Ординатура / Офтальмология / Немецкие материалы / Augenheilkunde 30 auflage_Grehn_2008
.pdf
256 |
Kapitel 13 · Netzhaut |
|
||
|
|
|
|
|
|
|
|
In Kürze |
|
|
|
|
Funktion der Netzhaut. Die Nervenzellen der Netz- |
einsprossung in den Glaskörper, Glaskörperblutung, |
|
|
|
haut (Retina) nehmen die Lichtsignale auf, verarbeiten |
Traktionsablatio und »retrolentale Fibroplasie«. |
|
|
|
sie und leiten sie durch den Sehnerv an das Gehirn. |
Retinoblastom. Das Retinoblastom ist ein bösartiger |
|
|
|
|
|
|
|
|
Ablatio retinae und Netzhautrisse. Eine der wichtigs- |
Netzhauttumor des Säuglingsund Kleinkindalters |
|
|
|
ten Erkrankungen der Netzhaut ist die Netzhautablö- |
und führt unbehandelt zum Tode. Es tritt entweder |
|
|
|
sung (Ablatio oder Amotio retinae). Sie entsteht durch |
sporadisch auf oder wird dominant vererbt. Die Basis- |
|
|
|
einen Netzhautriss, durch den Glaskörperflüssigkeit |
therapie erfolgt mit Zytostatika. Bei beidseitigem Befall |
|
|
|
zwischen Netzhaut und Pigmentepithel gelangt. |
muss ggf. ein Auge entfernt und das andere zusätzlich |
|
|
|
Die Netzhautrisse entstehen am häufigsten in der |
bestrahlt werden. |
|
|
|
|
|
|
|
|
oberen Hälfte. Der Patient nimmt bei der Rissbildung |
Netzhautentzündungen. Die foudroyant verlaufende |
|
|
|
Lichtblitze und schwarze Punkte wahr und sieht bei |
Netzhautentzündung bei akuter Retinanekrose ist |
|
|
|
fortschreitender Ablösung der oberen Netzhaut eine |
wahrscheinlich durch Herpesviren verursacht. Sie muss |
|
|
|
»von unten aufsteigende Wand«. Die Ablatio muss |
mit Aciclovir und Kortison behandelt werden. Eine |
|
|
|
operativ behandelt werden. Mit Laserkoagulation |
Zytomegalie-Retinitis kommt häufig bei Aids vor und |
|
|
|
können nur Risse in anliegender Netzhaut abgeriegelt |
kann mit Ganciclovir gebessert werden. Die Toxoplas- |
|
|
|
werden. |
mose-Retinochorioiditis verursacht Entzündungsherde, |
|
|
|
Diabetische Retinopathie. Die diabetische Retino- |
die bei zentraler Lage das Sehvermögen gefährden. |
|
|
|
|
|
|
|
|
pathie ist im erwerbsfähigen Alter die häufigste Er- |
Makuladegenerationen. Die altersbezogene Makula- |
|
|
|
blindungsursache in den Industrienationen. Beson- |
degeneration ist die häufigste Erblindungsursache |
|
|
|
ders gefährlich ist die proliferative diabetische Retino- |
des alten Menschen. Sie entsteht durch altersbedingte |
|
|
|
pathie, die häufig bei jugendlichen Typ-1-Diabetikern |
Degeneration des retinalen Pigmentepithels. Durch |
|
|
|
vorkommt. Glaskörperblutung und Traktionsablatio |
Blutung aus chorioidalen Neovaskularisationen wird |
|
|
|
führen dabei oft zur Erblindung. Stadiengerechte |
hierbei die zentrale Sehschärfe stark beeinträchtigt. Bei |
|
|
|
Kontrollen und rechtzeitige Laserkoagulation können |
hoher Myopie entstehen Risse der Bruch-Membran und |
|
|
|
ein Fortschreiten der diabetischen Retinopathie ver- |
ebenfalls chorioidale Neovaskularisationen. Die juvenile |
|
|
|
hindern. Bei Glaskörperblutung und Traktionsablatio |
Makuladegeneration (Stargardt) und die vitelliforme |
|
|
|
ist oft eine Vitrektomie erforderlich. |
Makuladegeneration (Best) sind hereditäre Erkrankun- |
13 |
|
|
Gefäßverschlüsse. Der Zentralvenenverschluss ent- |
gen der Netzhautmitte. |
|
|
Retinopathia pigmentosa. Sie ist eine relativ häufige, |
||
|
|
|
steht durch lokale Gefäßwandveränderungen beim |
|
|
|
|
||
|
|
|
älteren Menschen. Sekundäre Komplikationen können |
meist hereditäre Netzhautdystrophie unklarer Ätio- |
|
|
|
durch eine rechtzeitige Laserkoagulation aufgehalten |
logie, bei der eine frühzeitige Stäbchendegeneration |
