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Trauma
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23.1 Traumatische Augenveränderungen
–Intravitreal mit Insulinspritze: 1. bei bakterieller Infektion: 100 µg Gentamicin in 0,1 ml und 1,0 mg Vancomycin in 0,1 ml; evtl. Wiederholung nach 48 Std.; 2. bei Pilzinfektion: 5 µg Amphotericin B.
Blow-out-Fraktur
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Definition: Fraktur des Orbitabodens durch isolierte Gewalteinwirkung.
Diagnostik/Symptome:
Visus: Bei Reduktion Ausschluss einer Orbitablutung erforderlich.
Anamnese: Bulbuskontusion, z. B. Tennisball o. ä.; Schmerzen, Diplopie (bei Aufund Abblick).
Inspektion:
–Periokuläre Ekchymosen (S. 399), Ödem, evtl. Ptosis (S. 113).
–Enophthalmus (Diagnostik S. 2), evtl. erst nach dem Abschwellen zu diagnostizieren.
Palpation: Krepitation bei subkutanem Luftemphysem des Lides durch Kontakt zu frakturierten Sinus.
Spaltlampe: Oft Bindehautblutungen; weitere mögliche Kontusionsverletzungen vgl. Contusio bulbi (S. 428).
Überprüfung der Hautsensibilität (S. 29): evtl. Hypästhesie im Bereich des N. infraorbitalis (Unterlid, Wange).
Tonometrie: Bei versuchtem Blick nach unten evtl. Augeninnendruck-Anstieg.
Motilität (S. 11): Elevation Depression eingeschränkt.
Beachte: Traktionstest (S. 20): Widerstand gegen Hebung.
Röntgen/CT: Fraktur am häufigsten des Orbitabodens, seltener mediale Orbitawand oder Orbitadach, Darstellung von prolabierten Orbitainhaltanteilen (z. B. Fett, Bindegewebssepten, selten M. rect. inf.); evtl. assoziierte Frakturen.
Rhinorrhö erfordert Ausschluss einer Liquorfistel bei Orbitadachfrakturen.
HNO-ärztliche, kieferchirurgische Betreuung erforderlich.
Ursache: Reine Blow-out-Fraktur entsteht durch Objekt, das größer als der anteriore knöcherne Orbitadurchmesser ist, z. B. Faust, Tennisball; Frakturen des Orbitadaches entstehen durch Fallen auf spitze Gegenstände z. B. Fahrradlenker.
Verlauf/Komplikationen: Enophthalmus nimmt evtl. im ersten Halbjahr zu; die Diplopie kann sich innerhalb der ersten 4 Wochen, gelegentlich auch noch später spontan bessern, die subjektive Beeinträchtigung ist unterschiedlich; bei Liquorfistel evtl. Meningitis; evtl. Fibrose des M. rect. inf.
Therapie:
Konservativ: 7 – 14 Tage Rückgang der Schwellung abwarten; Visus-, Hertel- (S. 2) und Motilitätskontrollen (S. 11);
Chirurgisch:
–Operative Rekonstruktion des Orbitabodens; Indikation: Frühoperation bei ausgeprägtem Enophthalmus, Diplopie in Primärposition; Operationszeitpunkt wird kontrovers diskutiert (Diplopie stellt mögliche Operationskomplikation dar, Aufklärung erforderlich).
–Spätversorgung: Schieloperationen zur Besserung der Diplopie, meist am gesunden Auge.
–Bei Liquorfistel neurochirurgischer Eingriff erforderlich.
Lidverletzungen
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Diagnostik/Symptome:
Inspektion: Ödem, Blutung, Einrisse und Defekte mit und ohne Beteiligung der Lidkante, Bisswunden, Fremdkörper.
Palpation: Crepitatio (Knistern) bei Luftemphysem; bei Lidbändchenverletzung medialer Kanthus instabil und nach lateral verlagert.
