gehend und ohne Anspruch auf Ausgewogenheit und Vollständigkeit, jedoch mit vielfältigen Anregungen, sich in diese komplexe Materie einzulesen. Ein paar spärliche Buchhinweise, Personenregister. Wurde erstmals in der Reihe "Spiegel Geschichte" in Heft 1/2011 "Die Deutschen im Osten" veröffentlicht. (2)

SWB-ID: 354769677

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Gruberová, Eva / Zeller, Helmut: Geboren im KZ : sieben Mütter, sieben Kinder und das Wunder von Kaufering I. - Orig.-Ausg.. - München : Beck, 2011. - 213 S. : Ill. (Beck'sche Reihe ; 1998)

ISBN 978-3-406-62107-9 (kart. : EUR 12.95)

Rezension: Eva Fleischmannová und Miriam Rosenthal sind die letzten noch lebenden der 7 jüdischen Mütter, die als Schwangere ins KZ kamen und wie durch ein Wunder zusammen mit ihren Kindern, die in dieser Hölle geboren wurden, überlebten. Die beiden Autoren, die als Journalisten in Dachau, dem Ort, wo die Sieben 1945 befreit wurden, leben, haben auf der Grundlage von Gesprächen mit Eva, die in einer Kleinstadt in der Slowakei lebt, und Miriam, die nach Toronto ausgewandert ist, und Interviews mit weiteren Zeitzeugen ein historisch fundiertes, anschaulich geschriebenes, sehr bewegendes Buch verfasst, das den Lebensweg der beiden Frauen verfolgt, beginnend mit den 1940er-Jahren in Ungarn, als beide sich verlieben, über die Deportation nach Auschwitz im Juni 1944, das Leiden in verschiedenen Konzentrationslagern, die Geburt der Kinder Marika und László im Lager Kaufering I, die Befreiung und Rückkehr in die Heimat bis zur Begegnung mit den Frauen heute. (2)

SWB-ID: 346224551

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Gutberlet, Bernd Ingmar: Friedrich der Große : eine Reise zu den Orten seines Lebens. - Lizenzausg.. - Darmstadt : Wiss. Buchges., 2011. - 143 S. : zahlr. Ill., Kt. ; 270 mm x 210 mm Lizenzausg. des Primus-Verl., Darmstadt.

ISBN 978-3-534-23491-2 (Geb.: EUR 29.90)

INHALT: "Einen originellen Zugang zum Wirken des großen Preußenkönigs gelingt Bernd Ingmar Gutberlet: Er reist zu 14 Schauplätzen, auf denen Friedrich alle möglichen Spuren hinterlassen hat. Bücher über Friedrich den Großen gibt es in großer Zahl. Mehr als 40 Neuerscheinungen konkurrieren derzeit um die Gunst des Preußenliebhabers, und es werden, kurz vor dem 300. Jubiläum im Januar 2012, täglich mehr. Wer in dieser Flut an Biographien, Doku-Dramen und Lesebüchern den Kopf oben behalten möchte, muss sich den Anstrich von Unverwechselbarkeit geben. Das ist Bernd Ingmar Gutberlet jedenfalls mit seinem Buch gelungen, in dessen Zentrum die mit dem Preußenkönig verbundenen Schauplätze stehen. Es sind Orte, an denen Friedrich gelebt und die er gestaltet hat: Rheinsberg, das Idyll seiner Kronprinzenjahre oder Sanssouci als Ausdruck des friderizianischen Baustils; es sind Orte, die eng mit seinem Werdegang verknüpft, aber nicht erhalten geblieben sind wie die Berliner Hohenzollernresidenz, Schloss Monbijou, der Hof seiner Mutter, oder Küstrin, wo Friedrich nach seinem missglückten Fluchtversuch in Festungshaft saß. Und es sind neben Schlachtfeldern - wie dem von Mollwitz, auf dem Friedrich über die Österreicher siegte, oder dem der grandiosen Niederlage bei Kunersdorf - auch überraschende Orte: ein Kartoffelacker irgendwo in Brandenburg, an dem die innovative Wirtschaftspolitik Friedrichs symbolisch vor Augen geführt wird... Man folgt dem Autor gern auf seinen Wegen durch Lebens- und Realiengeschichte. Nur leider entschwindet bei den ausführlichen Exkursen das eigentliche Thema manchmal aus den Augen, und leider fehlt eine Karte in diesem sonst üppig illustrierten Buch. Das DIN-A4-Format ist zwar etwas unhandlich als Reisebegleiter, doch regt das Buch auf alle Fälle dazu an, im kommenden Jahr die Orte der friderizianischen Herrschaft zu bereisen" (dradio.de).

