Ординатура / Офтальмология / Немецкие материалы / Checkliste Augenheilkund 3 auflage_Burk_2005
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.Aufl .4 Augenheilkunde, Checkliste :.Burk.R .u Burk.A Aus Stuttgart Verlag, Thieme Georg 2005 © 4)-100573-13-3 (ISBN |
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Chiasma/Tractus opticus/Sehstrahlung/-rinde |
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Tabelle 20.1 · Pathologische Veränderungen im Chiasmabereich
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Bezeichnung |
typische Symptome |
typischer GF-Defekt |
bildgebende Verfahren – Manifestationsalter |
Therapie |
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typischer Befund |
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. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Hypophysentumoren |
Cushing-Syndrom |
bitemporal oberer Qua- |
Röntgen: Erosion des |
selten 20 J.; meist |
chirurgisch, Dopamin- |
(Adenome) |
(ACTH-Adenom); Gigan- |
drant |
Dorsum sellae, Sellaver- |
4.– 7. LJZ |
Agonisten, z. B. Bromo- |
|
tismus (STH-Adenom bei |
|
größerung. Doppelkon- |
|
criptin, bei Prolaktinom |
|
Kindern); Akromegalie |
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tur am Boden |
|
Bestrahlung |
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(STH-Adenom bei Er- |
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wachsenen); Galaktor- |
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rhö, Infertilität und Ame- |
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norrhö (Prolaktin sezer- |
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nierendes chromophobes |
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Adenom = Prolaktinom); |
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50% Optikusatrophie |
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Kraniopharyngeom |
Kinder: Zwergwuchs, ver- |
bitemporal unterer Qua- |
Röntgen: supraselläre |
(Tumor der Rathke-Tasche; |
spätete sexuelle Entwick- |
drant |
Verkalkung |
Abb. 20.3)66 |
lung; Erwachsene: Visus- |
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minderung. Gesichtsfeld- |
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|
defekte. evtl. endokrine |
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|
|
Dysfunktion (evtl. konge- |
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nitale Papillendysplasie |
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|
vgl. S. 361)66, 67 |
|
|
Meningeom |
Visusminderung, Kopf- |
monokularer Defekt oder |
Röntgen: Hyperostosen |
(vgl. S. 382)66 |
schmerzen, evtl. Anos- |
junktionales Skotom |
|
|
mie |
(S. 66) |
|
kongenital; Präsentation |
chirurgisch, evtl. Nachbe- |
selten bei Geburt, Gipfel |
strahlung bei subtotaler |
1., 2. und 5. – 7. LJZ |
Resektion |
mittleres Alter, häufiger |
chirurgisch, evtl. Bestrah- |
Frauen |
lung |
Gliom (vgl. S. 381)66 |
Kopfschmerzen, Visus- |
variabel, oft keine typi- |
Röntgen: J-förmige Sella am häufigsten frühe |
kontrovers: abwarten, chi- |
|
verlust, Nystagmus, evtl. |
sche Hemianopsie |
Kindheit |
rurgisch, Bestrahlung, |
|
Stauungspapille bei Hirn- |
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|
evtl. Chemotherapie |
|
druck, Polyurie, Pubertas |
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praecox |
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rinde-opticus/Sehstrahlung/ Chiasma/Tractus von Bereich im Veränderungen 1.20 20
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Glioblastom |
erst uni-, dann bilateraler |
evtl. kontralaterale |
– |
mittleres Lebensalter |
Prognose infaust; Lebens- |
|
Sehverlust, vollständige |
Hemianopsie |
|
|
erwartung nach Diagnose- |
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Erblindung innerhalb 6 |
|
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stellung 3 Monate bis 2 |
|
Wochen |
|
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Jahre |
Dysgerminom |
Visusminderung; Diabe- |
Einschränkung, nicht |
CT/MRT: suprasellärer |
Ende des 1. bis Ende des |
Bestrahlung |
|
tes insipidus, gemischte |
unbedingt bitemporal |
Tumor |
2. LJZ |
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|
Hypophysenunterfunkti- |
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|
on |
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Aneurysmen |
progressive, zunächst |
sehr asymmetrisch, Be- |