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Aus A.Burk u. R.Burk.: Checkliste Augenheilkunde, 4. Aufl. (ISBN 3-13-100573-4) © 2005 Georg Thieme Verlag, Stuttgart
23.1 Traumatische Augenveränderungen
Ausschluss von Begleitverletzungen im Augen-, Gesichts-, übrigen Körperbereich vgl. Contusio bulbi.
Ursache: Contusio, Perforation, Schusswunde, Fremdkörperverletzung, tierische oder menschliche Bisswunden; Luftemphysem: Verletzung der Nasennebenhöhlen mit Übertritt von Luft in die Lider.
Verlauf/Komplikationen: Bei inadäquater Adaptation der Lidkanten oder fehlender plastischer Rekonstruktion von Defekten evtl. Ptosis (S. 113), Entropium (S. 108),
Ektropium, (S. 109), Trichiasis (S. 107), Erosio corneae (S. 438), Ulcus corneae (S. 194).
Therapie:
Konservativ:
–Tetanusimpfschutz-Überprüfung bzw. -Prophylaxe siehe S. 434.
–Antibiotische AS in Abhängigkeit von Verletzungsausmaß, Kontamination der Wunde.
–Bei großen Defekten mit unzureichender Hornhautdeckung feuchte Kammer oder Salbenverband bis zur plastischen Deckung.
–Bisswunden: Für 5 Tage Tetracyclin p. o.; antibiotische AT/AS vgl. S. 158 .
Chirurgisch:
Beachte: Primärversorgung innerhalb 12 Std.; initial sollte möglichst wenig Gewebe entfernt werden, auch bei fraglicher Vitalität, oft wieder integrierbar.
–Bei späterem Eintreffen des Patienten Reinigung mit physiologischer Kochsalzlösung und Verband; nach 3 – 4 Tagen Auffrischung der Wundränder (sehr vorsichtig, möglichst wenig Gewebe entfernen) und Wundversorgung.
–Bei Tierbiss sofortige Wundversorgung möglich, bei Menschenbiss erst nach einigen Tagen und möglichst keine tiefen Nähte.
–Möglichst sofortige Adaptation der Levatoraponeurose bei Verletzung.
–Lidbändchenverletzung s. S. 499.
–Postoperativ antibiotische AS; Verband (über Fahruntüchtigkeit aufklären).
Verletzungen der Tränenwege
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Diagnostik/Symptome:
Inspektion: Verletzung der Canaliculi, Tränenpünktchen, des Tränensacks (Tränendrüse sehr selten verletzt).
Spülung, falls äußerlich keine Verletzung der Tränenwege sichtbar (vgl. S. 9): nicht durchspülbar, evtl. Austritt von Sanguis.
Darstellung mit bildgebenden Verfahren (S. 10).
Ausschluss von Begleitverletzungen im Augen-, Gesichts-, übrigen Körperbereich vgl. Contusio bulbi (S. 428).
Ursache: Verletzung der Lider im nasalen Drittel; Verletzung/Obliteration des Tränensacks durch Orbitafrakturen.
Verlauf/Komplikationen: Epiphora (S. 148), z. B. infolge Durchtrennung der Tränenkanälchen, Verletzung des M. orbicularis (Pumpfunktion gestört), Verlagerung der Tränenpünktchen durch Narbenzug; als Folge von Frakturen evtl. rezidivierende Dakryozystitis (S. 150), Fisteln.
Therapie:
Konservativ:
–Tetanusimpfschutz überprüfen bzw. -prophylaxe siehe S. 434.
–Lokale, systemische (S. 434) Antibiotika, in Abhängigkeit von Verletzungsausmaß, Kontamination der Wunde.
Chirurgisch: Silikonintubation der Canaliculi innerhalb von 24 Std. (S. 498).
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23.1 Traumatische Augenveränderungen
Keratopathia photoelectrica („Verblitzung“)
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Diagnostik/Symptome:
Visus: Evtl. reduziert.