Rezension: http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/kritik/1635235/

SWB-ID: 348974817

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Das deutsche Kaiserreich, 1890 - 1914 / Bernd Heidenreich ... (Hrsg.). - Paderborn ; München ; Wien ; Zürich : Schöningh, 2011. - 368 S. : Ill., graph. Darst., Kt.

ISBN 978-3-506-77168-1 (Gb. : EUR 39.90 (DE), ca. sfr 56.90 (freier Pr.))

Rezension: Der Sammelband stellt mit Aufsätzen kompetenter Wissenschaftler den aktuellen Forschungsstand zum Deutschen Kaiserreich auch aus internationaler Perspektive vor. Der 1. Teil beschäftigt sich mit Innenpolitik, Wirtschaft und Gesellschaft und enthält neben überblickhaften Artikeln auch speziellere Aufsätze etwa zu Frauen oder zum Militär im Kaiserreich. Der 2. Teil beschäftigt sich mit Außenpolitik. Neben Aufsätzen zur Weltgeltung Deutschlands vor dem 1. Weltkrieg und zum Stand der Kriegsursachenforschung stehen hier Aufsätze, die sich mit dem Bild Deutschlands etwa aus französischer, russischer, japanischer Perspektive beschäftigen. Einige Abbildungen im Text, Literatur nur in den an den Schluss gestellten Anmerkungen, keine Register. Nach Darstellungen etwa von V. Ullrich (BA 1/08), E. Frie (ID 46/04) oder im "Gebhardt" ("Das Kaiserreich 1871-1914", BA 2/04) bzw. speziell für die Innenpolitik von W. Halder (ID-A 35/11) und H.-P. Ullmann (ID-G 23/05) und zur Außenpolitik von K. Hildebrand (ID-G 40/08) und überwiegend für universitären Gebrauch. (3)

SWB-ID: 336185758

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Heidenreich, Gisela: Geliebter Täter : ein Diplomat im Dienst der "Endlösung". - München : Droemer[u.a.], 2011. - 349 S. : 30 schw.-w. Ill. ; 215 mm x 140 mm

ISBN 978-3-426-27432-3 (Gb. : EUR 19.99 (DE))

INHALT: Karrierist und Blender, Pferdenarr und Frauenschwarm. Horst Wagner war Himmlers Verbindungsführer im Auswärtigen Amt. Er war ein großes Rad in der Vernichtungsmaschinerie, wurde angeklagt wegen Beihilfe zum Mord an mehr als 350 000 Juden und nie verurteilt. Gisela Heidenreich folgt den Spuren seiner abenteuerlichen Flucht auf der Rattenlinie nach Südamerika und zurück über Italien und Spanien nach Deutschland. Sie ergründet seinen Aufstieg und Fall und entdeckt seine Helfer und Helferinnen. Gisela Heidenreichs Mutter half Wagner, dem Nürnberger Justizgefängnis zu entkommen, und blieb ihm sieben Jahre lang eine treue Geliebte und Komplizin. Dann ließ er sie fallen und heiratete eine andere. "Geliebter Täter" erzählt von einem ganz normalen deutschen Mann aus der Mitte des 20. Jahrhunderts und von der Macht der Mörder über Frauen. Gisela Heidenreich will die Hingabe ihrer Mutter begreifen und deckt Seilschaften auf, die Wagners Verurteilung verhinderten. "Heidenreich hat anhand der Geschichte Wagners und ihrer Mutter beeindruckend verdeutlicht, wie das Auswärtige Amt an der Schoah beteiligt war und wie die Seilschaften der NS-Verbrecher nach dem Krieg weiterfunktionierten" (taz).

Rezension: http://www.perlentaucher.de/buch/37665.html

SWB-ID: 353494534

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Kaelble, Hartmut: Kalter Krieg und Wohlfahrtsstaat : Europa 1945 - 1989. - Originalausgabe. - München : Beck, 2011. - 288 S. : Ill., Kt. (Beck'sche Reihe ; 1988) (C. H. Beck Geschichte Europas)

ISBN 978-3-406-61327-2 (PB.: EUR 14.95)

Rezension: Der emeritierte Professor für Sozialgeschichte, der 2007 für denselben Zeit- und geografischen Raum eine Sozialgeschichte vorgelegt hat (BA 6/07), teilt die europäische Geschichte in 3 Epochen ein, die von 1945-49/50 (Nachkriegszeit), 1950-73 (Prosperität und Kalter Krieg) und 1973-89 (Auslaufen der Prosperität und neue Vielfalt der Optionen) reichen. Sein im Vergleich zur voluminösen Darstellung von T. Judt (BA 11/06) reihentypisch eher handbuchartiger Abriss (zur Reihe: A. Fahrmeir, ID-B 48/10) stellt die Gesellschafts-, Kultur- und Wirtschaftsgeschichte gleichberechtigt neben die politische Geschichte, arbeitet dabei die wichtigsten Gemeinsamkeiten der Entwicklung heraus, benennt aber auch Unterschiede. Ausführlich behandelt Kaelble auch die Entkolonialisierung und die globalen Verflechtungen Europas. Die annotierten Literaturhinweise ergänzt eine Web-Bibliografie. Personen- und Institutionen-, leider kein Schlagwortregister. Vgl. auch C. Goschler und R. Graf: "Europäische Zeitgeschichte seit 1945" (Akademie-Verlag, 2010; hier nicht angezeigt). (2 A)

