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Ординатура / Офтальмология / Немецкие материалы / Checkliste Augenheilkund 3 auflage_Burk_2005

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.Aufl .4 Augenheilkunde, Checkliste :.Burk.R .u Burk.A Aus Stuttgart Verlag, Thieme Georg 2005 © 4)-100573-13-3 (ISBN

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386

Chiasma/Tractus opticus/Sehstrahlung/-rinde

 

Tabelle 20.1 · Pathologische Veränderungen im Chiasmabereich

. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

Bezeichnung

typische Symptome

typischer GF-Defekt

bildgebende Verfahren – Manifestationsalter

Therapie

 

 

 

typischer Befund

 

. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

Hypophysentumoren

Cushing-Syndrom

bitemporal oberer Qua-

Röntgen: Erosion des

selten 20 J.; meist

chirurgisch, Dopamin-

(Adenome)

(ACTH-Adenom); Gigan-

drant

Dorsum sellae, Sellaver-

4.– 7. LJZ

Agonisten, z. B. Bromo-

 

tismus (STH-Adenom bei

 

größerung. Doppelkon-

 

criptin, bei Prolaktinom

 

Kindern); Akromegalie

 

tur am Boden

 

Bestrahlung

 

(STH-Adenom bei Er-

 

 

 

 

 

wachsenen); Galaktor-

 

 

 

 

 

rhö, Infertilität und Ame-

 

 

 

 

 

norrhö (Prolaktin sezer-

 

 

 

 

 

nierendes chromophobes

 

 

 

 

 

Adenom = Prolaktinom);

 

 

 

 

 

50% Optikusatrophie

 

 

 

 

Kraniopharyngeom

Kinder: Zwergwuchs, ver-

bitemporal unterer Qua-

Röntgen: supraselläre

(Tumor der Rathke-Tasche;

spätete sexuelle Entwick-

drant

Verkalkung

Abb. 20.3)66

lung; Erwachsene: Visus-

 

 

 

minderung. Gesichtsfeld-

 

 

 

defekte. evtl. endokrine

 

 

 

Dysfunktion (evtl. konge-

 

 

 

nitale Papillendysplasie

 

 

 

vgl. S. 361)66, 67

 

 

Meningeom

Visusminderung, Kopf-

monokularer Defekt oder

Röntgen: Hyperostosen

(vgl. S. 382)66

schmerzen, evtl. Anos-

junktionales Skotom

 

 

mie

(S. 66)

 

kongenital; Präsentation

chirurgisch, evtl. Nachbe-

selten bei Geburt, Gipfel

strahlung bei subtotaler

1., 2. und 5. – 7. LJZ

Resektion

mittleres Alter, häufiger

chirurgisch, evtl. Bestrah-

Frauen

lung

Gliom (vgl. S. 381)66

Kopfschmerzen, Visus-

variabel, oft keine typi-

Röntgen: J-förmige Sella am häufigsten frühe

kontrovers: abwarten, chi-

 

verlust, Nystagmus, evtl.

sche Hemianopsie

Kindheit

rurgisch, Bestrahlung,

 

Stauungspapille bei Hirn-

 

 

evtl. Chemotherapie

 

druck, Polyurie, Pubertas

 

 

 

 

praecox

 

 

 

 

 

 

 

 

rinde-opticus/Sehstrahlung/ Chiasma/Tractus von Bereich im Veränderungen 1.20 20

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Glioblastom

erst uni-, dann bilateraler

evtl. kontralaterale

mittleres Lebensalter

Prognose infaust; Lebens-

 

Sehverlust, vollständige

Hemianopsie

 

 

erwartung nach Diagnose-

 

Erblindung innerhalb 6

 

 

 

stellung 3 Monate bis 2

 

Wochen

 

 

 

Jahre

Dysgerminom

Visusminderung; Diabe-

Einschränkung, nicht

CT/MRT: suprasellärer

Ende des 1. bis Ende des

Bestrahlung

 

tes insipidus, gemischte

unbedingt bitemporal

Tumor

2. LJZ

 

 

Hypophysenunterfunkti-

 

 

 

 

 

on

 

 

 

 