MRT/Karotisangio- |
mittleres Alter (Frauen |
möglichst Ballonkatheter- |
|
meist unilaterale Visus- |
ginn meist mit unilatera- |
gramm: Gefäßaussa- |
überwiegen) |
verschluss |
|
minderung; Ruptur im |
lem, zentralem Skotom, |
ckung darstellbar |
|
|
|
Chiasmabereich selten; |
evtl. junktionales Skotom |
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|
Kopfschmerzen; retinale, |
(S. 66) |
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subhyaloidale Glaskör- |
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perblutungen (Terson- |
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Syndrom); Aneurysma |
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der A. communicans pos- |
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terior: typischerweise |
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Okulomotoriusparese |
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mit dilatierter, fixierter |
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Pupille, plötzlichem, |
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frontalem Kopfschmerz |
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(zur Lagebeziehung vgl. |
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Abb. 20.1/20.2) |
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.Forts
rinde-opticus/Sehstrahlung/ Chiasma/Tractus von Bereich im Veränderungen 1.20
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Chiasma/Tractus opticus/Sehstrahlung/-rinde
20
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Chiasma/Tractus opticus/Sehstrahlung/-rinde |
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Tabelle 20.1 · Fortsetzung
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Bezeichnung |
typische Symptome |
typischer GF-Defekt |
bildgebende Verfahren – Manifestationsalter |
Therapie |
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typischer Befund |
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Verschiedene Ursachen für Chiasmastörungen
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Demyelinisierende Erkrankungen z. B. multiple Sklerose (s. a. S. 27)
Arachnoidale und epitheliale Zysten
Metastasen
Sphenoidale Mukozelen
Trauma
Komplikationen nach Bestrahlung
Hydrozephalus
Schwangerschaft (meist präexistente Veränderungen kausal)
Empty-sella-Syndrom1
Sheehan-Syndrom2
Hypophysenapoplex3
Kompression von N. opticus/Chiasma durch die A. carotis4
1nicht tumoröse Umbildung der Sella durch Kombination von inkomplettem Diaphragma sellae und Liquordruck; spontan oder in Kombination mit Pseudotumor cerebri, arachnoidalen Zysten, möglicherweise Hyophyseninfarkt; sekundär nach Hypophysenchirurgie, -bestrahlung; Hypophysenfunktion normal oder variabel gestört; Kopfschmerzen in der Anamnese; Sella kann verbreitert oder deformiert sein; CT/MRT: zerebrospinale Flüssigkeit innerhalb der Sella (Begriff durch Pneumatoenzephalogramm mit Luftauffüllung der Sella entstanden; einmal Kombination von
Empty-Sella-S. und Rieger-Anomalie beschrieben).
2 Hypophysenvorderlappeninsuffizienz durch postpartale Ischämie; u.a. Adynamie, Amenorrhö, Libidostörungen, blasse, atrophische Haut, Pigmentschwund, Reduktion der sekundären Körperbehaarung, Thermolabilität, Schilddrüsenatrophie, Spontanhypoglykämie; Optikusatrophie und Gesichtsfelddefekte selten; Madarosis, Verlust der Augenbrauen; tonohaptische Pupille.
3 plötzliche Größenzunahme eines Hypophysentumors (bis 10% der Patienten) durch Einblutung; begünstigt durch Schwangerschaft, Trauma, Bestrahlung, Blutgerinnungsstörung (sofortige neurochirurgische Intervention erforderlich).
4 auch bei klinisch unauffälligen Personen besteht im MRT in 70% ein Kontakt zwischen A. carotis interna und einem oder beiden Nn. optici und bei bis zu 12% eine bilaterale Kompression.
rinde-opticus/Sehstrahlung/ Chiasma/Tractus von Bereich im Veränderungen 1.20 20
20.1 Veränderungen im Bereich von Chiasma/Tractus opticus/Sehstrahlung/-rinde
Makulaaussparung im Gesichtsfeld ( 5 ; Abb. in Tab. 1.11, S. 66) spricht für Läsion im Okzipitallappen (begründet wahrscheinlich durch doppelte Gefäßversorgung der Makularegion).
Keine Visusreduktion, aber schlechte Lesefähigkeit, bei fehlender Makulaaussparung.
In etwa 30% der Fälle afferenter Pupillendefekt kontralateral zur betroffenen Hemisphäre.
Keine Optikusatrophie.
Neuroophthalmologische Untersuchung s. S. 76.