Rezension: http://www.perlentaucher.de/buch/37538.html

SWB-ID: 330157388

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Die Hohenzollern : preußische Könige, deutsche Kaiser / Uwe Klußmann ... (Hg.). Karen Andresen .... - 1. Aufl.. - München : Dt. Verl.-Anst., 2011. - 287 S. : Ill., Kt. ; 215 mm x 135 mm

ISBN 978-3-421-04539-3 (Gb. : ca. EUR 19.99 (DE), ca. EUR 20.60 (AT), ca. sfr 30.90 (freier Pr.))

INHALT: Kaum ein anderes Fürstengeschlecht ist so eng mit fast tausend Jahren deutscher Geschichte verbunden wie die Hohenzollern. Von ihrer Stammburg auf der Schwäbischen Alb arbeiteten sich die Herrscher aus dem Haus Hohenzollern hoch zu Kurfürsten in der Mark Brandenburg, zu preußischen Königen und deutschen Kaisern, bis der letzte von ihnen, Wilhelm II., im Ersten Weltkrieg die Monarchie verspielte. Gemeinsam mit namhaften Historikern porträtieren SPIEGEL-Autoren die herausragenden Gestalten dieser Dynastie: vom »Großen Kurfürsten« und dem »Soldatenkönig« über Friedrich den Großen, den »alten Fritz«, bis hin zu Wilhelm II. So zeichnen die Autoren Aufstieg und Niedergang der Hohenzollern nach und beschreiben zugleich tausend Jahre deutsche Geschichte im Spiegel dieses faszinierenden Herrscherhauses. "Die knapp 300 Seiten zeichnen den Aufstieg und den Niedergang der Hohenzollern nach und beschreiben zugleich fast tausend Jahre deutscher Geschichte im Spiegel eines faszinierenden Herrscherhauses. (Die Texte dieses Buches sind auch im gleichnamigen Heft aus der Reihe „Spiegel“- Geschichte (Nr. 2 / 2011) erschienen.)" (literaturkritik.de).

Rezension: http://www.literaturkritik.de/public/rezension.php?rez_id=16149

SWB-ID: 352638230

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Knopp, Guido: Geheimnisse des "Dritten Reichs". - 1. Aufl.. - München : Bertelsmann, 2011. - 413 S. : zahlr. Ill. ; 227 mm x 150 mm

ISBN 978-3-570-10106-3 (Gb. : ca. EUR 24.99 (DE), ca. EUR 25.70 (AT), ca. sfr 38.90 (freier Pr.))

Rezension: Geheimnisse des "Dritten Reichs"? Ist da etwa ein Schatz zu bergen? Wenn man sich die wenig spektakulären Themen anschaut - Hitlers Familie, Hitlers Geld, Hitlers Frauen, Rommel, Himmler, Speer -, dann klingt es doch arg reißerisch, was uns die offenkundig nicht mehr ganz so denkfrische Knopp-Fabrik (zur NS-Zeit zuletzt BA 8/10) mit ihrer 6-teiligen Fernsehdoku (bis Anfang Dezember im ZDF) und diesem Begleitbuch da auftischt. Sensationelle Enthüllungen gibt es nicht, was bleibt, immerhin, sind für ein breites Publikum lebendig erzählte, anschauliche Geschichtsreportagen, die stark das Persönliche in den Mittelpunkt rücken und mit diesem Fokus auch durchaus interessante lebensgeschichtliche Details wie etwa Albert Speers geheime Bildersammlung beleuchten können. Manchmal zeigen sich da im Privaten paradigmatisch Züge, die auch die politische Person kenntlicher machen, manchmal bleibt es bei bloßem Klatsch und Tratsch, und diese Mischung, unterstützt von Zitatblöcken und zahlreichen, oft schlecht gedruckten Abbildungen wird sicher auch wieder auf Interesse stoßen. Literaturhinweise, Register. (2)

SWB-ID: 351342753

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Kunisch, Johannes: Friedrich der Große. - Orig.-Ausg.. - München : Beck, 2011. - 127 S. : Ill., graph. Darst. (Beck'sche Reihe ; 2731 : C. H. Beck Wissen)

ISBN 978-3-406-62141-3 (kart. : EUR 8.95 (DE), ca. sfr 14.50 (freier Pr.))