Aneurysmen

progressive, zunächst

sehr asymmetrisch, Be-

MRT/Karotisangio-

mittleres Alter (Frauen

möglichst Ballonkatheter-

 

meist unilaterale Visus-

ginn meist mit unilatera-

gramm: Gefäßaussa-

überwiegen)

verschluss

 

minderung; Ruptur im

lem, zentralem Skotom,

ckung darstellbar

 

 

 

Chiasmabereich selten;

evtl. junktionales Skotom

 

 

 

 

Kopfschmerzen; retinale,

(S. 66)

 

 

 

 

subhyaloidale Glaskör-

 

 

 

 

 

perblutungen (Terson-

 

 

 

 

 

Syndrom); Aneurysma

 

 

 

 

 

der A. communicans pos-

 

 

 

 

 

terior: typischerweise

 

 

 

 

 

Okulomotoriusparese

 

 

 

 

 

mit dilatierter, fixierter

 

 

 

 

 

Pupille, plötzlichem,

 

 

 

 

 

frontalem Kopfschmerz

 

 

 

 

 

(zur Lagebeziehung vgl.

 

 

 

 

 

Abb. 20.1/20.2)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

.Forts

rinde-opticus/Sehstrahlung/ Chiasma/Tractus von Bereich im Veränderungen 1.20

387

Chiasma/Tractus opticus/Sehstrahlung/-rinde

20

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388

Chiasma/Tractus opticus/Sehstrahlung/-rinde

 

Tabelle 20.1 · Fortsetzung

. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

Bezeichnung

typische Symptome

typischer GF-Defekt

bildgebende Verfahren – Manifestationsalter

Therapie

 

 

 

typischer Befund

 

. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

Verschiedene Ursachen für Chiasmastörungen

. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

Demyelinisierende Erkrankungen z. B. multiple Sklerose (s. a. S. 27)

Arachnoidale und epitheliale Zysten

Metastasen

Sphenoidale Mukozelen

Trauma

Komplikationen nach Bestrahlung

Hydrozephalus

Schwangerschaft (meist präexistente Veränderungen kausal)

Empty-sella-Syndrom1

Sheehan-Syndrom2

Hypophysenapoplex3

Kompression von N. opticus/Chiasma durch die A. carotis4

1nicht tumoröse Umbildung der Sella durch Kombination von inkomplettem Diaphragma sellae und Liquordruck; spontan oder in Kombination mit Pseudotumor cerebri, arachnoidalen Zysten, möglicherweise Hyophyseninfarkt; sekundär nach Hypophysenchirurgie, -bestrahlung; Hypophysenfunktion normal oder variabel gestört; Kopfschmerzen in der Anamnese; Sella kann verbreitert oder deformiert sein; CT/MRT: zerebrospinale Flüssigkeit innerhalb der Sella (Begriff durch Pneumatoenzephalogramm mit Luftauffüllung der Sella entstanden; einmal Kombination von

Empty-Sella-S. und Rieger-Anomalie beschrieben).

2 Hypophysenvorderlappeninsuffizienz durch postpartale Ischämie; u.a. Adynamie, Amenorrhö, Libidostörungen, blasse, atrophische Haut, Pigmentschwund, Reduktion der sekundären Körperbehaarung, Thermolabilität, Schilddrüsenatrophie, Spontanhypoglykämie; Optikusatrophie und Gesichtsfelddefekte selten; Madarosis, Verlust der Augenbrauen; tonohaptische Pupille.

3 plötzliche Größenzunahme eines Hypophysentumors (bis 10% der Patienten) durch Einblutung; begünstigt durch Schwangerschaft, Trauma, Bestrahlung, Blutgerinnungsstörung (sofortige neurochirurgische Intervention erforderlich).

4 auch bei klinisch unauffälligen Personen besteht im MRT in 70% ein Kontakt zwischen A. carotis interna und einem oder beiden Nn. optici und bei bis zu 12% eine bilaterale Kompression.

rinde-opticus/Sehstrahlung/ Chiasma/Tractus von Bereich im Veränderungen 1.20 20

20.1 Veränderungen im Bereich von Chiasma/Tractus opticus/Sehstrahlung/-rinde

Makulaaussparung im Gesichtsfeld ( 5 ; Abb. in Tab. 1.11, S. 66) spricht für Läsion im Okzipitallappen (begründet wahrscheinlich durch doppelte Gefäßversorgung der Makularegion).