Beachte: Bei einer homonymen Hemianopsie ist unverzüglich mit bildgebenden Verfahren ein raumfordernder Prozess auszuschließen.
Sehstörungen bei Migräne
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Definition: Migräne ist ein anfallartiger, meist einseitig frontotemporal betonter, pulsierender Kopfschmerz von 4 bis 72 Std. Dauer, mit oder ohne Aura (= neurologische Erscheinungen wie Sehstörungen, die einer Migräneattacke vorausgehen).
Leitbild: Flimmerskotom, Photophobie, Übelkeit, einseitiger Kopfschmerz.
Diagnostik/Symptome:
Anamnese: Übelkeit, Erbrechen; Photophobie, Lärmempfindlichkeit; Verschlechterung bei körperlicher Betätigung, Patient sucht ruhige, dunkle Räume auf.
–Aura: Aufbau in 5 – 10 Min., Dauer etwa 60 Min.; Flimmerskotom: Gesichtsfeldausfall mit visuellen Sensationen wie Flimmern, Funken, Blitzen, zickzackförmiger, flimmernder Randzone (Fortifikationsspektren); weitere Auren: z. B. visuelle Pseudo-Halluzinationen, Sensibilitätsstörungen, Sprechstörungen, Hemiparesen.
–Ophthalmoplegische Migräne: Aura mit N. III-Störung, Ptosis, Diplopie.
–Retinale Migräne: Netzhautoder Sehnervischämie, einseitiges Skotom, Amaurose.
Übrige Augenbefunde unauffällig.
Genetik: Positive Familienanamnese.
Ursache: Aseptische perivaskuläre Entzündung von Duragefäßen (durch Abbau von Serotonin, Freisetzung von Histamin, Prostaglandin, Substanz P, Neurokinin A, Stickoxyd), eine Hemmung neuronaler Hirnrindenaktivität löst die Aura aus. Triggerfaktoren: Alkohol, Änderung des Schlaf-Wach-Rhythmus, Hunger, hormonelle Schwankungen, Stress, Aufregung, abrupter Klimawechsel, Entzug von Koffein.
Manifestationsalter: Etwa 3 – 5% aller Kinder, etwa 7% der Männer, 14% der Frauen betroffen. 522
Differenzialdiagnose: Cluster-Kopfschmerz |
(S. 522); Raeder-Symptomatik |
(S. 546); Spannungskopfschmerz (holozephaler |
Kopfschmerz, dumpf drückend, |
niedrige bis mittlere Intensität; 40 – 60% aller Menschen betroffen; Frauen zu Männer 3:1, etwa ab 25 – 30. LJ.); symptomatischer, organischer Kopfschmerz: z. B. bei Hirntumor, Pseudotumor cerebri (S. 369), Sinusitis, subduralem Hämatom, Hypertonie, akutem Glaukomanfall (S. 242); medikamentös/toxisch bedingter Kopfschmerz: z. B. durch organische Lösungsmittel, Nitrate, Kohlenmonoxid, Alkohol, auch durch regelmäßige Einnahme von Migränemitteln, Schmerzmitteln zu induzieren.
Therapie: Auslösende Faktoren meiden, Ausdauersport.
Konservativ:
–Akutbehandlung: Metoclopramid und Acetylsalicylsäure oder Paracetamol.
–Schwere Attacken: Serotoninagonisten (z. B. Sumatriptan) oder Ergotamintartrat.
–Prophylaktische Dauertherapie: Betablocker (z. B. Metoprolol, Propranolol) oder Flurinazin. Indikation: Attacken 48 Std., nach Einnahme spezifischer
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Chiasma/Tractus opticus/Sehstrahlung/-rinde
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Chiasma/Tractus opticus/Sehstrahlung/-rinde
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20.1 Veränderungen im Bereich von Chiasma/Tractus opticus/Sehstrahlung/-rinde
Migränemittel regelmäßiges Wiederauftreten von Kopfschmerzen, Schmerzintensität unerträglich, Attackenfrequenz 3/Monat, Attacken nicht ausreichend behandelbar.
–Medikamenteninduzierter Kopfschmerz: Medikamentenentzug, nur Medikamente gegen Übelkeit und Erbrechen erlaubt.
Zerebrale Sehstörungen (Auswahl nach J. Zihl et al.)