Rezension: Eingeführte Reihe. Mit "Friedrich der Große" (BA 12/04) legte Johannes Kunisch eine vorbildliche Biografie des Preußenkönigs vor. Nun beschränkt er sich - den Vorgaben der Reihe gemäß - auf knappem Raum weitgehend auf die politische Geschichte. Lediglich bei der Darstellung der Zeit bis zur Erlangung der Königswürde (mit der für die Charakterbildung prägenden Auseinandersetzung mit dem Vater) und im letzten Kapitel mit einer Würdigung seiner Person geht Kunisch auch auf sogenannte "weiche" Themen wie Friedrichs kulturelle Aktivitäten ein. Im Mittelpunkt steht der Siebenjährige Krieg, durch den Preußen in den Rang einer europäischen Großmacht aufrückte. Neben Friedrichs Feldzügen und außenpolitischen Vorhaben werden aber auch seine weitsichtigen innenpolitischen Reformen geschildert, die wesentlich dazu beitrugen, aus Preußen einen für damalige Verhältnisse fortschrittlichen Staat zu formen. Kunisch ist eine leicht verständliche, auf das Wesentliche reduzierte Darstellung gelungen, die als Einführung bestens geeignet ist. Bibliografie, Zeittafel, Stammtafel, Personenregister. (1 A,S)

SWB-ID: 345927478

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Macho, Thomas: Vorbilder. - München ; Paderborn : Fink, 2011. - 477 S. : Ill., graph. Darst.

ISBN 978-3-7705-5030-2 (GB. : EUR 29.90, sfr 49.90 (freier Pr.))

INHALT: "Kulturwissenschaft aus dem Geist der Fundgrube: Mit so akribischer wie ansteckender Neugier erkundet Thomas Macho in seinem Buch „Vorbilder“ den Kitzel der Prominenz – eine unterhaltsame, überbordende und originelle Erzählung von den Ursprüngen unserer Entertainment-Kultur... Es ist streng genommen keine echte Monographie, sondern, wie der Autor selbst gleich zu Beginn gesteht, eine erweiterte und überarbeitete Sammlung von Aufsätzen aus den vergangenen Jahren, die als Beiträge zu einer „historischen Bild-Anthropologie“ verstanden werden wollen. Machos Denk- und Erzählstil ist dabei so gewöhnungsbedürftig wie überwältigend. Die Lektüre der 17 Kapitel des Buches ist eine wilde, am Ende fast 500 Seiten lange Entdeckungsreise mit einem besessenen Kulturwissenschaftler, einem manischen Indizienjäger, dem kein Winkel der Geschichte zu entlegen ist und kaum ein Detail auf seinem Weg vernachlässigenswert erscheint... Ganz ähnlich wie Sloterdijk und dem kürzlich verstorbenen Berliner Kulturwissenschaftler Friedrich Kittler merkt man auch dem 1952 in Wien geborenen Macho an, dass er sich gegenüber der etablierten akademischen Kunstgeschichte und Kulturwissenschaft noch immer – und aus guten Gründen – als radikaler Außenseiter begreift... Die schlechte Seite dieses konfrontativen Außenseitertums Machos ist, dass ein gigantischer Aufwand nötig ist, wenn man nicht auf dem Plateau allgemein geläufiger Übereinkünfte stehen kann und will. Dabei als Leser den Überblick zu behalten, ist manchmal nicht ganz leicht bis unmöglich, zumal man den Eindruck nicht los wird, dass der Autor nicht immer besonderen Wert darauf gelegt zu haben scheint, alle seine Fäden selbst in der Hand zu behalten. Im Vergleich zu manch halsbrecherischen Spekulationen Sloterdijks und den notorisch irrwitzigen Assoziationsketten Kittlers allerdings sind Thomas Machos Überlegungen und kulturhistorische Funde in einem guten Sinn grundsolide. Also nie wirklich esoterisch, sondern immer das Ergebnis einer scheinbar unerschöpflichen Entdeckerlust... Es heißt, man sei lange unterwegs, wenn man nicht wisse, wohin man wolle. Aber wo ist das Problem, wenn man dabei so unglaublich viel erfährt, von dem man zuvor gar nicht wusste, wie aufregend man es finden würde? Kein Autor dürfte den Satz, dass der Weg das Ziel sei, zuletzt ernster genommen haben als Thomas Macho. Was für ein Glück" (SZ). Platz 7 der NDR/SZ-Sachbuchbestenliste des Monats Januar 2012.

