Ординатура / Офтальмология / Немецкие материалы / Taschenatlas Augenheilkunde_Torsten Schlote_2004
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A. Keratoconjunctivitis epidemica
Ätiologie/Pathogenese. Infektion mit hochinfektiösen Adenoviren Typ 8 und 19. Übertragungsweg: Hand-Auge.
Epidemiologie. Keine Altersoder Geschlechtsdisposition.
Klinik. Rascher unilateraler Beginn mit Epiphora, follikulärer Konjunktivitis, Plicaund Karunkelschwellung, Chemose, Epiphora, Blepharospasmus, verklebten Augen, Lymphknotenschwellung. Innerhalb kurzer Zeit ist auch das zweite Auge betroffen. An der Hornhaut zeigt sich typischerweise folgender Verlauf:
●diffuse epitheliale Keratitis,
●Keratitis punctata,
●Stromatrübungen,
●Nummuli (A) mit Visusminderung und Photophobie.
Hornhaut |
Diagnose. Klinisches Bild. Schnelltestung. |
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Differenzialdiagnose. Herpes-simplex-Kerato- |
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konjunktivitis, Keratitis superficialis Thygeson, |
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Chlamydieninfektion, Molluscum contagiosum. |
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Therapie. Weitere Ausbreitung unbedingt |
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durch Händewaschen und Desinfektion ver- |
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meiden. Tränenersatzmittel. Antibiotische Au- |
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gentropfen nur bei Superinfektion. |
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Prognose. Die Inkubationszeit beträgt 8–9 Tage. |
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Die Patienten sind noch 14 Tage nach Beginn |
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der Erkrankung infektiös. Die Konjunktivitis |
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besteht für etwa zwei Wochen. Es dauert Mo- |
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nate bis die Erkrankung abheilt, wobei eine |
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Persistenz der Hornhautinfiltrate über Jahre |
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möglich ist. |
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B. Akanthamöben-Keratitis |
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Ätiologie/Pathogenese. Bei Akanthamöben |
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handelt es sich um ubiquitär vorhandene Pro- |
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tozoen. Es existiert ein bewegungsfähiger, sich |
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replizierender Trophozoit sowie eine ruhende |
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Zyste. Vor allem die zystische Form ist sehr re- |
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sistent und kann in Schwimmbädern, heißem |
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Wasser aber auch in Eis überleben. |
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Epidemiologie. Häufig betroffen sind Träger |
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weicher Kontaktlinsen oder Patienten nach |
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Hornhauttrauma. |
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Klinik. Blendungsempfindlichkeit, Visusreduk- |
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tion, starke Schmerzen. Rezidivierende, fluo- |
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reszeinpositive Epitheldefekte, multilokuläre |
100Stromainfiltrate (Ringinfiltrate). Die Infiltrate liegen dendriticaartig, jedoch subepithelial.
Diffuse anteriore Skleritis oder Uveitis.
Diagnose. Abstrich. Abkratzpräparat. Anzüchtung auf mit E. coli angereichertem Agar. Doppelwandige polygonale Zysten in der HEoder PAS-Färbung. Kontaktlinsen mituntersuchen.
Differenzialdiagnose. Die Erkrankung ist leicht mit einer Herpes-simplex-Keratitis oder mit einer Pilzkeratitis zu verwechseln.
Therapie. Intensive lokale Antibiotika oder Biguanide.
Prognose. Protrahierter Verlauf mit Remissionen und Rezidiven.
C. Pilzkeratitis
Ätiologie/Pathogenese. Eine Pilzkeratitis tritt nach okulären Traumen durch das Einbringen von pflanzlichen Materialien in das Auge auf. Es handelt sich meist um Aspergillus fusarium und Cephalosporium-Arten. Pilzinfektionen bei geschwächten oder immunsupprimierten Patienten werden dagegen eher durch Candida und andere Hefen ausgelöst.
Epidemiologie. Es handelt sich um seltene Erkrankungen.