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Visuelle Agnosien: Störungen des Erkennens bzw. Wiedererkennens von Objekten (Objektagnosie), Gesichtern (Prosopagnosie), Orten und Wegen (Topographagnosie) oder Buchstaben durch Läsionen im Bereich parieto-temporaler, okzipito-tempora- ler visueller Areale oder zugehöriger Verbindungsbahnen.
Neglekt (Synonym: Hemineglekt): Reize im kontralateral zur Läsion gelegenen Halbfeld werden vernachlässigt; meist befindet sich die Störung in der parietalen oder superior-temporalen, nicht-dominanten rechten Hemisphäre (z. B. fehlen beim Zeichnen bekannter Objekte aus dem Gedächtnis die linken Anteile; auch kompensatorische explorative Blickbewegungen nach links erfolgen nicht); mit oder ohne begleitende homonyme Hemianopsie.
Balint-Syndrom: „Seelenblindheit des Schauens“; biparietale Läsion mit bilateralem Neglekt, nur kleiner Ausschnitt der Umwelt wird wahrgenommen; sehr schlechter Überblick, visuelle Orientierung und Lesen sehr schwierig.
Halluzinationen: Trugwahrnehmungen ohne adäquaten zugrunde liegenden Reiz, der Betroffene ist sich dessen nicht bewusst; einfache H.: Wahrnehmung abstrakter Strukturen oder Farben, Defekt meist in der primären Sehrinde; komplexe H.: Gegenstände oder szenische Abläufe bei Läsionen in höheren visuellen Zentren.
Pseudo-Halluzinationen: Trugwahrnehmungen ohne adäquaten zugrunde liegenden Reiz, der Betroffene ist sich dessen aber bewusst, z. B. bei Migräne (s.o.).
Charles-Bonnet-Syndrom: Trugwahrnehmungen bei vollem Bewusstsein und völliger Erblindung.
Visuelle Illusionen: Trugwahrnehmungen mit zugrunde liegendem adäquaten Reiz, die fehlgedeutet oder fehlverarbeitet werden; z. B.:
Upside down: Gegenstände stehen auf dem Kopf.
Makropsie, Mikropsie: Gegenstände erscheinen zu groß bzw. zu klein.
Telopsie/Pelopsie: Objekte erscheinen zu fern oder zu nah zu sein.
Polyopie: Mehrfachwahrnehmung eines Gegenstands bei Okzipitalhirnläsionen.
Palinopsie (visuelle Perseveration): Bestehenbleiben oder wiederholtes Auftreten der visuellen Wahrnehmung eines Reizes nach dessen Entfernung in Skotomen nach Okzipitalhirnschädigung.
Platyopsie: Alle Objekte erscheinen flach.
Allästhesie: Gegenstände scheinen zu schweben.
Anton-Syndrom: Verleugnung einer zerebralen Blindheit durch parieto-temporale Läsion der rechten Hemisphäre.
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21.1 Kraniofaziale Anomalien/Dysplasien
21 Orbita
21.1 Kraniofaziale Anomalien/Dysplasien
Kraniofaziale Anomalien/Dysplasien (s. Tab. 21.1)
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Tabelle 21.1 · Kraniofaziale Anomalien/Dysplasien (vorwiegend knöcherne Entwicklung von Schädel und oberem Gesicht betroffen, prämaturer Nahtverschluss)
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Wichtige okuläre Befunde
–intrakranielle Hypertension (vermindertes Schädelwachstum): Kopfschmerzen, Papillenödem, Optikusatrophie (enger Canalis opticus. Hirndruck), Sehverlust
–Exophthalmus (durch flache Orbita. Maxillahypoplasie, oft Pseudoexophthalmus), mit Expositionskeratopathie durch Lagophthalmus
–Strabismus
–Motilitätseinschränkung
–Nystagmus
–Hypertelorismus 45%: weiter Orbitaabstand, dadurch große Pupillendistanz, s. Abb. 3.2; a) als Hypertelorismus Greig (Greig-Syndrom II, hereditärer Hypertelorismus) ohne gesicherte systemische, assoziierte Befunde mit breitem Nasenrücken, Epikanthus, Strabismus, fakultativ antimongoloiden Lidachsen (Orbitaverlagerung durch Meningo-, Enzephalozele