Rezension: http://www.perlentaucher.de/buch/37514.html

Interview: http://www.welt.de/print/die_welt/kultur/article12770199/Stars-kann-man-nicht-imitieren.html

Rezension: http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/kritik/1628993/

SWB-ID: 327657065

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NS-Prozesse und deutsche Öffentlichkeit : Besatzungszeit, frühe Bundesrepublik und DDR / hrsg. von Jörg Osterloh .... - Göttingen [u.a.] : Vandenhoeck & Ruprecht, 2011. - 456 S. : graph. Darst. (Schriften des Hannah-Arendt-Instituts für Totalitarismusforschung ; 45)

ISBN 978-3-525-36921-0 (Geb.: EUR 62.95)

INHALT: In 20 Beiträgen untersuchen die Autoren die Reaktionen der deutschen Öffentlichkeit auf bedeutende Prozesse gegen NS-Täter, die während der Besatzungszeit, der frühen Bundesrepublik und DDR vor alliierten und deutschen Gerichten stattfanden. Sie machen die Unterschiede und die Wechselwirkungen der Strafverfolgung zwischen Ost und West deutlich und zeigen, wie sich die öffentliche Wahrnehmung der Prozesse in den Westzonen und später in der Bundesrepublik in all ihren Widersprüchen entwickelte. Auch in der Sowjetischen Besatzungszone gab es anfangs noch einen gewissen Freiraum, doch bald standen Justiz und Öffentlichkeit im Dienste der SED-Propaganda. "Der Band kann keinen lückenlosen Überblick bieten. Dennoch füllen die Beiträge weiße Flecken auf der Landkarte der Forschung über die Strafverfolgung von nationalsozialistischen Gewaltverbrechen und zeigen noch zu untersuchende und zu beachtende Probleme auf. Dies dürfte vor allem für die SBZ/DDR gelten, wo bis Mitte der 1950er Jahre die Ergebnisse der Frühphase der juristischen Aufarbeitung durch Amnestien, Gnadenerlasse und Entlassungsaktionen aus innenpolitischen Opportunitätsgründen nahezu gänzlich revidiert wurden... Anschaulich gelingt es den Autorinnen und Autoren anhand bedeutsamer NS-Prozesse (u. a. Eichmann-Prozess 1961; 1. Auschwitz-Prozess 1963-1965) aufzuzeigen, wie sich die öffentliche Wahrnehmung in den Westzonen und später in der Bundesrepublik in all ihren Widersprüchen entwickelte. Überzeugend ist daher auch das Resümee der Herausgeber: "Es war ein langer, steiniger und schmerzhafter Weg, bis die populäre Schlussstrich-Mentalität weithin überwunden war und die Mehrheit der Bevölkerung der Einsicht zustimmte, dass die moralische Verdammung der ungeheuren NS-Verbrechen ohne die konkrete Strafverfolgung der Täter unglaubwürdig bleiben müsse."... Mit seiner Fülle an Detailinformationen zu einzelnen Fällen und statistischen Angaben ist der Band eine ebenso nützliche wie notwendige Ergänzung bzw. Fortschreibung der Forschung zu diesem Themenkomplex" (www.sehepunkte.de).

Rezension: http://www.sehepunkte.de/2011/12/20275.html

SWB-ID: 340198567

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Mit reinem Gewissen : Wehrmachtrichter in der Bundesrepublik und ihre Opfer / hrsg. von Joachim Perels .... - 1. Auf.. - Berlin : Aufbau Verl., 2011. - 474 S. : Ill. ; 215 mm x 125 mm

ISBN 978-3-351-02740-7 (Gb. : EUR 24.99 (DE), EUR 25.70 (AT), sfr 37.90 (freier Pr.))

INHALT: "Während des Zweiten Weltkriegs verhängten Wehrmachtsrichter 30.000 Todesurteile. Viele dieser Juristen machten nach 1945 in der jungen Bundesrepublik trotzdem Karriere. Der Sammelband "Mit reinem Gewissen" klärt auf über dieses dunkle Kapitel deutscher Geschichte... In dem Buch wird auch über einzelne Schicksale berichtet, über Täter und Opfer. Besonders eindrucksvoll beschreibt der inzwischen fast 90-jährige Ludwig Baumann, was er selbst erlebte. 1942 wurde er in Bordeaux als Deserteur zum Tode verurteilt und kurze Zeit später zwar begnadigt, das erfuhr er aber erst nach acht Monaten. Solange blieb er in der Todeszelle, in ständiger Angst, zur Hinrichtung geholt zu werden. Er erlebte zahllose Hinrichtungen anderer Verurteilter, ein einziges Grauen. Es folgten KZ, Wehrmachtgefängnis und Strafbataillon. Ludwig Baumann war einer der wenigen, die überlebten. Nach dem Krieg galt er als vorbestraft, bekam keine Arbeit und fühlte sich wieder seiner Würde beraubt. Auch davon handelt das Buch, wie es dazu kommen konnte, dass erst mehr als 60 Jahre nach Kriegsende die Opfer der Wehrmachtsjustiz rehabilitiert wurden, während keiner der ehemaligen Wehrmachtsrichter verurteilt wurde. Selbst der große Ankläger Fritz Bauer konnte hier nichts ausrichten, die höchstrichterliche Rechtsprechung sorgte dafür, dass alle Nazi-Juristen, einschließlich der furchtbaren Wehrmachtsrichter, davonkamen. Erst 1995 kam es zur Wende in der BGH-Rechtsprechung. Die Karlsruher Richter sprachen von einem "folgenschweren Versagen der deutschen Strafjustiz". Der Sammelband vereint Bekanntes mit neueren Erkenntnissen. Die Beiträge enthalten einige Wiederholungen, die vielleicht vermeidbar gewesen wären. Das tut dem Verdienst keinen Abbruch, ein lange vernachlässigtes Kapitel deutscher Geschichte zu durchleuchten - und dazu anzuregen, weiterzuforschen" (dradio.de).