Anamnese: Schmerzen, Photophobie, Fremdkörpergefühl, Epiphora (S. 148); typische Latenzzeit von 6 – 8 Std., bis erste Symptome auftreten.
Inspektion: Blepharospasmus (S. 121).
Spaltlampe: (evtl. Lokalanästhetikum erforderlich, z. B. Oxybuprocain-HCL 0,4%ig AT) meist beiderseits multiple, punktförmige, oberflächliche, fluoresceinpositive Epitheldefekte (Fluoresceinfärbung S. 32), konjunktivale Gefäßinjektion.
Ursache: UV-Strahlen: z. B. Schweißen, Höhensonne, Hochgebirgsaufenthalt.
Verlauf/Komplikationen: Abheilung meist innerhalb von 24 Std.; Infektionsgefahr.
Differenzialdiagnose: Hornhaut- (S. 439)/Bindehautfremdkörper.
Therapie:
Gentamicin AS: 3-mal tgl. bis zur Abheilung.
Augenverband (über Fahruntüchtigkeit aufklären); evtl. Schmerzmittel p. o.
Beachte: Aufklärung darüber, dass Schmerzen in den ersten Std. nicht durch Augentherapie zu beheben sind; kein Reiben, Augen wenig bewegen (nicht lesen), Ruhe in abgedunkeltem Raum;
Erosio corneae
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Definition: Oberflächlicher, nur das Epithel betreffender Hornhautdefekt.
Diagnostik/Symptome:
Visus: Reduktion abhängig von zentraler Lage, Größe.
Anamnese:
–Fremdkörpergefühl, Schmerzen, Photophobie, Epiphora (S. 148).
–Bei rezidivierender Erosio typischer Schmerz beim Aufwachen.
Inspektion:
–Evtl. Blepharospasmus (S. 121).
–Ektropionieren (S. 6): Zum Fremdkörperausschluss unter den Lidern.
Spaltlampe: Nur das Epithel betreffender, fluoresceinpositiver Hornhautdefekt (Fluoresceinfärbung S. 32; Abb. 23.7); konjunktivale Gefäßinjektion (evtl. ziliare s. S. 157).
Abb. 23.7 · Große Erosio corneae im rotfreien Licht nach Anfärbung mit Fluorescein
Abb. 23.8 · Metallischer Hornhautfremdkörper mit Rosthof und umgebendem Hornhautödem
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23.1 Traumatische Augenveränderungen
Ursache: z. B. Fingernagel, Schminkutensilien, Zweig, Holz; spontan bei Hornhautdystrophie (S. 202); rezidivierende Erosio: Verminderung, Verdickung, Duplikaturen der Basalmembran; Defizit der Hemidesmosomen, welche die Basalzellschicht des Epithels an die Basalmembran heften.
Verlauf/Komplikationen: Infektionsgefahr; Abheilung meist innerhalb 24 Std.; manchmal rezidivierende Erosio, s. a. S. 202.
Differenzialdiagnose: Subtarsaler Fremdkörper, Hornhautfremdkörper (s. u.).
Therapie:
Konservativ:
–Verband (über Fahruntüchtigkeit aufklären; bei Kindern 8 Jahre Amblyopiegefahr, vgl. S. 401).198, 401
–Gentamicin AS 3-mal tgl. bis zur Abheilung.
–Natamycin AS bei Verletzung durch organische Materialien (z. B. Holz) 5-mal tgl., (evtl. zusätzlich Gentamicin);
Rezidivierende Erosio: Behandlung oft über Monate erforderlich: künstliche Tränen ohne Konservierungsmittel (S. 145) tagsüber, Dexpanthenol AS z. N., Lidrandhygiene (S. 124), evtl. Abrasio (S. 464), evtl. therapeutische Kontaktlinse; weitere Therapiemöglichkeiten sind Collagen shield oder Collasomen.