Klinik. Das klinische Erscheinungsbild ähnelt der bakteriellen Keratitis. Es zeigt sich ein grauweißes Infiltrat mit feinen Ausläufern im Stroma (Satellitenläsionen, Ca, b). Häufig findet sich ein Hypopyon. Unter der Gabe von Steroiden verschlechtert sich das Krankheitsbild.
Diagnose. Wegweisend ist die Anamnese. Bei Nichtansprechen einer antibiotischen Therapie sollte an eine Pilzkeratitis gedacht werden. Die Hornhautsensibilität ist herabgesetzt. Histologische Untersuchungen können an einem Abkratzpräparat vom Ulkusrand erfolgen.
Differenzialdiagnose. Bakterielle Keratitis.
Therapie. Lokale Gabe von Natamycin AS. Eventuell auf alternative Präparate ausweichen. Bei Vorderkammerreiz Mydriatika. Gelegentlich ist eine systemische Therapie mit Ketoconazol indiziert.
Prognose. Meist langsamer Heilungsverlauf. In manchen Fällen muss eine perforierende Keratoplastik durchgeführt werden.
Dieses Dokument ist nur für den persönlichen Gebrauch bestimmt und darf in keiner Form an Dritte weitergegeben werden! Aus T. Schlote u.a.: Taschenatlas Augenheilkunde (ISBN 3-13-131481-8) © 2004 Georg Thieme Verlag, Stuttgart
A. Keratoconjunctivitis epidemica |
B. Akanthamöben-Keratitis |
Nummuli
C. Pilzkeratitis
a |
b |
Keratitis epidemica, Akantamöbenkeratitis, Pilze
101
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A. Hornhauttrauma
Eine Einteilung kann über die Art der einwirkenden Noxe in mechanische, elektromagnetische, thermische oder chemische Traumen erfolgen. Am häufigsten finden sich Hornhautfremdkörper und traumatische Hornhautero- sionen/-abrasionen. Die Therapie und Prognose orientiert sich am Ausmaß des Traumas. Penetrierende und perforierende Verletzungen verlangen eine gründliche Untersuchung und primär eine chirurgische Versorgung.
B. Keratopathia photoelectrica (Verblitzung)
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Hierbei handelt es sich um eine Schädigung |
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durch UV-Strahlen z. B. beim Schweißen oder bei |
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Hochgebirgsaufenthalt. Bei den Patienten tritt |
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nach einer Latenz von 6–8 Stunden eine schmerz- |
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hafte Visusminderung, Blepharospasmus, Epi- |
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Hornhaut |
phora und Fremdkörpergefühl auf. Klinisch sieht |
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man eine einoder beidseitige Keratitis punc- |
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tata superficialis (B) im Lidspaltenbereich. Je |
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nach Anamnese muss differenzialdiagnostsich |
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an einen Hornhautfremdkörper gedacht wer- |
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den. Therapeutisch helfen Tränenersatzmittel |
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und Gentamicin AT 3 d. Trotz des dramati- |
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schen klinischen Bildes („Sonnenbrand auf dem |
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Auge“) handelt es sich um eine harmlose ober- |
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flächliche Verletzung, die folgenlos abheilt. |
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C. Verätzungen/Verbrennungen |
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Ätiologie/Pathogenese. Verletzung durch Lauge, |
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Säure oder Hitze (Ca, b). Der Schweregrad der |
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Verletzung hängt vom Agens, dessen Konzen- |
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tration und der Expositiondauer ab. Laugenver- |
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ätzungen erzeugen größere Schäden als Säure- |
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verätzungen. Die durch eine Säureverätzung |
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hervorgerufene Koagulationsnekrose verhin- |
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dert das weitere Eindringen der Säure. Die Kol- |
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liquationsnekrose der Laugenverätzung führt |
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zu einer raschen Penetration der Lauge in den |
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vorderen Augenabschnitt. |
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Epidemiologie. Häufiger Arbeitsunfall. 7–10 % |
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aller Augenverletzungen. Ein großer Teil der Pa- |
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tienten sind junge berufstätige Männer zwi- |
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schen dem 20.–40. Lebensjahr. Das Verhältnis |
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der Säurezu Laugenverätzung beträgt ca. 1: 2 |
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bis 1 : 3. |
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Klinik. Die akute Phase geht zunächst mit einer |
102unterschiedlich ausgeprägten Visusminderung, Schmerzen, Epiphora und Blepharospas-
mus einher.