Rezension: http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/kritik/1605281/

SWB-ID: 352332409

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Pölking, Hermann: Ostpreußen : Biographie einer Provinz. - Berlin : bebra, 2011. - 927 S.

ISBN 978-3-89809-094-0 (Geb.: EUR 29.95)

Rezension: Eine gewichtige Novität: über 900 Seiten stark, mit aufschlussreich-alten Fotos reich illustriert, mit 60-seitigem Anhang: Personen- wie Ortsregister, Literatur- wie Internetnachweisen u.a. Pölking bietet eine gehaltvolle Dokumentation einer versunkenen Welt als breites Panorama: Geschichte, Kultur, Volkstum u.a., farbig und authentisch unterlegt mit ergiebigen Zitaten aus unzähligen Quellenschriften (Erinnerungen, zeitgenössischen Artikeln, Sach- wie wissenschaftlichen Fachbüchern): akribisch nachgewiesen (selbst im Kleinstdruck 30 Druckseiten). Pölking informiert erstaunlich belesen, durchgehend faktenreich, engagiert-detailliert, präzise und überzeugend; selbst die Lektüre einzelner Kapitel des klar, vorrangig historisch gegliederten Buches erfordert dennoch ein spezielles Interesse, eine bemühte Aufmerksamkeit. Nicht zuletzt ist dies eine respektable verlegerische Leistung (mit einem bemerkenswert guten Preis-Leistung-Verhältnis). Pölking ist auch neben dem anders orientierten A. Kossert (vgl. BA 11/05) als Grundlagentitel breit empfehlenswert. (2)

SWB-ID: 352283807

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Raphael, Lutz: Imperiale Gewalt und mobilisierte Nation : Europa 1914 - 1945; [mit ... 1 Tab.]. - Orig.-Ausg.. - München : Beck, 2011. - 319 S. : Ill., Kt. (Beck'sche Reihe ; 1987) (C. H. Beck Geschichte Europas)

ISBN 978-3-406-62352-3 (Pb.: EUR 14.95)

Rezension: Das in der 10-bändigen "Geschichte Europas" (zuletzt B. Schneidmüller: ID-B 22/11) erschienene Werk des Trierer Neuhistorikers (zuletzt BA 3/04) charakterisiert die spannungsgeladene Epoche zwischen 1914 und 1945 als Zäsur in der europäischen Geschichte, geprägt von imperialem Machtstreben und nationaler Mobilisierung. Gemeinsamkeiten ebenso wie Unterschiede in der Entwicklung der europäischen Staaten benennend, schildert Raphael auf aktuellem Forschungsstand in anspruchsvoll-analytischer, dabei klar gegliederter und gut lesbarer Darstellung die Konflikte und Verwerfungen in einer Zeit, die im Zeichen zweier Weltkriege und aufkommender Diktaturen stand. Zugleich machten epochale Neuentwicklungen in Wissenschaft, Kultur und Gesellschaft Europa zum "Labor der Moderne". Anmerkungen am Schluss (die zur Einleitung fehlen!), einige Abbildungen, Chronik, Personen- und Ortsregister, annotierte Literaturhinweise mit Verweis auf eine Web-Bibliografie. Die Unterabschnitte erscheinen nicht im Inhaltsverzeichnis. Neben älteren Darstellungen etwa von W.L. Bernecker (BA 10/03) und V. Berghahn (BA 1/03). (2)

Rezension: http://www.perlentaucher.de/buch/37470.html

Rezension: http://www.sehepunkte.de/2012/01/20244.html

Rezension: http://www.literaturkritik.de/public/rezension.php?rez_id=16313

SWB-ID: 346264103

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Seitz, Erwin: Die Verfeinerung der Deutschen : eine andere Kulturgeschichte. - 1. Aufl.. - Berlin : Insel-Verl., 2011. - 823 S. : lll., Kt.