oder Trauma ausschließen); b) in Verbindung mit Syndromen
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Syndrome
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Antley-Bixler-S. |
Gorlin (Chaudry-Moss)-S. |
Apert-S. |
Hypertelorismus Greig |
Armendares-S. |
Kleeblattschädel |
Baller-Gerold-S. |
Lowry-S. |
Carpenter-S. |
Okulo-palato-skeletales S. |
Crouzon-S. |
Pfeiffer-S. |
Frontonasale Dysplasie |
Saethre-Chotzen-S. |
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Mandibulo-faziale Dysostosen
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Archard-S. |
Otomandibulare Dysostose (François-Haus- |
Goldenhar-Symptomenkomplex |
trate) |
Hallermann-Streiff-S. |
(Pierre)-Robin-Sequenz |
Nager-S. |
Treacher-Collins(-Franceschetti)-S. |
Okulo-vertebrale Dysplasie (Weyers-Thier) |
Weyers-S. |
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Weitere Syndrome mit kraniofazialen Anomalien
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Anosteogenesis partialis |
Okulo-dento-digitale Dysplasie |
ADAM-Komplex |
Okulo-zerebro-faziales S. |
CCC-S. |
Oro-fazio-digitales S. Typ I |
Cockayne-S. |
Osteolyse. hereditäre idiopathische, Typ VI |
Dubowitz-S. |
Roberts-S. |
Dysostose. akrofaziale, überwiegend |
Rubinstein-Taybi-S. |
postaxialer Typ |
Seckel-S. |
Dysostose, maxillo-faziale (maxillo-faziales S.) |
Trisomie 13 |
EEC-S. |
Trisomie 18* |
de-Lange-S. |
Smith-Lemli-Opitz-S. Typ I |
|
|
|
Fortsetzung |
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21
Orbita
391
21
Orbita
21.2 Erkrankungen im Orbitabereich
Tabelle 21.1 · Fortsetzung
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Weitere Syndrome mit kraniofazialen Anomalien, Forts.
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Martsolf-S. |
Wildervanck-S. |
Megalocornea-mentaI-retardation- S. |
Williams-Beuren-S. |
Mohr-S. |
Wrinkly-skin-S. |
Naguib-Richieri-Costa-S. |
Zellweger-S. |
* außerdem weitere Chromosomenanomalien sowie einige Embryo-/Fetopathien (z.B. Alkohol, Trimethadion)
Therapie: multidisziplinär; Erweiterung der Schädelkalotte (v.a. bei Papillenödem), symptomatisch (Expositionskeratopathie), Strabismuschirurgie nach kraniofazialen Osteotomien
21.2 Erkrankungen im Orbitabereich
Typische Symptome/Veränderungen bei Orbitaerkrankungen (s. Tab. 21.2)
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Tabelle 21.2 · Typische Symptome/Veränderungen bei Orbitaerkrankungen und deren Diagnostik
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Symptome/Veränderungen |
Diagnostik |
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
– |
Exophthalmus (z. B. endokrine Ophthalmo- |
Inspektion, Exophthalmometrie vgl. S. 2 |
|
pathie) / Enophthalmus (z. B. Metastase |
|
|
bei Mammakarzinom) / Pseudoexophthal- |
|
|
mus |
|
– |
Intermittierender Exophthalmus |
Valsalva-Manöver (schreiende Kinder evtl. |
|
(z. B. orbitale Varix) |
spontan) |
– |
Pulsierender Exophthalmus (z. B. Carotis- |
Auskultation S. 3 |
|
Sinus-cavernosus-Fistel S. 396) |
|
– |
Diplopie / Motilitätsstörung (z. B. Tumor |
Motilitätsprüfung vgl. S. 11 |
|
S. 399; endokrine Ophthalmopathie |
|
|
S. 393) |
|
– |
Differenzialdiagnose restriktive Myopathie |
Traktionstest S. 20 |
|
(z. B. endokrine Ophthalmopathie/neuro- |
|
|
gene Ophthalmoplegie) |
|
– |
Gefäßgeräusche (z. B. Carotis-Sinus-caver- |
Auskultation vgl. S. 3 |
|
nosus-Fistel) |
|
– Relative Hyperopie durch Bulbuseindellung |
Refraktion/Ultraschall |