Klinisch kann das Ausmaß der Verätzung in vier Stadien (nach Reim) eingeteilt werden:
I. Erosio corneae, klare Hornhaut, Hyperämie, intaktes Randschlingennetz.
II. Erosio corneae, geringe Hornhauttrübung, Ischämie der Limbusregion > 1/3 der Zirkumferenz, Chemose (Cc).
III. Erosio corneae, Hornhauttrübung, Ischämie der Limbusregion > 1/2 der Zirkumferenz, Ulkusbildung, Pannusbildung, stromale Neovaskularisationen, Narbenbildung (Cd).
IV. Erosio corneae, Ischämie der Limbusregion > 3/4 der Zirkumferenz, Nekrosen, Ulzera, Symblephara, Narben, Lidfehlstellungen, Sekundärglaukom, Katarakt, Hypotonien, Phthisis bulbi. Diagnose. Erfolgt über die Anamnese. Die Stadieneinteilung orientiert sich am klinischen Bild. Intraokulare Strukturen des vorderen Augenabschnittes können mitbetroffen sein und mit Linsentrübungen und der Ausbildung eines Sekundärglaukoms einhergehen.
Therapie. Sofortiges Spülen des Auges ist die wichtigste Erstmaßnahme.
Prognose. Die Prognose der Erkrankung hängt entscheidend davon ab, wie rasch gespült wurde. Vom Ausmaß der geschädigten limbalen Stammzellen hängt die Regeneration des kornealen Epithels ab. Bei einer Schädigung des Limbus von mehr als die Hälfte der Zirkumferenz findet keine Epithelialisierung durch die Stammzellen statt. Es wächst vielmehr konjunktivales Gewebe über den Defekt.
D. Sekundenkleberverletzungen (Cyanoacrylat)
Der ins Auge gelangte Sekundenkleber verhärtet auf der Hornhaut und fällt ab (D). Die entstandene Hornhauterosio wird mit Tränenersatzmitteln und lokalen Antibiotika behandelt. Der Befund heilt in der Regel folgenlos ab.
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B. Keratopathia photoelectrica |
D. Sekundenkleberverletzung |
Keratitis punctata superficialis (Anfärbung mit
Fluorescein)
C. Verätzungen/Verbrennungen
Verblitzung, Verätzung, Verbrennung
a Z.n. Verbrennung durch heißes Aluminium: Kon- |
b Säureverätzung mit Hornhauterosio unten |
junktivalisierung der Hornhautoberfläche |
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c Laugenverätzung Stadium II |
d Laugenverätzung Stadium III |
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A. Oberflächliche/ penetrierende/ perforierende Verletzungen
Ätiologie/Pathogenese. Das Verletzungsmus-
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ter kann sehr vielfältig sein und reicht vom |
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oberflächlichen Epithelverlust, der Erosio, über |
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lamelläre Verletzungen und Fremdkörperein- |
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sprengungen (Aa – c) bis zu perforierenden Ver- |
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letzungen mit Beteiligung der inneren Struktu- |
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ren des Auges oder sogar zum Organverlust. |
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Epidemiologie. Die Verletzungen treten meist |
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im Zusammenhang mit Arbeitsoder Freizeit- |
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aktivitäten auf. Überwiegend betroffen sind |
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Männer zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr. |
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Hornhautfremdkörper sind die häufigsten |
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okulären Verletzungen überhaupt. Der größte |
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Anteil der Hornhautfremdkörper besteht aus |
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Metall. Nur ca. 5 % sind organischer Natur. |
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Klinik. Meist Schmerzen, Epiphora, Blepharo- |
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spasmus, Konjunktivitis, Oberlidschwellung, |
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Hornhaut |
Visusminderung. Die Beschwerden können aber |
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z. T. auch sehr gering ausgeprägt und die Seh- |
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schärfe voll erhalten sein. Bei Vorliegen eines |
