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Reaktionen auf Belastungen
Die meisten Menschen entwickeln bestimmte Verhaltensweisen, um auf belastende Situationen zu reagieren. Dabei können aus Anforderung, Bewertung und eigener Kompetenz sehr unterschiedliche Motivlagen und Strategien resultieren
Das wechselseitige Wirken von Mensch und Umwelt erfordert, dass man die persönlichen Umgangsformen mit Belastungen näher betrachtet. Wenn man Stress, über den Zustand der Belastung hinaus, als wechselseitigen Prozess zwischen der eigenen Leistungsfähigkeit ("Ressourcen") und den Anforderungen der Situation ansieht, resultieren daraus drei grundlegende Zustände:
Langeweile, wenn die eigene Leistungsfähigkeit die Anforderungen weit übersteigt
Überforderung, wenn die eigene Leistungsfähigkeit den Forderungen nicht gewachsen ist
Übereinstimmung zwischen der eigenen Leistungsfähigkeit und der Herausforderung
Langeweile und Überforderung wirken eher belastend, während die optimale Übereinstimmung von Ressourcen und Anforderungen motivierend wirkt.
Die Leistungsfähigkeit und die persönliche, subjektive Bewertung der Beanspruchung sind zwei Aspekte, die man als Schlüsselfunktionen in Stressmanagement-Techniken wiederfindet. Eine höhere Leistungsfähigkeit kann einerseits darauf basieren, dass man Aufgaben durch Wissen, Fähigkeiten und Fertigkeiten derart vereinfachen kann, dass man eine geringere Belastung erfährt. Man kann seine Leistungsfähigkeit aber auch dadurch steigern, dass man lernt, die mit Befürchtungen der Überforderung verbundenen negativen Emotionen zu regulieren. Dadurch kann man verhindern, dass die Motivation verloren geht, eine neue Aufgabe überhaupt anzugehen.
Je mehr unterschiedliche Techniken man kennt, um die eigene Leistungsfähigkeit zu steigern oder hemmende Befürchtungen zu mindern, umso leichter wird es, Aufgaben als Herausforderungen ansehen.
Menschen im Stresszustand zeigen in der Regel spezifische Verhaltensweisen, welche die Belastung verringern oder intensivieren. Diese Verhaltensweisen werden als Positiv- oder Negativ-Strategien eingeordnet.
Unterforderung/Langeweile
Wenn man durch seine Aufgabe unterfordert wird, fühlt man sich in der Regel eher unwohl und wenig motiviert. Die eigenen Leistungen sind unterdurchschnittlich und können den persönlichen Vorstellungen widersprechen. Es treten häufiger Fehler auf, die durch mangelndes Interesse und geringere Konzentration verursacht sind.
Überforderung
Wie bei der Unterforderung führt Überforderung zu Unwohlsein. Man erreicht nicht die volle Leistungsfähigkeit und die eigene Arbeit wirkt planlos und wird von häufigen Fehlern begleitet. Die allgemein bekannten Reaktionen auf Belastungen sind geistige und körperliche Müdigkeit, die von Stimmungsschwankungen, Vergesslichkeit, Konzentrationsverlust, Reizbarkeit und dem Gefühl ausgebrannt zu sein begleitet werden können.
Wenn derartige Hinweise über eine längere Zeit ignoriert werden, können ernsthafte Erkrankungen wie Bluthochdruck, Herzerkrankungen, Schlaganfall, Störungen des Immunsystems, Depression, Angst, Schlaflosigkeit und Erkrankungen des Magens die Folge sein.