|
|
|
werden. Der Zentralarterienverschluss ist dagegen |
zur Nachtblindheit und zum Röhrengesichtsfeld führt. |
|
|
|
häufig durch Emboli aus Wandthromben der Karotis- |
Trotz erhaltener zentraler Sehschärfe können sich |
|
|
|
gabel bedingt. Nur selten gelingt es, die Erblindung |
diese Patienten wegen der Gesichtsfeldeinengung oft |
|
|
|
durch Fibrinolyse zu verhindern. |
nicht mehr selbstständig orientieren. Die Krankheit |
|
|
|
Hypertoniezeichen der Netzhaut. Bei akuter arteri- |
wird durch die typischen Funduspigmentierungen, die |
|
|
|
Gesichtsfeldeinengung, die Nachtblindheit und das |
|
|
|
|
eller Hypertension (renale Hypertension, Eklampsie) |
erloschene Elektroretinogramm diagnostiziert. |
|
|
|
entstehen in der Netzhaut Blutungen, »Cotton-wool«- |
Netzhautverletzungen. Eine Bulbuskontusion kann zu |
|
|
|
Flecke, Lipidexsudate und Papillenschwellung als Zei- |
|
|
|
|
einem zentralen Makulaschichtloch, peripheren Netz- |
|
|
|
|
chen von retinaler Ischämie und Gefäßwandstörung. |
|
|
|
|
hautrissen mit Ablatio oder zu einer Bulbusberstung |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
Retinopathia praematurorum. Die Frühgeborenenre- |
führen. Perforierende Verletzungen mit Beteiligung der |
|
|
|
tinopathie entsteht durch Proliferation pathologischer |
Netzhaut gefährden den Bestand des Auges und müs- |
|
|
|
Gefäße infolge Ischämie der unreifen Netzhaut. Bei der |
sen immer sofort mikrochirurgisch versorgt werden. |
|
|
|
Iebensnotwendigen Beatmung dieser Kinder führt eine |
Auch kleine Metallsplitter, die durch Verletzungen ins |
|
|
|
wechselnd hohe Sauerstoffspannung zur Proliferation |
Augeninnere gelangen, sind durch Abgabe von Metall- |
|
|
|
von unreifen Netzhautgefäßen. Die Folgen sind: Gefäß- |
ionen toxisch und müssen operativ entfernt werden. |
|
|
|
|
|
F1
Fallquiz Augenheilkunde
F. Grehn unter Mitarbeit von R. Guthoff, T. Guthoff, T. Klink und J. Patzelt
Liebe Leserin, lieber Leser,
passend zur neuen Approbationsordnung ist im Lehrbuch »Grehn – Augenheilkunde« ein Fallquiz mit 20 authentischen Fällen enthalten, wie Sie Ihnen im PJ oder während der ärztlichen Tätigkeit täglich begegnen können. Jeder Fall gliedert sich in 4 Schritte. Auf der ersten Seite finden Sie die Anamnese des Falles. Auf der zweiten und dritten Seite werden die primären und weiterführenden diagnostischen Schritte erklärt. Die Fallbeschreibung schließt auf der vierten Seite mit den Möglichkeiten zur Therapie. So können Sie den Ablauf, den Sie später in jeder Klinik oder Praxis im Schlaf beherrschen müssen, üben und Ihr Wissen anwenden und vertiefen. Nachfolgend 4 typische Seiten zur Orientierung:
o |
|
o |
|
o |
|
|
|
|
|
Schritt I: |
Schritt II: |
Schritt III: |
Schritt IV: |
ä Erstkontakt mit dem |
! Antworten zu |
! Antworten zur |
! Antworten zur |
Patienten, Anamnese. |
Differenzialdiag- |
weiterführenden |
Therapie. |
? Welche Differenzial- |
nosen und Maß- |
Diagnostik und |
ä Darstellung des wei- |
diagnosen kommen |
nahmen. |
Diagnosestellung. |
teren Vorgehens und |
in Frage, welche wei- |
ä Darstellung erster |
ä Darstellung der |
Abschluss des Falls. |
teren diagnostischen |
diagnostischer Be- |
Diagnose. |
|
Schritte werden ein- |
funde und von Ver- |
? Welche Therapie ist |
|
geleitet? |
dachtsdiagnosen. |
jetzt angebracht? |
|
|
? Welche weiterfüh- |
|
|
|
rende Diagnostik |
|
|
|
ist sinnvoll, wie lau- |
|
|
|
tet die endgültige |
|
|
|
Diagnose? |
|
|
Erklärung der Symbole:
? Frage ! Antwort
ä Befunde und weitere Informationen zum Fall
Wir wünschen viel Spaß und Erfolg!
