Ординатура / Офтальмология / Немецкие материалы / Checkliste Augenheilkund 3 auflage_Burk_2005
.pdf
9
Iris/Ziliarkörper
9.3Iristumoren
Therapie:
Konservativ: Bei fehlender Wachstumstendenz evtl. nur Beobachtung mit Fotodokumentation (alle 3 Monate).
Chirurgisch:
–Sektoriridektomie; bei Ziliarkörperbeteiligung Blockexzision nach vorheriger Kryoretinopexie; evtl. Enukleation (S. 500).
–Indikation: Bei Wachstumstendenz, nicht therapierbarem Sekundärglaukom; Enukleation bei blindem Auge und wenn anders nicht therapierbar.
Tabelle 9.5 · Iristumoren – Auswahl
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
–Nävus (S. 223)
–Malignes Melanom der Iris (S. 225)
–Juveniles Xanthogranulom (S. 224)
–Leiomyom
–Leiomyosarkom
–Langerhans-Zell-Histiozytosen (Letterer-Siwe und eosinophiles Granulom; s. Syndrome)
–Rhabdomyosarkom (S. 183)182
–Lisch-Knoten (S. 133; Abb. 3.20)133
–Neurofibrom (S. 133)
–Xanthom
–Irispigmentepitheltumoren (sehr selten)
–Metastasen (einschließlich malignes Melanom)
–leukämische Infiltrate
–Lymphom (einschl. Retikulumzellsarkom S. 358)
–inflammatorischer Pseudotumor
–Medulloepitheliom (S. 359)
–Ziliarkörpertumoren (S. 357) mit Irisbeteiligung
–(Hämangiom – histologisch umstritten –)
–Irisvarix, 1 Fall
226
Dieses Dokument ist nur für den persönlichen Gebrauch bestimmt und darf in keiner Form an Dritte weitergegeben werden!
Aus A.Burk u. R.Burk.: Checkliste Augenheilkunde, 4. Aufl. (ISBN 3-13-100573-4) © 2005 Georg Thieme Verlag, Stuttgart
10.1 Akkommodationsstörungen
10Pupillenund Akkommodationsstörungen
10.1Akkommodationsstörungen
Verminderung der Akkommodation
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Definition: Akkommodation: Verstärkung der Brechkraft des Auges, um alle zwischen Fernund Nahpunkt gelegenen Sehobjekte auf der Netzhaut scharf abbilden zu können.
Leitbild: Verschwommensehen in der Nähe.
Diagnostik/Symptome:
Anamnese: Manchmal Mikropsie (Gegenstände erscheinen kleiner) bei pathologisch verminderter Akkommodationsfähigkeit.
Bestimmung der Akkommodationsbreite (S. 48): Eine pathologisch verminderte Akkommodationsbreite kann unioder bilateral auftreten, eine physiologische tritt beiderseits auf.
Ursachen:
1.Physiologisch: Die Fähigkeit zu akkommodieren, nimmt mit zunehmendem Alter ab (s. a. Tab. 1.7, S. 48), entsprechend der progressiven Einschränkung der Brechkraftänderung der Linse.
2.Ursachen einer pathologisch verminderten Akkommodationsbreite:
–Diagnostische Zykloplegie (Akkommodationslähmung) mit z. B. Cyclopentolat, Atropin, Homatropin (s. a. S. 37).
– Parasympathikolytika verschiedenster Herkunft: z.B: Atropin p. o./i. v.; Tropanalkaloide (Atropin, Scopolamin) in Pflanzen: z. B. Tollkirsche, Stechapfel, Bilsenkraut, Engelstrompetenarten, Alraune.
–Weitere Medikamente z. B. Imipramin, Desipramin, Phenothiazin, Trihexiphenidyl.
–Exogene Gifte: z. B. Blei, Mutterkorn (Secale-Alkaloid), Schlangengift, Bienenstich am Limbus, Arsen parenteral, Alkohol, Kohlenmonoxid.
–Augenerkrankungen mit Ziliarmuskelbeteiligung, z. B. Zyklitis.
–Kongenitale Defekte des Ziliarmuskels.
–Infektionen: Enzephalitis (die Akkommodationseinschränkung kann Frühsymptom sein, einziges Symptom oder seltener spät im Krankheitsverlauf auftreten, auch nach klinischer Abheilung der Enzephalitis); zerebrale Beteiligung bei z. B. Borreliose, Diphtherie, Polymyelitis, Scharlach, Mumps, Masern, Influenza, Malaria, Amöbenruhr, Zoster, Syphilis, Tuberkulose, Lepra; lokale Infektion der Zähne oder Sinus.