Chirurgisch: Bei therapieresistenter rezidivierender Erosio Hornhautstichelung (mit feiner steriler Nadel 40 – 50 Stiche durch das gelockerte Epithel bis ins vordere Stroma oder mittels Excimer-Laser; siehe hierzu Spezialliteratur).
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Trauma
Hornhautfremdkörper (FK)
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Diagnostik/Symptome:
Visus: In Abhängigkeit von der Lage des FK reduziert.
Anamnese: Fremdkörpergefühl, Schmerzen, Epiphora (S. 148); z. B. nach Schleifarbeiten.
Inspektion: Blepharospasmus. Ektropionieren (S. 6): evtl. weitere FK unter dem Lid.
Spaltlampe: FK mit unterschiedlicher Tiefenlokalisation von Epithel bis Descemet; bei metallischem FK oft bräunlicher Rosthof unterschiedlicher Größe um FK (S. 199; Abb. 23.8); evtl. begleitende fluoresceinpositive Erosionen; evtl. Zellen in der Vorderkammer, Tyndall positiv.
Weitere okuläre Befunde: Je nach Traumaanamnese zusätzlich Contusio bulbi (vgl. S. 428), perforierende Verletzung möglich (vgl. S. 432).
Verlauf/Komplikationen: Infektion möglich (Folgen vgl. S. 208); evtl. rezidivierende Erosio (s. o.); bei Penetration der Bowman-Membran Abheilung mit Hornhautnarbe.
Differenzialdiagnose: Hornhauterosion (S. 438), Konjunktivitis u. a. Erkrankungen des Vorderabschnitts.
Therapie:
Konservativ: Nach FK-Entfernung wie Erosio corneae, siehe oben; zusätzlich 1 Tr. Homatropin 1% 1-mal tgl. bis zur Abheilung;
Chirurgisch:
–Tropfanästhesie mit z. B. Oxybuprocain 0,4%ig AT.
–FK-Entfernung unter Spaltlampenkontrolle; evtl. Lidsperrer erforderlich oder liegende Position: bei oberflächlicher Lage mit sterilem Stieltupfer; bei tieferer Lage steriles Instrumentarium, z. B. FK-Nadel, Hornhautbohrer; der Rosthof muss mitentfernt werden; Weiterbehandlung wie Erosio corneae (S. 438).
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23.1 Traumatische Augenveränderungen
Bindehautverletzung
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Diagnostik/Symptome:
Spaltlampe:
–Bindehautdehiszenz, evtl. Fremdkörper (häufig Zilie), Blutung (Hyposphagma vgl. S. 155), Chemosis (S. 155).
–Wundinspektion in Tropfanästhesie (z. B. Oxybuprocain 0,4%ig AT): Orientierung über Ausdehnung und Tiefe, Ausschluss Skleraruptur, Fremdkörperinkarzeration.
Röntgen: Je nach Anamnese zum Fremdkörperausschluss.
Weitere okuläre Befunde: Je nach Traumaanamnese zusätzlich Contusio bulbi (vgl. S. 428), perforierende Verletzung möglich (vgl. S. 432).
Verlauf/Komplikationen: Evtl. Infektion mit Übergreifen auf die Hornhaut (vgl. S. 208).
Differenzialdiagnose: Andere Erkrankungen des Augenvorderabschnitts; immer Ausschluss eines Fremdkörpers (extra-/intraokulär), einer verborgenen Skleraverletzung.
Therapie:
Konservativ: Mit und ohne Naht, Breitbandantibiotikum lokal; z. B. Gentamicin AT/AS, Dosierung vgl. S. 158; evtl. zusätzlich Natamycin AS bei stark verschmutzter Wunde;
Chirurgisch: Naht mit Vicryl 7 – 0 in Tropfanästhesie (z. B. Oxybuprocain 0,4%ig AT); vor Wundverschluss Wundinspektion (Tenon nicht miteinnähen); Indikation für Naht bei klaffender Wunde und 1 cm Länge; lokale antibiotische Nachbehandlung für 5 Tage.