Ihr
Springer Lehrbuch-Team
F2 Fallquiz Augenheilkunde
1 Bräunliche Bindehautläsion Schritt I
ä Eine 42-jährige Patientin (Hausfrau) stellt sich mit ei- |
? Frage 1: Welche Untersuchungen führen Sie |
nem Bindehautprozess am rechten Auge vor. Die Pa- |
durch? |
tientin berichtete, dass seit drei Monaten am rechten |
? Frage 2: An welche Differenzialdiagnosen denken |
Auge in der lateralen Lidspalte eine bräunliche Promi- |
Sie schon nach der Anamnese? |
nenz entstanden ist. Die Allgemeinanamnese ergibt |
|
keine Vorerkrankungen, in der augenspezifischen |
|
Anamnese wird eine Erosio corneae durch einen |
|
Daumennagel am rechten Auge vor einem Jahr ange- |
|
geben. |
|
2 Beidseitiger Bindehautprozess Schritt I
ä Ein 54-jähriger Patient (Landwirt) stellt sich mit einem |
? Frage 1: Welche Untersuchungen führen Sie |
Bindehautprozess an beiden Augen im nasalen Lid- |
durch? |
spaltenbereich vor. Er gibt an, dass die Veränderungen |
? Frage 2: An welche Differenzialdiagnosen denken |
langsam über mehrere Jahre entstanden seien. Am |
Sie schon nach der Anamnese? |
rechten Auge wurde bereits einmal eine Läsion opera- |
|
tiv entfernt, die sich aber nach etwa einem Jahr wieder |
|
erneut ausgebildet hat. In der Allgemeinanamnese |
|
wird eine Tumorentfernung im Hodenbereich 20 Jahre |
|
zuvor angegeben. |
|
F6 Fallquiz Augenheilkunde
3 Beidseitige Hautknötchen der Lidkanten Schritt I
ä Ein 5-jähriges Mädchen stellt sich in Begleitung ihrer |
? Frage 1: Welche Untersuchungen führen Sie |
Eltern vor. Die Eltern berichten, dass seit etwa 3 Mona- |
durch? |
ten immer wieder eine Rötung des rechten Auges auf- |
? Frage 2: An welche Differenzialdiagnosen denken |
tritt. Des Weiteren seien ihnen kleine Knötchen im Be- |
Sie schon nach der Anamnese? |
reich des Ober-/Unterlides und an der Lidkante aufge- |
|
fallen. Die sonstige Augenund Allgemeinanamnese |
|
ist unauffällig. |
|
4 Schmerzlose Läsion im medialen Lidwinkel Schritt I
ä Ein 74-jähriger Patient (Ingenieur mit häufiger Aus- |
? Frage 1: Welche Untersuchungen führen Sie |
landstätigkeit im Ruhestand) klagt über eine schmerz- |
durch? |
lose, gut verschiebliche, nicht abheilende Läsion im |
? Frage 2: An welche Differenzialdiagnosen denken |
medialen Lidwinkel links. Der Patient gibt an, dass ihm |
Sie schon nach der Anamnese? |
diese Läsion bereits seit ca. 1½ Jahren auffalle. Es bildet |
|
sich immer wieder eine Kruste auf der Läsion. Es kommt |
|
jedoch nie zu einer kompletten Abheilung. In der All- |
|
gemeinanamnese gibt er eine koronare Herzkrankheit |
|
und eine Stent-Implantation an. |
|

Fallbeispiel