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Hyphämas und Anstieg des Intraoklardruckes |
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färbt sich der stromale Anteil der Hornhaut |
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nach 48 Stunden an. Ursache der Hämatokor- |
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nea (Ad) ist das Hämoglobin und andere Ab- |
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bauprodukte der Erythrozyten. |
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Diagnose. Sie erfolgt über die Anamnese und |
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über die gründliche Untersuchung mit Ektro- |
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pionieren, Anfärben der Hornhaut, Inspektion |
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der Wunde mit dem Operationsmikroskop, ggf. |
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Röntgen der Orbita in zwei Ebenen oder CT. |
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Therapie. Operative Entfernung des Fremdkör- |
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pers und Wundverschluss. Lokale oder syste- |
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mische Antibiotika. Falls nötig zweiter Eingriff |
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bei Verletzungen von intraokularen Strukturen. |
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Prognose. Abhängig von der Verletzungsart. |
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B. Hornhautveränderungen nach |
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Operationen |
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Korneale Veränderungen im Rahmen der Pha- |
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koemulsifikation sind Descemetfalten, Desce- |
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metolysen und „Snail Tracks“. Verletzungen des |
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Endothels können zur Endotheldekompensa- |
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tion mit Ausbildung einer bullösen Keratopa- |
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thie führen. Es besteht dann die Indikation für |
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eine perforierende Keratoplastik. |
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Die Silikonölkeratopathie tritt im Rahmen der |
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vitreoretinalen Chirurgie auf, wenn über län- |
104gere Zeit Kontakt zwischen Silikonöl und Hornhautendothel besteht. Die Keratopathie entwi-
ckelt sich innerhalb von Monaten und geht
meistens mit einem Sekundärglaukom einher. Klinisch imponiert eine zunehmende dichte weißliche, stromale Eintrübung der Hornhaut.
C. Hornhautveränderungen nach refraktiven Eingriffen
Hornhautrefraktive Eingriffe zur Korrektur von Fehlsichtigkeiten führen, je nach Verfahren, zu typischen Hornhautveränderungen.
Bei der radiären Keratotomie (Ca) wird die Hornhaut in 80–90 % ihrer Dicke radiär eingeschnitten. Dieses Verfahren wurde zur Korrektur der Myopie eingeführt, ist aber zwischenzeitlich von laserrefraktiven Methoden abgelöst worden. Die photorefraktive Keratektomie (PRK) trägt mit dem Excimerlaser oberflächliche Hornhautschichten ab und führt bei einer Abflachung der zentralen Hornhaut zum Myopieausgleich oder beim Aufsteilen der Hornhautwölbung zum Hyperopieausgleich. Eine mögliche Nebenwirkung kann hierbei die Ausbildung einer zentralen Hornhautnarbe (Haze, Cb) sein. Bei der Laser-in-situ-Kerato- mileusis (LASIK) wird eine ca. 130 µm große Hornhautlamelle (Flap) abgehoben. Mit dem Excimerlaser wird die darunterliegende Hornhaut abgeflacht und der Flap zurückgeklappt. Ein Flapverlust, Eintrüben oder Dislokation des Flap, Einwachsen von Epithel oder eine infektiöse Keratitis sind seltene unerwünschte Folgen des Eingriffs. Die LASEK kombiniert die Erfahrungen beider o. g. Verfahren. Es wird dabei ein sogenannter Epithelflap abgehoben und unter diesem eine Excimerlaserablation durchgeführt. Das Epithel wird dann wieder repositioniert. Alle Verfahren führen dazu, dass der Augeninnendruck falsch niedrig gemessen und die spätere Berechnung einer Kunstlinse beeinflusst wird.