Traumatische Katarakt
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Diagnostik/Symptome:
Spaltlampe: Kontusionsrosette (Abb. 13.5 d, S. 252), Vossius-Ring siehe oben S. 431; perforierende Verletzungen: Verletzung der vorderen Linsenkapsel und übriger Linsenanteile möglich, variable Trübungszonen; durch Linsenschwellung evtl. Pupillarblock (S. 244), flache Vorderkammer; Linsenmaterial in der Vorderkammer induziert Makrophagenreaktion mit Uveitis anterior (S. 320).
Tonometrie: Evtl. phakolytisches Glaukom (hoher Augeninnendruck, ausgeprägte Uveitis bei Linsenverletzung).
Ausschluss von Fremdkörper und Begleitverletzungen im Augen-, Gesichts-, übrigen Körperbereich siehe auch Contusio bulbi (S. 428).
Ursache: Contusio bulbi (S. 428), perforierende Verletzung (S. 432).
Verlauf: Transient, statisch oder progressiv; Übergang in mature Katarakt zu jedem Zeitpunkt möglich.
Therapie:
Konservativ: Abwartende Haltung bei Visus 0,5, mit engmaschigen Kontrollen; nach Kataraktextraktion Kontaktlinsenversorgung (bei Kindern sofort), wenn IOL nicht möglich oder kontraindiziert.
Chirurgisch: Kataraktextraktion (S. 471): Art und Zeitpunkt des Eingriffs individuell variabel; bei Kindern bis etwa zum 15. LJ Amblyopiegefahr (vgl. S. 401) berücksichtigen; rasche Intervention bei phakolytischem Glaukom.
Traumatische Retinopathie Purtscher
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Diagnostik/Symptome: Funduskopie: Fokale retinale Areale milchig weißer bis grauer Trübungen, Cotton-wool-Herde (S. 266), Blutungen.
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23.1 Traumatische Augenveränderungen
Ursache:
Fettembolie in retinalen und chorioidalen Gefäßen infolge von Unfallverletzungen, Frakturen der langen Röhrenknochen.
Plötzlicher Anstieg des intravasalen Drucks bei Kompressionstraumen des Thorax.
Verlauf/Komplikationen: Nach Rückgang der Netzhauttrübungen innerhalb 1 – 2 Monaten Pigmentverschiebungen, evtl. Optikusatrophie.
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Geburtsverletzungen der Retina
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Diagnostik/Symptome: Funduskopie: Blutungen am hinteren Pol und in der Peripherie bei etwa 25% aller Neugeborenen.
Verlauf/Komplikationen: Meist innerhalb von 7 – 10 Tagen komplette Resorption, sehr selten Organisation (vgl. PVR S. 263), ausgedehnte Schisis (vgl. S. 259).
Siderosis bulbi
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Definition: Eisenablagerung in Augengeweben.
Diagnostik/Symptome:
Spaltlampe:
– Rostfarbene Bindehautverfärbung.
– Hornhaut: Fleischer-Ring (S. 198) Hudson-Stähli-Linie (S. 198); Ödem, interstitielle Keratitis, Hornhaut-Neovaskularisation, -trübung.
– Iris: Bräunliche Irisverfärbung (Heterochromie, s. a. S. 218: braun, gelb, grün, rot, Kontrast besonders deutlich bei blauer Iris); Mydriasis; Synechien; Uveitis anterior (S. 320);
– Linse: Braungelbe, subkapsuläre Flecken, totale Katarakt.
Funduskopie: Retinitis pigmentosa (S. 299) ähnliches Bild; rostfarbene Netzhautverfärbung; evtl. Netzhautablösung.
Dunkeladaptation: Nachtblindheit.
ERG: Pathologisch.