|
|
(z. B. Tumor) |
|
– |
Widerstand gegen Retropulsation |
Untersuchung vgl. S. 2 |
|
(z. B. Tumor; endokrine Ophthalmopathie) |
|
– |
Ptosis (z. B. Pseudotumor S. 396) |
Ausmaß vgl. S. 4 |
|
|
Levatorfunktion vgl. S. 4 |
– |
Generelle, umschriebene Lidschwellung |
Inspektion, Palpation |
|
(z. B. Orbitaphlegmone S. 396) |
|
– |
Lidretraktion (z. B. endokrine Ophthalmo- |
Inspektion vgl. S. 111 |
|
pathie) |
|
|
|
|
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21.2 Erkrankungen im Orbitabereich
Tabelle 21.2 · Fortsetzung
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Symptome/Veränderungen |
Diagnostik |
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
– Konjunktivale Hyperämie; Chemosis |
Spaltlampe |
(z. B. Orbitaphlegmone) |
|
–Chorioretinale Falten; Erweiterung. SchlängeIung der retinalen Venen, venöse Blutungen; Papillenschwellung (z. B. Tumor)
–Augeninnendruckerhöhung (Vergleich Primärposition/Aufblick; z. B. endokrine Ophthalmopathie)
–Sensibilitätsstörungen N. V1 (besonders bei tiefen Orbitaprozessen)
–Ausdehnung eines orbitalen Prozesses. evtl. Artdiagnose
–Nasennebenhöhlenbeteiligung (z. B. Tumoren; Sinusitis)
Funduskopie
Tensionsmessung vgl. S. 35
Ästhesiometrie S. 29; Seitenvergleich der Lidsensibilität
Aufn. n. Rheese (Canalis opticus), CT, MRT, Ultraschall
Röntgen
21
Orbita
Endokrine Ophthalmopathie (Orbitopathie)
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Definition: Autoimmunkrankheit der Augenmuskeln und des orbitalen Bindegewebes vor, nach oder während einer Hyperthyreose.
Leitbild: Lidretraktion, Exophthalmus, Diplopie.
Diagnostik/Symptome:
Anamnese: Zunächst, oft über Wochen, Fremdkörpergefühl, „schwere Lider“, später evtl. Doppelbilder.
Visus: Langsam progressiver Verlust bei Optikusbeteiligung.
Inspektion:
–Dalrymple-Zeichen: Lidretraktion in Primärposition (Abb. 3.9); Graefe-Zeichen (Lid-lag): Beim Abwärtsblick bleibt das Lid im Verhältnis zur Bulbusbewegung ganz oder teilweise zurück; die Lidbewegung ist ruckartig und ungleichmäßig. Möbius-Zeichen: Konvergenzschwäche; Stellwag-Zeichen: Langsamer, seltener Lidschlag.
–Lidödem; Tränendrüse kann vergrößert sein und prolabieren.
Beachte: Unioder bilateraler Exophthalmus (bei Erwachsenen ist die endokrine Ophthalmopathie die häufigste Ursache für beides; Diagnostik S. 2).
Palpation: Widerstand gegen Retropulsation (vgl. S. 2).
Spaltlampe: Konjunktivale Gefäßinjektion, dilatierte und geschlängelte Gefäße über den geraden Augenmuskeln; Chemosis; evtl. Benetzungsstörung mit multiplen Erosionen (S. 438), Ulcus corneae (S. 194), Hornhautperforation; obere Lim- bus-Keratokonjunktivitis (S. 164).
Funduskopie: 5% Optikusneuropathie durch Kompression an der Orbitaspitze; Fundus unauffällig oder Papillenschwellung, -hyperämie, Optikusatrophie, chorioretinale Falten.
Tonometrie: Messung in Primärposition und Aufblick (15 – 25 ); Tensionserhöhung 3 mm Hg bei Aufblick oft bereits, wenn Ophthalmopathie gering ausgeprägt ist; Tensionserhöhung korreliert mit dem Schweregrad (Tensionserhöhung bei Aufblick auch bei einem Teil der Normalbevölkerung, wird jedoch bei endokriner Ophthalmopathie verstärkt).
Farbsinnstörung bei Optikusneuropathie.
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21
Orbita
21.2 Erkrankungen im Orbitabereich
Gesichtsfeld: Zentralskotom, evtl. Nervenfaserbündeldefekte (Tab. 1.10, S. 65); mögliche Ursachen sowohl Optikusneuropathie als auch erhöhter Augeninnendruck.
