Ординатура / Офтальмология / Немецкие материалы / Augenheilkunde 30 auflage_Grehn_2008
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13.7 · Makuladegenerationen
tion von VEGF-Inhibitoren erheblich verbessert. Von den Behandlungsoptionen steht die Anti-VEGF-The- rapie an erster Stelle, während die anderen hier genannten Verfahren seltener oder nur ausnahmsweise durchgeführt werden.
Intravitreale Injektion von VEGF-Inhibitoren. VEGFInhibitoren können die meisten Formen der choroidealen Neovaskularisation teilweise oder dauerhaft zur Rückbildung bringen und dadurch Sehvermögen erhalten oder sogar verbessern. Durch Injektion in den Glaskörper wird eine hohe Konzentration an der Netzhaut erreicht. Ranibizumab (Lucentis ) ist für die Behandlung der AMD zugelassen; Bevacizumab (Avastin ), ein ebenfalls wirksamer Anti-VEGF-Anti- körper, ist nur im »off-label use« verwendbar. Auch Pegaptanib (Macugen ), ein Oligonukleotid, ist für die Behandlung der AMD zugelassen. Diese Substanzen müssen im Abstand von 4–6 Wochen insgesamt 3× gespritzt werden. Da es sich um einen intraokularen Eingriff handelt, muss die Injektion unter absolut sterilen Bedingungen im Operationssaal erfolgen. Wegen der hohen Inzidenz der AMD und der vielfach erforderlichen Injektionen sind die Kosten dieser Behandlung für das Gesundheitswesen hoch. Demgegenüber steht aber der hohe Wert der Erhaltung von Sehvermögen mit entsprechender Lebensqualität.
Photodynamische Therapie (PDT). Durch Anreicherung von Porphyrin-Farbstoffen (Verteporfin = Visudyne ) im Gefäßendothel und die anschließende Bestrahlung mit Laserlicht kann man eine klassische chorioidale Neovaskularisation (CNV) veröden. Diese Behandlung ist besonders geeignet, wenn die CNV unter der Fovea liegt. Bei der photodynamischen Therapie wird der Farbstoff Verteporfin intravenös über 10 min infundiert. Er wird in den Gefäßendothelien der CNV gespeichert. Durch Belichtung mit einem nichtthermischen Diodenlaser (689 nm = dunkelrot) wird die CNV verödet. Eine Wiederholung der Behandlung ist oft erforderlich. Die Rate einer schweren Sehverschlechterung wird durch diese Therapie etwa halbiert. Technische Einzelheiten der PDT und Vorsichtsmaßnahmen sind im 7 Kap. 27.4.2 geschildert. PDT und intravitreale Injektionen werden manchmal kombiniert eingesetzt.
Laserkoagulation. In Fällen, in denen die chorioidale Neovaskularisation von der Fovea ausreichend weit entfernt ist (>200 μm) und noch nicht geblutet hat, kann man die Gefäßschlingen durch Laserkoagulation mit dem Argon-Grün-Laser veröden. Man muss den Patienten darüber aufklären, dass die Krankheit an an-
derer Stelle fortschreiten kann und dass die Koagulation in der Nähe des Zentrums ein deutliches Skotom hinterlässt. Andererseits kann man durch die Koagulation spätere massive Blutungen aus den pathologischen Gefäßen verhindern. Allerdings ist nur bei weniger als 15% der Patienten mit chorioidaler Neovaskularisation zum Zeitpunkt der Diagnose die Ausgangssituation für eine Laserkoagulation günstig. In allen anderen Fällen kommt die Laserkoagulation zu spät oder wegen der zentralen Lage nicht infrage. Rezidive wachsen oft in Richtung Zentrum.
Subretinale Chirurgie. Bei fortgeschrittenen subretinalen Neovaskularisationen, die für eine Anti-VEGF- oder photodynamische Therapie zu weit fortgeschritten sind, kann die chorioidale Neovaskularisation auch chirurgisch entfernt werden. Über eine Vitrektomie wird vom Glaskörper aus ein künstliches Netzhautloch (Retinotomie) angelegt und durch dieses die subretinale Neovaskularisationsmembran mit feinsten Instrumenten extrahiert. Da in diesen Fällen Pigmentepithel und sensorische Netzhaut bereits stark verändert sind, ist nur selten eine Verbesserung der Sehschärfe zu erreichen. Oft tritt aber eine Stabilisierung ein, d. h. die Sehschärfe verschlechtert sich nicht weiter und das zentrale Skotom wird nicht mehr größer. Das künstliche Netzhautloch muss durch Endolaserkoagulation und Gastamponade verschlossen werden (Vitrektomietechnik 7 Kap. 14).
Netzhautrotation. Bei dieser chirurgischen Methode wird die gesamte Netzhaut an der Ora serrata abgetrennt, künstlich abgelöst und dann um ca. 30° rotiert, so dass die Makula auf eine Stelle intakten Pigmentepithels zu liegen kommt. Die hierdurch entstehende Verdrehung des Netzhautbildes muss durch eine Augenmuskeloperation wieder ausgeglichen werden. Der langfristige Nutzen dieser Methode ist noch nicht entgültig belegt.
Sonstige Therapieversuche. Früher wurde die altersbezogene Makuladegeneration als »Durchblutungsstörung« bezeichnet. Das trifft aber nicht zu. Deshalb sind durchblutungsfördernde Medikamente nutzlos. Neuerdings wurde nachgewiesen, dass eine bestimmte Kombination aus Nahrungsergänzungsstoffen (Lutein, Zink, Karotinoide) bei jahrelanger Einnahme die Entstehung der AMD in den Frühstadien etwas verzögert. Die manifeste CNV kann jedoch auf diese Weise nicht behandelt werden. Eine Interferon-Therapie oder eine Bestrahlung mit ionisierenden Strahlen haben sich als nicht wirksam erwiesen.