ISBN 978-3-458-17505-6 (Gb. : ca. EUR 24.90 (DE), ca. EUR 25.60 (AT), ca. sfr 37.90 (freier Pr.))

Rezension: Seitz, Journalist und Gastrokritiker mit Metzger-und-Koch-Vergangenheit, weiß, wovon er schreibt. Seine Kulturgeschichte der deutschen Tischsitten und Kochkünste von den Germanen bis zur heutigen Konzentration des Kulinarisch-Gastronomischen in Berlin-Mitte ist eingebettet in den übergeordneten Kontext der Dialektik von braver, den Deutschen seit jeher zugeschriebener Musterbürgerlichkeit und weltoffener bürgerlicher Lebenskunst, die sich in der Figur des Bourgeois-Bohémiens repräsentiert. Seitz korrigiert, durch Originalquellen, Literaturrecherche und opulentes Bildmaterial fundiert, das Vorurteil, dass dem Deutschen das Leichte und Launige, der Sinn fürs Delikate abgehe. Abgesehen von den Perioden des orthodoxen Luthertums und des preußischen Militärstaats habe sich die urbane Lebensform über die Jahrhunderte verfeinert und differenziert und mit ihr die Feinschmeckerei. - Ein delikater (nicht nur) kulinarischer Schmöker, eine Seitenlinie zu den mehr europäisch und global akzentuierten Titeln von G. von Paczensky (ID 52/97), H.-J. Teuteberg (ID 22/87), M. Montanari (BA 2/94), H. Döbler (BA 7/00). (3)

Rezension: http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/kritik/1663727/

SWB-ID: 346481449

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Tönnesmann, Andreas: Monopoly : das Spiel, die Stadt und das Glück. - Berlin : Wagenbach, 2011. - 141 S. : Ill. (Kleine kulturwissenschaftliche Bibliothek ; 81)

ISBN 978-3-8031-5181-0 (Gb. : EUR 22.90 (DE), EUR 23.60 (AT), sfr 34.90 (freier Pr.))

INHALT: Bei Monopoly gewinnt, wer den Gegner gekonnt in den Ruin treibt. Der Kunsthistoriker Andreas Tönnesmann deutet das Brettspiel Monopoly – als Parabel auf die Ökonomie und als krisenfeste kapitalistische Fantasie. Er zieht auch Vergleiche zwischen Monopoly und der europäischen Stadtgeschichte. "Augenzwinkernd und detailverliebt erzählt Tönnesmann die Monopoly-Story. Seit 1900 entstanden in Amerika diverse Vorläufer des Spiels um den Erwerb von Grundstücken in einer idealtypischen Stadtlandschaft; schnell entpuppt sich Charles Darrow somit als simpler Plagiator, der sogar Druckfehler seiner Vorbilder auf das eigene Spielfeld übernahm. Doch dem Mythos Monopoly vermag der kapitalistische Sündenfall nichts anzuhaben; nach dem Zweiten Weltkrieg, parallel zum Wirtschaftsaufschwung, kann das Spiel seinen globalen Siegeszug antreten" (ZEIT). "Mit Exkursionen von der Renaissance bis in die Moderne, von Dürer, Morus, Huizinga, Loos bis Frank Lloyd Wright, präpariert er Parallelen ebenso heraus wie Auseinanderstrebendes. Sein Fazit: Monopoly ist eine moderne Utopie der idealen Stadt. Das liest sich wunderbar leicht und mit viel Erkenntnisgewinn" (dradio.de). Platz 3 der NDR/SZ-Sachbuchbestenliste des Monats Januar 2012.

Rezension: http://www.perlentaucher.de/buch/37132.html

Rezension: http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/kritik/1647791/

SWB-ID: 351256873

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Tuckermann, Anja: Sinti und Roma hören [Tonträger] : das Hörbuch / Sprecher: Rolf Becker; Anne Moll. Ms.: Anja Tuckermann. Lektorat/Regie: Antje Hinz. - Tüschow : Silberfuchs-Verl., 2011. - 1 CD (80 Min.) ; 12 cm, 95 g + Booklet ([20] S.)

ISBN 978-3-940665-25-6 (EUR 24.00 (DE) (freier Pr.))

INHALT: Sinti und Roma haben die europäische Kultur entscheidend mitgeprägt, und doch werden sie seit Jahrhunderten verurteilt, verfolgt und vertrieben. Weil Roma ihre Geschichte lange nur mündlich überlieferten, ist über die Ursprünge des Volkes, seine Wege nach Europa und Südamerika und das gegenwärtige Leben und Schaffen von Roma und Sinti nur wenig bekannt. Diese Wissenslücke will das Hörbuch mit einer Vielzahl von Informationen, Zitaten und Musikbeispielen füllen. "In einer ausgewogenen Mischung aus Text und Musik, die den besonderen Hörreiz ausmacht, öffnet sich im Sinne einer wahren Informationsvermittlung die Tür zu einer uns fremden Kultur. Hier wird Interesse nicht nur geweckt, sondern zugleich befriedigt. Geschichten machen Geschichte „erhörbar“ und ermöglichen ein neues Verständnis für das Volk der Sinti und Roma" (Aus der Jurybegründung, nominiert für den Deutschen Hörbuchpreis 2012, Kategorie Beste Information).