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A. Oberflächliche/penetrierende/perforierende Verletzungen
a Schmauchverletzung |
b Rosthof durch eisenhaltigen Fremdkörper |
c Lamelläre Verletzung durch Glassplitter |
d Hämatokornea |
Verletzungen, operative Veränderungen
C. Hornhautveränderungen nach refraktiven Eingriffen
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a Radiäre Keratotomie |
b Haze nach photorefraktiver Keratektomie |
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A. Keratoplastik
Bei der perforierenden Keratoplastik werden alle Hornhautschichten von einem Spender auf einen Empfänger transplantiert, bei der lamellären Keratoplastik wird das tiefe Stroma, die Descemetmembran und das Endothel beim Empfänger belassen.
Die häufigste Indikation zur perforierenden Keratoplastik sind die bullöse Keratopathie, der Keratokonus, Hornhautdystrophien, Hornhautnarben, die nach infektiösen Keratitiden oder durch Traumata entstanden sind, und Rekeratoplastiken. Das kreisförmige Transplantat wird in ein entsprechend groß trepaniertes Empfängerbett typischerweise mit zwei fortlaufenden Kreuznähten eingepasst (Aa).
Bei einer tektonischen Keratoplastik (Ab) steht
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nicht die Wiederherstellung der visuellen |
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Funktion im Vordergrund, sie dient vielmehr |
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Hornhaut |
dem Bulbuserhalt. Alternativ kann eine dro- |
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hende Perforation durch eine Amnionmembran |
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gedeckt werden. Unter der Keratoplastik à |
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chaud versteht man die notfallmäßig durchge- |
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führte Keratoplastik. Da die Hornhaut ein bra- |
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dytrophes, avaskuläres Gewebe ist, besteht |
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eine besondere immunologische Situation. Vor |
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einer Transplantation muss nicht, wie bei an- |
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deren Organen, auf eine strenge Kompatibilität |
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der Gewebe geachtet werden. Dennoch sollte |
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bei Risikokeratoplastiken eine HLA-Typisie- |
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rung erfolgen. |
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Um ein Transplantatversagen zu vermeiden, |
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muss die Indikation zur Keratoplastik streng |
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gestellt werden. Kontraindikationen sind Lid- |
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fehlstellungen, Benetzungsstörungen, Glaukom |
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und mangelnde Compliance. |
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B. Komplikationen der Keratoplastik |
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Immunologische Transplantatreaktionen kön- |
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nen auch Jahre nach der Operation auftreten. |
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Die Abstoßungsreaktionen werden nach ihrer |
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Lage im Hornhautgewebe eingeteilt. Die epi- |
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theliale Abstoßungreaktion verläuft als leicht |
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erhabene, anfärbbare Linie zytotoxischer Lym- |
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phozyten vom Transplantatrand nach zentral |
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(epitheliale Khodadoust-Linie). Diese Form der |
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Immunreaktion ist in der Regel wenig bedroh- |
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lich. Subepitheliale Veränderungen treten oft |