–Bakterienexotoxine: Diphtherie; Botulismus (Toxin von Clostridium botulinum in kontaminierten Speisen stört die cholinerge Überleitung: wacher Patient mit weiten, reaktionslosen Pupillen, Akkommodationslähmung, Verschwommensehen, Diplopie; trockener Mund, Schluckschwierigkeiten, Atemnot; bei 30% gastrointestinale Probleme; evtl. Benommenheit); Tetanus.
–Verschiedene Ursachen: Pupillotonie (S. 231); Contusio cerebri, Schleudertrauma; sympathische Ophthalmie (S. 332); akute idiopathische Polyneuritis (ophthalmoplegische Form); rostral-dorsale Mittelhirnläsionen (paretische Akkommodation beim Blickwechsel Ferne-Nähe; Akkommodationsspasmen beim Versuch, nach oben zu blicken, resultierend Verschwommensehen durch akkommodative Myopisierung); Diabetes mellitus (Akkommodationsinsuffizienz).
–Erkrankungen, welche die parasympathische Versorgung der Pupille unterbrechen (innere Okulomotoriuslähmung), stören auch die Akkommodation (vgl. Okulomotoriusparese, Tab. der Ursachen, S. 411).
Dieses Dokument ist nur für den persönlichen Gebrauch bestimmt und darf in keiner Form an Dritte weitergegeben werden!
Aus A.Burk u. R.Burk.: Checkliste Augenheilkunde, 4. Aufl. (ISBN 3-13-100573-4) © 2005 Georg Thieme Verlag, Stuttgart
10
Pupillenund Akkommodationsstörungen
227
10
Pupillenund Akkommodationsstörungen
10.2 Pupillenstörungen
Beachte: Akkommodationsdefekte können unabhängig von Pupillenstörungen auftreten.
Differenzialdiagnose: Transiente Myopie (in der Ferne Verschwommensehen, Lesen ohne Brille problemlos) durch 1. Hyperglykämie bei Diabetes mellitus; 2. Medikamente: z. B. Acetazolamid, Sulfonamide, Tetracycline, Promethazin, Isosorbiddinitrat.
Erhöhte Akkommodationsbreite
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Monolateral beim Horner-Syndrom (S. 231).
Akkommodationsspasmen
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Definition: Ständige Akkommodation mit Pseudomyopie; Definition der Akkommodation siehe oben.
Leitbild: Verschwommensehen.
Diagnostik/Symptome:
Anamnese: Manchmal Makropsie (Gegenstände erscheinen größer); evtl. Schmerzen im Augenund Stirnbereich.
Diskrepanz der Refraktionsbestimmung (S. 42) mit und ohne Zykloplegie (S. 37)1 dpt.
Ursachen:
Lange Naharbeit; Examensvorbereitung; nicht korrigierte Refraktionsfehler (z. B. beginnende Presbyopie); muskuläre Imbalanz (Konvergenzinsuffizienz oder -ex- zess, latente Hyperphorie, S. 404), Hysterie (durch Miosis bei Abduktionsversuch zu erkennen).
Direkte Parasympathomimetika (Cholinergika, z. B. Pilocarpin, Carbachol, Aceclidin) und indirekte (Cholinesterasehemmer, z. B. Eserin, Insektizide, z. B. E 605); Überdosierung von z. B. Morphinen, Digitalispräparaten.
Orbitaentzündungen, Skleritis (S. 190), intraokulare Entzündungen mit Ziliarkörperirritation.
Zyklische Okulomotoriuslähmung (S. 412).
Enzephalitis, Meningitis, Tabes dorsalis, Kopftrauma.
Gelbsucht, Influenza, Diphtherie.
Therapie: Konservativ, kausal; optimale Brillenkorrektion s. S. 42.
10.2 Pupillenstörungen
Pupillenstörungen: Allgemeines
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Leitbild:
Efferente Störung: Anisokorie (ungleiche Pupillenweite).
Afferente Störung: Keine Anisokorie, bei direkter Beleuchtung des erkrankten Auges keine oder verminderte Lichtreaktion beider Pupillen.
Diagnostik/Symptome:
Prüfung der Lichtreaktion S. 26; Ausschluss einer Anisokorie S. 26; Untersuchungsgang bei Anisokorie S. 28; Swinging-flashlight-Test S. 27.
Spaltlampe: s. Tab. 10.2.
Ursachen: siehe Tab. 10.1–10.4 und spezielle Krankheitsbilder ab S. 230. Ursachen für efferente Störungen s. auch S. 412 Erkrankungen des N. oculomotorius.
228
Dieses Dokument ist nur für den persönlichen Gebrauch bestimmt und darf in keiner Form an Dritte weitergegeben werden!
Aus A.Burk u. R.Burk.: Checkliste Augenheilkunde, 4. Aufl. (ISBN 3-13-100573-4) © 2005 Georg Thieme Verlag, Stuttgart