Rezension: http://www.ndr.de/kultur/literatur/hoerbuch-tipp/nhsinti101.html

Rezension: http://www.hdm-stuttgart.de/ifak/medientipps/neues/view_medientipp?ident=medientipp20110619105919

SWB-ID: 338933697

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The Oxford handbook of modern German history / ed. by Helmut Walser Smith. - 1. publ.. - Oxford [u.a.] : Oxford Univ. Press, 2011. - XVII, 863 S. : graph. Darst., Kt.

ISBN 978-0-19-923739-5 (Geb.: ca. $175.00)

INHALT: "Die moderne Geschichte Deutschlands besser verstehbar zu machen, ist das Ziel des "Oxford Handbook of Modern German History". Unter der Regie des US-Historikers Helmut Walser Smith betrachten betrachten 35 Experten deutsche Geschichte im Kontext der Weltgeschichte... Kontinuität ist der zentrale Begriff im Geschichtsverständnis von Walser Smith. Er will Kontinuitäten sichtbar machen: Der Erste Weltkrieg ist für ihn nicht erklär und verstehbar, wenn man ihn nur als Urkatastrophe etikettiert. Und 1945 'herrschte' auch keine Stunde Null. Das Vorher und das Danach waren vielfältig miteinander verzwirnt. Das Oxford Handbook , an dem je ein Drittel amerikanische, deutsche und Historiker anderer europäischer Länder unter der Regie von Helmut Walser Smith zusammen gearbeitet haben , wurde von Oxford University Press in Auftrag gegeben, weil man dort zu der Überzeugung gelangt war, dass nur durch einen übernationalen Ansatz Geschichte einigermaßen fair vermittelt werden kann. Englischsprachige Geschichtsinteressierte, an die sich das Handbuch in erster Linie richtet, erhalten jetzt erstmals eine thematisch und chronologisch strukturierte Gesamtdarstellung der Genese der modernen deutschen Geschichte, die schon im 18. Jahrhundert ansetzt. Mit der aufkommenden Idee des Nationalstaats und den Auswirkungen des Siebenjährigen Krieges (1756-63) begann sich der komplexe Organismus des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation aufzulösen... Dem Handbuch gelingt es, sowohl analytisch-distanziert als auch mit Empathie darzulegen, wie sehr die Entwicklung in Deutschland mit den historischen Prozessen im Westen verwoben war - auch wenn sich Deutschland atypisch im Vergleich zu den westlichen Demokratien entwickelte" (dradio.de).

Rezension: http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/kritik/1648779/

SWB-ID: 332652718

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Wippermann, Wolfgang: Preußen : kleine Geschichte eines großen Mythos. - Freiburg im Breisgau ; Basel ; Wien : Herder, 2011. - 200 S. : Ill., Kt. ; 190 mm x 120 mm

ISBN 978-3-451-30475-0 (Gb. : ca. EUR 16.95 (DE), ca. EUR 15.40 (AT), ca. sfr 23.50 (freier Pr.))

Rezension: Was da alles über Preußen, das zum 300. Geburtstag Friedrichs des Großen 2012 wieder aktuell wird (vgl. M. Epkenhans: in dieser Nr.), an Aussagen und Klischees kursiert, das untersucht hier der schreib- und streitlustige Ideologiehistoriker der FU Berlin (zuletzt ID-A 3/11) auf seinen Tatsachengehalt. Wurde dort tatsächlich "jeder nach seiner Façon selig"? War es, wie es 1947 im Auflösungsgesetz hieß, wirklich "seit jeher Träger des Militarismus und der Reaktion in Deutschland"? Mit 20 kurzen Kapiteln, die zunächst der Chronologie folgen, dann dem Wandel des Preußenbilds nachspüren, will Wippermann kritisch aufklären, dazu benutzt er eine einfache, aber prägnante Sprache, dazu trennt er Sachinformation und prononcierte, gleichwohl abwägende Deutung, dazu löst er das gewohnte Geschichtskontinuum in Fragenblöcke auf, und so ermöglicht er unaufdringlich einen reflektierteren Zugang zum Thema. Neben Sachdarstellungen wie dem Klassiker von C. Clark (BA 5/07) oder zuletzt von Uwe A. Oster (BA 5/10) und auch für Oberstufe und Politische Bildung. Bibliografischer Essay und Bibliografie, keine Register. (2 S)

SWB-ID: 351204830

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