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Monate nach der Transplantation auf. Sie im- |
106ponieren als unregelmäßig auf das Transplantat begrenzte Nummuli und unterscheiden sich
differenzialdiagnostisch von einer Keratocon-
junctivitis epidemica dadurch, dass das Auge ansonsten völlig reizfrei ist. Oft handelt es sich um einen Zufallsbefund, der reversibel ist, sofern nicht tiefere Hornhautschichten beteiligt sind. Bei stromalen Veränderungen kann es zu oberflächlichen Transplantateinschmelzungen kommen, in 1–2 % tritt eine akute Stromanekrose auf. Es handelt sich dabei um eine alle Hornhautschichten betreffende, dichte, weißliche Infiltration durch Leukozyten, Lymphozyten und Plasmazellen. Differenzialdiagnostisch ist an ein erregerbedingtes Hornhautulkus zu denken. Endotheliale Veränderungen zeigen klinisch ein heterogenes Bild. Wie am Epithel kann sich bei der fokal-progressiven Endothelreaktion eine vom Rand des Transplantates nach zentral laufende Linie zytotoxischer Lymphozyten zeigen. Diese sog. endotheliale Kho- dadoust-Linie wandert unterschiedlich schnell und trennt das von Lymphozyten zerstörte Endothel vom noch intakten Transplantat (Ba). Bei der diffusen Immunreaktion finden sich am Endothel disseminierte Präzipitate. Die endothelialen Immunreaktionen führen zu einem Hornhautödem. Daneben können nichtimmunologische Ursachen zu einem Transplantatversagen (Bb) führen. Hierzu zählen Stufen und Wundheilungsstörungen am Transplantatrand, Benetzungsstörungen, Infektionen (Bc), medi- kamentös-toxische Schäden, Epitheleinsprossung und Rezidive der Grunderkrankung. Letztere sind für die Herpes-simplex-Keratitis (Bd), den Keratokonus und für die Hornhautdystrophien beschrieben worden. Auch operative Eingriffe können eine Abstoßungsreaktion triggern. Die Therapie orientiert sich an der transplantatschädigenden Ursache und umfasst Tränenersatzmittel, Kontaktlinsen, Antibiotika, Virustatika oder Immunsuppressiva bzw. die Re-Keratoplastik. Dabei ist vor Einleiten der Therapie die Epitheltoxizität einzelner Wirkstoffe zu berücksichtigen.
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A. Keratoplastik
a Fortlaufende Kreuznaht bei Keratoplastik |
b Eingetrübte tektonische Keratoplastik |
B. Komplikationen der Keratoplastik
Keratoplastik, Abstoßungsreaktionen
a Endotheliale Khodadoust-Linie |
b Transplantatversagen |
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c Fadeninfektion |
d Herpes-simplex-Rezidiv auf Transplantat |
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9 Lederhaut
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A. Fehlbildungen und Anomalien
Eine blaue Lederhaut (Sklera) kann als isolierte, autosomal-dominant oder rezessiv vererbte Fehlbildung auftreten. In Zusammenhang mit anderen okulären Erkrankungen ist sie beim Keratokonus und Keratoglobus zu beobachten, daneben aber Teilaspekt verschiedener hereditärer Systemerkrankungen wie der Osteogenesis imperfecta (Typ 1–4), dem Ehlers-Dan- los-Syndrom, Marfan-Syndrom und TurnerSyndrom. Die normale, fetale Durchsichtigkeit der Lederhaut bleibt erhalten.
Die Alkaptonurie (Ochronose) basiert auf einem autosomal-rezessiv vererbten Defekt des Enzyms Homogentisinoxidase und führt zu Homogentisinsäureablagerungen v. a. in Knorpel und anderem gefäßarmem Bindegewebe. Sichtbar werden fleckige schwarze Ablagerungen in Bindehaut, Kornea und Sklera bei etwa 70 % der Patienten.
Sklerektasien und Sklerastaphylome können als isoliert-kongenitale Fehlbildungen auftreten. Während Sklerektasien reine Ausbuchtungen der Sklera darstellen, sind Sklerastaphylome lokale Ausbuchtungen, die von uvealem/ retinalem Gewebe ausgekleidet sind.
B. Degenerationen und Alterungsveränderungen
Eine altersbedingte Skleraatrophie mit leicht bläulichem Durchscheinen von uvealem Gewebe ist bei vielen Menschen im hohen Alter zu beobachten und nicht von Krankheitswert. Hierzu zählen senile, hyaline Skleraplaques
(Ba), die als längsovale Veränderungen vor den Ansätzen der geraden Augenmuskeln im Lidspaltenbereich sichtbar werden und das Resultat von lokalen Kalkeinlagerungen sind. Eine Therapie ist nicht nötig.
