Innerer Monolog
Erzählerische (Gedanken-) Redewiedergabe in der 1. (ersatzweise: gleichbedeutend 2.) Person Präsens Indikativ, in Innensicht ohne kommentierende Einmischung, in vollständiger oder auch partiell unvollständiger Syntax mit unbeschränkter Interpunktion, jedoch ohne Anführungszeichen.
"Othello schlich zu Desdemonas Bett. Ob sie wohl schon zur Nacht gebetet hat? Schließlich willst du sie ja nicht bei beladener Seele ... aber töten muß ich sie!"
Fachausdruck
Individualstil
Unter “ Individualstil ” verstehen wir demnach die individuelle Verwendung allgemeiner und besonderer Gesetzmäßigkeiten, diktiert durch diesen oder jenen funktionalen Stil. Je nach der Spezifik des betreffenden Redestils wird dabei der Eigenheit des Sprechenden (des Schreibenden) mehr oder weniger Bewegungsfreiheit gelassen.
Isolierung
Verselbständigung der Satzglieder, z.B. „Am Fenster stand Liebig. Morgens schon. Mittags. Und nachmittags noch.“ (W. Borchert). – Dient als Mittel der Hervorhebung; die Aussage gewinnt die Wichtigkeit und findet stärkere Beachtung. Diese Form der „offenen“ Syntax erlaubt auch weitere Assoziationen.
Konkretisierung
Konkretisierung bezeichnet die Anwendung eines abstrakten Konzeptes auf eine spezifische Situation. Es handelt sich um einen kognitiven Prozess und stellt das Gegenteil von Abstraktion dar.
Konkretisierung geht oft mit einer Umsetzung einer Idee in der Handlungsebene einher. Ein Plan ist etwas abstraktes und wird durch die Umsetzung zunehmend konkreter.
Auch Begriffe können konkretisiert oder aber abstrahiert werden.
Leitmotiv
Термин лейтмотив применяется также в литературоведении. Здесь он обозначает как главенствующую тему произведения или творчества писателя в целом, так и совокупность групп тематических элементов или выразительных средств, постоянных, «канонических» для определенного жанра и стиля. Также под лейтмотивом иногда подразумевается комплекс тематических и выразительных средств, который постоянно повторяется на протяжении данного художественного целого — литературного произведения; в этом употреблении понятие лейтмотива приближается к своему первоначальному музыкальному значению.
Modewörter
Als Modewort wird ein Wort oder eine Redewendung bezeichnet, „die – einer Mode vergleichbar – nur in einer bestimmten Zeit mit Vorliebe gebraucht werden, nachher jedoch kaum noch üblich sind.“[1] Entweder verschwinden sie irgendwann ganz aus der Sprache oder sie werden nur noch relativ selten gebraucht, so dass sie ihren Charakter als Modewort einbüßen.
Nullfärbung
Bei einer allgemeinen emotionalen Höhenlage sprachlicher Mittel geht man von einer neutralen Grundschicht (normalsprachliche, schriftsprachliche Schicht mit expressiver Nullfärbung) aus, von der aus nach oben und unten weitere Stilschichten unterschieden werden können. So kann von oben nach unten die folgende Untergliederung getroffen werden:
Beispiel
» poetisch gehoben "eins werden"
Beispiel
» normal "Geschlechtsverkehr vollziehen"
Beispiel
» umgangssprachlich "Liebe machen"
Beispiel
» umgangssprachlich salopp "poppen"
Beispiel
» vulgär "vögeln"
Nominalstil
Als Nominalstil bezeichnet man Satzkonstruktionen, in denen weitgehend auf den Gebrauch von Vollverben verzichtet wird und stattdessen Nominalgruppen vorherrschen.
Der Nominalstil ist in wissenschaftlichen, behördlichen und fachsprachlichen Texten weit verbreitet; nicht zuletzt aus Gründen der Sprachökonomie, Diversität im Ausdruck und Reduktion syntaktischer Komplexität bei gleichzeitiger Erhöhung informationeller Dichte.
Dies kann dazu führen, dass der Nominalstil hölzern und wenig anschaulich wirkt. Und da er Tätigkeiten durch Nomina ausdrückt, führt er etwaig zu statischen, fast toten Texten. Daher wirkt der Nominalstil abstrakt und komprimiert, auch unangreifbar, objektiv und allgemeingültig. Siehe Aktiv und Passiv, Diathese.
Literatur, Journalismus und Werbesprache bedienen sich daher häufiger des Verbalstils - aus Gründen nötiger Wärme, Blumigkeit und Greifbarkeit (Plastizität und Suggestion, siehe auch Prosa, Neologismen). Für Texte, die Handlungsanweisungen geben, zum Beispiel technische Anleitungen, ist der Verbalstil wünschenswert, weil dies für Laien zur Auflösung fachlicher Komplexität beitragen kann.