Keine Visusreduktion, aber schlechte Lesefähigkeit, bei fehlender Makulaaussparung.

In etwa 30% der Fälle afferenter Pupillendefekt kontralateral zur betroffenen Hemisphäre.

Keine Optikusatrophie.

Neuroophthalmologische Untersuchung s. S. 76.

Beachte: Bei einer homonymen Hemianopsie ist unverzüglich mit bildgebenden Verfahren ein raumfordernder Prozess auszuschließen.

Sehstörungen bei Migräne

. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

Definition: Migräne ist ein anfallartiger, meist einseitig frontotemporal betonter, pulsierender Kopfschmerz von 4 bis 72 Std. Dauer, mit oder ohne Aura (= neurologische Erscheinungen wie Sehstörungen, die einer Migräneattacke vorausgehen).

Leitbild: Flimmerskotom, Photophobie, Übelkeit, einseitiger Kopfschmerz.

Diagnostik/Symptome:

Anamnese: Übelkeit, Erbrechen; Photophobie, Lärmempfindlichkeit; Verschlechterung bei körperlicher Betätigung, Patient sucht ruhige, dunkle Räume auf.

Aura: Aufbau in 5 – 10 Min., Dauer etwa 60 Min.; Flimmerskotom: Gesichtsfeldausfall mit visuellen Sensationen wie Flimmern, Funken, Blitzen, zickzackförmiger, flimmernder Randzone (Fortifikationsspektren); weitere Auren: z. B. visuelle Pseudo-Halluzinationen, Sensibilitätsstörungen, Sprechstörungen, Hemiparesen.

Ophthalmoplegische Migräne: Aura mit N. III-Störung, Ptosis, Diplopie.

Retinale Migräne: Netzhautoder Sehnervischämie, einseitiges Skotom, Amaurose.

Übrige Augenbefunde unauffällig.

Genetik: Positive Familienanamnese.

Ursache: Aseptische perivaskuläre Entzündung von Duragefäßen (durch Abbau von Serotonin, Freisetzung von Histamin, Prostaglandin, Substanz P, Neurokinin A, Stickoxyd), eine Hemmung neuronaler Hirnrindenaktivität löst die Aura aus. Triggerfaktoren: Alkohol, Änderung des Schlaf-Wach-Rhythmus, Hunger, hormonelle Schwankungen, Stress, Aufregung, abrupter Klimawechsel, Entzug von Koffein.

Manifestationsalter: Etwa 3 – 5% aller Kinder, etwa 7% der Männer, 14% der Frauen betroffen. 522

Differenzialdiagnose: Cluster-Kopfschmerz

(S. 522); Raeder-Symptomatik

(S. 546); Spannungskopfschmerz (holozephaler

Kopfschmerz, dumpf drückend,

niedrige bis mittlere Intensität; 40 – 60% aller Menschen betroffen; Frauen zu Männer 3:1, etwa ab 25 – 30. LJ.); symptomatischer, organischer Kopfschmerz: z. B. bei Hirntumor, Pseudotumor cerebri (S. 369), Sinusitis, subduralem Hämatom, Hypertonie, akutem Glaukomanfall (S. 242); medikamentös/toxisch bedingter Kopfschmerz: z. B. durch organische Lösungsmittel, Nitrate, Kohlenmonoxid, Alkohol, auch durch regelmäßige Einnahme von Migränemitteln, Schmerzmitteln zu induzieren.

Therapie: Auslösende Faktoren meiden, Ausdauersport.

Konservativ:

Akutbehandlung: Metoclopramid und Acetylsalicylsäure oder Paracetamol.

Schwere Attacken: Serotoninagonisten (z. B. Sumatriptan) oder Ergotamintartrat.

Prophylaktische Dauertherapie: Betablocker (z. B. Metoprolol, Propranolol) oder Flurinazin. Indikation: Attacken 48 Std., nach Einnahme spezifischer

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Chiasma/Tractus opticus/Sehstrahlung/-rinde

389

20

Chiasma/Tractus opticus/Sehstrahlung/-rinde

390

20.1 Veränderungen im Bereich von Chiasma/Tractus opticus/Sehstrahlung/-rinde

Migränemittel regelmäßiges Wiederauftreten von Kopfschmerzen, Schmerzintensität unerträglich, Attackenfrequenz 3/Monat, Attacken nicht ausreichend behandelbar.