Ursachen einer erworbenen Sklerektasie oder eines Staphyloms sind das kongenitale Glaukom/Buphthalmus, Verletzung, Skleritis, Uveitis, degenerative Myopie oder chirurgische Eingriffe. Die exzessiv fortschreitende, degenerative Myopie führt zu hinteren umschriebenen Sklerektasien oder einem Staphyloma posticum (Bb). Dieses ist eine scharf begrenzte Aussackung des gesamten hinteren Poles, die mit einer massiven Aderhaut-Netzhaut-Atrophie einhergeht.
C. Episkleritis
Die Episkleritis ist eine Entzündung der Episklera, einem lockeren, stark vaskularisierten Bindegewebe unmittelbar an der Oberfläche der Lederhaut. Es wird eine diffuse (Ca) von einer nodulären Form (Cb)unterschieden.
Ätiologie/Pathogenese. Die Mehrzahl der Episkleritiden ist idiopathisch. Eine Systemerkrankung meist autoimmunologischer Natur liegt in ca. 35 % vor (Tab. 1). Seltener sind lokale Infektionen oder Verätzungen.
Epidemiologie. Nicht selten. Vorwiegend betroffen sind Patienten im jungen bis mittleren Erwachsenenalter und Frauen. Beidseitigkeit in 30–35 %.
Klinik. Der Beginn ist meist akut mit Rötung des Auges, Epiphora und leichten bis mäßigen Schmerzen. Die Druckschmerzhaftigkeit ist geringer als bei der Skleritis. Die diffuse Episkleritis imponiert als variable, flächige und ödematöse Veränderung der Episklera mit Stauung des oberflächlichen episkleralen Gefäßplexus. Die noduläre Episkleritis zeigt ein oder mehrere, umschriebene knötchenförmige Verdickungen der Episklera mit vermehrter Gefäßinjektion. Die Knötchen sind auf der Sklera verschieblich.
Diagnostik. Die Diagnose erfolgt anhand des klinischen Bildes. Eine internistische/dermatologische Untersuchung ist v. a. bei Systemerkrankung oder rezidivierendem Verlauf durchzuführen (Tab. 1.). Infektionen (Syphilis) und Stoffwechselstörungen (Gicht) sollten ausgeschlossen werden.
Differenzialdiagnose. Konjunktivitis, Skleritis. Therapie. Bei Vorliegen einer Systemerkrankung steht die Behandlung dieser im Vordergrund. Milde, idiopathische Episkleritiden ohne Beschwerden können beobachtet werden. Schwerere Verläufe können kurzfristig mit lokalen Kortikosteroiden und der systemischen Gabe nichtsteroidaler Antiphlogistika behandelt werden. Die hoch dosierte orale Kortikosteroidtherapie ist nur selten notwendig.
Prognose. Meist milder, selbst limitierender Verlauf (1–2 Wochen). Rezidivhäufigkeit ca. 30 %. Okuläre Komplikationen sind seltener als bei der Skleritis: Uveitis anterior (12 %), Hornhautbeteiligung (15 %), Sekundärglaukom (4– 8 %).
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B. Degenerationen und Alterungsveränderungen
a Senile Skleraplaques |
b Staphyloma posticum |
C. Episkleritis
a Diffuse Episkleritis |
b Noduläre Episkleritis |
Tab. 1 Systemerkrankungen bei Episkleritis |
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Gelenke |
rheumatoide Arthritis |
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seronegative Spondylarthropathien |
Bindegewebe |
systemischer Lupus erythematodes |
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rezidivierende Polychondritis |
Vaskulitiden |
Morbus Behçet |
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Polyarteriitis nodosa |
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Riesenzellarteriitis |
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Wegener-Granulomatose |
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Cogan-Syndrom II |
infektiös/granulomatös |
Syphilis |
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Tuberkulose |
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Herpes simplex |
|
Sarkoidose |
Darm |
Colitis ulcerosa |
|
Morbus Crohn |
Haut |
Rosazea |
|
atopische Dermatitis |
|
Zoster ophthalmicus |
Stoffwechsel |
Gicht |
|
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Fehlbildungen/Degenerationen/Episkleritis
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