Eine Disziplin der Soziolinguistik ist die Beschäftigung mit geschlechterspezifischem Sprachhandeln. Man weiß seit den 90er Jahren, dass Frauen zum Verbalstil tendieren, Männer hingegen zum Nominalstil.
viele Nomina, ein besonderer, nominaler Typ der Satzstruktur
der Nominalstil: immer eine starke Komprimierung des Inhalts, dank vielen Substantiven, besonders ihren bestimmten Typen:
den deverbativen suffixlosen und abgeleiteten Wörtern auf -ung,
deadjektivischen auf -heit, -keit,
substantivierten Infinitiven und
anderen gruppensetzenden Wörtern, d. h. solchen, die imstande sind, erweiterte Gruppen um sich zu entfalten
=Träger eines stark komprimierten Inhalts, z. B.:
die Bewertung der Leistungen auf der Grundlage der gültigen Prüfungsordnung.
Nominaler Stil entsteht, wenn der Mitteilende bestrebt ist, eine ganze Reihe von Sachverhalten mit einem Mal, d. h. simultan auszudrükken — in einem erweiterten Einfachsatz mit nur einer finiten Verbform
2. der Text wird nach dem Prinzip einer Großdosierung des Informationsgehalts aufgebaut: er besteht aus vielumfassenden Sätzen, die Darstellung erfolgt in großen Schritten, der Inhalt ist stark komprimiert und erfordert vom Empfänger (Leser) eine stärkere geistige Konzentration
zum Beispiel:
„Das sind Maßnahmen, die auf die Verwirklichung der Idee zur Schaffung stabiler Verhältnisse für die Gewährleistung des Friedens und der Zusammenarbeit durch gemeinsame Anstrengungen der Völker und Staaten Asiens gerichtet sind.“
der Nominalstil: verkörpert Gegenständlichkeit und Begrifflichkeit, deshalb erfordert eine stärkere geistige Konzentration als der Verbalstil.
Die Verwendungspotenzen: für die Funktionalstile = Sachprosa (für die Texte der Presse, Publizistik, Wissenschaft, Technik, Wirtschaft, Verwaltung, diplomatische Dokumente) ist der Nominalstil sehr charakteristisch.→ die Realisation der allgemeinsprachlichen Tendenz zur Nominalisierung;
pars pro toto
Als Wortfigur gehört das Pars pro toto der Gruppe der Tropen an und bezeichnet sowohl eine spezielle Form der Metonymie (Namensvertauschung, Umbenennung) als auch der Synekdoche (Bedeutungsverschiebung). Das Gegenstück des Pars pro toto ist der Fall des Totum pro parte („das Ganze beschreibt einen Teil“).
Beispiele aus der Umgangssprache:
ein Dach über dem Kopf haben – Dach für Haus
pro Kopf – Kopf für Mensch
Holland für die Niederlande – Holland ist nur ein Teil der Niederlande
England für Vereinigtes Königreich – England ist nur ein Teil des Vereinigten Königreichs von Großbritannien und Nordirland
Russland für die Sowjetunion – die Russische SFSR war nur eine Unionsrepublik der Sowjetunion.
mit Mann und Maus - natürlich auch mit der gesamten Ausrüstung und Ladung (ähnlich: mit Kind und Kegel)
Poetismus
Redewendung
bildhafter Ausdruck, bei dem Wörter eine feste Verbindung eingegangen sind. Im Unterschied zur Redensart wird sowohl die ursprüngliche als auch die übertragene Bedeutung erfasst (z.B. bei »den Kopf schütteln« die Bedeutungen »etwas verneinen« und »sich über etwas wundern«).
Satzabbruch
Vorzeitiger Abbruch eines Satzes, oft nach Andeutung des Fortgangs.
Schwammwörter
„Wörter mit großem Bedeutungsumfang nennt man Allerweltswörter oder auch Schwammwörter. Zu ihnen gehören alle entbehrlichen Fremdwörter, die sich in unserer Umgangssprache leider so breit gemacht haben. Eins der am meisten gebrauchten Schwammwörter ist das Fremdwort Interesse mit seinen beiden Verwandten interessant und interessieren.“
Stilbruch
Unter einem Stilbruch versteht man in der Kunst das Auftreten eines Elementes, das nicht zum Gesamtbild des Werkes passt und als störend oder gar provozierend empfunden wird. Als Stilbruch kann man beispielsweise bezeichnen:
das parallele Benutzen von Stilmitteln, welche für unterschiedliche Epochen typisch sind. Ein barockes Rezitativ in einem Pop-Song kann ein Stilbruch sein, ebenso wie kubistische Elemente in einem klassischen Landschaftsportrait.
das Auftreten von Stilmitteln und Elementen, die der Atmosphäre des Gesamtwerkes entgegenstehen. Ein Beispiel ist die Verwendung von Umgangssprache in einem ansonsten kunstvollen Gedicht.
Ein Stilbruch kann vom Künstler durchaus beabsichtigt sein. Mögliche Gründe:
Dem Werk wird eine humoristische Seite verliehen. Insbesondere in Gedichten wird oft im letzten Vers ein Stilbruch als Pointe verwendet, wie im Gedicht Gewitter von Heinz Erhardt.
Zentrale inhaltliche Aspekte des Werkes spiegeln sich in den kontrastierenden Stilen wider.
Vom Stilbruch spricht man gelegentlich auch im Alltagsleben: beispielsweise in Führungsetagen eines Unternehmens ungewöhnlicherweise nicht im Anzug oder ohne Krawatte zur Arbeit zu erscheinen, und auch im Marketing, wenn eine Markenlinie, der "Stil eines Hauses", zugunsten einer Neuausrichtung verlassen wird.
Synkope