Medikamenteninduzierter Kopfschmerz: Medikamentenentzug, nur Medikamente gegen Übelkeit und Erbrechen erlaubt.

Zerebrale Sehstörungen (Auswahl nach J. Zihl et al.)

. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

Visuelle Agnosien: Störungen des Erkennens bzw. Wiedererkennens von Objekten (Objektagnosie), Gesichtern (Prosopagnosie), Orten und Wegen (Topographagnosie) oder Buchstaben durch Läsionen im Bereich parieto-temporaler, okzipito-tempora- ler visueller Areale oder zugehöriger Verbindungsbahnen.

Neglekt (Synonym: Hemineglekt): Reize im kontralateral zur Läsion gelegenen Halbfeld werden vernachlässigt; meist befindet sich die Störung in der parietalen oder superior-temporalen, nicht-dominanten rechten Hemisphäre (z. B. fehlen beim Zeichnen bekannter Objekte aus dem Gedächtnis die linken Anteile; auch kompensatorische explorative Blickbewegungen nach links erfolgen nicht); mit oder ohne begleitende homonyme Hemianopsie.

Balint-Syndrom: „Seelenblindheit des Schauens“; biparietale Läsion mit bilateralem Neglekt, nur kleiner Ausschnitt der Umwelt wird wahrgenommen; sehr schlechter Überblick, visuelle Orientierung und Lesen sehr schwierig.

Halluzinationen: Trugwahrnehmungen ohne adäquaten zugrunde liegenden Reiz, der Betroffene ist sich dessen nicht bewusst; einfache H.: Wahrnehmung abstrakter Strukturen oder Farben, Defekt meist in der primären Sehrinde; komplexe H.: Gegenstände oder szenische Abläufe bei Läsionen in höheren visuellen Zentren.

Pseudo-Halluzinationen: Trugwahrnehmungen ohne adäquaten zugrunde liegenden Reiz, der Betroffene ist sich dessen aber bewusst, z. B. bei Migräne (s.o.).

Charles-Bonnet-Syndrom: Trugwahrnehmungen bei vollem Bewusstsein und völliger Erblindung.

Visuelle Illusionen: Trugwahrnehmungen mit zugrunde liegendem adäquaten Reiz, die fehlgedeutet oder fehlverarbeitet werden; z. B.:

Upside down: Gegenstände stehen auf dem Kopf.

Makropsie, Mikropsie: Gegenstände erscheinen zu groß bzw. zu klein.

Telopsie/Pelopsie: Objekte erscheinen zu fern oder zu nah zu sein.

Polyopie: Mehrfachwahrnehmung eines Gegenstands bei Okzipitalhirnläsionen.

Palinopsie (visuelle Perseveration): Bestehenbleiben oder wiederholtes Auftreten der visuellen Wahrnehmung eines Reizes nach dessen Entfernung in Skotomen nach Okzipitalhirnschädigung.

Platyopsie: Alle Objekte erscheinen flach.

Allästhesie: Gegenstände scheinen zu schweben.

Anton-Syndrom: Verleugnung einer zerebralen Blindheit durch parieto-temporale Läsion der rechten Hemisphäre.

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21.1 Kraniofaziale Anomalien/Dysplasien

21 Orbita

21.1 Kraniofaziale Anomalien/Dysplasien

Kraniofaziale Anomalien/Dysplasien (s. Tab. 21.1)

. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

Tabelle 21.1 · Kraniofaziale Anomalien/Dysplasien (vorwiegend knöcherne Entwicklung von Schädel und oberem Gesicht betroffen, prämaturer Nahtverschluss)

. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

Wichtige okuläre Befunde

intrakranielle Hypertension (vermindertes Schädelwachstum): Kopfschmerzen, Papillenödem, Optikusatrophie (enger Canalis opticus. Hirndruck), Sehverlust

Exophthalmus (durch flache Orbita. Maxillahypoplasie, oft Pseudoexophthalmus), mit Expositionskeratopathie durch Lagophthalmus

Strabismus

Motilitätseinschränkung

Nystagmus

Hypertelorismus 45%: weiter Orbitaabstand, dadurch große Pupillendistanz, s. Abb. 3.2; a) als Hypertelorismus Greig (Greig-Syndrom II, hereditärer Hypertelorismus) ohne gesicherte systemische, assoziierte Befunde mit breitem Nasenrücken, Epikanthus, Strabismus, fakultativ antimongoloiden Lidachsen (Orbitaverlagerung durch Meningo-, Enzephalozele

oder Trauma ausschließen); b) in Verbindung mit Syndromen

. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

Syndrome

. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

Antley-Bixler-S.