Tonometrie: Augeninnendruck bei Sekundärglaukom erhöht.Gesichtsfeld: Konzentrische Einengung.
Röntgen, Ultraschall, ggf. weitere bildgebende Verfahren zur Fremdkörperlokalisation (vgl. S. 75/433; kein MRT).
Ursache: Im Auge verbliebener eisenhaltiger Fremdkörper führt zu Eisenablagerungen in Geweben mit wahrscheinlich toxischem Effekt.
Verlauf/Komplikationen: Netzhautdegeneration mit Visusverlust, Blindheit, evtl. Phthisis bulbi (S. 323); bei Einkapselung des Fremdkörpers oder nach Entfernung evtl. spontane Abnahme der Eisenablagerungen möglich; Mydriasis evtl. reversibel; intralentale Fremdkörper müssen nicht zur Siderosis führen.
Differenzialdiagnose:
Hämosiderose durch Ablagerung von Eisen im Gewebe aus Erythrozyten infolge intraokulärer Blutung (S. 255); das klinische Bild ist identisch.
Systemische Blutungsquelle (Bluttransfusion, Hämodialyse, Hämolyse) führt zu Eisenablagerungen in Sklera und Chorioidea (kein toxischer Effekt).
Therapie:
Konservativ:
– Oberflächliche korneale Siderose: Deferoxamin als AT: 10%ige Lösung in 1% Methylzellulose, 4-mal tgl. über mehrere Wochen.
– Tiefe korneale, Iris-, Linsensiderose: Deferoxamin subkonjunktival 0,5 ml einer 10%igen Lösung 2-mal wöchentlich; Dauer: 8 – 10 Wochen. Zykloplegie vgl. S. 37; Tensionserhöhung vgl. S. 378 .
Chirurgisch: Entfernung des Fremdkörpers sobald wie möglich.
Prävention: Deferoxamin systemisch; nicht bei bestehender Siderose.
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23.1 Traumatische Augenveränderungen
Solarmakulopathie
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Diagnostik/Symptome:
Visus: Meistens bilateral 0,2 oder weniger.
Anamnese: Kurz nach Sonnenlichtexposition Wahrnehmung einer diffusen, sich unregelmäßig bewegenden Wolke vor den Augen, irritierende Nachbilder, Photophobie, Chromatopsie (Farbigsehen), Photopsie (Szintillationen, Funken, Lichtblitze vor den Augen); nach 24 Std. dichtes Skotom, evtl. Metamorphopsie.
Funduskopie: Initial evtl. unauffällig; zunächst Makula etwas dunkler, schwere Fälle Makulaödem, graues Erscheinungsbild, winzige Blutungen oder zentraler Fleck mit umgebendem Netzhautödem; im Verlauf Ausbildung eines/mehrerer gelblichweißer, ovaler Flecken in der Fovea (Rückbildung möglich) mit umgebender Deund Hyperpigmentierung; im Extremfall Ausbildung eines Makulaforamens.
Ursache: Sonnenbeobachtung ohne/mit inadäquatem Schutz; insbesondere Betrachtung einer Sonnenfinsternis; aphake oder pseudophake Patienten ohne Schutzgläser gegen UV-Licht (Licht kurzer Wellenlängen) bei Bootsfahrten, Sonnenbad, oder in großer Höhe; drogenabhängige Patienten; selten als Folge religiöser Riten, Selbstverstümmelung.
Verlauf: Sehr variabel; Sehschärfe kann sich vollständig erholen, (Skotome verschwinden meist innerhalb des ersten Monats); häufig trotzdem kleine Gesichtsfelddefekte/Metamorphopsie; evtl. permanente Beeinträchtigung von Lesen und Naharbeit.
Therapie: Innerhalb von 72 Std. nach der Exposition 60 mg Prednison p. o. tgl.; allmähliche Reduktion über 5 Wochen; im Akutstadium evtl. 20 mg Methylprednisolon oder 3 mg Betamethason retrobulbär.