Pupillenreaktionen (S. 26): Evtl. afferenter Defekt bei Optikusneuropathie.
Motilität S. 11/Traktionstest (S. 20): Restriktive Myopathie: Aufblick am häufigsten passiv eingeschränkt durch Fibrose des M. rectus inferior; bei Fibrose des M. rectus medialis Abduktionseinschränkung; seltener Fibrose des M. rectus superior mit Einschränkung des Abwärtsblicks; evtl. mehrere oder alle Muskeln beteiligt.
Ultraschall, CT, MRT: Muskelvergrößerung ohne Beteiligung der Insertion (Differenzialdiagnose Myositis, Insertion ebenfalls verdickt); Prolaps des orbitalen Septums durch Muskelschwellung und Volumenzunahme des orbitalen Fettund Bindegewebes; Exophthalmus; evtl. verdickter N. opticus.
Serologie: T4-(Thyroxin-), T3-(Trijodthyronin-)Radioimmunoassays (beeinflusst durch z. B. Schwangerschaft, Hepatitis, deshalb evtl. Bestimmung des freien, nicht proteingebundenen Thyroxins) können normal oder erhöht sein; bei etwa 10% nie erhöht; i. v. TRH-Test (Thyreotropin-Releasing-Hormon): i. v. TRH induziert innerhalb 30 – 40 Min. 4 – 5fache Erhöhung des Blut-TSH (Thyreotropin-Schild- drüse stimulierendes Hormon); bei autonomer Hypophysen-Schilddrüsen-Achse erfolgt kein TSH-Anstieg, dieser Befund liegt bei etwa 50% der Patienten mit endokriner Ophthalmopathie und normalen T3/T4-Werten vor.
Internistische bzw. endokrinologische Betreuung für Diagnostik/Therapie.
Histologie: Fibrose, Mukopolysaccharidablagerung, perivaskuläre Lymphozytenund Plasmazellinfiltration in den Muskeln.
Ursache: Eigenständige Autoimmunerkrankung von Augenmuskeln und Orbitabindegewebe; Hyperthyreose, einschließlich Thyreoiditis (z. B. Basedow-Krankheit: Hyperthyreose und Merseburger-Trias: Struma, endokrine Ophthalmopathie mit Exophthalmus, Allgemeinsymptome einer Hyperthyreose wie z. B. Tachykardie, Psychosyndrom) und exogene Schilddrüsenhormonzufuhr.
Assoziation: bei Hyperthyreose z. B. Gewichtsverlust, Tachykardie (Palpitationen), Tremor, erhöhte Schweißabsonderung (Hitzeintoleranz), Nervosität.
Manifestationsalter: Am häufigsten 30.– 50. LJ, möglich Kindheit bis 70 Jahre; Frauen überwiegen (3:1).
Verlauf/Komplikationen: Meist schleichender Beginn mit allmählicher Progression und Stabilisierung innerhalb von 6 Monaten bis 3 Jahren; selten (1 – 3%) Übergang in malignen Exophthalmus mit Visusverlust; eine Hyperthyreose kann vorausgehen, gleichzeitig auftreten oder folgen, in etwa 10% immer euthyreote Stoffwechsellage.
Stadieneinteilung: s. Tab. 21.3.
Differenzialdiagnose: (Auswahl) bei Diplopie: Myasthenie (S. 118; kann aber auch Zweiterkrankung sein), Hirnnervenparesen (ab S. 410), chronisch progressive externe Ophthalmoplegie (S. 120); bei Exophthalmus: Orbita-Tumor (S. 399), intrakranielle Obstruktion des Blutabflusses, Tumor der mittleren Schädelgrube, hohe axiale Myopie (S. 313).
Tabelle 21.3 · Stadieneinteilung der endokrinen Ophthalmopathie
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
IOberlidretraktion
II Bindegewebsbeteiligung wie konjunktivale Hyperämie. Chemosis
III Exophthalmus (Exophthalmometer 20 mm; S. 2)
IV Funktionseinschränkung der äußeren Augenmuskeln (Diplopie)
V Keratopathia e lagophthalmo (S. 113)
VI Visusherabsetzung durch Sehnervenbeteiligung
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21.2 Erkrankungen im Orbitabereich
Therapie:
Konservativ: Bei geringer Ausprägung regelmäßige Kontrollen, (insbesondere Augeninnendruck, Hornhaut, Ausschluss Neuropathie); Therapie einer Hyperthyreose durch Internisten bzw. Endokrinologen.