Gorlin (Chaudry-Moss)-S.

Apert-S.

Hypertelorismus Greig

Armendares-S.

Kleeblattschädel

Baller-Gerold-S.

Lowry-S.

Carpenter-S.

Okulo-palato-skeletales S.

Crouzon-S.

Pfeiffer-S.

Frontonasale Dysplasie

Saethre-Chotzen-S.

. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

Mandibulo-faziale Dysostosen

. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

Archard-S.

Otomandibulare Dysostose (François-Haus-

Goldenhar-Symptomenkomplex

trate)

Hallermann-Streiff-S.

(Pierre)-Robin-Sequenz

Nager-S.

Treacher-Collins(-Franceschetti)-S.

Okulo-vertebrale Dysplasie (Weyers-Thier)

Weyers-S.

. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

Weitere Syndrome mit kraniofazialen Anomalien

. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

Anosteogenesis partialis

Okulo-dento-digitale Dysplasie

ADAM-Komplex

Okulo-zerebro-faziales S.

CCC-S.

Oro-fazio-digitales S. Typ I

Cockayne-S.

Osteolyse. hereditäre idiopathische, Typ VI

Dubowitz-S.

Roberts-S.

Dysostose. akrofaziale, überwiegend

Rubinstein-Taybi-S.

postaxialer Typ

Seckel-S.

Dysostose, maxillo-faziale (maxillo-faziales S.)

Trisomie 13

EEC-S.

Trisomie 18*

de-Lange-S.

Smith-Lemli-Opitz-S. Typ I

 

 

 

Fortsetzung

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21

Orbita

391

21

Orbita

21.2 Erkrankungen im Orbitabereich

Tabelle 21.1 · Fortsetzung

. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

Weitere Syndrome mit kraniofazialen Anomalien, Forts.

. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

Martsolf-S.

Wildervanck-S.

Megalocornea-mentaI-retardation- S.

Williams-Beuren-S.

Mohr-S.

Wrinkly-skin-S.

Naguib-Richieri-Costa-S.

Zellweger-S.

* außerdem weitere Chromosomenanomalien sowie einige Embryo-/Fetopathien (z.B. Alkohol, Trimethadion)

Therapie: multidisziplinär; Erweiterung der Schädelkalotte (v.a. bei Papillenödem), symptomatisch (Expositionskeratopathie), Strabismuschirurgie nach kraniofazialen Osteotomien

21.2 Erkrankungen im Orbitabereich

Typische Symptome/Veränderungen bei Orbitaerkrankungen (s. Tab. 21.2)

. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

Tabelle 21.2 · Typische Symptome/Veränderungen bei Orbitaerkrankungen und deren Diagnostik

. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

Symptome/Veränderungen

Diagnostik

. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

Exophthalmus (z. B. endokrine Ophthalmo-

Inspektion, Exophthalmometrie vgl. S. 2

 

pathie) / Enophthalmus (z. B. Metastase

 

 

bei Mammakarzinom) / Pseudoexophthal-

 

 

mus

 

Intermittierender Exophthalmus

Valsalva-Manöver (schreiende Kinder evtl.

 

(z. B. orbitale Varix)

spontan)

Pulsierender Exophthalmus (z. B. Carotis-

Auskultation S. 3

 

Sinus-cavernosus-Fistel S. 396)

 

Diplopie / Motilitätsstörung (z. B. Tumor

Motilitätsprüfung vgl. S. 11

 

S. 399; endokrine Ophthalmopathie

 

 

S. 393)

 

Differenzialdiagnose restriktive Myopathie

Traktionstest S. 20

 

(z. B. endokrine Ophthalmopathie/neuro-

 

 

gene Ophthalmoplegie)

 

Gefäßgeräusche (z. B. Carotis-Sinus-caver-

Auskultation vgl. S. 3

 

nosus-Fistel)