Prävention: Indirekte Betrachtung (Rücken zur Sonne; durch Loch in schwarzem Karton, Sonnenlicht auf zweiter Pappe dahinter beobachten); direkte Betrachtung auch durch Röntgenfilm oder Photofilm gefährlich; bei Aphaken/Pseudophaken Schutz gegen UV-Licht und kurze Wellenlängen.
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24.1 Chirurgische Anatomie
24 Operative Eingriffe
24.1 Chirurgische Anatomie
a |
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4 |
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b |
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4 |
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7,7 mm |
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Äquator |
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3 |
6,9 |
5,5 |
1 |
NO |
3 |
mm |
mm |
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6,5 mm |
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5 |
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2 |
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2 |
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6 |
4 |
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3,5 – |
c |
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d |
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mm |
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V |
V |
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1 |
ACPL |
ACPL |
3 |
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NO |
5 |
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NCPL |
NCPL |
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|
V |
V |
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|
2
Abb. 24.1 · Chirurgische Anatomie des rechten Bulbus (nach Freeman und Tolentino) a Aufblick
subkonjunktivale Insertionsdistanz der Mm. recti vom Limbus: M. rect. med., 2 M. rect. inf., 3 M. rect. lat., 4 M. rect. sup.
bSeitansicht (lateral)
5 M. obl. inf., NO: N. opticus
cRückansicht
6 M. obl. sup., V: Vv. vorticosae, ACPL: Aa. ciliares posteriores longae, NCPL: Nn. ciliares posteriores longi
dVariation der durchschnittlichen Skleradicke; Hornhautdicke zentral 0,55mm; Limbusdistanz für Pars-plana(corporis ciliaris)-Zugang: 3,5–4,0mm (Pfeil).
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Operative Eingriffe
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Operative Eingriffe
24.2 Instrumente
24.2 Instrumente
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14 |
15 |
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17 |
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Abb. 24.2 · |
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Dieses Dokument ist nur für den persönlichen Gebrauch bestimmt und darf in keiner Form an Dritte weitergegeben werden!
Aus A.Burk u. R.Burk.: Checkliste Augenheilkunde, 4. Aufl. (ISBN 3-13-100573-4) © 2005 Georg Thieme Verlag, Stuttgart
24.2 Instrumente
Abb. 24.2 · Instrumentenübersicht (Auswahl) 1 Parazentheselanze
2 Phakolanze
3 Keratotomieschere links
4 Keratotomieschere rechts
5 Sieblöffel für Keratoplastik
6 Chalazionlöffel (klein)
7 konischer Tränenpünktchendilatator
8 Tränenwegssonde
9 Pigtail-Sonde zur Tränenwegsintubation
10Lidhaken
11Muskelhaken („Schielhaken“)
12Spatel (Netzhautund Orbitachirurgie)
13Glaskörper-Netzhaut-Schere für Vitrektomie
14Membrane-Peeling-Pinzette für Vitrektomie
15Hornhauttrepan mit Hülle
16Lidsperrer
17Trabekulotomiesonde
18Kolibripinzette
19Fadenpinzette
20Bipolatorpinzette
21Implantationspinzette, für Intraokularlinsen
22Federschere
23mikrochirurgischer Nadelhalter
24Okulopressor
25Plastik-Lochkapsel
26Intraokularlinse
27Spülsaughandgriff für Kataraktchirurgie
28Phakoemulsifikationshandgriff
29Lidplatte
30Spülkanülen: a Flachschliff nach Sautter; b Knopfkanüle; c Zystotom für Kapsulotomie
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Haptik |
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Optik |
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Abb. 24.3 · Intraokularlinse in situ |
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Abb. 24.4 · Schemazeichnung einer Kunst- |
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linse; der brechende Teil wird als „Optik“, der |
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für die Fixation vorgesehene als „Haptik“ be- |
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zeichnet |
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Operative Eingriffe
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