–Symptomatisch: Bei Fremdkörpergefühl, Lidretraktion, Hornhautbeteiligung vgl. S. 144 trockenes Auge; bei Doppelbildern evtl. Prismen; bei erhöhtem Augeninnendruck vgl. S. 379 (Vorsicht bei Betablockern mit Herabsetzung der Hornhautsensibilität);
–Prednison: 60 – 100 mg p. o. tgl.; Effekt sollte innerhalb 2 Wochen auftreten, sonst Ausschleichen; insgesamt möglichst nicht länger als 3 Monate; NW siehe S. 326 .
Indikation: Optikusneuropathie, progressive Chemosis, Exophthalmus mit Schmerzen in der Frühphase.
–Evtl. Diuretikum hilfreich zur Ödembehandlung.
–Wechselnde Erfolge mit Azathioprin, Cyclophosphamid, Ciclosporin (evtl. kombiniert mit Prednison).
Chirurgisch:
–Chirurgie der Lidretraktion (Prinzip S. 112).
–Chirurgie der extraokulären Muskeln (ggf. nach Orbitadekompression): Meist Rücklagerung (S. 486) des fibrotischen Muskels.
Indikation: Diplopie in Primärund oder Lese-Stellung mit stabilem Winkel seit mindestens 6 Monaten (Prednison abgesetzt).
–Evtl. Botulinumtoxin A-Injektionen; Ziel: Fusion in Primärund Lesestellung.
–Bestrahlung: 20 Gy über 10 Tage; Wirkung setzt meist nach 4 – 6 Wochen ein (wenn möglich, Prednison 4 – 6 Wochen über Bestrahlungsende hinaus); Indikation wie für Prednison; meist erst, wenn Prednison kontraindiziert oder NW zu schwer oder nach 3 Wochen keine Besserung (evtl. als initiale Therapie); nicht indiziert bei nicht-inflammatorischer, stabilisierter Ophthalmopathie im Fibrosestadium; mögliche Komplikationen sind u. a. Retinopathie (S. 427), Keratopathie, Katarakt (selten bei dieser Dosierung).
–Orbitadekompression: Prinzip: Entfernung der knöchernen Orbitabegrenzung; je nach Ausmaß zuerst medial und inferior, dann lateral, evtl. auch Orbitadach; Indikation: nicht therapierbare Keratopathie durch Exophthalmus und Lidretraktion; progressive Optikusneuropathie; kosmetisch (wenn Exophthalmus seit 9 Monaten stabil ist); NW z. B.: Effekt nicht ausreichend, Visusverlust, Störung der Motilität, Liquor-Leckage, Tränenweg-Obstruktion, Si- nus-Mukozele, -Hämatom, orale antrale Fistel, infraorbitale Anästhesie, Fehlstellungen der Lider.
–Evtl. laterale Tarsorrhaphie (S. 493).
21
Orbita
Entzündliche Orbitaerkrankungen (s. Tab. 21.4)
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Tabelle 21.4 · Entzündliche Orbitaerkrankungen (Diagnostik vgl. Tab. 21.2, S. 392)
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Bezeichnung I Definition |
Wichtige Symptome |
Therapie |
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Mukormykose ischämische |
Schmerzen, Schwellung, Ex- |
stationäre Aufnahme, Am- |
|
nekrotische Entzündung |
ophthalmus, Motilitätsein- |
photericin B (sehr toxisch): |
|
durch Pilze; bei Diabetes, Im- |
schränkung, Visuseinschrän- |
i. v., lokale Spülung, getränkte |
|
munsuppression; selten bei |
kung; meist rasch progressiv, |
Gazestreifen; chirurgische |
|
Gesunden (Deferoxaminthera- |
hohe Mortalität |
Entfernung des nekrotischen |
|
pie bei DiaIysepatienten) |
|
Gewebes, evtl. Exenteratio or- |
|
|
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bitae |
|
|
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Fortsetzung 395 |
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Aus A.Burk u. R.Burk.: Checkliste Augenheilkunde, 4. Aufl. (ISBN 3-13-100573-4) © 2005 Georg Thieme Verlag, Stuttgart