 

– Relative Hyperopie durch Bulbuseindellung

Refraktion/Ultraschall

 

(z. B. Tumor)

 

Widerstand gegen Retropulsation

Untersuchung vgl. S. 2

 

(z. B. Tumor; endokrine Ophthalmopathie)

 

Ptosis (z. B. Pseudotumor S. 396)

Ausmaß vgl. S. 4

 

 

Levatorfunktion vgl. S. 4

Generelle, umschriebene Lidschwellung

Inspektion, Palpation

 

(z. B. Orbitaphlegmone S. 396)

 

Lidretraktion (z. B. endokrine Ophthalmo-

Inspektion vgl. S. 111

 

pathie)

 

 

 

 

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21.2 Erkrankungen im Orbitabereich

Tabelle 21.2 · Fortsetzung

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Symptome/Veränderungen

Diagnostik

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– Konjunktivale Hyperämie; Chemosis

Spaltlampe

(z. B. Orbitaphlegmone)

 

Chorioretinale Falten; Erweiterung. SchlängeIung der retinalen Venen, venöse Blutungen; Papillenschwellung (z. B. Tumor)

Augeninnendruckerhöhung (Vergleich Primärposition/Aufblick; z. B. endokrine Ophthalmopathie)

Sensibilitätsstörungen N. V1 (besonders bei tiefen Orbitaprozessen)

Ausdehnung eines orbitalen Prozesses. evtl. Artdiagnose

Nasennebenhöhlenbeteiligung (z. B. Tumoren; Sinusitis)

Funduskopie

Tensionsmessung vgl. S. 35

Ästhesiometrie S. 29; Seitenvergleich der Lidsensibilität

Aufn. n. Rheese (Canalis opticus), CT, MRT, Ultraschall

Röntgen

21

Orbita

Endokrine Ophthalmopathie (Orbitopathie)

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Definition: Autoimmunkrankheit der Augenmuskeln und des orbitalen Bindegewebes vor, nach oder während einer Hyperthyreose.

Leitbild: Lidretraktion, Exophthalmus, Diplopie.

Diagnostik/Symptome:

Anamnese: Zunächst, oft über Wochen, Fremdkörpergefühl, „schwere Lider“, später evtl. Doppelbilder.

Visus: Langsam progressiver Verlust bei Optikusbeteiligung.

Inspektion:

Dalrymple-Zeichen: Lidretraktion in Primärposition (Abb. 3.9); Graefe-Zeichen (Lid-lag): Beim Abwärtsblick bleibt das Lid im Verhältnis zur Bulbusbewegung ganz oder teilweise zurück; die Lidbewegung ist ruckartig und ungleichmäßig. Möbius-Zeichen: Konvergenzschwäche; Stellwag-Zeichen: Langsamer, seltener Lidschlag.

Lidödem; Tränendrüse kann vergrößert sein und prolabieren.

Beachte: Unioder bilateraler Exophthalmus (bei Erwachsenen ist die endokrine Ophthalmopathie die häufigste Ursache für beides; Diagnostik S. 2).

Palpation: Widerstand gegen Retropulsation (vgl. S. 2).

Spaltlampe: Konjunktivale Gefäßinjektion, dilatierte und geschlängelte Gefäße über den geraden Augenmuskeln; Chemosis; evtl. Benetzungsstörung mit multiplen Erosionen (S. 438), Ulcus corneae (S. 194), Hornhautperforation; obere Lim- bus-Keratokonjunktivitis (S. 164).

Funduskopie: 5% Optikusneuropathie durch Kompression an der Orbitaspitze; Fundus unauffällig oder Papillenschwellung, -hyperämie, Optikusatrophie, chorioretinale Falten.

Tonometrie: Messung in Primärposition und Aufblick (15 – 25 ); Tensionserhöhung 3 mm Hg bei Aufblick oft bereits, wenn Ophthalmopathie gering ausgeprägt ist; Tensionserhöhung korreliert mit dem Schweregrad (Tensionserhöhung bei Aufblick auch bei einem Teil der Normalbevölkerung, wird jedoch bei endokriner Ophthalmopathie verstärkt).

Farbsinnstörung bei Optikusneuropathie.

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Orbita

21.2 Erkrankungen im Orbitabereich

Gesichtsfeld: Zentralskotom, evtl. Nervenfaserbündeldefekte (Tab. 1.10, S. 65); mögliche Ursachen sowohl Optikusneuropathie als auch erhöhter Augeninnendruck.

Pupillenreaktionen (S. 26): Evtl. afferenter Defekt bei Optikusneuropathie.

Motilität S. 11/Traktionstest (S. 20): Restriktive Myopathie: Aufblick am häufigsten passiv eingeschränkt durch Fibrose des M. rectus inferior; bei Fibrose des M. rectus medialis Abduktionseinschränkung; seltener Fibrose des M. rectus superior mit Einschränkung des Abwärtsblicks; evtl. mehrere oder alle Muskeln beteiligt.

Ultraschall, CT, MRT: Muskelvergrößerung ohne Beteiligung der Insertion (Differenzialdiagnose Myositis, Insertion ebenfalls verdickt); Prolaps des orbitalen Septums durch Muskelschwellung und Volumenzunahme des orbitalen Fettund Bindegewebes; Exophthalmus; evtl. verdickter N. opticus.

Serologie: T4-(Thyroxin-), T3-(Trijodthyronin-)Radioimmunoassays (beeinflusst durch z. B. Schwangerschaft, Hepatitis, deshalb evtl. Bestimmung des freien, nicht proteingebundenen Thyroxins) können normal oder erhöht sein; bei etwa 10% nie erhöht; i. v. TRH-Test (Thyreotropin-Releasing-Hormon): i. v. TRH induziert innerhalb 30 – 40 Min. 4 – 5fache Erhöhung des Blut-TSH (Thyreotropin-Schild- drüse stimulierendes Hormon); bei autonomer Hypophysen-Schilddrüsen-Achse erfolgt kein TSH-Anstieg, dieser Befund liegt bei etwa 50% der Patienten mit endokriner Ophthalmopathie und normalen T3/T4-Werten vor.

Internistische bzw. endokrinologische Betreuung für Diagnostik/Therapie.

Histologie: Fibrose, Mukopolysaccharidablagerung, perivaskuläre Lymphozytenund Plasmazellinfiltration in den Muskeln.

Ursache: Eigenständige Autoimmunerkrankung von Augenmuskeln und Orbitabindegewebe; Hyperthyreose, einschließlich Thyreoiditis (z. B. Basedow-Krankheit: Hyperthyreose und Merseburger-Trias: Struma, endokrine Ophthalmopathie mit Exophthalmus, Allgemeinsymptome einer Hyperthyreose wie z. B. Tachykardie, Psychosyndrom) und exogene Schilddrüsenhormonzufuhr.

Assoziation: bei Hyperthyreose z. B. Gewichtsverlust, Tachykardie (Palpitationen), Tremor, erhöhte Schweißabsonderung (Hitzeintoleranz), Nervosität.

Manifestationsalter: Am häufigsten 30.– 50. LJ, möglich Kindheit bis 70 Jahre; Frauen überwiegen (3:1).

Verlauf/Komplikationen: Meist schleichender Beginn mit allmählicher Progression und Stabilisierung innerhalb von 6 Monaten bis 3 Jahren; selten (1 – 3%) Übergang in malignen Exophthalmus mit Visusverlust; eine Hyperthyreose kann vorausgehen, gleichzeitig auftreten oder folgen, in etwa 10% immer euthyreote Stoffwechsellage.

Stadieneinteilung: s. Tab. 21.3.

Differenzialdiagnose: (Auswahl) bei Diplopie: Myasthenie (S. 118; kann aber auch Zweiterkrankung sein), Hirnnervenparesen (ab S. 410), chronisch progressive externe Ophthalmoplegie (S. 120); bei Exophthalmus: Orbita-Tumor (S. 399), intrakranielle Obstruktion des Blutabflusses, Tumor der mittleren Schädelgrube, hohe axiale Myopie (S. 313).

Tabelle 21.3 · Stadieneinteilung der endokrinen Ophthalmopathie

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IOberlidretraktion

II Bindegewebsbeteiligung wie konjunktivale Hyperämie. Chemosis

III Exophthalmus (Exophthalmometer 20 mm; S. 2)

IV Funktionseinschränkung der äußeren Augenmuskeln (Diplopie)

V Keratopathia e lagophthalmo (S. 113)

VI Visusherabsetzung durch Sehnervenbeteiligung

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21.2 Erkrankungen im Orbitabereich

Therapie:

Konservativ: Bei geringer Ausprägung regelmäßige Kontrollen, (insbesondere Augeninnendruck, Hornhaut, Ausschluss Neuropathie); Therapie einer Hyperthyreose durch Internisten bzw. Endokrinologen.

Symptomatisch: Bei Fremdkörpergefühl, Lidretraktion, Hornhautbeteiligung vgl. S. 144 trockenes Auge; bei Doppelbildern evtl. Prismen; bei erhöhtem Augeninnendruck vgl. S. 379 (Vorsicht bei Betablockern mit Herabsetzung der Hornhautsensibilität);

Prednison: 60 – 100 mg p. o. tgl.; Effekt sollte innerhalb 2 Wochen auftreten, sonst Ausschleichen; insgesamt möglichst nicht länger als 3 Monate; NW siehe S. 326 .

Indikation: Optikusneuropathie, progressive Chemosis, Exophthalmus mit Schmerzen in der Frühphase.

Evtl. Diuretikum hilfreich zur Ödembehandlung.

Wechselnde Erfolge mit Azathioprin, Cyclophosphamid, Ciclosporin (evtl. kombiniert mit Prednison).

Chirurgisch:

Chirurgie der Lidretraktion (Prinzip S. 112).

Chirurgie der extraokulären Muskeln (ggf. nach Orbitadekompression): Meist Rücklagerung (S. 486) des fibrotischen Muskels.

Indikation: Diplopie in Primärund oder Lese-Stellung mit stabilem Winkel seit mindestens 6 Monaten (Prednison abgesetzt).

Evtl. Botulinumtoxin A-Injektionen; Ziel: Fusion in Primärund Lesestellung.

Bestrahlung: 20 Gy über 10 Tage; Wirkung setzt meist nach 4 – 6 Wochen ein (wenn möglich, Prednison 4 – 6 Wochen über Bestrahlungsende hinaus); Indikation wie für Prednison; meist erst, wenn Prednison kontraindiziert oder NW zu schwer oder nach 3 Wochen keine Besserung (evtl. als initiale Therapie); nicht indiziert bei nicht-inflammatorischer, stabilisierter Ophthalmopathie im Fibrosestadium; mögliche Komplikationen sind u. a. Retinopathie (S. 427), Keratopathie, Katarakt (selten bei dieser Dosierung).

Orbitadekompression: Prinzip: Entfernung der knöchernen Orbitabegrenzung; je nach Ausmaß zuerst medial und inferior, dann lateral, evtl. auch Orbitadach; Indikation: nicht therapierbare Keratopathie durch Exophthalmus und Lidretraktion; progressive Optikusneuropathie; kosmetisch (wenn Exophthalmus seit 9 Monaten stabil ist); NW z. B.: Effekt nicht ausreichend, Visusverlust, Störung der Motilität, Liquor-Leckage, Tränenweg-Obstruktion, Si- nus-Mukozele, -Hämatom, orale antrale Fistel, infraorbitale Anästhesie, Fehlstellungen der Lider.

Evtl. laterale Tarsorrhaphie (S. 493).

21

Orbita

Entzündliche Orbitaerkrankungen (s. Tab. 21.4)

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Tabelle 21.4 · Entzündliche Orbitaerkrankungen (Diagnostik vgl. Tab. 21.2, S. 392)

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Bezeichnung I Definition

Wichtige Symptome

Therapie

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Mukormykose ischämische

Schmerzen, Schwellung, Ex-

stationäre Aufnahme, Am-

nekrotische Entzündung

ophthalmus, Motilitätsein-

photericin B (sehr toxisch):

durch Pilze; bei Diabetes, Im-

schränkung, Visuseinschrän-

i. v., lokale Spülung, getränkte

munsuppression; selten bei

kung; meist rasch progressiv,

Gazestreifen; chirurgische

Gesunden (Deferoxaminthera-

hohe Mortalität

Entfernung des nekrotischen

pie bei DiaIysepatienten)

 

Gewebes, evtl. Exenteratio or-

 

 

bitae

 

 

 

 

 

 

Fortsetzung 395

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